VersR


J. C.
Diese Lernkarten behandeln das öffentliche Versammlungsrecht auf Universitätsniveau, mit Fokus auf rechtlichen Grundlagen und Verfahren. Sie decken Themen wie Ermächtigungsgrundlagen, Anwendungsbereich des bayerischen Versammlungsgesetzes, sowie Rechtsschutzmöglichkeiten gegen versammlungsrechtliche Verfügungen ab. Besonders relevant sind die Artikel 15 und 13 des bayVersG, die Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten regeln. Diese Karteikarten sind ideal für Jurastudierende und Praktiker, die sich mit Versammlungsrecht auseinandersetzen, um die rechtlichen Grundlagen und praktischen Anwendungen zu verstehen.
Flashcards
7
Students
1
Language
German
Category
Law
Level
University
Created / Updated
04.01.2015 / 13.11.2016

Flashcards

Polizeifestigkeit des VersammlungsR - Bedeutung

-> Spezialnormen (z.B Art.15 bayVersG) sperren Rückgriff auf allg. PolizeiR

=> nur b. versammlungsbezogenen Maßnahmen!

-> auch Verdrängung anderer Vorschriften, z.B. BImSchG bei Lautsprechereinsatz, StVO komplett

typische Rechtsschutzmöglichkeiten

- Fortsetzungsfestellungsklage, §113 I 4 VwGO analog

- vorläufiger Rechtsschutz, §80 V 1 VwGO

   -> insb. gg. Auflagen nach Art.15 I bayVersG

Anwendungsbereich bayVersG - Schema

I) kein BundesVersG, sondern bayVersG, da Bayern hiervon Gebrauch gemacht

II) sachl. Anwendbarkt., Art.2 bayVersG: Zusammenkunft v. min. 2 Personen zur gemeinschaftlichen, überwiegend auf die Teilhabe an der öff. Meinungsbildung gerichteten Erörterung oder Kundgebung, Art.2 I

   1) gemeinsamer Zweck: Abgrenzung Versammlung / Ansammlung (keine innere Verbundenheit)

   2) qual. Anfdrg. an Zweck: enger Versammlungsbegriff (hM) -> kollektive Meinungskundgabe, muss nicht verbal erfolgen (auch Tanzveranstaltungen, wenn z. Meinungskundgabe)

   3) Öffentlichkeit: Teilnahme jedermann mögl.

   4) Abwehr versammlungsspezif. Gefahren

III) zeitl. Anwendbarkt.

   1) Vorfeldmaßn.: Rspr. (-), verfassungskonf. Auslegung d. polizeirechtl. Befugnisnorm

   2) während Versammlg. (+)

   3) nach Abschluss d. Vers. (-), unstr. (Ausnahme: Folgeversammlung)
 

Ermächtigungsgrundlagen im VersR

I) in geschlossenen Räumen

- Art.10-12 bayVersG

- Bild- & Tonaufnahmen, Art.9 I bayVersG

- Anwesenheitsrecht d. Polizei: (+), Art.4 III 1 Nr.2 bayVersG

II) unter freiem Himmel

- Art.13-16 bayVersG

- Bild- & Tonaufnahmen, Art.9 II bayVersG

-Anwesenheitsrecht d. Polizei: (+), Art.4 III 1 Nr.1 bayVersG

Rechtsschutz gegen versammlungsrechtliche Verfügungen gem. Art.15 bayVersG - Zulässigkeit

A) Zulässigkt.

I) VerwRWeg (+)

II) statthafter RBehelf:

1) Hauptsacheverfahren

a) Anf.Klage (§42 I Alt.1 VwGO) gg. Verfügg. gem. Art.15 I-III bayVersG

b) idR. Forts.Festst.Klage §113 I 4 VwGO analog, da Erledigg. vor Klageerhebung (nach Klageerhebg. §113 I 4 VwGO direkt)

2) vorläufg. RSchutz (§80 V VwGO)

a) §80 V 1 Var.2 VwGO, wenn Verfügg. m. AO d. Sofortvollz. (§80 II 1 Nr.4 VwGO), bzw. §80 V 1 Var.1 VwGO b. Maßn. e. Polizeivollz.Beamten (§80 II 1 Nr.2 VwGO)

b) §80 V 1 Var.1 VwGO, wenn Verfügg. gem. Art.15 IV, VI bayVersG

III) Klagebefugn. (Art.2 I, 8 GG); ggf. Art.19 III GG, wenn jur. Pers.

