Pathologie - 2. Dermatosen
Hautkrankheiten
Hautkrankheiten
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Cartes-fiches
Dermatose
Erkrankung der Haut oder Hautanhangsgebilde (Haare, Nägel, Talg- und Schweissdrüsen)
Psoriasisi vulgaris
Schuppenflechte
nicht ansteckende, entzündliche Dermatose, Systemerkrankung
Symptome:
- stark schuppende, punktförmige bis handtellergrosse Hautstellen (häufig an den Knien, Ellenbogen und der Kopfhaut)
- Veränderungen an Nägeln
- teilweise auch andere Organe betroffen (Gelenke und zugehörige Bänder und angrenzende Weichteile, Augen, Gefässsystem)
Pathogenese:
- vermutlich multifaktoriell, nicht abschliessend geklärt
- erbliche Disposition
- Fehlfunktion des Immunsystems (Autoimmunreaktion)
- Umweltfaktoren
Therapie:
- Genetische Ursache: allenfalls Gentherapie in Zukunft, sonst nur Linderung der Symptome
- Ernährung
- psychomentale Ansätze
- Entzündungshemmer
- Licht-, Bade-, Elektrotherapie
- Alternativmedizin (Akupunktur)
Ekzem
Juckflechte
Dermatose, nicht-infektiöse Entzündungsreaktion der Haut
Typische Abfolge von Hautreaktionen:
Hautrötung, Bläschenbildung, Nässen, Krustenbildung, Schuppung
Arten:
- Vulgäres Ekzem
- Seborrhoisches Ekzem
- Endogenes Ekzem
Therapie:
- Salben: Glucocorticoid-Salben bei Entzündungsreaktion, antibiotikahaltige oder antiseptische Salben bei Bakterieninfektionen
- In schweren Fällen Glucocorticoid- und Atibiotikagabe auch innerlich
- Antihistaminika gegen Juckreiz
- Meidung der Auslöser wie Allergene oder irritierende Stoffe
Vulgäres Ekzem
Schubweise auftretende Hauterscheinungen, entzündliche Reaktion der Epidermis und des Koriums
Symptome:
- Erythema (Hautrötung)
- Papeln und Bläschen
- Krusten- und Schuppenbildung können folgen
- bei längerer Dauer Lichenifikation (Vergröberung der Oberhautfelderung mit Kutisverbreitung)
Pathogenese:
länger anhaltende Schädigungen durch im einzelnen unterschwellige Reize, z.B. durch verdünnte Alkalien, Gips, Zement, organische Lösungsmittel etc., Abnutzungsdermatose
Seborrhoisches Ekzem
Symptome:
- scharf begrenzte, runde und ovale, schuppende Erytheme
- kaum Knötchen, niemals Bläschen
- bevorzugt an behaartem Kopf, Hautpartie über Brustbein, Schweissrinne des Rückens, Achselhöhlen, Leistengegend
Pathogenese:
allergisierende Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen, insbesondere von Staphylococcus aureus
Endgenes Ekzem
Konstitutionelle, d.h. genotypisch fixierte Hauterkrankung
Symptome:
- Beginn meist mit endogenem Gesichtsekzem der Säuglinge (Milchschorf)
- Übergang beim Heranwachsenden in Ekzema flexurarum (Ellenbeugen- und Kniekehlenekzem) mit licheninfizierten Herden in den Beugen der grossen Gelenke
- im Erwachsenenalter Übergang in pruriginöses Stadium (Prurigoekzem = juckender Ausschlag)
- vom 5. Lebensjahrzehnt an meist entscheidende Besserung
- im Sommer gewöhnlich Besserung, im Winter Verschlechterung
Dermatomykose
Pilzerkrankungen
Symptome:
- juckende, leicht gerötete und schuppende Hautareale
