Org & Füh

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013

Jehlifisch Universität, Herbstsemester 2013


Manuel Ging
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Themen Führung und Organisation, mit Fokus auf Mitarbeiter, Führungskräfte und Teamdynamiken. Sie beleuchten Modelle, Theorien und Praktiken der Führung, sowie organisatorische Strukturen wie fluide und virtuelle Organisationen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Berufstätige, die ihr Verständnis von Führung und Organisationsmanagement vertiefen möchten, um effektiver in Unternehmen und Teams zu agieren.
Karten
367
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
17.10.2013 / 10.06.2014

Cartes-fiches

Warum ist Führung wichtig?

  • Führungskräfte können die Leistung ihrer Mitarbeiter erhöhen (Judge & Piccolo, 2004)
  • Führungskräfte können Sinn für Ihre Mitarbeiter stiften, insbesondere wenn sich die Umwelt schnell verändert (Shamir, 2007)
  • Komplexe Produkte (z.B. Medikamente, Autos, Krankenversicherungen) können nur entstehen, wenn viele Mitarbeiter koordiniert daran arbeiten. Führungskräfte helfen, diesen Arbeitsprozess zu koordinieren (Osterloh & Frey, 2000)

Was beinhaltet der Bereich Organizational Behavior (OB)?

- Motivation
- Führungsverhalten und –stärke
- Zwischenmenschliche Kommunikation
- Gruppenstrukturen und -prozesse
- Wahrnehmungen und Einstellungen
- Persönlichkeit, Emotionen und Werte
- Veränderungsprozesse
- Konflikt und Verhandlung
- Arbeitsdesign

Was ist das Ziel von Organizational Behavior?

- “Wissen erlangen darüber, warum sich Individuen und Gruppen innerhalb von Organisationen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, und verstehen, wie man dieses Verhalten beeinflussen kann."

- Wissenschaftliche Ergebnisse aus dem Bereich Organizational Behavior zeigen wichtige Erkenntnisse für Führungskräfte und Mitarbeiter.

Was ist Führung?

• “Führung wird als zielorientierte, wechselseitige und soziale Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation definiert.“ (Wunderer, 2000, S. 19)

• “Führung ist die zielbezogene, soziale Beeinflussung der Einstellung und des Verhaltens von Einzelpersonen sowie der Interaktion in und zwischen Gruppen mit dem Zweck, gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen. “(Felfe, 2005)

• “Führung ist die Fähigkeit, eine Gruppe zur Erreichung einer Vision oder bestimmter Ziele zu bewegen.“ (Robbins & Judge, 2011, p. 184)

Was sind die Aufgaben der Führung im Vergleich zum Management?

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Was sind die Aufgaben des Managemens im Vergleich zur Führung?

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Welche Aktivitäten üben Führungskräfte in der Praxis aus?

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Was ist strukturelle Führung (Führung im weiteren Sinne)?

• Strategie: Ziele und Instrumente

• Struktur: Aufgaben, Kompetenzen und Prozesse

• Kultur: Werte und Denk-/Verhaltensmuster

• Qualitative Personalstruktur: Qualifikation, Identifikation und Motivation

Was ist interaktive Führung (Führung im engeren Sinne)?

• wahrnehmen, analysieren, reflektieren

• informieren, kommunizieren, konsultieren

• entscheiden, koordinieren, kooperieren, delegieren

• motivieren, identifizieren

• entwickeln, bewerten, Feedback geben, belohnen / bestrafen

Was besagt der biographischer Ansatz der Führung?

• Die meisten Führungstheorien nehmen an, dass der Einfluss von Führungskräften durch ihre Eigenschaften oder ihr Verhalten ausgeübt wird
• Eine andere Quelle der Beeinflussung stellen die eigenen Lebensgeschichten der Führungskräfte dar
• Diese Lebensgeschichten sind ein wesentlicher Teil des Selbstverständnisses der Führungskräfte
• Durch das Erzählen dieser Geschichten üben die Führungskräfte ebenfalls Einfluss aus

Welchen Führungskräften wird Charisma Merkmale zugeschrieben (Attributionstheorie)?

