PeTeOh One

Psypath Thouon One

Psypath Thouon One


S. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über psychische Störungen und deren Diagnostik, insbesondere für den mittleren Schulbereich. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Persönlichkeitsstörungen, ihre Kriterien, Symptome und den Verlauf, sowie auf die Anwendung von Ratingskalen und deren psychometrische Aspekte. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Schüler, die sich mit psychologischen und medizinischen Konzepten vertraut machen möchten, da sie sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen abdecken.
Flashcards
171
Students
1
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
02.01.2015 / 04.01.2015

Flashcards

Was sind Esstörungen?
 

Störungen in dieser Kategorie sind gekennzeichnet durch eine übermässige Beschäf-tigung mit dem eigenen Körpergewicht. Zum einen kann das mit einem selbst herbei-geführten unverhältnismässigen, mitunter lebensbedrohlichen Gewichtsverlust einherge-hen. Zum anderen können Betroffene die Folgen wiederkehrender Essattacken mit drastischen Massnahmen bekämpfen.

Ist Adipositas eine psychische Störung?

Innerhalb der Klassifikationssysteme psychischer Störungen wurde sie bislang zwar als mögliche Reaktion auf schmerzvolle Erfahrungen oder als Nebeneffekt von Psychopharmaka aufgeführt, nicht aber als eigenständige Störung.

Die ICD-10 führt sie als medizinischen Krankheitsfaktor, aber nicht als psychische Störung auf.

Im DSM-IV erscheint sie nicht, weil bislang kein zuverlässiger Zusammenhang mit psychopathologischen Phänomenen nach-gewiesen wurde.

Was haben Anorexia nervosa und Bulimia nervosa gemeinsam?

(3)

  • Verzerrte Selbstwahrnehmung
  • Exzessive Beschäftigung mit der Nahrungszufuhr
  • Übertriebene Bedeutung von Figur und Gewicht

Worin Unterscheiden sich Anorexia nervosa und Bulimia nervosa?

Anorexia (6); Bulimia (5)

 

Anorexia:

  • starker Wunsch, dünn zu sein
  • Beschäftigung mit der Verhinderung der Gewichtszunahme
  • starkes Untergewicht zwingend
  • Fressattacken möglich
  • Massnahmen möglich (= aktive Form)
  • Angst vor Gewichtszunahme im Vordergrund

Bulimia:

  • andauernde Beschäftigung mit Essen, häufige unwiderstehliche Gier, Zwang zu essen
  • oft Normalgewicht, Untergewicht möglich
  • Fressattacken zwingend
  • Massnahmen zwingend
  • Angst, fett zu werden, nach ICD-10 Teil der Symptomatik, nach DSM-IV nicht

► Die Trennung der beiden Störungen rechtfertigt sich also eher dadurch, dass bei der einen bestimmte Symptome mit Sicherheit in deutlicher Ausprägung vorhanden sind, während sie bei der anderen nicht zwingend vorliegen

Verlauf: Anorexia nervosa

  • durchschnittlichen Beginn: 17 Jahren
  • Prognose ohne Behandlung = relativ schlecht
  • Spontanre-mission: 1/4
  • Chronifizierung: 1/2
  • Todesfälle: Anzahl steigt mit zunehmender Dauer
    • nach 4-5 Jahren:  5%
    • nach 20- bis 30jährigem Verlauf: bis zu 20%

Verlauf: Bilimia nervosa

  • Beginn: späten Adoleszenz (10-19 Jahre) oder frühes Erwachsenenalter
  • Verlauf: schwankend oder chronisch: Symptomatik scheint sich im Langzeitverlauf oft zu verbessern
  • Prognose ist besonders dann günstiger, wenn die Remissionsphasen länger als ein Jahr dauern

Unterschiede ICD-10/DSM-IV: Bulimia nervosa

(3)

  • DSM-IV Kriterium des Kontrollverlustes bei der Bulimie wird in der ICD-10 nicht berücksichtigt
  • ICD-10 keine quantitativen und zeitlichen Kriterien, ab wann von einem Essanfall gesprochen werden kann
  • ICD-10 erwähnt bei der Bulimie die Furcht, dick zu werden, kommt im DSM-IV nicht vor

Unterschiede ICD-10/DSM-IV: Anorexia nervosa

(2)

  • ICD-10 erwähnt die Vermeidung von hochkalorischen Speisen. Wird vom DSM-IV nicht in die Kriterien mit eingeschlossen, kommt aber in der Umschreibung des "Restriktiven Typus" vor.
  • DSM-IV hat innerhalb der Diagnose "Anorexia nervosa" die zwei Typen "Restriktiv" und "Binge-Eating/Purging"

