Opioide & andere starke Analgetika

Opioide & andere starke Analgetika

Opioide & andere starke Analgetika


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Opioide und starke Analgetika, geeignet für Universitätsniveau. Sie behandeln die Wirkungen von Opioiden wie Morphin, Fentanyl und deren Derivate, sowie die Bindung an Rezeptoren und die Signaltransduktion. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich mit der Pharmakologie und den Mechanismen dieser starken Schmerzmittel vertraut machen möchten.
Karten
50
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
29.07.2016 / 29.07.2016

Lernkarten

Schmerzverarbeitung Schaubild

Mediatoren des Schmerz: Schaubild Schmerzauslösende und Schmerzhemmende

Einteilung der Opioide nach Herkunft und Funktio

• Endogene Opioid-Peptide

• Opium-Alkaloide (Morphin-Wirktyp)

• Halbsynthetische Opioide

• Vollsynthetische Opioide


Einteilung nach Funktionalität:

1. Agonisten (Morphin etc.)

2. Antagonisten (Naloxon), löst nicht Schmerz aus sondern antagonisiert nur Rezeptor

3. Partielle Agonisten (Buprenorphin)

4. Gemischte Agonisten/Antagonisten (Pentazocin)

Opioid-Rezeptoren: Rezeptor-Typ, welcher Bestandteil bindet Ligand? Wie wird die Lokalisation/Aktivität moduliert? Welche Wirkungen entfalten sich durch Binden von Liganden? Welche Typen gibt es?

•Gi/G0-gekoppelte GPCRs 

• Extrazellulärere N-Terminus bindet Ligand

• Intrazellulärer C-Terminus ist an Signaltransduktion beteiligt

• Modulation der Aktivität/Lokalisation: durch Phosphorylierung

• Protektive Wirkungen für Organismus

• Sedativ, atemdepressiv, antitussiv, dysphorisch (Stimmung sinkt), miotisch, antidiuretisch, obstipierend (durch Wasserretention)

Vier Typen:

1. MOP (M = µ = Morphin: greift hier hauptsächlich an; OP = Opioid)

2. KOP (K = κ = Ketocyclazocin)

3. DOP (D = δ = deferens; im Vas deferens der Maus gefunden): analgetische Wirkung umstritten

4. NOP = ORL (N = Nociceptin; ORL = opioid-receptor-like): 

• bindet keine Opioide vom Morphin-Typ

• selektiver endogener Agonist: Nociceptin

MOP = µ-Rezeptoren

• Alle Opioid-Analgetika vom Morphin-Typ haben Präferenz

• Vermittelt analgetische Wirkung (hauptsächlich)

• Vermittelt unerwünschte Nebenwirkungen

KOP = κ-Rezeptoren

• analgetisch, aber erhebliche Nebenwirkungen

• bei gemischten Agonisten/Antagonsiten (Pentazocin, nicht in De zugelassen, aber in USA)

Übersicht Opioidrezeptor-Wirkungen

Wo ist eine hohe μ-Rezeptordichte aufzutreffen?

an allen synaptischen Schaltstellen der Nozizeption:

Rückenmark, Thalamus, Hypothalamus, limbisches System, Striatum, Formatio reticularis.

Opioid-Rezeptor Signaltransduktion

a) Öffnung postsynaptischer Kalium-Kanäle: HYPERPOLARISATION

b) Schließung präsynaptischer Ca2+-Kanäle: Substanz P und Glutamat-Freisetzungshemmung.
→ Verminderung der Erregbarkeit von Neuronen! (Wirkung an Ionenkanälen)

Opioid Rezeptor Signaltransduktion normal vs mit Opioid-Agonisten

Was sind die natürlichen, endogenen Liganden der Opioid-Rezeptoren? Woraus bestehen sie? Leu-Enkephalin Sequenz

Enkephaline und Endorphine:

• Oligopeptide, keine Morphinalkaloide

• Entstehen aus Präkursor-Proteinen (ein großes Protein, aus der Sequenz abgeschnitten wird)

• Gemeinsame Teilsequenz: Tyr-Gly-Gly-Phe

• Tyr ist für die Bindung an die Opioid-Rezeptoren wichtig.

