13. Berufliche Grundbildung


D. M.
Diese Karteikarten bieten einen umfassenden Überblick über die Personaladministration im Kontext der beruflichen Bildung. Sie decken Themen wie die Rolle des Berufsbildners, die Struktur und Inhalte von Lehrgängen, sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Besonders relevant sind die Aspekte der Lernendenbetreuung, der Dokumentation von Ausbildungsfortschritten und der Qualifikationsverfahren. Diese Karteikarten sind ideal für Personalassistenten und Berufsbildner, die ihre Kenntnisse in der Verwaltung und Betreuung von Lernenden vertiefen möchten.
Karten
52
Lernende
31
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
28.07.2013 / 12.01.2022

Flashcards

Nennen Sie verschiedene Einflüsse auf die Arbeits- und Berufswelt.

  • ökonomische Entwicklungen
    (Globalisierung & Konjunktur)
     
  • technologische Entwicklung
    (Automatisierung der Abläufe)
     
  • gesellschaftliche Entwicklung
    (Rolle der Frauen in der Arbeitswelt)

Skizzieren Sie das duale Berufsbildungssystem der Schweiz

1. Obligatorische Schulzeit

2a) Berufliche Grundbildung

  • Berufs-Attest
  • Eidg. Fähigkeitszeugnis --> Berufsmaturität

oder

2b) Allgemeine Bildung --> Gymnasialen Maturität

Welche Bildungsarten versteht man unter dem Begriff "Bildung"?

  • berufliche Grundbildung
     
  • Weiterbildung
     
  • Umschulung

Erklären Sie den Begriff "duales System" in der beruflichen Grundbildung.

Die berufliche Grundbildung erfolgt durch

  • die praktische Lehre in einem privaten oder öffentlichen Betrieb
     
  • mit gleichzeitigem Besuch einer Berufsfachschule

Nennen Sie die rechtlichen Grundlagen (Gesetze) der beruflichen Ausbildung

  • Bundesverfassung (BV)
    --> Recht auf Bildung
     
  • Berufsbildungsgesetz (BBG)
    --> Grundlagen für das Lehrverhältnis
    --> Regelung der Kostenbeteiligung des Bundes
     
  • Arbeitsgesetz (ArG)
    --> Sonderschutzvorschriften für Jugendliche (inkl. Lernende bis zum vollendeten 18. AJ)
     
  • Vollziehungsverordnung zum ArG (ArGV)
    --> vertiefte Erläuterung der Sonderschutzvorschriften für Jugendliche
     
  • Obligationenrecht (OR)
    --> Bestimmungen zum Lehrvertrag (344-346a)

Welche Neuerungen brachte die Reform der Berufsbildung im BBG?

  • Neue Bildungsangebote
    - Bildungsdauer min. 3 Jahre für EFZ & 2 für EBA
     
  • Durchlässigkeit zw. den Bildungsgängen
     
  • Transparenz des gesamten Berufsbildungssystem
     
  • Neue Finanzierung
     
  • neue Qualifikationsverfahren
     
  • klar definierte "höhere Berufsbildung" im Nicht-Hochschulbereich

Nennen Sie die diversen Partner und Betroffene die an der Berufsausbildung beteiligt sind.

  • Staat
    - Bund, Kanton und Gemeinde
     
  • Berufs- und Branchenverbände / Sozialpartner
    (Organisationen der Arbeitswelt OdA)
     
  • Unternehmen
    -Lehrbetrieb und Berufsbildner
     
  • Berufsschulen
     
  • Lernende(r)
    Eltern / gesetzl. Vertreter

Skizzieren Sie kurz die Zuständigkeiten der verschiedenen Organe des Bundes / Kantone für die berufliche Ausbildung.

1. Bund

  • Hauptverantwortung für die Bildung
  • Bund überwacht die Umsetzung der festgelegten Richtlinien

2. Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)

  • Zuständig für die berufliche Ausbildung

3. kantonale Erziehungs- & Volkswirtschaftsdirektionen

  • Aufsichtsinstanz für da kant. Berufsbildungsamt

4. kant. Berufsbildungsamt

  • verantwortlich für den Vollzug des BBG und Verordnung für die Berufsbildung (BBV)

siehe Bild

Erklären Sie den Begriff "Organisationen der Arbeit (OdA)".

Welche Funktionen und Aufgaben übernehmen die OdA im Rahmen der beruflichen Grundbildung?

Das sind Berufs- und Branchenverbände sowie Sozialpartner welche die Unternehmen zu Themen der beruflichen Grundbildung vertreten.