Allgemeines Störungsbild der Anorexia nervosa

(5)

  • Ängste vor einer Gewichtszunahme = Weigerung ein normales Körpergewicht zu halten.
  • Körperschema-Störung = Deutliche Verzerrung der Wahrnehmung des eigenen Körpers, was die Figur und den Körperumfang betrifft → Fehlwahrnehmung führt zu einem starken Streben, extrem dünn zu werden und zu bleiben.
  • Ausgeprägter Ehrgeiz, den viele Betroffene an den Tag legen
  • Gewichtskontrolle wird als Ausdruck von Selbstdisziplin und bei jüngeren Betroffenen oft als Abgrenzung gegenüber dem Elternhaus verstanden.
  • Beobachtbare Auffälligkeiten beim Essverhalten: Betroffenen brauchen lange für geringste Mengen, zerpflücken die Speisen, kombinieren Unpassendes oder verzichten selektiv auf ganz bestimmte Arten, ohne dass es einen zwingenden Grund dafür gäbe. Manche weigern sich oder vermeiden es, in Gesellschaft zu essen.

Formen der Anorexie

ICD-10 und DSM-IV berücksichtigen zwei Untertypen der Anorexie:

  1. Restriktive Form
  2. Bulimische bzw. aktive Form

Formen der Anorexie: Restriktive Form

(3)

  • keinen Essanfällen
  • Gewicht wird hautsächlich mittels Verzicht auf bestimmte Speisen und durch eine strenge Rationierung geregelt (ICD = "asketische" Form).
  • Betroffenen wenden keine zusätzlichen Massnahmen an wie Erbrechen oder Arzneimitteleinnahme

Formen der Anorexie: "bulimische" oder aktive Form

Betroffenen greifen zu drastischen Massnahmen, um ihr (manchmal immer tiefer werdendes) Wunschgewicht zu erreichen und zu halten. Dies sind: selbst induziertes Erbrechen, Abführmittel (Laxantien), Einläufe, übertriebene körperliche Betätigung, Gebrauch von Appetitzüglern, Mittel zur Entwässerung des Körpers (Diuretika)

Folgen von Anorexie

(5)

  • leicht erkennbares, deutliches Untergewicht
  • Gewichtsverlust von mehr als 15% des erwarteten Normalgewichts → ICD-10 gibt einen kritischen BMI von 17.5 an, der unterschritten wird
  • Durchschnittlichen (!) Gewichtsabnahme von 45% des Ausgangsgewichtes
  • Biologischen Veränderungen
  • Frauen: Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)
    Männern: Libido- und Potenzverlust.

ICD-10 Kriterien für Anorexie

(5)

A. Gewichtsverlust oder bei Kindern fehlende Gewichtszunahme. Dies führt zu einem Körpergewicht von mindestens 15% unter dem normalen oder dem für das Alter und die Körpergröße erwarteten Gewicht.

B. Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch Vermeidung von "fett machenden" Speisen.

C. Selbstwahrnehmung als "zu fett" verbunden mit einer sich aufdrängenden Furcht, zu dick zu werden. Die Betroffenen legen für sich selbst eine sehr niedrige Gewichtsschwelle fest.

D. Umfassende endokrine Störung der Achse Hypothalamus-Hypophyse-Gonaden; sie manifestiert sich bei Frauen als Amenorrhoe, bei Männern als Interesseverlust an Sexualität und Potenzverlust. Eine Ausnahme stellt das Andauern vaginaler Blutungen bei anorektischen Frauen dar, die einen Hormonersatz erhalten (meist als empfängnisverhütende Medikation).

E. (Forschungskriterium) Folgende Kriterien für eine Bulimia nervosa (F50.2) werden nicht erfüllt: 
häufige Episoden von Fressattacke
andauernde Beschäftigung mit Essen; Gier oder Zwang zu essen

Allgemeines Störungsbild: Bulimie

(5)

  • Pendeln zwischen zwei Extremverhalten:
  1. Heisshungerattacken und Fress-anfälle, bei denen innert kurzer Zeit enorme Nahrungsmengen verschlun-gen werden ⇒ Dieses Essverhalten wird im DSM-IV als Binge Eating bezeichnet
  2. Drastische Gegenmassnahmen gegen das entstehende Unbehagen und die Angst, durch die Fressanfälle dick zu werden ⇒ Diese Methoden werden im DSM-IV als Purging bezeichnet
  • ICD-10 betont die unwiderstehliche Gier oder den Zwang zu essen
  • Oft Normalgewicht oder nur leichtes Untergewicht
  • verzerrte Selbstwahrnehmung als "zu fett".
  • Aktives Kontrollverhalten wie Purging oder exzessiver Sport sowie Fressattacken sind bei Bulimie notwendige Merkmale.

