Organisationslehre


Daniela Keller
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über verschiedene Organisationsformen und deren Vor- und Nachteile, insbesondere für Immobilien-Treuhänder. Sie behandeln Themen wie funktionale, divisionale und matrix- oder tensororganisationen, deren Eignung für unterschiedliche Unternehmensgrößen und -umfelder, sowie interne und externe Anforderungen an Organisationen. Besonders nützlich sind sie für Fachleute, die ihre Entscheidungsfindung und Effizienz in der Unternehmensorganisation verbessern möchten.
Karten
15
Lernende
19
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
30.03.2014 / 24.10.2023

Lernkarten

klassische unterscheidung der begriffe effizienz und effektivität

  • effizienz
    eine organisation ist effizient, wenn sie die richtigen mittel einsetzt, um die angestrebten ziele zu erreichen
    --> to do the things right --> operativ
    fokus: ressourceneffizienz (mitteleinsatz) und prozesseffizienz (ablaufgestaltung)
     
  • effektivität
    eine organisation ist effektiv, wenn sie die richtigen ziele anstrebt
    --> to do the right things --> strategisch
    fokus: zielsetzung
     

was ist der 3E-ansatz?

  • effektivität
    die erwartungen seitens des kunden an die leistungserstellung sind deckungsgleich mit dem kundenerlebnis (resp. führt die leistungserstellung zu kundenzufriedenheit)
     
  • effizienz
    steht der gewählte input in einem günstigen verhältnis zum erzielten output, so ist die leistungerstellung effizient
     
  • economy
    wurde die leistungserstellung unter kostengünstigen aspekten durchgeführt (d.h. ökonomisch), so kann von "economy" gesprochen werden

drei perspektiven des begriffs organisation

  • instrumentaler organisationsbegriff
    eine unternehmung hat eine organisation
     
  • institutioneller organisationsbegriff
    eine unternehmung ist eine organisation
     
  • funktionaler organisationsbegriff
    eine unternehmung wird organisiert

welche funktionen haben organisationen zu erfüllen?

  • bildung, verteilung und koordination der aufgaben
     
  • verteilung, legitimation und sicherung der macht
     
  • steuerung, disziplinierung und motivation der organisationsmitglieder
     
  • bestimmung der grenzen der unternehmung
     
  • kanalisierung der selbstorganisation
     
  • sicherung der entwicklungsfähigkeit

anhand welcher (externer) kriterien können organisationformen in der praxis beurteilt werden?

  • markt- und wettbewerbsorientierung
    zb. serviceorientierung, internationalisierung, globalisierung, kundennähe
     
  • flexibilität
    zb. (schnelle) anpassung der strukturen an neue technologische, gesellschaftliche, rechtliche trends, reaktionen auf marktereignisse
     
  • innovationsfähigkeit
    zb. aufbau von neuen geschäftsmodellen, einführung von neuen dienstleistungen

welche vier (internen) anforderungen werden an eine organisation gestellt? (***-effizienz)

  • führungsprozess-effizienz
    ist die entscheidungsfindung und koordination zielgerichtet, zeitnah und effektiv?
    zb. funktionierender informationsfluss, schnelle entscheidungsfindung
     
  • leistungsprozess-effizienz
    sind die prozesse zur leistungserstellung und -verwertung flexibel, fehlerfrei unde schnell?
    zb: abwicklung von produktions- und distributionsprozessen
     
  • humanressourcen-effizienz
    besteht eine optimale nutzung und weiterentwicklung von qualifikation und motivation der organisationsmitglieder?
    zb. unternehmerisches denken und handeln
     
  • sachressoursen-effizienz
    werden die materiellen und finanziellen ressourcen optimal ausgeschöpft?
    zb. auslastung von maschinen, verteilung von finanziellen ressourcen

beschreibung einer funktionalen organisation

für welche unternehmen ist sie geeignet?

bei einer funktionalen organisation wird die zweite hierarchieebene nach funktionsbereichen gegliedert (zb. marketing, materialwirtschaft, produktion.

diese funktionsbereiche sind direkt der geschäftsleitung unterstellt, dies führt tendenziell zu einer entscheidungszentralisation (sog. kamineffekt).

die operativen funktionsbereiche fassen gleichartige tätigkeiten zusammen. die funktionsbereiche können in

  • ressourcenorientierte funktionsbereiche (zb. personalwirtschaft, materialwirtschaft, informationsmanagement)
    sowie in
  • leistungsorientierte funktionsbereiche (zb forschung und entwicklung, produktion und vertrieb)

unterteilt werden.

