Nutzpflanzenkunde 1
Grundstudiumsmodul Ökologische Agrarwissenschaft
Grundstudiumsmodul Ökologische Agrarwissenschaft
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Lernkarten
Definieren Sie den Begriff Futterbau
- Versorgung eines angemessenen Viehbestandes mit vollwertigem Futter
- Verfügbarkeit von Grün- und Gärfutter, Heu und anderen Trockenfutters, im wechselnden Verlauf der Jahreszeiten, im richtigen Verhältnis sicherstellen (angepasst an die physiologischen Anforderungen der Tiere)
- Sicherstellung der Versorgung in der langen Winterzeit durch:
- Winterzwischenfrüchte und anderes Frischfutter
- planmäßige Bevorratung möglichst hochwertiger Futterkonserven
Was versteht man unter Grundfutter
- wird im Verlauf seines Wachstumszyklus genutzt, auf jeden Fall bevor das Leben der Pflanze vollendet ist!
- wird dem Vieh im frischen oder konservierten Zustand verabreicht
- soll den Erhaltungsbedarf, sowie einen möglichst großenTeil des Leistungsbedarfs der Tiere decken
- wird im Idealfall auf dem Betrieb selbst produziert und verbraucht
Nennen Sie Unterschiede zwischen Feldfutterbau und
Dauergrünland!
Dauergrünland:
- Nutzungsdauer über 5 Jahre (bis mehrere100J.)
- wird nur noch äußerst selten anthropogen angelegt
- kein Anbau von Feldfrüchten - Nutzung der Aufwüchse als Viehfutter (Schnitt- u. o. Weidenutzung)
- landwirtschaftliche Nutzung schwieriger Standorte
- nachhaltige Landnutzung- Abiotischer Ressourcenschutz
- (Boden, Wasser Luft)
- Erhaltung bzw. Erhöhung der Biodiversität - Biotischer Ressourcenschutz (Biotop- und Artenvielfalt)
- Erhaltung von Erholungsraum Ästhetischer - Ressourcenschutz (Landschaftsbild)
Feldfutterbau (FFB):
- Nutzungszeit < 5 Jahre (i. d. R. 1-2-jährig)
- Eingliederung in die Fruchtfolge der Feldkulturen (Gras-, Kleegras-,o. Luzerne-Kleegras-Mischungen) - zum Feldfutter gehören aber auch Ackerkulturen wie Silomais u. Futtergetreide, ganz selten noch Futterrüben
- Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit sowie des Bodenschutzes, durch das Einschalten überjährigen FFB in die Fruchtfolgeglieder der Ackerkulturen
- Ergänzung des (Dauer-)Grünlandfutters bezüglich Menge und Qualität
- leichtere Bestandesführung im Hinblick auf Ertrag und Inhaltstoffe
- Erzielung höherer Energie-Erträge
- Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gesamtbetriebes durch Leistungssteigerung in der Tierproduktion
Aufgaben u. Nutzen des FFB spez. im ÖL:
- Regulation von Samen- und Wurzelunkräutern (z.B. Bekämpfungvon Disteln über den Anbau von mehrjährigem Kleegras)
- N-Fixierung / N-Import in den Betriebskreislauf (durch hohen Leguminosenanteil)
- Eindämmung von ackerkulturspezifischen Schädlingen und Krankheiten ganzjährige Bodenbedeckung gutes Mikroklima, verminderte Erosionsgefahr
- Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit / Vielfalt u. Auflockerung der Fruchtfolge
Welchen wirtschaftlichen Wert FFB:
- Veredelung des Grundfutters durch Viehwirtschaft
- hohe Vorfruchtwirkung für nachfolgende Marktfrüchte
- hervorragende Bodengare
- hohe Mengen an Ernterückständen (Kleegras 40-65 dt/ha; Getreide 15 dt/ha, Hackfr. 5-10 dt/ha)
- Leistungssteigerung des Bodens durch längere Ruhezeiten des Bodens - besonders bei überjährigem FFB
Nennen Sie Unterschiede zwischen natürlichem und absolutem
Grünland!
natürl. Grünland:
- ohne menschliche Eingriffe entstanden
- klimatisch & edaphisch(bodenbedingt) bedingt
absol. Grünland:
- Grünland auf nicht ackerfähigen Standorten
- zu feucht, trocken, flachgründig, steil,
- kurze Vegetationszeit
Wieviel Dauergrünland(DG) gibt es in Deutschland und wie ist die
Relation zur Verbreitung in der Welt?
DG in % der LF (landwirtschaftlich genutzte Fläche)
in Deutschland = ca 30%
in Europa 38%
in Nord- u. Mittelamerika 55%
in Asien 60%
in Südamerika 75%
in Afrika 80%
in Ozeanien 90%
in der Welt 70%
Was unterscheidet ein Grünland von einem Ackerbau-Ökosystem?
- Störung natürlicher Abläufe mit der Gefahr der Beeinträchtigung von Stabilität und Selbstregulation erfolgt bei der Bewirtschaftung von Grünland wesentlich geringer
- Grünland steht der Klimaxvegetation wesentlich näher als Ackerland
- Auftreten zahlreicher verschiedener Grünlandökosysteme, aufgrund unterschiedlichster Standortbedingungen (Boden, Klima, Licht)
- auf Grund fehlender Bodenbearbeitung und dauerhafter Bodenbedeckung, nimmt Grünland einen hohen Stellenwert für die ökologische Stabilität der landwirtschaftlich genutzten Landschaft ein
- Nitrataustrag ins Grundwasser geringer als auf Ackerstandorten
Grünland = Mittelstellung zwischen natürlichen und ackerbaulich genutzten
Ökosystemen
Grünlandstandorte = wichtige Schnittstelle zwischen Kulturlandschaftspflege,
Naturschutz und der Erhaltung genetischer Ressourcen
Was ist Klimaxvegetation?
- weitgehend stabiler Endzustand einer Vegetation, welche sich unter bestimmten klimatischen und edaphischen Bedingungenim Laufe der Sukzession herausgebildet hat
Die Sukzession strebt nach der effektivsten Ausnutzung der Ressourcen
eines Standortes.
Klimaxvegetationen sind Pflanzengesellschaften, die, standortbezogen, die
größte Produktion an Biomasse zulassen. Mit dem Eintreten des “Klimaxzustandes“
hat sich ein selbstregulatorisches System entwickelt, das bei
unveränderten äußeren Einflüssen für lange Zeit stabil bleibt, also keine
größeren Veränderungen in der Zusammensetzung der Biozönose zu läßt.