Charisma wird Führungskräften zugeschrieben, die:
…den Status Quo in Frage stellen.
…sich unkonventionell verhalten.
…eigene Opfer in Kauf nehmen.
…sich um die Geführten kümmern.
…den gemeinsamen Zielen folgen.
…sensitiv gegenüber den Bedürfnissen und Werten der Geführten sind.

Die Geführten folgen dem Leader aufgrund von persönlichen Identifikationen, zu was führ dies(Attributionstheorie)?

Das führt dazu, dass die Geführten
…die Führungskraft imitieren.
…sich besonders anstrengen, um der Führungskraft zu gefallen.
…stolz sind, Teil einer Gruppe zu sein.
…die geteilten Werte, Glaubenssätze und Verhaltensnormen gestärkt werden.

Beschreibe das Michigan Leaderschip Kompetenz Modell.

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Beispiele von Unternehmungen für den Erwerb von Kompetenzen.

• Beispiel Google und 3M: Führungskräfte und Mitarbeiter haben freie Zeit zur Verfügung, um selbstbestimmt neue Ideen und eigene Projekte voranzutreiben.
• Corporate Volunteering: Unternehmen ermöglichen ihren Führungskräften, sich im Rahmen der Arbeitszeit für gemeinnützige Projekte zu engagieren.
• Beispiel Deutsche Bank:
–Führungskräfte unterstützen gemeinnützige Organisationen mit Projektmanagement und inhaltlicher Expertise z.B. Finanzen, Marketing

Was sind Stressauslöser (Stressmanagement / Stressauslöser)?

• Merkmale der Arbeit, die...
– die Erledigung von Aufgaben behindern: z.B. Arbeitsunterbrechungen, Probleme im Arbeitsablauf
– Mitarbeiter verunsichern, wie sie Aufgaben erledigen sollen: z.B. qualitative Überforderung, unklare oder sich widersprechende Aufgaben
– eine zu hohe Arbeitsgeschwindigkeit oder -intensität verlangen: z.B. Zeitdruck, quantitative Überforderung
• Typische Manageraufgaben beinhalten eine Vielzahl an potentiellen Stressoren und Konflikten.
• Selbstmanagement soll Managern helfen, Ursachen von inneren Konflikten und Auslöser von Stress zu bekämpfen.

Was ist die Definition von Burnout (3 Syndorme)

Emotionale Erschöpfung ist das Kernelement von Burn-out und spiegelt das Erleben von emotionaler und körperlicher Kraftlosigkeit wider.

Depersonalisation beschreibt eine zynische, abgestumpfte und distanzierte Reaktion auf Kunden, Kollegen und die Arbeit.

Wahrgenommene persönliche Leistungseinbußen kennzeichnen die Unzufriedenheit mit der eigenen Person, Versagensängste und den Vertrauensverlust in die eigenen Fähigkeiten.

Häufigkeit von Burnout in der Schweiz (Info).

Schweizerische Gesundheitsbefragung (SGB) 2010
• 33% der erwerbstätigen Personen sehen sich multiplen psychischen Stressoren ausgesetzt
• 46% der Männer und 36% der Frauen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz stark psychisch belastet
• 40% der Befragten leiden unter Schwäche und Energielosigkeit

• Seit Mitte der 90er Jahre deutlicher Anstieg von Arbeitsunfähigkeitsfällen aufgrund psychischer Erkrankungen

Wie sieht die Gesundheit im Management aus? Wo gibt es die meisten emotional erschöpften?

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Erkläre das Demand-Resource Model (JD-R)?
Wie wann wird dies angewandt?

• Gut empirisch abgesichertes Modell
• Kann sowohl positive Aspekte (Motivation) als auch negative Aspekte (Stress) der Arbeitsbelastung erklären
• Kann insbesondere erklären, wie Ressourcen den Einfluss von Anforderungen auf Stress verringern

Wie wird die Stresstheorie nach Lazarus definiert?

Stressauslöser werden subjektiv bewertet. Sie führen zu Stress, wenn Personen eine Diskrepanz zwischen ihren persönlichen, sozialen, instrumentellen und strukturellen Ressourcen und den Anforderungen der Umwelt erleben.

Wie zeigt sich gem. Lazarus Stress?