 

ICD-10 Kriterien: Bulimie

(4 + 4)

A. Häufige Episoden von Fressattacken (in einem Zeitraum von drei Monaten mindestens zweimal pro Woche), bei denen große Mengen an Nahrung in sehr kurzer Zeit konsumiert werden.

B. Andauernde Beschäftigung mit dem Essen, eine unwiderstehliche Gier oder Zwang zu essen.

C. Die Patienten versuchen mit Gegenmassnahmen, der Gewichtszunahme durch die Nahrung mit einer oder mehreren der folgenden Verhaltensweisen entgegenzusteuern:

  1. selbst induziertes Erbrechen
  2.  Missbrauch von Abführmitteln
  3. zeitweilige Hungerperioden
  4. Gebrauch von Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten oder Diuretika. Wenn die Bulimie bei Diabetikern auftritt, kann es zu einer Vernachlässigung der Insulinbehandlung kommen.

D. Selbstwahrnehmung als "zu fett", mit einer sich aufdrängenden Furcht, zu dick zu werden (was meist zu Untergewicht führt).

Welche beiden Klassen psychogenen Schlafstörungen werden in beiden grossen Klassifikationssysteme unterschieden?

  • Dyssomnien  = Störung der Dauer, Qualität oder des Zeitpunkts des Schlafs → gestörter Schlaf
  • Parasomnien = Abnorme Episoden während des Schlafs → abnorme Episoden während des Schlafs

Welche Formen der Dyssomnien gibt es?

(3)

  • Insomnie
  • Hypersomnie
  • Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

Welche Formen der Parasomie gibt es?

(3)
 

  • Schlafwandeln
  • Pavor nocturnus [(lat.) nächtliche Angst/Schrecken]
  • Albträume

Was versteht man unter Hypersomnie?

Unter Hypersomnie versteht man eine übermässige Schlafneigung während des Tages, Schlafanfälle oder einen verlängerten Übergang vom Schlaf in den Wachzustand. Alle diese Phänomene sind dabei nicht durch eine zu kurze Schlafdauer erklärbar. Sie dürfen ausserdem nicht durch Krankheiten wie Narkolepsie oder Schlafapnoe verursacht sein.

Was versteht man unter Albträumen?

Sehr heftige Albträume mit lebhaften und detallierter Erinnerung daran und die Betroffenen leiden unter den Träumen selbst, den Erinnerungen nach dem Aufwachen und an der dadurch verursachten Störung des Schlafs

Was versteht man unter Schlafwandeln?

Beim Schlafwandeln verlassen die Betroffenen  – meist im ersten Drittel des Nachtschlafs aus einer Tiefschlafphase heraus – das Bett und gehen bis zu einer halben Stunden umher. Dabei haben sie einen leeren, starren Gesichtsausdruck, reagieren kaum auf Beeinflussungsversuche anderer und sind nur schwer aufzuwecken. Beim Aufwachen erinnern sie sich nicht an die Episode.

Was versteht man unter Pavor nocturnus?

= nächtliche Angst/Schrecken.

Es handelt sich um wiederholte Episoden von Hochschrecken aus dem Schlaf mit einem Panikschrei, heftiger Angst verbunden mit typischen vegetativen Symptomen und Körper-bewegungen. Der Anfall ebbt innerhalb von 10 Minuten wieder ab, Beruhigungsversuche durch andere während der Episode sind erfolglos. Die Erinnerung daran verblasst sehr schnell.Tritt meist im ersten Schlafdrittel auf.

Wie ist der Verlauf bei Insomnie?

(2)

Eine Insomnie kann auf einige Monate beschränkt sein, weil sie allenfalls nach dem Wegfall einer Belastung mit der Zeit verschwindet. Bei etwa 50-75% der Betroffenen dauert die Störung länger als ein Jahr.

Je nach Belastungssituation kann die Störung rezidivierend sein, und wie bei affektiven Episoden sind bereits erlebte Episoden Risikofaktoren für weitere Episoden.

Wie ist der Verlauf bei Hypersomnie?

(2)

Eine Hypersomnie scheint sich eher spontan und meist zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr zu entwickeln.

Der nicht behandelte Verlauf ist gewöhnlich stabil und chronisch.

Wie ist der Verlauf bei Albträumen?