--> die funktionale organisation ist vor allem für kleine und mittlere unternehmen mit einem überschaubaren und homogenen leistungsprogramm, die sich in einer relativ stabilen unternehmensumwelt befinden, geeignet.

was sind die vorteile einer funktionalen organisation?

  • einfache und überschaubare struktur
     
  • nutzungs von spezialisierungseffekten (economies of scale, erfahrungskurven)
     
  • in sich geschlossene, klar abgegrenzte und damit gut kontrollierbare funktionsbereiche

was sind die nachteile einer funktionalen organisation?

  • vielzahl an schnittstellen und interdependenzen; dadurch ehrhebliche koordinationsprobleme
     
  • gefahr von bereichgsegoismus und suboptimierung
     
  • überlastung der unternehmensführung (entscheidungszentralisation/kamineffekt)
     
  • überbetonung des spezialistentums
     
  • eingeschränkte möglichkeiten der personalentwicklung

beschreibung einer divisionalen organisation (unternehmung in der unternehmung)

für welche unternehmen ist sie geeignet?

bei einer divisionalen organisation wird die zweite hierarchieebene nach objekten gegliedert. die objekte können entweder produkt (oder produktgruppen), kunden oder regionen (abschliessende aufzählung!) darstellen. 

die divisionen (auch sparten, geschäftsbereiche genannt) sind dabei für ihren jeweiligen objektbereich unternehmerisch verwantwortlich.

in der regel wird die dritte hierarchiebene funktional gegliedert. der aktuelle trend zeigt jedoch in die richtung, dass unter einer division nochmals weitere kleine business units ausdifferenziert werden.

--> die divisionale organisation ist vor allem für mittlere und grosse mehrproduktunternehmen, die sich in einer dynamischen unternehmensumwelt befinden, geeignet.

was sind die vorteile einer divisionalen organisation?

  • entlastung der unternehmensführung; dadurch stärkere konzentration auf strategische fragen
     
  • ganzheitliche delegation von aufgaben, verantwortung und kompetenzen ist möglich
     
  • bessere koordination und schnellere entscheidungsfindung innerhalb der divisions
     
  • divisions können auf umweltveränderungen flexibel reagieren
     
  • weitgehende unternehmerische selbständigkeit der spartenleiter erhöht die motivation und ermöglicht eine bessere erfolgbeurteilung
     
  • vielfältige möglichkeiten der personalentwicklung

was sind die nachteile einer divisionalen organisation?

  • gefahr des spartenegoismus und einer kurzfristigen gewinn- und rentabilitätsorientierung
     
  • suboptimale ressourcenallokation und doppelarbeiten möglich
     
  • mehrbedarf an leitungsstellen
     
  • zentralfunktionen zur übergreifenden koordination der divisions erforderlich
     
  • gefahr von unproduktiven konflikten zwischen den divisions und zwischen den divisions und den zentralbereichen

beschreibung einer matrix- oder tensorganisation (kombination funktional und divisional)

für welche unternehmen ist sie geeignet?

bei einer matrixorganisation werden die organisationseinheiten der zweiten hierarchieebene unter gleichzeitiger anwendung von zwei gestaltungsdimensionen gebildet.

bei der tensororganisation kommt noch mindestens eine weitere dimension dazu.

--> mehrdimensionale mehrlinienorganisationen

--> die matrix- oder tensororganisation ist vor allem für mittlere und grosse mehrproduktunternehmen, die sich ein hohes mass an strategischer und struktureller flexibilität erhalten oder verschaffen wollen, geeignet.

was sind die vorteile einer matrix- oder tensororganisation?

  • grosse strategische und strukturelle flexibilität
     
  • flache hierarchien sind möglich
     
  • klare zuordnung von aufgaben, verwantwortung und kompetenzen
     
  • nutzung von steuerlichen vorteilen
     
  • förderung des unternehmerischen denkens und handelns

was sind die nachteile einer matrix- oder tensororganisation?

  • latente gefahr von widerständen der tochtergesellschaften gegenüber der holding
     
  • tendenz zu übertriebenen kontrollaktivitäten der holding
     
  • emotionale spannungen zwischen den mitarbeitens der töchter und der holding

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