Aufgaben & Funktionen:

  • Vollzug der Berufsbildungsgesetze
  • Beantragen von Verordnungen über berufl. Grundbildung
  • Mitwirkung bei Sicherstellung eines ausreichendenAngebotes an überbertrieblichen Kursen (ÜK)
  • Durchführung & Mitfinanzierung von ÜK
  • branchenspez. Anpassungen des Modell-Lehrgangs
  • Mitwirkung bei der LAP

Nennen Sie die Voraussetzungen die ein Betrieb erfüllen muss, um Lernende auszubilden.

  • Einrichtung des Betriebes
    diese muss sicherstellen, das Ausbildungsziele gem. Reglement erreicht werden können
     
  • Höchstzahl von Lernenden
    abhängig von den im Betrieb ständig beschäftigen Fachleuten

Welche Anforderungen hat ein Berufsbildner im Allgemeinen zu erfüllen?

  • qualifizierte Bildung (EFZ oder gleichwertig)
     
  • angemessene pädagogische und
    methodisch-didaktische Fähigkeiten
     
  • 2 Jahre Berufspraxis im Lehrgebiet
     
  • berufspädagogische Qualifikation von 100 Lernstunden oder Berufsbildnerkurs

Welche Themengebiete werden im Berufsbildnerkurs behandelt?

  • Berufsbildung und ihr Umfeld
    (CH-System und das Umfeld)
     
  • Lernender
    (Verhalten & Rolle im Betrieb / Schule / Gesellschaft
     
  • Lehren & Lernen
    (Unterstützung)
     
  • Bildungsplan
    (Erstellen & Anwenden des betr. Bildungsplans)
     
  • Berufsbildner
    (Rollenverständnis, eigene Weiterbildung)
     
  • Weitere Themen bzg. berufl. Grundbildung
    (Gesundheit, Arbeitssicherheit, Arbeitskultur)

Nennen Sie verschiedene persönliche Anforderungen an den Berufsbildner.

  • methodische & didaktische Fähigkeiten
     
  • Wille & Bereitschaft sich mit Jugendlichen zu beschäftigen
     
  • Verständnis und Geduld
     
  • Flexibilität (geistig & zeitlich)

Welche weiteren Pflichten hat der Berufsbildner?

  • Ausbildung / Erziehung / Kontrolle
    - Ausbildung gem. Reglement
    - Einsatz für bestmöglichen Lernerfolg
    - Unterrichtsbesuch ermöglichen (2 Tge/Woche)
    - Lernerfolg periodisch kontrollieren (Arbeitsbuch)
     
  • Informationen an die Lernenden
    - über ihre Rechte & Pflichten
    - über die Ausbildungsmassnahmen (Modell-Lehrgang)
    - über ihre Leistungen & Stand der Ausbildung
    - über eine evtl. Weiterbeschäftigung nach Lehre, 3 Mte. vor Lehrende
     
  • Information an die Eltern
    - sofern Lernender noch nicht volljährig (bei Problemen)
     
  • Informationen an das Berufsbildungsamt
    - bei Problemen & Vertragsauflösung
     
  • Informationen an die Schule
     
  • Materielle Pflichten
    - Lohnpflicht
    - Lohn für die Schule
     
  • Gegenüber Aufsichtsbehörden
    - Lehrverträge genehmigen lassen
    - Zutritt zum Arbeitsplatz gewähren
    - Einsicht in die Akten
    - Auskünfte erteilen bei Bedarf
    - Raum & Material für Prüfungen zur Verfügung stellen

Welche Bedingungen müssen die Lernenden erfüllen, um die berufl. Grundbildung zu beginnen?

  • 15. Altersjahr vollendet haben
     
  • Schulpflicht vollendet
     
  • für gewissen Berufe ein ärztliches Attest vorweisen

Nennen Sie Pflichten eines Lernenden.

  • befolgen der Anordnungen des Berufsbildners
  • gewissenhaftes Ausführen der Arbeiten
  • wahren der Geschäftsgeheimnisse
  • persönlicher Einsatz zur Zielerreichung
  • Besuch der Berufsschule
  • Absolvieren der LAP
  • Auskunftspflicht gegenüber Aufsichtsbehörde

Welche weiteren Kurse müssen Berufsfachschulen nach Möglichkeit neben dem beruflichen und allgemeinbildenden Unterricht anbieten?

  • Stützkurse für leistungsschwache Schüler
     
  • freiwillige Kurse für Lernende
     
  • Weiterbildungs- oder Umschulungskurse für Gelernte / Angelernte
     
  • Kurse zur Vorbereitung auf den Besuch von höheren Schulen

Welche Kompetenzen müssen durch die berufl. Grundbildung vermittelt werden?