Leu-Enkephalin: Tyr-Gly-Gly-Phe-Leu

Stärkster endogener Agonist am µ-Rezeptor

β-Endorphin: Tyr-Gly-Gly-Phe-Met

Stärkster endogener Agonist am κ-Rezeptor

Dynorphin: Tyr-Gly-Gly-Phe-Leu

Stärkster endogener Agonist am δ-Rezeptor

Met-Enkephalin: Tyr-Gly-Gly-Phe-Met

Morphin

Analgetikum: Opioid

• Therapeutischer Goldstandard

• Enthält Teilstruktur (Tyramin) der Enkephaline:

Morphin Struktur sterisch

Wannenform durch Dobi begünstigt

SAR des Morphin

Modell des Opiatrezeptors

Ligandbindung am Opiatrezeptor

Tyraminstruktur ist Vorausetzung!


protonierter N17: bindet an Asp147
phenolische OH: bindet an His297 → Codein (Methoxygruppe) bindet kaum

Antagonisten:

• binden tiefer in die Bindungstasche

• Substituent am N17: liegt zwischen Transmembranäre Domänen TM3 und TM6

Übersicht der Strukturklassen + Beispielstruktur

Metabolismus von Morphin und Codein: Welche Enzyme beteiligt? 

CYP2D6 um Codein zu Morphin umzuwandeln durch Demethylierung

CYP3A4 um bei beiden N-Desalkylierung durchzuführen

Wie wird bei Dihydromorphinderivaten die analgetische bzw. antitussive Wirkung strukturell determiniert? Beispiele an Vertretern

Analgetika: freie phenolische OH-Gruppe z.B. Hydromorphon, Oxycodon und Buprenorphin

Antitussiva: Phenolether! z.B. Dihydrocodein u. Oxycodon

Hydromorphon

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

Hydrocodon

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

Buprenorphin

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

 

• C-Ring überbrückt

• Partialagonist am µ-Rezeptor

• Antagonist am κ-Rezeptor

• Auch zur Substitution von Opioidabhängigen

Codein

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

Dihydrocodein

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

Oxycodon

Analgetikum: Opioid (Dihydromorphinderivat)

Morphinan

„abgespecktes Morphin “:

• Etherbrücke fehlt (an 4, 5)

• Doppelbindung fehlt (an 7, 8)

• Alle vier Ringe A-D.

ABER: Ring C in Sesselform.

• 3 chirale C-Atome

Benzomorphan

„abgespecktes Morphin “:

• Ring C fehlt (→ Trizyclus)

• geänderte Zählweise!

Dextromethorphan

Antitussivum: Opioid (Morphinan-Derivat)

rechtsdrehend, methyliert: Antitussivum (vollsynthetisch aus Cyclohexanon etc. darstellbar)

• geringe Affinität zu µ-Rezeptor

• Wirkung über NMDA- und Sigma-Rezeptoren (?)

Pentazocin

Analgetikum: Opioid (Benzomorphan-Derivat)

in De NICHT im Handel!

Pethidin

Analgetikum: Opioid 

• synthetisches, abgespecktes Morphin
• Tyraminstruktur (keine phenolische OH!)
Metaboliten: •

Nor-Pethidin wirkt antikonvulsiv
• Esterhydrolyse: → Inaktivierung!

Levomethadon

Analgetikum: Opioid

Methadon: ist Racemat aus S- & R-Enantiomer

• ist das S-Enantiomer: doppelt so wirksam wie rechtsdrehendes Enantiomer

• peroral gute BV (im ggs. zu Morphin)

• langsamer Wirkungseintritt (30 min, kein Kick!) → Substitution bei Opioidabhängigen

Piritramid

Analgetikum: Opioid (Methadon-Derivat)

• i.v.-Applikation, da rel. polar und wasserlöslich

• zur operativen und postoperativen Schmerzkontrolle

Fentanyl

• geringe Nebenwirkungen!

• schneller Wirkungseintritt!

• kurze Wirkung und keine Kummulation oder aktiven Metabolite!

• 100-fach stärker analgetisch wirksam als Morphin

• kurze HWZ von 30 min, Metabolismus via CYP3A4: Nor-Fentanyl ist aktiver Metabolit
• TTS, da klein und lipophil

Fentanyl Bindung an Opioidrezeptoren

Zentraler Piperidinring ist für Bindung an µ-Rezeptor (Asp147) essentiell; ähnliche Bindung an µ-Rezeptor wie Morphin:

Remifentanyl

Analgetikum: Opioid (Fentanyl-Derivat)

Remifentanil aufgrund der spaltbaren Ester sehr kurz wirksam: → Kurzzeitnarkose!

Alfentanyl

Analgetikum: Opioid (Fentanyl-Derivat)

Sufentanil

Analgetikum: Opioid (Fentanyl-Derivat)

Étudier