Pathologie

Krankheiten des Nervensystems

Krankheiten des Nervensystems


S. R.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über verschiedene neurologische und medizinische Erkrankungen auf Berufslehre-Niveau. Sie behandeln Themen wie Demenz, Multiple Sklerose, Meningitis, Migräne und Parkinson-Krankheit, wobei Diagnostik, Symptome und Behandlungsmethoden im Mittelpunkt stehen. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit neurologischen Störungen und deren Management vertraut machen möchten.
Karten
12
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
26.05.2013 / 26.10.2025

Flashcards

Untersuchungsmethoden

  • Reflexe
  • Sensibilität (Berührungs- / Schmerzwahrnehmng)
  • EEG (Elektroenzephalographie, misst Aktivität der Hirnareale, nur bei vorbestehendem Verdacht)
  • Lumbalpunktion zur Gewinnung von Hirnflüssigkeit

Epilepsie

Def: anfallsweise auftretende Übererregung im Gehirn, oft mit Krämpfen und Bewusstseinsverlusten

U: symptomatisch (Nachweisbare Hirnschädigung durch Narbe / Tumor), idiopathisch (erbliche Veranlagung), Kryptogen (Ursache nicht eruierbar)

Vorkommen: aktive Form 0.5 %, wenn Elternteil betroffen 10 x höheres Risiko

S: generalisierte Anfälle (Beginn mit Aura (Kribbeln, Halluzinationen), danach sichtbare Anfälle (Aufschreien, Bewusstlosigkeit, generalisierter Krampf, Zuckungen, Zungenbiss, Abgang von Stuhl / Urin, Schaum vor dem Mund), Absence Epilepsie (Petit Mal: keine Krämpfe oder Zuckungen, stattdessen wirkt man abwesen, unterbricht seine momentanen Tätigkeiten)

Kompl.: Verletzungen wegen der Muskelkrämpfe

Diagnostik: Anamnese, neurologische Ausfälle, EEG, MRI

T: akut (Eigenverletzung vermindern, bei schwerer Form Antikonvulsiva-Gabe (Gegenmittel gegen Anfall), chronisch (Antiepileptika, wenn das nicht hilft neurochirurgischer Eingriff)

Lähmungen

  • Zentrale Lähmung (Schädigung von Nerven im Gehirn / Rückenmark)
  • periphere Lähmung (Schädigung von peripheren Nerven)
  • Zerebrallähmung (frühkindliche Hirnschädigung während Schwangerschaft, Geburt, Krankheit, verzögertes Lernen von Bewegungen, Ungeschicklichkeit bis zur Rollstuhlabhängigkeit, Behandlung mit gezielter Förderung durch Physiotherapie)

Paraplegie

Def: Lähmung der unteren Körperpartie (Beine)

U: aufgrund von Verletzungen des Rückenmarks, bei Verletzung in Höhe der Halswirbelsäule kommt es zu Tetraplegie (alle 4 Extremitäten, Beine und Arme), bei schweren Rückenmarksverletzungen kommt es zum Ausfall der Sensibilität (man spührt nichts mehr)

Down-Syndrom

Def: Trisomie 21 (Chromosom 21 oder auch nur Teile davon liegen 3-fach vor)

S: charakteristisches Erscheinungsbild mit geistiger Behinderung unterschiedlichen Ausmasses

Häufigkeit: 1.5-2/1'000 Menschen, bei Frauen über 40 höheres Risiko (für Baby), Risiko bei Kindern von Müttern mit Trisomie 21: 50%-iges Risiko

Diagnose: per Erscheinungsbild

Verlauf: Förderung der Entwicklung, Lebenserwartung in Europa liegt bei ca. 60 Jahren

Pränatale Diagnostik: ethischer Streitpunkt, mittels Fruchtwasserpunktion oder Chrorionbiopsie mit anschl. Chromosomenanalyse

Parkinson-Krankheit

U: langsam progrediente, degenerative Veränderung des extrapyramidalmotorischen Systems (Dopaminmangel), Ausbruch ab ca. 50 (2. Lebenshälfte)

S: Rigor (Muskelstarre), Tremor (Muskelzittern), Bradykinese (verlangsamte Bewegung), Harltungsinstabilität, Maskengesicht

T: L-Dopa / Dopaminagonisten (ähnlich  wie Dopamin), tiefe Hirnstimulation (Hirnschrittmacher)

Kopfschmerzen

  • akut: Hirnerschütterung, Meningitis, Hirnblutung, Begleiterscheinung der Grippe
  • chronisch: primär: Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen (sehr stark, in Attacken auftretend umd Schläfe und Augen), sekundär (infolge Krankheit): nach Trauma, intrakranielle Tumore, Blutungen

Spannungskopfschmerzen

U: unklar, prädisponierende Faktoren (Verspannung der Nackenmuskulatur, Stress)

S: gesamter Kopf betroffen, drückend, keine Begleitsymptome, treten nicht täglich auf, bestehen während Monaten bis Jahren

T: Symptombekämpfung mit Paracetamor (auch mit Aspirin)

Migräne

U: unklar, neurologische Hypothese (Freisetzung von Entzündungsmediatoren)

S: mit oder ohne Aura (gedrückte Stimmung), pulsierende Kopfschmerzen, Übelkeit, Photophobie

T: Schmerzmittel (kein Aspirin, da dies die Blutgerinnung hemmt), Migränetherapeutika (Triptane)

Meningitis (Entzündung zwischen den Hirnhäuten)

U: meist durch Viren / Bakterien

S: akute / schwere Kopfschmerzen, hohes Fieber, steifer Nacken (Meningismus), zusammen mit Hautausschlag Hinweis auf Meningokokkensepsis (führt sehr schnell  zum Tod)

Diagnostik: Lumbalpunktion (meist bleibt keine Zeit dafür)

T: Antibiotika (innerhalb von 24 h i. v., Entfernen der Krankheitsherde

 

Multiple Sklerose

Def: entzündliche Erkrankung, bei der die Myelinscheiden der Nervenzellen des ZNS zerstört werden

U: unbekannt

Vorkommen: ca. 1/1'000 (relativ häufig)

S: erste Sympt. zwischen 15.-40. Lebensjahr, Schubweise Verschlechterung der Sehfunktion, Gehfähigkeit, Blasenfunktion)

Diagnostik: MRI, CT, Lumbalpunktion

T: Entzündungshemmer, Physiotherapie

Demenz

Def: Verlust der kognitiven Fähigkeiten mit Einschränkungen des täglichen Lebens

Vorkommen: fast alle über 70

S: Einschränkung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Orientierung, Lernen, Sprechen, Sprachverständnis, im Endstatium: Pflegebedürftigkeit

Diagnostik: Mini-Mentalstatus (Datum, Jahreszeit, Ort), Verdachtsdiagnose, sonst bei Autopsie (Patient bereits tot)

Study