(2)

Häufige oder heftige Albträume werden meist schon in der frühen Kindheit zum Problem. Die meisten Kinder legen sie jedoch wieder ab.

Bei einer Minderheit, bei der das Problem bestehen bleibt, wird es meist zu einem lebenslangen Störungsbild. Allerdings scheint es eine Tendenz zur Besserung im Alter zu geben

Wie ist der Verlauf von Pavor nocturnus?

(2)

Der Pavor nocturnus kann sich bei Kindern entwickeln, bildet sich bei ihnen aber in der Regel zurück.

Bei Erwachsenen (Beginn dann meist zwischen 20. und 30. Lebensjahr) verläuft er meist chronisch, auch wenn Häufigkeit und Stärke der Episo-den schwanken. Sie treten meist im Abstand von einigen Tagen oder Wochen auf.

Wie ist der Verlaub beim Schlafwandeln?

Schlafwandeln beginnt in der Regel im Kindesalter, hört aber meist etwa im Alter von 15 Jahren auf. Falls sie bestehen bleibt, ist ihr Verlauf in der Regel chronisch oder schwankend.

Welche Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus unterscheidet ICD-10?

  • mit Verzögerter Schlafphase: später Schlafenszeiten und Unfähigkeit, diese auf einen früheren Zeitraum vorzuverlegen. Schwierigkeiten, zu konventionell üblichen Zeiten einzuschlafen. Überlässt man sie ihrem eigenen zeitlichen Rhythmus, ist der Schlaf normal.Chronisches Schlaf-Defizit durch Einhalten konventioneller Aufwachzeiten
  • Jet-Lag-Typus: Schwierigkeiten in der Anpassung an Schlaf-Wach-Muster von neuen Zeitzonen, mit Schläfrigkeit und Wachheit zu unangemessenen Tageszeiten relativ zur lokalen Zeit. Unter normalen Umständen keine Probleme mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Schichtarbeits-Typus: Der Konflikt ergibt sich auf-grund des durch die Schichtarbeit erzwungenen Musters. Unter normalen Umständen keine Probleme mit dem Schlaf-Wach-Rhythmus. Es kommt zu kürzeren Schlafdauern, Störungen der Schlafkontinuität oder Schläfrig-keit während der eigentlich erwünschten Wachzeiten.
  • Unspezifischer Typus: Störungen der zirkadianen Rhythmik, die sich nicht den anderen Typen zuordnen lassen, z.B. vorverlagerte oder irreguläre Schlaf-Wach-Muster sowie Rhythmen, die von der 24-Stunden-Taktung abweichen.

Störungsbild der Nichtorganische Insomnie

Personen mit Insomnie beklagen häufig eine Kombination von Einschlafstörungen, Schwierigkeiten beim Durchschlafen, Früherwachen und allgemein schlechter Schlafqualität. → Die Probleme sind meistens mit starken psychosozialen Belastungen verbunden.

Personen, die wiederholt oder andauernd solche Schwierigkeiten haben, können eine erhöhte Angst vor der Schlaflosigkeit entwickeln

Welche möglichen weiteren Symptome, die den Leidensdruck steigern gibt es bei der nichtorganischen Insomnie?

(5)

  • Anspannung, Besorgnis und depressive Stimmung zur Schlafenszeit, aber auch während des Tages
  • Gedankenrasen
  • Häufiges Nachdenken über ausreichenden Schlaf, persönliche Probleme, Gesund-heit oder sogar Tod
  • Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch
  • Während des Tages körperliche und geistige Müdigkeit und übermässige Beschäf-tigung mit sich selbst

ICD-10 Kriterien von Nichtorganischer Insomnie

(4)

A. Klagen über Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen oder eine schlechte Schlafqualität

B. Die Schlafstörungen treten mindestens dreimal pro Woche während mindes-tens eines Monats auf.

C. Die Schlafstörungen verursachen entweder einen deutlichen Leidensdruck oder stören die alltägliche Funktionsfähigkeit.

Beachtet / Ausgeschlossen werden muss: D. Verursachende organische Faktoren fehlen, wie z. B. neurologische oder andere somatische Krankheitsbilder, Störungen durch psychotrope Substanzen oder eine Medikation.