  1. berufsspezifische Qualifikationen
     
  2. grundlegende Allgemeinbildung
     
  3. wirtschaftliche, ökologischen, sozialen und kulturellen Fähigkeiten
     
  4. Fähigkeit & Bereitschaft zu lebenslangen Lernen und zum selbständigen Urteilen & Entscheiden

Zählen Sie die drei Lernorte auf, wo die Lernernden die nötigen Qualifikationen erwerben und welche Qualifikation an welchem Lernort vermittelt wird.

  • Lehrbetrieb
    --> berufliche Praxis
     
  • Berufsfachschule
    --> schulische Bildung (allg. & berufskundlich)
     
  • Überbetriebliche Kurse (Branchenkunde)
    --> Ergänzungen (zur beruflichen Praxis & zur schulischen Bildung)

Zählen Sie die einzelnen Schritte der Suche und Auswahl von Lernenden auf.

  1. Berufswahlentscheid der zukünftigen Lernenden
     
  2. Werbung für Lehrstellen von Verbänden & Unternehmen
     
  3. Anstellungsentscheid der Unternehmen
     
  4. Anstellung des Lernenden mit besonderem Vertragsprozedere
     
  5. Einführung der Lernenden in den Betrieb & Berufsleben

Nennen Sie grundsätzliche Möglichkeiten sich berufsspezifische Informationen zu beschaffen.

  • Klassenbesprechungen
    Information durch Lehrer oder selbständige Beschaffung durch Schüler und Besprechung
     
  • Informationsveranstaltungen
    durchgeführt von Verbänden und Unternehmen in Kombination mit Betriebsbesichtigungen. Info über Lehrberuf, Anforderungen & Entwicklungsmöglichkeiten
     
  • Information über Berufsbild mittels schriftl. Dokumentationen
    erstellt von Verbänden & Unternehmen in Zusammenarbeit mit Berufsberatungsstellen
     
  • Gespräche mit Berufsleuten aus dem näheren Umfeld
    tieferer Einblick in die Details des Berufes

Nennen Sie Möglichkeiten wie Unternehmen für ihre Lehrstellen werben können.

  • Berufsinformationen an Schulen
    während Klassenbesprechungen
     
  • Orientierungsnachmittage
    Inforveranstaltung im Betrieb inkl. Besichtigung
     
  • Arbeitsplatzbesuche
    im Rahmen von Betriebsbesichtigungen
     
  • Lehrstelleninserate
    Ausschreibung im LENA
     
  • Berufsbilddokumentationen
    bei Berufsberatungen platzieren
     
  • Eltern-Kinder-Tag im Unternehmen

Nennen Sie Gründe warum die Verantwortung der Unternehmen beim Anstellungsentscheid bei Lernenden grösser ist als bei Erwachsenen.

  • Anstellung erfolgt für 2 bis 4 Jahre fix
    --> grundsätzlich unkündbar
     
  • Jugendliche haben keine Erfahrung im Berufsleben und mit Anstellungsentscheiden
     
  • mit Anstellung & Ausbildung von Lernenden übernimmt Betrieb wichtige Aufgabe und Verantwortung

Welche allgemein gültige Schlüsselqualifikationen sollten von einem Berufsbildner bei einem potenziellen Lernenden überprüfen?

  • Teamfähigkeit
     
  • Flexibilität
     
  • Selbständigkeit
     
  • Kreativität
     
  • Lernfähigkeit

Welche Qualifikationsart sollte der Berufsbildner noch überprüfen?

berufsspezifische Schlüsselqualifikationen

Mit welchen Instrumenten kann ein Berufsbildner potenzielle Lernenden auf deren Berufseignung prüfen?

  • Beobachtung und Vorstellungsgespräch
     
  • Schnuppertag - bzw. -lehre
     
  • Multi-Check Testergebnisse

Welche Ziele werden vom Lernenden resp. vom Unternehmen mit einer Schnupperlehre verfolgt?

Lernende

  • lernen Beruf pragmatisch kennen
  • erleben das Umfeld wo Lehre absolviert wird
  • Kennenlernen zukünftiger Kollegen & VG
     

Unternehmen

  • Möglichkeit Fähigkeiten der Lernenden einzuschätzen
     
  • erhält Eindruck von der Persönlichkeit der Lernenden
     
  • kann das Interesse der Lernenden am Beruf beurteilen

Welche Punkte sollte man bei der Durchführung von Schnupperlehren beachten?

