Pathologie 5. Semester

Allgemeine Pathologie

Allgemeine Pathologie


Miriam Schell
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über pathologische Prozesse und Erkrankungen, die im universitären Studium relevant sind. Sie behandeln Themen wie Tumoren, Entzündungen, Allergien und spezifische Krankheiten wie Tuberkulose und Sarkoidose. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, da sie detaillierte Informationen zu Pathomechanismen, Diagnostik und Therapieoptionen bereitstellen, die für das Verständnis und die Anwendung in der klinischen Praxis essenziell sind.
Cartes-fiches
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2
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
22.05.2013 / 23.05.2021

Cartes-fiches

Empyem

Entzündung in präformierter Höhle

Abszess

Entzündung "frisst" sich eigene Höhle, bildet Ödem, Abkapselung der Entzündung

Virchow-Robin-Raum

Teil der Blut-Hirn-Schranke (zwischen der Membrana limitans gliae superficialis und Perizyten der Gefäße), mit Liquor gefüllt, steht mit dem Subarachnoidalraum in Verbindung, Leitstruktur für Makrophagen

eitrige Meningitis

Diagnostik: Brudzinskis-Zeichen, Hirnödem und exsudative Entzündungsreaktion (Haubenmeningitis)

 

Komplikation: Verlegung des Gefäßlumens, Enzephalitis (über Virchow-Robin-Raum), Verklebung der Foraminae Luschkae und Magendi (Hirndruck!)

 

 

basale Meningitis

v.a. Hirnnerven und Hirnstamm betroffen

Komplikationen: Hirnnervenlähmung, Liquorstau

Tuberkulöse Meningitis (nicht eitrige bakterielle Entzündung)

Prädilektionsstelle: Hirnbasis mit Beteiligung der basalen Zisternen (erweiterte Subarachnodialräume, die sich zwischen dem Foramen magnum und der Christa galli befinden)

Histologie: zentral verkäsende Granulome mit Lymphozytenwall und Riesenzellen

Lyme-Borreliose (nicht eitrige bakterielle Entzündung)

Übertragung über Zeckenbiss

lymphozytäre Encephalitis

Diagnoatik: AK gegen Borrelia burgdorferi aus dem Liquor/ Serum

Toxoplasmose (Gewebeparasit)

befällt v.a. Basalganglien und Rindenmarkgrenze

nach ZNS-Eindringung platzen Parasitenzysten -->infektiöse Tachyzoiten werden ins Gewebe freigesetzt und lösen zu Verkalkungen neigende Nekrosen mit granulozytär-lymphoplasmazellulärer Entzündungsreaktion aus  

M. Alzheimer

-Beginn der Hirnatrophie im entorhinalen Kortex

-phosphoryliertes Tau-akkumuliertes Protein

-Histologie:

Senile Plaques (herdförmige,τ-Protein-haltige, Amyloidablagerungen im Neuropil)

Alzheimer-Fibrillen:  hyperphosphoryliertes Tau lässt sich mit Silber schwarz anfärben, liegt im Zytoplasma erkrankter Zellen

 

M. Parkinson

-Mutation des alpha-Synukleins (bzw. seiner Ubiquitierungsenzyme)

-dadurch Aggregation -> Lewy-Körperchen

-Zytoskelettschädigung -> Apopotose der dopaminergen Neurone der Substantia nigra

- Rigor, Tremor, Akinese

 

Multisystematrophie

- alpha- Synukleinopathie

- Leitsymptome wie bei Parkinson, aber keine Demenz

-histologisch an Gliazellen sichtbar

Chorea Huntington

Triplet-Repeat-Erkrankung mit Striatumatrophie und Dilatation der Ventrikelhörner

Polyglutaminkörperchen sind im Kern lokalisiert

Hyperkinese, Veiztanz

 

Pilozystisches Astrozytom (WHO- Grad I)

hirneigener Tumor

zystischer Tumor, gut abgrenzbar

Prädilektionsstellen: Kleinhirn (Ataxie), Zwischenhirn (Hypothalamusstörung, N. opticus Sehstörung), Rückenmark (Paresen)

diffuses Astrozytom (WHO- Grad II-IV)

hirneigener Tumor

diffus wachsend, inkomplette Resektion, Rezidiv

deshalb nie als benignen Tumor bezeichen!

