Pathologien Sinnesorgane/ Haut/ HNO-Erkrankungen MGL 450
Ausbildung NHP
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Cartes-fiches
Beschreibungskriterien für Effloreszenzen
- Beschreibung der:
- der Einzelläsion
- deren Anzahl
- Lokalisation
- regionale Verteilung
primäre Effloreszenzen
- Makula, Fleck
- Papula, Knötchen
- Nodus, Knoten
- Urtika, Quaddel
- Veskula, Bläschen
- Bulla, Blase
- Puste
- Petechien
- Purpura
- Hämatom, Bluterguss
Makula
- Fleck
- flache, nicht tastbare, abgrenzbare Farbveränderung
Nodus
- Knoten
- wie Papel (=Knötchen: eine bis erbsengrosse abgrenzbare Verdickung der Haut), aber grösser
Urtika
- Quaddel
- vorübergehen unscharf abgegrenzte Verdickung der Haut, häufig flächig
Vesikula
- Bläschen
- kleine mit Füssigket gefüllter Hohlraum
Bulla
- Blase
- grosser mit Flüssigkeit gefüllter Hohraum
Pustel
- mit Eiter gefüllte Vesikel (Bläschen)
Petechien
- punktförmige Blutungen unter der Haut
sekundäre Effloreszenzen
- Squama, Schuppe
- Crusta, Kruste
- Erosion
- Ulkus, Geschwür
- Atrophie
- Cicatrix, Narbe
Hämatom
- Bluerguss
- grossflächige Butung unter der Haut
Purpura
- kleinflächige Blutungen unter die Haut
Squame
- Schuppen
- sich ablösende Hornschichtfetzen
Crusta
- Kruste
- eingetrocknetes Blut oder Eiter
Erosion
- oberflächliche Wunde bei vorgeschädigter Haut, heilt ohne Narbe
Ulcus
- Geschwür
- tiefe Wunde bei vorgschädigter Haut, bildet eine Narbe
Atrophie
- Gewebeschwund
Cicatrix
- Narbe
- minderweriger Gewebsersatz für eine Wunde
Veteilung von Effloreszenzen
- solitär: einzeln
- multipel: mehrfach
- diffus, disseminiert: unscharf überall verteilt
- symmetrisch: auf beiden Körperhälften
- unsymmetrisch: Schwergewicht auf einer Körperhälfte
- follikulär: einem Haarfollikel folgend
- anulär: kreisförmig
Farbveränderung von Effloreszenzen
und ihre mögliche Ursachen
- rote Verfärbung:
- Folge einer Temperaturhöhung, eines beschleunigten Blutdurchflusses, Blutsstauung
- erhöhte zhal von Erythrozyten oder Blutfarbstoffen
- frische Blutung in die Haut = Hämatom
- weissliche Verfärbung:
- Minderdurchblutung
- Depigmentierung
- bräunliche Verfärbung
- vermehrte Bildung oder Einlagerung von Melanin
- chemische Stoffe
- gelb/ grünliche Verfärbung
- überhöhte Einlagerung von Fett in der Haut
- Gelbsucht = Ikterus
- Hämolyse beim Abbau eines Hämatoms
- dezent gelb/ orange oder grünliche Verfärbung
- Erkrankung im Leber-Gallensystem
- graue Verfärbung
- Verhornungsanomalien
Definition Pruritis
und mögliche Ursachen
- =Juckreiz
- Symptom bei folgenden Krankheiten:
- Ekzem
- allergisch
- Urtikaria (Nesselsucht)
- starke Hataustrocknung
- Leberkrankheiten
- Nierenkrankheiten
- parasitäre Erkranungen
- Infektionskrankheiten
- Insektenstiche
- Vitaminmangel
- Diabetes mellitus
- psychogen
- maligne Lymphome
Definition Erytheme
und ihre möglichen Ursachen
- = Hautrötung infolge vermehrter Blutzufuhr (flächendeckend)