IV) ggf. Klagefrist, (P) b. FFK

V) bei FFK: berechtigtes Festst.Interesse aus

1) schweriwegd. GRBeeinträchtigg- / Rehabilitationsinteresse

2) Wiederholungsgefahr, wenn unter iW. unveränderten Umständen m. gleichartigem VA zu rechnen

VI) Beteiligtenfäh. gem. §61 Nr.2 VwGO, wenn Verein

B) Begründetheit -> siehe Übersicht

 

Rechtsschutz gegen versammlungsrechtliche Verfügungen gem. Art.15 bayVersG vor Versammlungsbeginn - Begründetheit

A) form. RM

I) Zustä.: Art.24 II bayVersG -> KV-Behörden, ab Beginn d. Versamml. Polizei

II) Verf.: Art.28 I bayVwVfG (idR. iRd. Kooperationsgesprächs

III) Form

B) mat. RM

I) Anwdbkt. d. bayVersG

II) hinreichd. Bestimmtht. d. Verfügg. (Art.37 I bayVwVfG); (P) b. Straßenrouten- / Kleidungsauflagen

III) TB

1) Verbots-/Auflösungsgrund

a) Verbot vor Versammlungsbeginn gem. Art.15 II bayVersG

-> lex specialis zu Abs.1

b) Verbot vor Versammlungsbeginn gem. Art.15 I bayVersG

aa) Betroffenht. e. Schutzguts

(1) öff. Sicherheit

(2) öff. Ordnung, (P) Kundgabe nationalsozialist. Gedankengutes

bb) unmittelb. (nicht abstrakte!) Gefahr (+), wenn hohe Schadenswahrsch. auf ausreichd. Tatsachengrdl. -> Straftaten v. Veranstalter begangen / gefördert (restriktive Auslegg.); massive Unfriedlichkt.d. Veranstaltg. (OWiG, VereinsG, bayVersG, StGB, etc.)

2) versammlungsrechtl. Verantwortlkt. (Störer): grds. Veranstalter, Art.13 bayVersG; Verantwortlkt. nach allg. polizeirechtl. Kriterien zu beurteilen:

a) Verhaltensstörer: hohe Wahrsch. f. Gefährdg.Potenzial f. Güter m. Verfassungsrang

wenn (-) ->

b) Zweckveranlasser; (P) Anwdbkt., hM (+); Veranslassg. subj./obj. zu bestimmen?

c) Notstandspflichtiger

IV) RF: Maßnahmen nach Art.15 I, II bayVersG (beschränken / verbieten als letztes Mittel & nicht b. öff. Ordnung allein), wenn nicht gezielt gg. Art.8 GG

-> pflichtgem. Ermessen

Rechtsschutz gegen versammlungsrechtliche Verfügungen gem. Art.15 bayVersG nach Versammlungsbeginn - Begründetheit

A) form. RM

I) Zustä.: Art.24 II bayVersG

II) Verf.: grds. Art.28 I bayVwVfG, entbehrlich gem. Abs.2 Nr.4, wenn Auflösung als Allgemeinverfügung

III) Form

B) mat. RM

I) Anwdbkt. d. bayVersG

II) Bestimmtheit (Art.37 I bayVwVfG) d. Auflösungsverfügg.: eindeutig & unmissverständlich

III) TB

1) Auflösungsgrund: Art.15 IV bayVersG -> Abs.2 / 1 oder gerichtl. Beschränkg. zuwidergehandelt

2) versammlg.rechtl. Verantwortlkt., Art.13 I bayVersG

IV) RF

1) Ermessen ("kann", Art.15 IV)

a) Verbot unverhältnismäßig, wenn nur Verstoß gg. Anmeldepfl. (Art.13 I bayVersG); beachte auch Spontanversammlg. (Art.13 IV bayVersG)!

b) Standardmaßn. aus PAG als "Minus-Maßn." zulässig: weniger belastende Maßn. aus PAG ggü. bayVersG -> Ermächtigg.Grdl. dann Art.15 IV bayVersG iVm. Art.xy PAG; (P) Einkesselung bzgl. Persönlichkeitsrecht idR. rechtswidrig; insb. nach Auflösung, da Mögl. genommen wird, Veranstaltungsort wie gesetzl. angeordnet (Art.5 III bayVersG) zu verlassen

c) Auswahlermessen b. Störermehrheit

2) Auflösungspfl. b. verbotener Versammlung, Art.15 VI bayVersG

=> mit erfolgter Auflösung endet Anwendungsbereich d. bayVersG -> Folgemaßn. nach PAG

 

 

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