Allgemeines Störungsbild von Nichtorganischen Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

(5)

  • Schlaflosigkeit zu erwünschten Schlafenszeiten
  • Übermässige und häufige Schläfrigkeit zu erwünschten Wachzeiten
  • Zeitlicher Bestand und deutliches Leiden oder die Lebensführung stark störend
  • Grundlage für eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus ist stets eine Abweichung des individuellen Schlafmusters von einem erwünschten oder von aussen gegebenen Rhythmus.
  • Es muss keineswegs zwingend ein seelisches Problem bestehen → Diskrepanz zwischen dem eigenen Rhythmus und den situativen Bedingungen und Konventionen

ICD-10 Kriterien für Nichtorganische Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus

(4)

A. Das Schlaf-Wach-Muster der Betroffenen ist nicht synchron mit dem gewünschten Schlaf-Wach-Rhythmus, der durch die gesellschaftlichen Anforderungen bestimmt ist und von den meisten Menschen in der Umgebung der Betroffenen geteilt wird.

B. Als Folge dieser Störung erleben die Betroffenen Schlaflosigkeit während der Hauptschlafperiode und Hypersomnie während der Wachperiode fast täglich während mindestens eines Monats oder wiederholt während kürzerer Zeiträume.

C. Unbefriedigende Dauer, Qualität und Zeitpunkt des Schlafes verursachen entweder einen deutlichen Leidensdruck oder stören die alltägliche Funktionsfähigkeit.

Zudem beobachtet / ausgeschlossen werden: D. Verursachende organische Faktoren fehlen, wie z. B. neurologische oder andere somatische Krankheitsbilder, Störungen durch psychotrope Substanzen oder eine Medikation.

Welches sind Risikogruppen für Nichtorganische Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus?

(3)

  • Personen mit zum konventionellen Rhythmus deutlich verschobener Schlafphase, wenn die Umstände von ihnen eine An-passung an die üblichen Arbeitszeiten oder an einen familiären Tagesablauf verlangen.
  • Schichtarbeiter
  • Reisende, die sich wiederholt über mehrere Zeitzonen hinweg bewegen

 

Welches sind (laut ICD-10) nicht-organische sexuelle Funktionsstörungen?

(4)
 

  • Störungen des sexuellen Verlangens
  • Versagen genitaler Reaktionen
  • Schmerzen und Beschwerden während der sexuellen Reaktion resp. des Koitus
  • Organsmusstörungen
     

Wie ist der sexuelle Reaktionszyklus aufgebaut? Welches sind die verschiedenen Phasen?
 

  1. Appetenz-/Annäherungsphase
  2. Erregungs-/ Stimulationsphase
  3. Geschlechtsverkehr
  4. Orgasmusphase

Welche Störungsbilder der nichtorganischen sexuellen Funktionsstörungen können den verschiedenen Phasen des sexuellen Reaktionszyklus zugeordnet werden?

4 Phasen (2 + 1 + (1 bzw. 2) + 3)

1) Appetenz-/Annäherungsphase:

  • gestörtes sex. Verlangen (gesteigert oder vermindert)
  • sexuelle Aversion

2) Erregungs-/ Stimulationsphase

  • Versagen genitaler Reaktionen wie Erektionsstörung oder fehlendes/mangelndes Feuchtwerden der Scheide

3) Geschlechtsverkehr

  • sexuell bedingte Schmerzen:
    • nichtorg. Dyspareunie = unspezifische Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
    • nichtorg. Vaginismus = unwillkürliche Spasmen der perivaginalen Muskulatur, die den Geschlechtsverkehr unangenehm oder unmöglich machen

4) Orgasmusphase

  • fehlender oder verzögerter Orgasmus
  • vorzeitiger Samenerguss
  • mangelnde sexuelle Befriedigung

Allgemeine ICD-10 Kriterien für Nicht organisch bedingte sexuelle Funktionsstörungen → Forschungskriterien!

(4)

G1. Die Betroffenen sind nicht in der Lage, eine sexuelle Beziehung so zu ge-stalten, wie sie möchten

G2. Die Funktionsstörung tritt häufig auf, kann aber bei einigen Gelegenheiten auch fehlen.

G3. Die Funktionsstörung besteht seit mindestens sechs Monaten.

Zudem beachtet  / ausgeschlossen werden muss: G4.Die Störung ist nicht auf eine andere psychische oder Verhaltensstörung der ICD-10, auf körperliche Störungen (wie eine endokrine Störung) oder auf medikamentöse Behandlung zurückzuführen.

Wie ist der Verlauf von nichtorganischen sexuellen Funktionsstörungen?

  • Verlaufsaspekte der sexuellen Funktionsstörungen können sehr unterschiedlich sein
  • Entwicklung hängt allerdings auch innerhalb einer Störung davon ab, ob es sich um ein Problem handelt, das sich bereits in der Pubertät gezeigt hat, oder ob es von psychosozialen Belastungen, partnerschaftlichen Schwierigkeiten, einem sexuellen Trauma oder ähnlichen Faktoren abhängt

Study