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N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Osteoporose und deren Therapieoptionen auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Struktur und den Aufbau von Knochen, die Wirkung von Bisphosphonaten, Calcium und PTH, sowie die verschiedenen Formen und die Pathophysiologie der Osteoporose. Besonders hilfreich sind sie für Medizinstudenten und Ärzte, die sich mit der Diagnose und Behandlung von Osteoporose vertraut machen möchten.
Karten
51
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
29.07.2016 / 16.03.2019

Lernkarten

Osteoporose Definition

„Progressive systemische Skeletterkrankung, die durch Verminderung der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur des Knochengewebes mit entsprechend reduzierter Festigkeit und erhöhter Frakturneigung charakterisiert ist.“ (WHO, 1994)

Welche Knochen sind häufig betroffen?

Unterarm, Oberschenkelhals, Wirbelkörper und Hüftknochen

Warum sind Oberschenkelhalsbrüche besonders gefährlich?

heikel, größtes Problem, da bei Brechen lebensgefährlich => Blutversorgung unterbrochen

Wieviel % der Weltbevölkerung sind in etwa an Osteoporose erkrankt? Wieviele Menschen sind in etwa in Deutschland erkrankt?

200 Millionen von ca. 8 Milliarden Menschen => 2,5%

davon etwa 80% Frauen

7-8 Millionen

Wieviel % des Körpergewichts macht die Knochenmasse aus?

15%, ist ein ziemlich fixer Wert

Funktion und Aufbau des Knochens

• Funktionen der 220 Knochen (15% des Körpergewichts):

– Stütz- und Schutzfunktion (für innere Organe)

– Mineral-Speicherfunktion (insb. Calcium)


• Eigenschaften und Aufbau

– funktionsangepasste Knochengeometrie

– Belastungsabhängige Mischung kompakten und spongiosen Knochens
– Bälkchenarchitektur  (bei Osteoporose besonders betroffen) mit Ausbildung von Knotenpunkten

– lamelläre Strukturierung des Knochengewebes

– seilförmig angeordnete Kollagenmoleküle und „cross-linking“

Zusammensetzung und Funktion des Knochens

Zusammensetzung:

• 30 % organisch

• 70 % anorganisch

• knochenspezifische Zellen(stehen im Normalzustand im Gleichgewicht zueinander):

- Osteozyten: Strukturgebende Zellen

- Osteoblasten: Aufbau

- Osteoklasten: Abbau

Funktion:

• Stütz- und Schutzfunktion

• Reservoir für Mineralstoffe

Oktaeder-Struktur der Apatite

Struktur des Knochens (Querschnittsbild)

Calcium als Basistherapeutikum: Calciumkreislauf im Knochen (Schaubild), Auswirkung einer verminderten Calciumresorption,

• Problem: verminderte intestinale Ca2+-Absorption im Alter führt zum Anstieg des PTH (Parathormon) Spiegels und zur Senkung der Calcitoninfreisetzung: Knochenabbau

Parathormon und Calcium haben nämlich gegenläufige Funktionen => Parathormon fördert Ca-Ausbau => Knochenabbau
Calcium => hemmt Knochenabbau 
• Ca2+ Supplementation verzögert Knochenabbau, reduziert Frakturrisiko (deshalb ist Calciumsupplementation ab Menopause sinnvoll)
• DAGO (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Osteoporose): Substitution von 1000 mg Ca2+/d empfohlen (zusammen mit VD); Kombinationstherapie.

Ab- und Aufbau des Knochens: Remodeling

Was für Phasen gibt es?

• Umbauphasen

• Ruhephase (quiescence)

• Aktivierungsphase (activation)
• Resorptionsphase (resorption)
• Umschaltphasen (reversal)
• Anbauphasen (formation early = Bildung von Osteoiden und formation late = Osteoid-Mineralisation)
• Calcium-Mobilisation im Rahmen der Calcium-Homöostase
• Ziele

– Ersatz des alten Knochengewebes
– Adaption an neue Belastungsanforderungen
– Reparatur des beschädigten Knochens (Mikrofrakturen).

Regulation der Osteoklastenaktivierung (Schaubild)

Faktoren, die den Knochenstoffwechsel beeinflussen

Pathophysiologie der Osteoporose, Wann liegt laut WHO eine Osteoporose vor?

• Verringerung der Knochendichte (bone mineral density (BMD) 

• Umverteilung der Knochenmasse

• Änderung der trabekulären Struktur

WHO: „Eine Osteoporose liegt vor, wenn die BMD um -2.5 oder mehr Standardabweichungen vom Mittelwert junger Erwachsener abweicht“

Welche Formen der Osteoporose gibt es?

primäre Formen (95%): juvenile (Pubertät, ist sehr selten), postmenopausale (Typ I), Menopause, 50-70 Jahre), senile (Typ II, Senium, über 70 Jahre)

allgemein: postmenopausal wird als "über 50" bezeichnet

sekundäre Formen (5%): durch Tumore,

Medikamente (z.B. PPI(durch pH Hochregulation geht Resorption von Ca runter, 35% Wahrscheinlichkeit dass Osteoporose entsteht, Glucocorticoide führen auch zu Osteoporose),

Mangelernährung, Immoblisiation, endokrinologische Störungen und Glasknochenkrankheit

Möglichkeiten der Osteoporosetherapie

Calcitonin: Aufbau, WM

• 32 AS-Polypeptid der Schilddrüse

• hemmt Protonenpumpe der Osteoklasten (akute Inaktivierung)
• analgetische Wirkung (Mechanismus unklar): günstig zur Schmerzbehandlung akuter Frakturen
• Speciesunterschiede (physiologische Produktion):

Lachs: 2500 IE/mg, sehr ähnlich dem Menschlichen, Faktor 10 wirksamer als menschliches Calcitonin

Human: 150-200 IE/mg (Produktion in den C-Zellen der Schilddrüse)
• Reduktion der Frakturrate: widersprüchliche Studienergebnisse

keine Surrogatparameter

Parathormon: andere Bezeichnung, Aufbau, Bildungsort, Bindungsort, Applikation

andere Bezeichnungen: PTH, Parathyrin

• 84 AS-Polypeptid der Nebenschilddrüse; entscheidend für Wirkung AS 1-34.

