Pathologie

Hormonelle Erkrankungen

Hormonelle Erkrankungen


S. R.
Diese Karteikarten bieten eine Übersicht über hormonelle Störungen und deren Behandlung auf Berufslehre-Niveau. Sie konzentrieren sich auf Diabetes mellitus, Schilddrüsenfunktionsstörungen wie Hypo- und Hyperthyreose, sowie auf Erkrankungen der Nebennieren und des Pankreas. Die Karteikarten erklären Ursachen, Symptome und Therapien, etwa Insulin- oder Hormonsubstitution. Sie eignen sich für Medizinstudenten und Fachleute, die ihr Wissen über endokrine Erkrankungen vertiefen möchten.
Flashcards
16
Students
1
Language
German
Category
Medical
Created / Updated
26.05.2013 / 26.04.2014

Flashcards

Hormone und Wirkungen

können je nach Wikungsweg eingeteilt werden:

  • Autokrikn: wirken auf produzierende Zelle selber
  • Parakrin: wirken auf benachbarte Zellen
  • Endokrin: werden in Blutbahn abgegeben und wirken auf entfernte Zellen

Hormonelle Regelkreise

Regulation der Hormonsekretion unterliegt oft einer negativen Rückkopplung, d. h., dass weitere Stoffe in der Produktionskette die Herstellung hemmen!

Hormonproduktion

  • Hormone werden vor allem von endokrinen Drüsen in die Blutbahn abgegeben (sekretiert)
  • häufig gibt es Störungen bei Über- / Unterfunktion der Drüsen
  • wichtige Drüsen: Hypophyse, Schilddrüse, Nebennieren, Ovar (Eierstock) und Hoden, Pankreas (Bauchspeicheldrüse), Nebenschilddrüsen

Hypophyse

  • Anhang des Hirns
  • steuert andere Organe
  • komplexe Störungen im Hormonhaushalt

Nebenniere

  • Nierenrinde bildet folgende Hormone: Cortisol (Entzündungshemmung, Blutzuckersteigerung), Aldosteron (Wasser- / Mineralstoff-Regulierung), Sexualhormone (zuständig für primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale)
  • Nierenmark bildet folgende Hormone: Adrenalin, Noradrenalin (beide steuern die Blutdrucksteigerung)

Cushing-Syndrom

U: Hypophysentumor, Tumor der Nebennierenrinde, übermässige Cortisonzufuhr

S: Hypertonie, Diabetes, Vollmondgesicht (aufgedunsen), Stammfettsucht, Striae (Dehnungsstreifen), Muskelatrophie, Osteoporose, Depressionen, Müdigkeit, Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation)

T: Mikrochirurgische Entfernung des Tumors, Bestrahlung, langsames Ausschleichen der Cortison-Medikation

Morbus Addison

U: Unterfunktion / Zerstörung der Nebennieren wegen Absetzen von Cortison, Tuberkulose, Sepsis oder Tumor

S: Hyperpigmentation der Haut, Schwäche, Gewichtsverlust, GIT-Beschwerden (Gastrointestinaltrakt), Hypertonie

T: Substitution (Ersatz) aller fehlender Hormone

Schilddrüse

  • bildet T3 (ist die aktive Form und beeinflusst die Stoffwechselaktivität) und T4 mit Jod
  • TRH aus dem Hypothalamus stimuliert die Sekretion von TSH aus der Hypophyse, welches wiederum die Bildung von T3 und T4 in der Schilddrüse fördert

Hyperthyreose

U: Autoimmunprozess (M. Basedow), Schilddrüsenknoten, Amiodaron

S: allg. Stoffwechselbeschleunigung (z. B. Zittern, gesteigerte Reflexe, Hitzegefühl, Gewichtsverlust trotz übermässigem Essen, Tachykardie)

T: Thyreostatika, evtl. Bestrahlung / Operation

Hypothereose

U: Hashimoto-Thyreoiditis, (Teil-)Entfernung der Schilddrüse, Amiodaron, Lithium

S: allg. Stoffwechselverlangsamung (z. B. Müdigkeit, Verlangsamung, gedämpfte Reflexe, Gewichtszunahme, Bradykardie, Amenorrhoe, Libidoverlust

T: Substitution mit Schilddrüsenhormonen (lebenslang Thyroxin)

Struma (Kropf)

U: Jodmangel, selten Tumore / Zysten

S: Vergrösserung der Schilddrüse mit oder ohne Hyperthyreose

T: bei Jodmangel Substitution, evtl. kosmetische Operation

Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

  • ist (neben Verdauung) zuständig für die Regulation des Blutzuckerspiegels
  • sekretiert Insulin, Glukagon
  • bei Krankheiten des Zuckerstoffwechsel hängen diese oft mit dem Pankreas zusammen

(1) Diabetes mellitus

  • Krankheit des Zuckerstoffwechsels
  • Typ l: juvenile Diabetes
  • Typ ll: Altersdiabetes

Diabetes Typ l

(Insulin-abhängiger Diabetes mellitus)

U: Autoimmunkrankheit mit Zerstörung der B-Zellen (Pankreas), insgesamt ca. 10 % der D. mellitus-Patienten

S: Glukosurie (süsser Urin), Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel), Lipolyse, Proteinabbau, Azidose (Abfall des pH-Wertes im Blut), Dehydratation (Wassermangel)

Verl.: alle B-Zellen werden zerstört, führt zu absolutem Insulinmangel (kein Insulin wird mehr produziert)

T: Insulin-Substitution

Diabetes Typ ll

(Insulin-unabhängiger Diabetes mellitus)

U: verminderte Empfindlichkeit der Zielzellen auf Insulin (Resistenz), ca. 90% der D. mellitus-Patienten

S: Glukosurie (süsser Urin), Hyperglykämie (häufig zusammen mit Adipositas, Hyperlipidämie, essentielle Hypertonie)

Verl.: zunehmende Insulin-Resistenz der Zielzellen bei normalen / erhöhten Insulinwerten

T: Sport und Gewichtsabnahme, B-Zellen-Stimulatoren, Insulin-Sensitizer (Tabl.), Insulin-Substitution

(2) Diabetes mellitus

akute Folgen: Azidose (Absenkuns pH-Wert), Fettleber, Koma)

Spätfolgen: Katarakt (grauer Star), Mikro- / Makroangiopathie, Erblinden, Polyneropathie, Hirninfarkt, Herzinfarkt, Niereninsuffizienz, Hypertonie, Durchblutungsstörungen

weitere Formen von Diabetes (durch andere Ursachen erfolgt):

  • Pankreatikopriver Diabetes (Pankreatitis mit anschl. B-Zellen-Mangel)
  • Steoriddiabetes
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Infekt-Diabetes

Study