  • umfassendes, abwechslungsreiches Tages- bzw. Wochen-Programm erstellen
     
  • nicht nur arbeiten sondern sehen, erfahren und erleben lassen
     
  • Zeit für Fragen und Gespräche einplanen
     
  • Schnupperlehrtagebuch führen lassen & besprechen
    --> Entscheidungshilfe, Nachschlagewerk & Beurteilungsinstrument

Welche gesetzlichen Vorgaben müssen bei einer Schnupperlehre eingehalten werden?

  • Mindestalter
    vollendetes 14. Alterjahr
     
  • Inhalt der Arbeit
    leichte Arbeiten, keine Gefährdung
     
  • Einsatzdauer und -zeiten
    max 8h / Tag zw. 06.00 und 20.00 Uhr
     
  • Ruhezeiten
    12h / Tag
     
  • ev. behördliche Bewilligung notwendig
     
  • Unfallverhütung

Nennen Sie weitere Auswahlinstrumente bei Anstellungsentscheidungen von Lernenden.

  • Schulzeugnisse
  • Referenzen, ev. auch bei Lehrpersonen
  • Gespräche mit Eltern (wegen fam. Umfeld)
  • Spezifische Tests (Allgemein- / Schulwissen, Fähigkeiten)
  • Strukturierte Interviews

Welche gesetzlichen Vorgaben sind im Zusammenhang mit der Ausstellung des Lehrvertrages zu berücksichtigen?

  • Abschluss des Lehrvertrages für die gesamte Dauer der Ausbildung
     
  • Genehmigung durch kant. Berufsbildungsamt
     
  • gültig nur in schriftlicher Form
     
  • Inhalt:
    - Art & Dauer der berufl. Ausbildung
    - Lohn
    - Probezeit (1-3 Mte, kann mit Einverständnis des Berufsbildungsamtes bis auf 6 Mte verlängert werden)
    - Arbeitszeit
    - Ferien (5 Wochen bis zum vollendeten 20. AJ)

Wer sind die Vertragsparteien beim Lehrvertrag?

das Unternehmen und der Lernende

--> der Lernende löst die Vertragspflichten ein

Welche Faktoren sind beim Berufseintritt von Lernenden zusätzlich zu berücksichtigen?

  • Jugendlicher steht mitten in seiner Entwicklung
    --> entscheidende Veränderungen eines 15-Jährigen zw. Lehrvertragsabschluss & Lehrbeginn liegen 9 Monate
     
  • Schritt vom Schüler zu Arbeitnehmer ist beachtlich
    --> keine Erfahrung mit der Arbeitswelt
    --> kein behütetes Umfeld mehr
    --> Selbstkontrolle der Ziele & Leistungen

Erstellen Sie ein grobes Einführungs-Programm für den 1. Arbeitstag eines Lernenden

  1. Begrüssung & Vorstellen des Betriebes und des näheren Umfeldes
     
  2. Übergabe von Berufsmaterial und Bezug des Arbeitsplatzes
     
  3. theoretische Informationen über "Administratives" mit Berufsbildner
     
  4. Allenfalls erste theoretische Instruktionen
     
  5. Mittagspause mit Berufsbildner, VG & Kollegen
     
  6. erste einfache praktische Arbeiten, Ausführen erster einfacher Aufträge
     
  7. Besprechung und Abschluss des 1. Tages

Welche zwei parallele Prozesse beinhaltet eine Lehre und wie lautet der entsprechende Begriff dazu?

  • theoretische Ausbildung an der Berufsschule
     
  • praktische Ausbildung im Betrieb

--> duales System der beruflichen Grundbildung

An welchen 3 Lernorten wird die Ausbildung vermittelt?

  • an der Berufsfachschule
    --> schulische Bildung (beruflich & Allgemeinbildung)
     
  • im Betrieb
    --> die berufspraktischen Fertigkeiten
     
  • in Überbetrieblichen Kursen (ÜK)
    --> grundlegende berufsspezifische Fertigkeiten, ergänzend zur Bildung in Schule & Betrieb

Wer erarbeitet den Bildungsplan und in welcher Verordnung ist er integriert?

Bildungsplan wird durch die Organisationen der Arbeit (OdA) erarbeitet.

Bildungsplan ist in den Bildungsverordnungen integriert.

Wer genehmigt die Bildungsverordnungen?

Staatssekretariat für Bildung Forschung und Innovation (SBFI)

Aus welchen Organisationen setzt sich das OdA zusammen?

aus Vertretern der Berufs- und Branchenverbänden, dem Bund (SBFI) und den Kantonen (Berufsbildungsamt)

Aus welchem Dokument und durch wen werden die freiwilligen Modell-Lehrgänge abgeleitet?

aus dem Leistungszielkatalog durch die OdA

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