Glioblastom (WHO- Grad IV)

hirneigener Tumor

- Männer häufiger als Frauen betroffen

- unscharf begrenzter grauglasiger Tumor mit regressiv zystischer bunter Schnittfläche (gelb: Nekrose, rot: Hämorrhagie, weiß: Verkalkung)

- histologische Charakteristika: Gefäßwucherung durch autokrine VEGF -Sekretion, wodurch der Tumor über eine Thrombosierung zur Nekrotisierung neigt,

perinekrotische Pseudopalisaden (Palisade: alternierend reihenförmig angeordnete kernhaltige u. kernfreie Tumorareale oder saumförmige Anordnung um eine Nekrose)

fibrillärer Hintergrund

Oligodendrogliom

hirneigener Tumor

-keine klare Grenze, Rezidivbildung

- mäßig hohe Zelldichte, geringe Pleomorphie, "Spiegelei- Effekt" oder "Honigwaben- Muster"

- Verkalkungen, wenige Mitosen, keine Nekrosen

Meningeom (WHO- Grad I)

nicht hirneigener Tumor

- Frauen häufiger als Männer betroffen

- aus Arachnoidal- Deckzellen

- entiwickelt sich unterhalb der Dura mater zwischen und in den weichen Hirnhäuten, nur bösartige Varianten wachsen ins angrenzende Hirngewebe

- Zwiebelschalenformation, Lochkerne, Psammonkörper (sandartige Verkalkungen innerhalb eines Tumors), Synzytien

Virchow- Trias

beschreibt die zur Entstehung eines Thrombus beitragenden Faktoren

1. Gefäßwandveränderungen

2. Störungen der Hämodynamik

3. Änderung der Blutzusammensetzung

Thrombustypen

1. Abscheidungsthrombus: im fließenden Blut, mehrere Schichten aus weißen Plättchenaggregaten und dazwischen liegenden roten Fibrin- Erythrozytenaggregaten

2. Gerinnungsthrombus: stagnierende Blutsäule, Gerinnung der gesamten Blutsäule, Fibrinretraktion -> Emboliegefahr

3. Gemischter Thrombus: die Bildung eines Abscheidungsthrombus führt zur Störung des Blutflusses mit Ausbildung eines sekundären Thrombus

4. Hyaliner Mikrothrombus: Generalisierte Aktivierung der Blutgerinnung und Fibrinolyse (z.B. nach Schock oder OP)

Embolie

Hämatogene Verschleppung von Material  (Thrombus, Luft, Tumor,...) in andere Gefäßbereiche mit Ausbildung von Gefäßverschlüssen

Symptome einer Beinvenenthrombose

Schwellung, Schmerz, Zyanose

Ödeme

Ein Ödem ist eine abnorme Flüssigkeitsansammlung

Pathogenese: Änderung der intravalen und interstitiellen hydrostatischen und kolloidosmotischen Drücke

Infarkt/ Infarktformen

Nekrose, Ischämie

1. anämischer Infarkt: Gefäßverschluss im Bereich von funktionellen Endarterien und Koagulationsnekrose

2. Hämorrhagischer Infarkt: anämischer Infarkt mit sekundärer Einblutung

3. Hämorrhagische Infarzierung: Nekrose durch Störung des venösen Abflusses bei erhaltenem arteriellen Zufluss

Myokardinfarkt

Phaseneinteilung

  • Frühphase (0-2h): keine morpholog. Korrelate, Myoglobin und Troponin im Serum erhöht
  • 6-24h: Koagulationsnekrose, Einwanderung von neutrophilen Granulozyten, Enzyme im Serum erhöht (SGOT; CK; CK-MB; LDH)
  • 3-7 Tagen: Einwanderung von Granulationsgewebe und Resorption der Nekrose durch Makrophagen
  • über 7 Tage: Bildung von Kollagen und Übergang zu zellarmer Narbe

Granulationsgewebe

 

im Rahmen der Wundheilung entstehendes vorübergehendes Gewebe

Koagulationsnekrose

häufigste Nekroseform

Zellschwellung mit Eosinophilie, Denaturierung der Proteine (Ausfällung) und Zersetzung der Zellorganellen

Zelltod und Gewebsnekrose nach Hypoxie (z.B. Herzinfarkt), aber nie im Gehirn!

Kolliquationsnekrose

Nekrose bei der es zur Verflüssigung des untergegangenen Gewebebezirks kommt.