• Prä-Prohormon: 115 AS, Prohormon: 100 AS

• PTH bindet zwei GPCR (GS)

• Akkumulation, gesteigerte Aktivität und verlängerte Lebensdauer der Osteoblasten (bei Applikation der richtigen Sequenz): Knochenaufbau (Erhöhung der trabekulären [Bälkchen] Knochenanteile)
• Hemmt Ausscheidung von Ca2+, fördert Hydroxylierung von VD3
•anaboler (bei intermittierende Gabe) und kataboler (bei kontinuierlicher Gabe) Effekt sind über das Dosierungsintervall steuerbar
• Studie (2001) an 1637 postmenopausalen Frauen, 20 µg/d PTH (1-34), 21 Monate: Risiko für vertebrale und nicht-verterale Frakturen drastisch (69 bzw. 40 %) gesenkt
• PTH (1-84); PTH (Teriparatid, 1-34): subkutane Applikation.

Fluoride: WM

• osteoanabol: stimulieren die Proliferation und Aktivität der Osteoblasten

• Einlagerung schwerlöslicher Fluoridkristalle: höhere Knochenfestigkeit

• Indikation: Primäre Formen der Osteoporose

Bisphosphonate Grundstruktur

Osteoporose-Therapie

an R strukturell modifizierbar

Phosphonat: Bindung an C

Was ist bei der Einnahme von Bisphosphonaten zu beachten? WM Bisphosphonate

erst Calcium, (Tabletten, Joghurt, etc.) frühestens 2h später,

Bisphosphonate, reichlich Wasser, danach halbe Stunde sitzenbleiben o. stehen ,durch Ca Komplexierung Targeting an Knochen

Bisphosphonate: Übersicht über alle relevanten Vertreter und deren Struktur, Struktur der Reste und Wirkungsbeziehungen, physikalisch chemische Eigenschaften

R1: durch OH gute Wirksamkeit

R2: Unterscheidung stickstoffhaltig und stickstoffrei wichtig!! Stickstoffhaltig stärker wirksam, anderer Wirkmechanismus

*: Mononatriumsalz

**: Dinatriumsalz

-> reizende Wirkung , da im sauren Magen Umwandlung in Säure

Die Salz haben eine -at Endung

klein, Polar, sauer, gute Löslichkeit, schlechter Resorption

Potenz der Bisphosphonate

Molekularer Mechanismus auf zellulärer Ebene: Stickstofffreie Bisphosphonate, Beispiele

Beispiele: Etidronat, Clodronat

N-freie Bisphosphonate werden von der Typ-II-Aminoacyl-tRNA-Synthetase in die Phosphatkette des ATP eingebaut: Für Osteoklasten toxisch.

Ja auch für andere Zellen toxisch, Trick, wg. Ca Bindung (fest, komplex) Anreicherung in Knochen => nicht BV=> Osteoklast => phagozytiert Bisphosphonate (aktive Aufnahme) => da drin tötet Bisphosphonat Osteoklast

Molekularer Mechanismus auf zellulärer Ebene: Stickstoffhaltige Bisphosphonate

Etidronat

Osteoporose-Therapeutikum: Bisphosphonat (Nicht-Stickstoffhaltig)

Clodronat

Osteoporose-Therapeutikum: Bisphosphonat (Nicht-Stickstoffhaltig)

Bindung von Risedronat an Farnesylpyrophosphat-Synthase (FPPS)

SAR der Bisphosphonate

Indikationsbereiche der Bisphosphonate

NW von Bisphosphonaten

Kieferschmerzen

Pharmakokinetik der Bisphosphonate

• sehr schlechte orale Bioverfügbarkeit: 0,6 – 4 % (!) STEX STEX STEX

• kurze HWZ im Blut (30 – 120 min) , schnelle Umverteilung in Knochen

• schnelle Aufnahme in den Knochen

• Akkumulierung im Knochen (20 – 70 %)

• sehr lange Speicherung im Knochen (Jahre)

• fast vollständige renale Eliminierung (50 – 80 %)

• praktisch keine Metabolisierung (geringe Toxizität).

Bisphosphonate: Dosierungsregime

 

Entweder 1x pro Woche/Monate oder alle halbe Jahre

Strontiumranelat

• stimuliert Knochenaufbau und hemmt Knochenabbau

• Strontium-Ionen (Sr2+) werden (analog zu Ca2+) in Knochengewebe eingebaut
• Bioverfügbarkeit ca. 25%, geringe Bindung an Plasmproteine

Estrogenmangel Auswirkung auf Osteoporose

Wofür steht HRT? Wann wird es genutzt?

Hormon Replacement Therapie

Ab der Menopause, um das Frakturrisiko zu verringern

Therapieschemata der Hormon-Ersatz-Therapie

• Kontinuierliche Monotherapie

• Sequentielle Estrogen/Gestagen Therapie

• Kontinuierliche Estrogen/Gestagen Therapie

• Knochenumbau positiv, Frakturrisiko: - 3.9 %

• Effekte abhängig von der Knochenart

• Behandlung: mögl. bald, und (mind. 7 Jahre) lang.

• Gestagenzusatz: Senkung des Risiko für Endometriumkarzinom

Estradiol

Sexualhormon

Estriol

Sexualhormon

Estron

Sexualhormon

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