Charakteristik pflanzlicher ZK, Kultivierungbedingungen.

ZHAW Pflanzenzellkulturtechnik (Lektion 1)

ZHAW Pflanzenzellkulturtechnik (Lektion 1)


D. R.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Charakteristika pflanzlicher Zellen und die Kultivierungbedingungen für Pflanzenzell- und Gewebekulturtechnik (PCTCs) auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Verwendung von Zellen und Geweben zur Herstellung von Wirkstoffen, die Zusammensetzung von Nährmedien, sowie die Bedeutung von C- und N-Quellen für den Metabolismus. Die Karteikarten eignen sich für Studierende und Forscher, die sich mit der biotechnologischen Produktion von Sekundärstoffen, Proteinen und Vakzinen befassen, und die Vorteile von PCTCs gegenüber dem klassischen Feldanbau verstehen möchten.
Karten
9
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.10.2016 / 09.01.2020

Lernkarten

Warum PCTCs statt klassischer Feldanbau?

  • Abhängigkeit von Bodenbeschaffenheit, Bodenverfügbarkeit und Bearbeitungsintensität
  • Abhängigkeit von biotischen Störfaktoren (Krankheiten, Frassfeinden)
  • Abhängigkeit von abiotischen Störfaktoren (Klima, Wetter, Jahres- und Tageszeit)
  •  Keine Möglichkeit der Stoffproduktion in geschlossenen Systemen unter kontrollierbaren, reproduzierbaren und validierbaren Bedingungen (GMP)

Was ist der Unterschied zwischen einer Pflanzenzelle und einer Tierischen Zelle

pflanzen haben  zusätzlich

  • Zellwand
  • Mittellamelle
  • Plasmodesmen
  • Chloroplasten
  • Vakuolen
  • (Chromoplasten)  --> Farbe 
  • (Leukoplast) --> Speicher für Stärke

Welches sind die Charakteristika von Pflanzenzellen?

  • Kugelförmige oder Stäbchen ähnliche Morphologie
  • Totipotenz
  • Grösse von 10 bis 100 µm
  • Verdopplungszeiten von Tagen (Ausnahme BY-2)
  • Intrazelluläre Produktakkumulation von Sekundärmetaboliten  (0.025 bis 1 g d-1 L -1) 
  • Häufig Sekretion von r-Proteinen/Glykoproteinen/PMPs  (< 1g L-1)
  • Zellwand
    • Geringere Sensitivität gegenüber Scherstress 

Welche Kultivierungsbedingungen benötigen pflanzenzellen?

Temperatur zwischen 23 und 29 °C

pH zwischen 5.0 und 6.0    -->  Keine Regulation mit Säure oder Lauge

Belüftung  (0.1 bis 0.5 vvm ) (0.1 bis 5% CO2 )

Licht  (0.6 bis 10 kLux, kontinuierlich oder 8 h dunkel/16 h hell )

Hohe Inokulationsrate (10%)

Was ist wichtig beim Metabolismus der Pflanzen?

  • Keine oder vernachlässigbare Photosysntheseaktivität    --> benötigen C-Quelle für Glykolyse
  • Benötigen N-Quelle (Nitrat, Ammonium, Aminosären) 
  • Cystein- und Cysteinsulfat sind die gebräuchlichsten S-Quelle

 

Welche Bestandteile enthält das Nährmedium zur das zur Pflanzenzellkultur genutzt wird? 

  • C-Quelle (Saccharose, Glukose, Fruktose, Sorbitol): 2 bis 5%
  • Organische Supplemente (Aminosäuren, Vitamine und Co-Faktoren)
  • Anorganische Supplemente
    • Mikroelemente - in µM Konzentrationen Fe, Mn, Zn, Cu, Mo, I, B, Co
    •  Makroelemente - in mM Konzentrationen N, S, P, K, Mg, Ca
  • Deionisiertes Wasser (95%) 
  • Phytohormone
    • Auxine (IAA, 2.4 D, NAA)
    • Cytokinine (BAP, Kinetin, Purin, Adenin)
  •  Support-Matrix (Agar, Agarose, Phytagel, Gelrite) 

Wie heisst das Medium das für die Pflanzenzellkulturen eingesetzt wird?

MS (Murashige and Skoog)-Basalmedium 

Was ist Pflanzliche Zell- und Gewebekulturtechnik (PCTCs)

Kulturtechnik, die von mikrobenfreiem Pflanzenmaterial ausgeht

Grundlage: Totipotenz (Fähigkeit aus differenzierten Zellen wieder Organe und schliesslich ganze Pflanzen zu bilden)

Biotechnologische Wirkstoffproduktionen: Sekundärstoffe, r-Proteine und Vakzine als „rote” Applikationen und Sekundärstoffe für die Kosmetik als «grün-weisse» Applikationen

Für was wird die Zell- und Gewebekulturtechnik eingesetzt? Welche Produkte gewonnen?

 

Einsatz pflanzlicher und animaler Zellen/Gewebe für die in vitro Herstellung von

  • Wirkstoffen für Therapeutika und Diagnostika
  •  Zellen, Geweben und Organen

Einsatz animaler Zellen/Gewebe für Zytotoxizitätstests

  •  Reduktion und Ersatz von Tierversuchen 

 

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