Körperlich
•Erhöhte Herzfrequenz
•Blutdrucksteigerung
•Stresshormone
•Langfristig: Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Psychisch
•Anspannung
•Frustration
•Ärger
•Resignation
•Depression
•Burnout
Verhalten
•Leistungs-schwankungen
•Nachlassende Konzentration
•Fehlzeiten
•Konflikte / Streit
•Aggression

Welche vier Stufen unterscheidet Lazarus? Wie sieht der Ablauf aus?

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Erkläre die vier Stufen von Lazarus.

• Primärbewertung: Wahrnehmung und Bewertung der Umweltsignale als positiv, irrelevant oder potentiell bedrohlich.

• Sekundärbewertung: Bewertung, ob die Situation mit den vorhandenen Ressourcen bewältigt werden kann.

• Eustress = positiver, gewünschter Typ von Stressempfinden, leistungsförderlich

• Distress = negativer, nicht gewünschter Typ von Stress, leistungshinderlich

Welche zwei Möglichkeiten gibt es für den Umgang mit Stress? Und welche benutzen die Führungskräfte?

• Problemorientiertes Coping
– Überwiegend bei Eustress angewandt
– Beispiele: Massnahmen gegen das Problem ergreifen, planen, andere um Hilfe bitten

• Emotionsorientiertes Coping
– Überwiegend bei Disstress angewandt
– Beispiele: abwarten, mit anderen reden, Problem uminterpretieren, Unterstützung in Religion suchen, Gefühle herauslassen

Inspirierende Führungskräfte benutzen beide Coping-Strategien, zielorientierte (rationale) Führungskräfte eher Problemorientiertes Coping.

Was ist Motivation? (Definition)
(Vorlesungsfolien 2)

«Motivation ist der Prozess, welcher die Intensität, Richtung und Persistenz der Anstrengung eines Individuums, um ein Ziel zu erreichen, erklärt.»
Robbins & Judge (2011, S. 86)

Was betrachten die Inhaltstheorien von der Arbeitsmotivation?

Inhaltstheorien ...
betrachten die inhaltlichen Faktoren der Arbeitsmotivation.

Frage: „Was motiviert?“
• Beispiele:
– Theorie zur Leistungs-motivation (McClelland)
– Theorie X und Y (McGregor)
– Bedürfnispyramide (Maslow)
– Zweifaktorentheorie (Herzberg)
– Zielsetzungstheorie (Locke)

Was betrachten die Prozessheorien von der Arbeitsmotivation?

Prozesstheorien...
betrachten Antrieb, Richtung und Ablauf der Arbeitsmotivation.

Frage: „Wie motiviert etwas?“
•Beispiel:
– Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie (Vroom)

Zähle und beschreibe die 6 Arten von Anreizen nach Steinle (Inhaltstheorien)?

• Intrinsische Anreize: bestimmt durch die eigentliche Aufgabe z.B. sich an der Arbeit freuen, Identifikation, Abwechslung im Job, Feedback
• Extrinsische Anreize: bestimmt durch externe Quellen z.B. finanzielle Vergütung, immaterielle Vergütung wie Lob, Anerkennung, Ansehen, etc.
• Interaktionale Anreize: z.B. Beteiligung an Zieldefinition und Entscheidungsfindung, Teamarbeit
• Institutionelle Anreize: z.B. Philosophie, Image, Kultur, Unternehmensethik
• Strukturelle Anreize: z.B. Arbeits- und Arbeitsplatzdesign, Strukturgestaltung / Prozeduren
• Replizierende Anreize: Dependenz von Führungskräften von den Resultaten der Mitarbeitern z.B. Informationsmonopol der Mitarbeiter

Erkläre die Bedürfnispyramide nach Maslow (Inhaltstheorien)?

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Was besagt die Theorie von McGregor (Inmhaltstheorien)?