- Ursachen:
- physikalische Erkrankungen (z.B. Strahlung, Wärme, Kälte)
- chemische Einwirkungen (Säuren, Laugen, andere toxische Stoffe)
- pharmakologische Einwirkungen (Arzneitmittelunverträglichkeit)
- Freisetzung körperigener Substanzen (orone)
- Beginn von allergischen Reaktionen
- vegetative Fehlregulationen
Urtikaria
- = Nesselsucht: Hautausschlag mit vorübergehenden juckenden Quaddeln
- Ursachen:
- allergisch oder pseudoallergisch
- systemische Krankheiten wie Lupus erythematodes
- rein physikalisch durch Wärme, Kälte, Druck und Reibung
- Symptomatik und Verlauf:
- gerötet, ödematös, juckt
- Dauer höchstens ein paar Stunden
- Kompl:
- evtl. Temperaturerhöhung
- Anthralgien
- Kopfschmerzen
- Larynx- und Glottisoedem, anaphylaktoide Reaktion
Quincke-Ödem
- grossflächige Urtikaria (Nesselsucht) im Bereich des Kopfes, insbesondere der Schleimhäute des Mundes, des Rachens und des Kehlkopfes
- kann durch Verlegung der Atemwege lebensgefährliche Folgen haben
Symptome Kontaktekzem
- Hautrötung, Schwellung, Bläschenbildung, nässend oder trocken, Krusten- Schuppenbildung
- Chronisch: vermehrte Hornbildung
Atopische Stigmas
- trockene Haut
- verstärkte Hnadinienzeichnung
- "doppelte Lidfalte"
- "weisser Dermagraphismus"
- Gesichtsblässe
- dunkle Haut um die Augen herum
- Ausdünnung der seitlichen Augenbrauen
bei Patienten mit atopischem Ekzem zusätzlich:
- glänzende Fingernägel
- sog. "Dirty Neck"
- sog. "Hühnerhaut" (durch Follikelkeratosen)
Abklärung einer Neurodermitis
- Anamnese und Inspektion
- Familiennamnese (Allergien?)
- Suche nach Stigmata: Dirty Neck, Schatten unter den Augen, ...
- Hauttests z.B. Pricktest, Epicutantest
- Blutuntersuchungen z.B. IgE
Therapie einer Neurodermitis
- medikamentös:
- äusserlich mit Salben, Cremes, Emulsionen z.B. Cortison, Tacrolimus, Zinkschüttelmixturen, Teere, Schiefernöle
- innerlich mit Tabletten oder Infusionen z.B. Cortison, Antiallergika, antimikrobielle Behandlung
- Lichttherapie (Ohototherapie)
- Klimatherapie
- richtige Hautpflege
Neurodermitis-Prophylaxe
- Stillen über die ersten 6 Lebensmonate
- Kontaktvermeidung mit Allergenen
- bei Überempfindlichkeit auf Tierhaare, Kontaktvermeidung
- Kleiderwahl beachten- insbesondere Wolle!
- Schutz am Arbeitsplatz vor Allergenen
- Zigarettenrauch wichtiger Triggerfaktor
Neurodermitis
Prognose
- keine definitive Heilung
- schubweise
- deutliche Besserung im Schulalter
- schwerer Verlauf bei Auftreten vor dem 8.LM und bei Assoziation mit anderen Atopien
Seborrhoisches Ekzem
- Hautausschlag, der besonders auf der Kopfhaut und im Gesicht auftritt und meist mit Schuppungen verbunden ist
- Symptome:
- häufig behaarte Kopfhaut, Bart, nasolabial, Augenbrauen
- begrenzte Erytheme mit fettig-gelber Schuppung
- flächenhaft mit unscharfer Begrenzung
- Achtung bei plötzlchem Auftreten bei Jugendlichen an HIV Infektion denken!