- nässende Bläschenbildung
Arten:
D-H-S-System
- Dermatophyten (Tinea, Fadenpilze)
- Epidermophyton: Hornschicht
- Microsporum canis: kreisrunder Haarausfall
- Trichophyton: Haarfollikel
- Hefen
- Schimmelpilze
Dermatophytose
Tinea, Fadenpilzerkrankungen mit Entzündungsreaktion der Haut, Nägel, Haare
Symptome:
- einzelne oder mehrere erythematöse, flache Herde mit schuppendem und meist scharf begrenztem Rand
- Pusteln möglich
Tinea pedis (Fusspilz):
Symptome:
- quälender Juckreiz
Pathogenese:
- verstärktes Auftreten in Sommermonaten
- begünstigt durch wasserdampfundurchlässige Schuhe sowie Strümpfe aus Kunstfasern
- Badeanstalten wichtige Ansteckungsorte
Hefen
einzellige Pilze
Candidosis: Infektion mit Candida-Pilzen
Symptome:
- sehr unterschiedliche, mit Erythemen, Pusteln oder auch Erosionen einhergehende Krankheitsbilder
Soor-Mykose:
Symptome:
- bevorzugt im Genitalbereich, perianal, periumbilikal, submammär, axillär
- weinrotes, feingezacktes Erythem mit Satelliten
Pathogenese:
- starke Zunahme wegen Antibiotika, oralen Kontrazeptiva und Corticosteroiden
Pityriasis versicolor: durch Malassezia furfur hervorgerufene Pilzerkrankung
Symptome:
- linsen- bis münzgrosse, gelbliche bis bräunliche Flecken mit kleieförmiger Schuppung
- keine entzündlichen Reaktionen
Pathogenese:
- durch starke Schweissproduktion begünstigt
Akne
Erkrankungen des Talgdrüsenapparates und der Haarfollikel
Symptome:
- zunächst nichtentzündliche Komedonen (Mitesser)
- dann aber auch entzündliche Papeln, Pusteln und Knoten
Pathogenese:
- vielgestaltige (polymorphe) Hauterkrankung mit komplexem genetischem Hintergrund
- Bakterien, Androgene
- Rauchen, Stress
- Komedonenbildung wegen verstärkter Talgproduktion (Seborrhoe)
- Verhornungsstörung im Ausgang des Talgdrüsenfollikels
Therapie:
- Reduktion der Talgproduktion
- Normalisierung des Verhornungsvorgangs im Ausführungsgang des Talgdrüsenfollikels
- Bakterienbekämpfung und Beeinflussung der Entzündungsreaktion
Verbrennung
Gewebeschaden durch übermässige Hitzeeinwirkung
Symptome:
- Ausschüttung biogener Amine
- hohe Plasmaverluste
- gestörte Mikrozirkulation
- Verbrennungsschock
Einteilung:
- 1. Grad:
- Rötung und leichte Schwellung im Einwirkungsbereich
- Spannungsgefühl und Schmerzen
- 2. Grad:
- Blasenbildung
- Zellen geschädigt bzw. zerstört
- Entzündungsstoffe freigesetzt (Histamin, Serotonin, verschiedene Plasmakinine)
- Gefässdurchlässigkeit und Austritt von Plasma in das Gewebe erhöht
- Stratum germinativum noch intakt
- Regenerationsfähigkeit und narbenlose Abheilung gewährleistet
- 3. Grad:
- bleibende Schädigung des Epithels und sämtlicher Hautanhangsgebilde
- Eiweissdenaturierung und Nekrose bis ins Korium, in Subkutis oder noch tiefer
- 4. Grad:
- Verkohlung
- auch Ausdehnung entscheidend, Neunerregel nach Wallace, Berechnung nach Prozenten verbrannter Körperoberfläche: Arm 9%, ein Unter- bzw. ein Oberschenkel 9%, Brust und Bauch 18%, Rücken 18%, Kopf 9%, Handfläche 1%
- kann zu Multiorganversagen führen