Vor allem in Gehirn und Pankreas

Hypertrophie

Zell-, Gewebs- und Organvergrößerung durch Zunahme des Volumens der Einzelzellen

(Verschiebung der Kern-/ Plasmarelation zu Gunsten des Zytoplasmas)

z.B.: Mammahypertrophie, Muskelhypertrophie, Rechtsherzhypertrophie

Hyperplasie

Zell-, Gewebs- und Organvergrößerung durch Zunahme der Zahl der Einzelzellen.

z.B. Hormonell Brustdrüse, Gingivahyperplasie bei chronischem Prothesendruck

 

 

Hypoplasie

numerische Reduktion der Zellzahl in einem Gewebe oder Organ. Mangelhafte Organentwicklung.

z.B. Hypoplasie des Knochenmarks, der NNR, Nierenhypoplasie

Atrophie

einfache Atrophie = reversible Verkleinerung der Zelle durch Verminderung der Zellmasse = zelluläre Atrophie

z.B. Muskeln, Nervensystem

numerische Atrophie = Verkleinerung eines Organs durch Verminderung der Zellzahl

z.B. Schleimhaut, GIT

Agenesie

Ausbleiben der Entwicklung eines Organs oder Gewebes

z.B. Nierenagenesie, Anencephalie

Aplasie

Rudimentär vorhandene Organanlage

z.B. Knochenmarksaplasie, Stranggonaden

Atresie

Fehlende Ausbildung eines Lumens in einem Hohlorgan

z.B. Ösophagusatresie

Regeneration

einmalig: Milchzähne durch endgültige Zähne

zyklisch: Endometrium nach Menstruation

permanent: Epidermis, Schleimhäute

Metaplasie

Ersatz eines reifen (differenzierten) Zelltyps durch einen anderen reifen Zelltyp.

z.B. Barrett-Ösophagus

Immunreaktion Typ 1

Die Typ-I-Allergie wird auch als Allergie vom Soforttyp bezeichnet und ist die häufigste Allergieform.

Innerhalb von Sekunden oder Minuten vermitteln zellständige IgE-Antikörper die Freisetzung diverser Mediatoren wie Histamin, aber auch Prostaglandine und Leukotriene aus den basophilen Granulozyten und Mastzellen.

Typische Beispiele für diesen Allergie-Typ sind die Urtikaria, die allergische Konjunktivitis, der Heuschnupfen (Rhinitis allergica) und das allergische Asthma. Weiter zählen zum Soforttyp das angioneurotische Ödem (Quincke-Ödem) und der anaphylaktische Schock.

Immunreaktion Typ 2

zytotoxischer Typ

IgG und IgM vermittelt

Bei der Typ-II-Allergie (auch: zytotoxischer Typ) bilden sich innerhalb weniger Stunden Immunkomplexe zwischen zellständigen Antigenen (z.B. bestimmte Medikamente oder transfundiertes Blut) und körpereigenen, im Blutstrom kreisenden IgG-Antikörpern. Sie aktivieren zytotoxische Killerzellen und das Komplementsystem. Es kommt dabei zur Zerstörung (Lyse) körpereigener Zellen.

Beispiele für Typ-II-Allergien sind die medikamenten-induzierte Thrombopenie, die hämolytische Anämie nach Transfusionszwischenfall oder die allergische Agranulozytose.

Immunreaktion Typ 3

IgG, IgM, IgA vermittelt

Die Typ-III-Allergie nennt man auch Immunkomplex-Typ oder Arthus-Typ. Hier bilden sich innerhalb von Stunden Immunkomplexe von Antikörpern und Antigenen, die sowohl zellständig sein als auch frei im Blut flotieren können. Wie beim Typ II wird das Komplementsystem aktiviert, das eine Phagozytose der Komplexe durch Leukozyten anstößt, welche wiederum zytotoxische Enzyme freisetzen.

Beispiele für die Typ-III-Allergie sind allergische Gefäßentzündungen (Vaskulitiden), die so genannte Farmer-Lunge und die Serumkrankheit.

Immunreaktion Typ 4

T-Zell vermittelt

Bei der Typ-IV-Allergie oder Allergie vom verzögerten Typ (Spättyp) setzen nach Stunden bis Tagen sensibilisierte T-Lymphozyten Lymphokine frei, welche weitere Leukozyten zum Ort des Allergens locken, woraufhin dort eine Entzündung entsteht. Sie ist die einzige zellvermittelte Reaktion.

Beispiele für die Typ-IV-Allergie sind das allergische Kontaktekzem, die Transplantatabstoßung und die Tuberkulinreaktion.

Étudier