Pferdepsychologie Lernzielkontrolle

Pferdepsychologie Lernzielkontrolle

Pferdepsychologie Lernzielkontrolle


Vanessa Steiner
Diese Lernkarten bieten einen Einblick in die Psychologie und das Verhalten von Pferden, geeignet für Fortgeschrittene. Sie behandeln Themen wie Domestikation, Bewegungsstereotypen, Trink- und Fressverhalten sowie die Anatomie und natürliche Lebensbedingungen von Pferden. Besonders nützlich für Pferdebesitzer, Trainer und Biologen, die ein tieferes Verständnis für das Wohlbefinden und die Bedürfnisse von Pferden erlangen möchten.
Flashcards
9
Students
5
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
15.11.2015 / 12.10.2022

Flashcards

Wie verbringen Pferde unter natürlichen Lebensbedingungen den grössten Teil des Tages?

Da das Pferd ein soziales Fluchttier ist, hält es sich vorzugsweise in Herden mit maximal 20 Tieren an gut überschaubaren Plätzen d.h. an flachen, weiten und kaum oder gar nicht bewaldeten Orten auf.  Da es Dauerfresser sind, beschäftigen sie sich 50-70% des Tages mit der Nahrungsaufnahme.  Weitere 5-20% (S. 9: 1.2-4.8 h) der 24 Stunden verbringen die Pferde für das Ruhen und Dösen (S. 13: 5-9h = 20-35%)

Wie ist das Fressverhalten der Pferde?

Pferde sind Herbivore und ernähren sich hauptsächlich von Gräser und Kräuter. Dazu kommen Blätter, Rinde, Zweige, junge Triebe, Sumpf und Schilfgräser, Moose etc.   Pferde wählen ihre Nahrung weniger nach dem Nährstoffgehalt als vielmehr nach dem Geschmack, der Struktur und der Verfügbarkeit des Futters. Ist das Futterangebot reichlich, fressen sie sehr selektiv. Geruchs- und Geschmacksinn spielen eine wichtige Rolle. Optische Eindrücke sind weniger von Bedeutung. Pferde bevorzugen süssschmeckendes Futter. Pferde können nicht zwischen giftigen und ungiftigen Pflanzen unterscheiden. Da giftige Pflanzen jedoch meist stark riechen oder bitter sind, werden diese nicht gefressen. Pferde fressen mit gesenktem Kopf unter langsamer Fortbewegung. Während der Kaufphase wird der Kopf angehoben und um die Umgebung beobachten zu können. Bei Pferde kommt es selten zum Abschlucken von Fremdkörpern.

Wie ist das Trinkverhalten der Pferde?

Pferde berühren mit den Lippen die Wasseroberfläche und saugen das Wasser kaum hörbar auf. Sie können so bis zu 4 Liter aufnehmen. Pferde brauchen sehr viel Wasser, welche für die Funktionen des Darms und des Stoffwechsels, für die Regulation des Wärmehaushalts, des Blutkreislaufs sowie für die Produktion der Drüsensekrete  (Magensäure, Speichel) benötigt werden. Die Menge ist sehr abhängig von Körpergewicht, Futter, Klima und von Bewegung. Man geht grob von 5-6 L/100kg aus. Im Hochsommer nehmen Pferde ca. 20 Mal Wasser auf, während an kühleren Herbsttagen 3-4 Mal ausreichen können. Ein 500kg Pferd kann in bei grosser Anstrengung in 5 Stunden etwa 35 l Schweiss verlieren. Mit Wassermangel kommen sie schlechter zurecht als mit nährstoffarmen Zeiten.

Wie ist die Hauptruhehaltung erwachsener Pferde?

Pferde Ruhen vorwiegend im Stehen. Die Vorderbeine stehen dabei meist parallel, der Kopf ist gesenkt, die Augen sind geschlossen oder leicht geöffnet, Unterlippe und Schweif hängen entspannt. In der Herde stehen Pferde manchmal seitlich nebeneinander – Kopf an Hinterteil. Auf diese Weise können z.B. Insekten effizienter abgewehrt werden. Nebst dieser Hauptruhestellung liegen Pferde in Bauchseitenlage  oder in Seitenlage.

Wieso ist es für Pferde möglich nahezu blind über eine Hürde zu springen?

Solange es sich der Hürde nähert, sieht es klar mit beiden Augen, doch im letzten Augenblick vor dem Absprung versperrt ihm sein Kopf die Sicht. Das Pferd speichert die Situation vorher jedoch ab, so dass es in der Regel kein Problem damit hat, blind über das Hindernis zu springen.  Wird es in diesem Prozess jedoch abgelenkt ist der sichere Sprung nicht mehr gewährleistet.

Welche zwei Koppformen gibt es und beschreibe den Unterschied?

Man unterscheidet zwischen Aufsetzkoppen und Freikoppen. Das Aufsetzkoppen kommt öfters vor als das Freikoppen. Dabei wird werden Schneidezähne auf einen festen Gegenstand (Boxenumrandung, Futterkrippe oder das eigene Vorderbein) aufgesetzt und gekoppt (Schlucken von Luft mit anschliessendem Rülpsgeräusch). Das Freikoppen wir mit freigehaltenem Kopf durchgeführt. Dabei werden Nickbewegungen gegen die Brust mit anschliessendem Hochschnellen des Kopfes durchgeführt.

Was sind Bewegungsstereotypen und beschreibe die häufigste Form.

Koppen, Weben, Barrenwetzen/Gitterbeissen, Kopfschlagen/Kopfschütteln bei der Nutzung, schlagen gegen Boxenwände, Exzessives Scharren , Steigen, Bocken. Das Weben ist eine der häufigsten Stereotypen. Hierbei  steht das Pferd mit den Vorderbeinen etwas breiter als normal und schwenkt seinen Körper von einer Seiten zur anderen. Dies kann bei Erregung, z.B. vor der Fütterung für eine kurze Zeit auftreten, dauert dieses Verhalten jedoch öfter und länger an, so zählt man es zu einem Fehlverhalten. Gründe hierfür sind: Stallhaltung, vegetationslose Koppel, isolierte Haltung, Reizverarmung. Das Pferd ist unterbeschäftigt, kann seinen Bedürfnissen nicht nachgehen und hat zu wenig soziale Kontakte.

Zu welcher Familie gehören die Pferde?

Pferde gehören zur Familie der Pferdeartigen – Equidae. Dazu zählen auch die Zebras und Esel.

Wie erfolgte vermutlich die Domestikation des Pferdes und was ist Domestikation?

Die Zähmung erfolgt immer am Einzeltier und ist Voraussetzung für die Domestikation. Die Domestikation hingegen betrifft eine ganze Population, bei der gewünschte Merkmale durch Züchtung genetisch fixiert werden. Das Pferd wurde später als Hund, Schaf, Ziege und Schwein domestiziert d.h. erst vor ca. 4000-5000 Jahren. Das Pferd wurde als Zug-, Kampf- und Arbeitstiere genutzt und erst ab 2‘100 v.Chr. geritten.

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