Arzneimittelexanthem
- Reaktion der Haut/ Schleimahut auf ein Medikament in therapeutischer Dosis
- mögliche auslösende Medikamente:
- Antibiotika, Salizylate, Babiturate, Antiepileptika
- gewisse Phytotherapeutika
- Symptomatik:
- hohe morphlogische Vielfalt
- viele Krankhieten önnen durch ein Arzneimittelexanthem imitiert werden
- Syptoe können sich auch erst Wochen oder Tage nach Beginn der Einnahme zeigen
Autoimmunerkrankungen der Haut
- Progressive systemische Sklerodermie PSS
- Lupus erythematodes
- systemisch
- diskoid
Progressive systemische Sklerodermie
Defintion
Ursachen
Symptomatik
Prognose
- schwere systemische entzündliche Erkrankung des gefässführenden Bindegewebes, die zur diffusen Slerose der Haut und inneren Organe führt
- Ursachen:
- Autoimmunerkrankung
- Symptomatik: 2 Verlaufsformen
- limitierte kutane Sklerodermie: Beginn an Händen und im Gesicht
- Raynaud-Symptmatik
- Gesicht: Mikrostomie (kleiner Mund)
- diffuse kutane Sklerodermie: rasche zentrifugale Ausbeitung am Stamm, frühzeitige Beteiligung innerer Organe
- limitierte kutane Sklerodermie: Beginn an Händen und im Gesicht
- Prognose:
- bei Beteiligung innerer Organe schlecht, a Fbrose nicht beherrschbar,
- Verlauf bei alleinger Hautproblematik wesentlich günstiger
Lupus erythematodes
- Autoimmunerkrankung
- 2 Formen:
- systemischer Lupus erythematodes: kann sämtliche Organe des Körpers betreffen
- diskoider Lupus erythematodes: betrifft nur die Haut
Systemischer Lupus erythematodes
SLE
- Autoimmunerkrankung
- kann sämtliche Organe des Köpers betreffen
- kennzeichnend sind hohe Autoamtikörper gegen Zellbstandteile und Ablagerungen von Immunzellen im Körper (Gefässe und Nieren)
- betrifft vorwiegend junge Frauen
- Symptome:
- Schmetterlingserythem im Gesicht
- Raynaud-Symptomatik
- Erytheme der Mundschleimhaut und multiple Erosionen
- generalisierte Lymphknotenschwellung, PLueriis, Perikarditis
- Nervensystem mit betroffen
- schubweise über Jahre
- Prognose abhängig von Nierenbefall
Diskoider Lupus erythematodes
DLE
- chonische schubförmige Hauterkrankung, die als leichte Form desSLE gilt
- Sy: scheibenförmige rötliche Plaques im Gesicht
Pilzerkrankungen der Haut
- = Dermatomykosen
- Unterscheidung:
- durch Dermatophyten: Tineae
- durch Kandidosa (Hefepilz)
Tinea faciei
- = Dermatophyteninfektion (Pilz) im Gesicht
- Infektionsquellen:
- bei Kindern Haustiere
- bei Erwachsenen verschleppter Fuss- oder Nagelpilz
- Symptome:
- scharf begrenzte, scheibenförmige, sich zentrifugal ausbreitende erythematöse Herde
- mit radbetonter Schuppung
Tinea Pedis
-Fusspilz-
- = Dermatophyteninfektion (Pilz) der Füsse, beginnt meist in den Zehenzwischenräumen
- Infektionsquellen:
- Benutzung von Geneinchaftseinrichtungen, Schwimmbädern, saunen, Sportstätten
- vor allem bei älteren Menschen und Sportlern
- Ursachen/ begünstigende Faktoren:
- feuchtes Milieu und verminderte Immunität
- vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis)
- Durchblutungsstörungen
- mangelndes Abtrocknen
- Sy:
- meist 3./4. Zehenzwishcenraum
- Rötung, Schuppung, Nässen und Juckreiz, eilweise Entzündungsreaktion
- plantar Erytheme mit Schuppung Schuppung und Übergreifen auf Fusskanten
- juckende dyshidrosiforme Bläschen mit leichter Schuppung und Rötung
- Kompl.: Übergreifen auf Nagel- Nagelpilz, Streprokokkeninfektion-Entwicklung eines Erysipels
- DD: Candida albicans, atopisches Ekzem, Kontaktekzem, DyshidrotischesEkzem, Psoriasis
- Tx: Antimykotikum, Farbstoffösungen, Jodtinktur, trocken halten, kein Synthetikmaterial, Einlage eines Verbandstreifens zwischen Zehen
- Prophylaxe: Trockenhalten der Zehenzwischenräume: gute Abtrocknen, desinfizierender Puder, atmungsaktives Schuhwerk, Baumollsocken, in Gminschaftseinrichtungen tragen von Badeschuhen und Desinfektion