Osteoporose
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
Arzneimittelkenntnisse Assistenzjahr Pharmazie 2012/13, Universität Basel
-
- 1 / 7
-
Flashcards
Als Osteoporose bezeichnet man eine über das normale Mass hinaus-gehende Brüchigkeit des Knochens, die durch eine Verminderung der Knochenmasse und eine Zerstörung der Knochenstruktur verursacht wird. Es sind also 2 Faktoren, welche eine Osteoporose ausmachen. Dies deshalb, weil auch ein Kind eine verminderte Knochenmasse besitzt. Dazugehörende Frakturen sind: Wirbelsäule, Schenkelhals, Radius (Handgelenk) und Humerus (Schulter). Mit Ausnahme der Wirbelsäule treten die osteoporotischen Frakturen vorallem bei stürzenden Patienten auf. Es sind entsprechend der Osteoporoseerkrankung den Stürzen entsprechend inadäquate Frakturen. Es ist aber mehr als der Bruch: Solche Brüche resultieren in einer permanenten Einschränkung der Lebensqualität.
Osteopenie: -1 < T > -2,5. Osteoporose: T < - 2,5.
Im Alter nimmt die Calcium- und Vitamin D - Resorption aus dem Darm ab. Die fehlende Zufuhr resultiert in einem Abbau des Knochens. Der Knochen wird andauernd umgebaut. Im Schnitt wird der Knochen alle 10 Jahre komplett umgesetzt. Ab 40 ist die Bilanz zwischen Aufbau und Abbau aber negativ.
In der Schweiz besagt die Empfehlung 800-1000 mg Kalzium pro Tag - mit einer genügend hohen Vitamin D - Zufuhr vorausgesetzt. Dosierungen von über 1000 mg sind nicht empfehlenswert: Der Mehrprofit bleibt aus (Ceiling-Effekt), wobei das Risiko für das Erleiden von z.B. Nierensteinen (Kalzium wird via Harn ausgeschieden) erhöht. Im Durchschnitt liegt die Einnahme von Kalzium via natürliche Wege bei ca. 700 mg
Bisphosphonate imitieren mit der Grundstruktur körpereigene Strukturen. Sie selektiv an die Knochen an, vorallem dort wo der Knochen am aktivsten ist. Die einzelnen Präparate unterscheiden sich in der Seitenkette und damit in der Potenz. Anhand ihrer Potenz werden die Präparate auch unterschiedlich oft pro Jahr verabreicht. Aktive Osteoklasten fressen die angedockten Bisphosphonate und werden apoptotisch. Mit allen Präparaten wird eine Frakturreduktion von 50 bis 70% bereits im ersten Jahr erreicht! Es ist also sogar eine Akuttherapie. Nach 5 Jahren Behandlung bleibt die Knochendichte stabil für die nächsten 4 bis 5 Jahre.
Osteoblasten produzieren den RANK-Liganden und das Osteoprotegerin. RANK-Liganden aktivieren die Osteoklasten. Haben die Osteoklasten genug gearbeitet, sezernieren Osteoblasten das Osteoprotegerin, welches den RANK-Liganden und somit die Osteoklasten inaktivieren. Prolia (Denosumab) ist ein RANK-Ligand-Antikörper und erhöht durch die verminderte Osteoklastenaktivität die Knochendichte. Im Gegensatz zu den Bisphosphonaten reduziert sich die Knochendichte aber nach einem Absetzen des Antikörpers wieder (die Senkung des Frakturrisikos bleibt länger erhalten). Die Entwicklung der Osteoklasten wird aber gehindert, was womöglich in einer höheren Wirkung der RANK-Ligand-AK resultiert. Innerhalb von 4 Wochen wird der Knochenabbau gebremst, innerhalb von 12 Monaten wird ein stabiles Plateau erreicht, wodurch die Knochenmasse besser mineralisiert werden kann. Die Knochendicke wird aber übrigens mit einem RANK-Ligand-AK sowie auch mit einem Bisphosphonat nicht beeinflusst, das Übriggebliebene wird nur qualitativ hochstehender.
Alter, vorbestehende Frakturen, Untergewicht, Frakturen bei Verwandten ersten Grades, Steroidtherapie.