Zwei Theorien vom arbeitenden Menschen:

• Theorie X: Der Durchschnittsmensch ist von Natur aus träge, arbeitsscheu und ohne Ehrgeiz. Er muss durch Belohnungsanreize sowie negative Sanktionen zur Arbeit angehalten werden. Er übernimmt ungern Verantwortung und will geführt werden.
• Theorie Y: Der Durchschnittsmensch ist nicht passiv und organisationalen Zielen gegenüber nicht gleichgültig. Er muss auch nicht „an die Hand genommen werden“: Motivation, Entwicklungspotential und Verantwortungsbereitschaft zur Verwirklichung organisationaler Ziele sind gegeben. Menschen lassen sich durch selbst gesetzte Ziele lenken und motivieren.

Wie lässt sich die Theorie X bestätigen? Wie lässt sich die Theorie Y verstärken? (Inhaltstheorien)

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Was besagt die Zweifaktorentheorie von Herzberg (Inhaltstheorien)?

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Wie funktioniert die Leistungsmotivation nach McClelland (Inhaltstheorien)?

• Leistungsbedürfnisse („need for achievement“) = Streben nach Leistungsverbesserung und Erfolg
• Machtbedürfnisse („need for power“) = Streben, eine überlegene Position zu erreichen
• Affiliationsbedürfnisse (Zugehörigkeitsmotiv) = Streben nach Interaktion, Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen und Anerkennung

Erkläre die Zielsetzungstheorie nach Locke (Inhaltstheorien)?


Spezifische und herausfordernde Ziele führen zu höherer Anstrengung und Leistung.

Zähle Stärken und Schwächen der Inhaltstheorien auf.

Stärken:
• Hinweis dafür, WAS Mitarbeiter motiviert
• Betont die Wichtigkeit von Anerkennung, Selbstwert, Unabhängigkeit, Verantwortung

Schwächen:
• Oft statisch und undifferenziert
• Kontext bleibt oft unberücksichtigt
• Folgerung, dass ein attraktives Angebot immer zu Mitarbeitermotivation führt

Wie funktioniert die Equity-Theorie nach Adams (Prozesstheorien)?

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Beschreibe die Equity-Theorie nach Adams (Prozesstheorien)?

Mitarbeiter vergleichen Arbeitsinputs und –outputs mit relevanten anderen und versuchen Ungleichheit zu eliminieren.

Output A / Input A < Output B / Input B
--> Inequity, unterbelohnt
Output A / Input A = Output B / Input B
--> Equity
Output A / Input A > Output B / Input B
--> Inequity, überbelohnt

Um Mitarbeiter zu motivieren, müssen deren Ergebnisse fair sein im Vergleich zu ihrem Input und im Vergleich zu dem Output von anderen.

Beschreibe die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie von Vroom (Prozesstheorien)?

• Annahme: Entscheidungsfindung ist rationaler Prozess
• Arbeitsmotivation hängt von dem wahrgenommenen Zusammenhang zwischen Anstrengung und Belohnung ab
• Dieser Zusammenhang wird ersichtlich durch einen kognitiven Prozess in dem Mitarbeiter folgendes beurteilen:
- Nettowert des Resultats abhängig von der Anstrengung
- Wahrscheinlichkeit, dass Leistung zu positiv bewerteten Resultaten und Belohnung führt
- Ob es eine Verbindung zwischen Anstrengung und Leistung gibt

Erkläre die Begriffe der Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie von Vroom (Prozesstheorien)?

Valenz:
bewerteter Nutzen des angestrebten Ereignisses z.B. “Mein Traum ist es CEO von Coca-Cola zu werden.”

Instrumentalität:
Einschätzung, inwieweit mit einer bestimmten Handlungsalternative das gewünschte Ziel zu erreichen ist z.B., Bachelorabschluss in St.Gallen, Master-abschluss in Harvard, Erfahrung bei McKinsey…

Erfolgserwartung:
subjektive Einschätzung, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ziel erreicht wird z.B. ist das überhaupt realistisch?

Wie können Führungskräfte die Erwarungstheorie von Vroom beeinlfussen?

Führungskräfte können folgendes beeinflussen

• Valenz: die Attraktivität des Resultats erhöhen
• Instrumentalität: den Mitarbeitern helfen, die Erwartung an die Resultate ihrer Leistung neu zu bewerten
• Erwartungen: die Wahrnehmung der Mitarbeiter, dass ihre Anstrengung in erfolgreicher Erledigung der Aufgabe resultiert, erhöhen

Étudier