Notfälle

in der Zahnarztpraxis: Diagnose und Ersthilfe

in der Zahnarztpraxis: Diagnose und Ersthilfe


M. K.
Diese Lernkarten behandeln medizinische Notfälle auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Schlaganfälle, Asthma und akute Koronarsyndrome. Sie decken Symptome, Diagnosen und Therapien ab, einschließlich Medikamenten wie β2-Sympathomimetika und Glukokortikoiden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Notfallmediziner, die schnelle und präzise Handlungsanweisungen benötigen.
Karten
8
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
03.05.2015 / 14.02.2021

Lernkarten

Aufgabenverteilung innerhalb des Praxisteams?

Notfallrufnummern?

Zahnarzt am Patient

Erste Helferin am Telefon

Zweite Helferin am Patient und Notfallkoffer

Notfallrufnummern: 112 oder 19222

Vagovasale Synkope:

1. Definition?

2. Diagnostik?

3. Therapie?

4. Differentialdiagnose?

1. Kurzer Bewusstseinsverlusts bei Blutdruck und Pulssequenzabfall infolge peripherer Vasodilatation

2. Kurze Bewusstlosigkeit. Puls flach, fadig, bradykard, evtl. später tachykard. Blutdruck hypoton (<100 mmHg systolisch). Atmung normal bis tachypnoeisch

3. Ansprache, Schmerzreiz setzen, Trendelenburg-Lagerung (Schräglagerung des Patienten, 20-30°, Kopf nach unten, Beine nach oben), evtl. Symphatomimetika

4. Vagusreiz durch Schmerz, psych. Belastung, Hypotonie, Hypovolämie.

 

Akutes Koronarsyndrom:

1. Definition?

2. Symptome?

3. Therapie?

1. Das akutes Koronarsyndrom (ACS; acute coronary syndrome) beschreibt ein Spektrum von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die durch den Verschluss oder die hochgradige Verengung eines Herzkranzgefäßes verursacht werden. Es reicht von der Angina pectoris bis zum Herzinfarkt.

2. Heftiger, stechender Schmerz und/oder Engegefühl in der Herzgegend, evtl. mit Ausstrahlung in den linken Arm (20%). Tachykardie. Flache, schnelle Atmung. Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen. Schwitzen und Angst. 15%-20% des AMI sind stumme Infarkte*.

3. Behandlungsabbruch. Halbsitzende Position. Notruf absetzen. Beruhigen, evtl. Sedierung: z.B. 5mg Valium i.v. (oder Diazepam, Midazolam), keinerlei Bewegung. 2 Hübe Nitroglycerin-Spray oder Kapseln sublingual. Evtl. i.v. Zugang legen ("periphere Verweilkanüle"). Evtl. Sauerstoffgabe 6-8l/min (wird nicht mehr zwingend empfohlen). Puls- und Blutdruckkontrolle. Kardio-pulmonale Reanimation falls kein Kreislauf mehr tastbar.

Die Gefahr des Herzstillstandes durch Kammerflimmern ist in der ersten Stunde am größten. Nur durch eine rasch einsetzende Herz-Lungen-Wiederbelebung durch Ersthelfer und Rettungsdienst kann in diesem Fall der Tod oder schwere Schäden durch Sauerstoffunterversorgung des Gehirns verhindert werden. Durch eine Defibrillation durch medizinisches Fachpersonal oder mittels eines öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillators, der durch Laien bedient werden kann, besteht die Möglichkeit, dass das Kammerflimmern gestoppt wird und sich wieder ein stabiler Eigenrhythmus einstellt.

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* bei etwa 25 % aller Herzinfarkte treten nur geringe oder keine Beschwerden auf (sog. stummer Infarkt, v.a. bei Diabetikern und Alten).

Akuter Asthmaanfall:

1. Vorbeugung?

2. Diagnose?

2. Maßnahmen?

1. Patient fragen, ob er/sie ein Spray mit sich führt!

2. Obstruktion der bronchien, hochgradige Dyspone, verlängertes Expirium, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, kalt-schweissige Haut, Angst, Unruhe, graues Hautkollorit.

3. Der akute Asthmaanfall kann dramatisch verlaufen. Die Maximalvariante, der sogenannte Status asthmaticus, stellt eine unmittelbare Lebensbedrohung dar. Es wird folgendes Vorgehen empfohlen:

Sauerstoffzufuhr über Maske, um eine Sauerstoffsättigung von mehr als 90 %, bei Schwangeren und Patienten mit Herzkrankheiten mehr als 95 %, zu erhalten.

Bronchodilatation: kurzwirksame β2-Agonisten inhalativ (z. B. Salbutamol), bei Bedarf auch subkutan oder intravenös. Zusätzlich kann das ein Anticholinergikum Ipratropiumbromid inhalativ gegeben werden.

Entzündungshemmung: Kortikosteroide intravenös

Eine weitere Bronchodilatation kann durch die intravenöse Verabreichung von Magnesiumsulfat erreicht werden

Bei ungenügendem Ansprechen auf obige Medikamente sollten zusätzlich Xanthine gegeben werden, wie z. B. Theophyllin i.v. oder eventuell das Narkotikum Ketamin.

Astma: Medikamente mit potentiell asthmaverstärkender Wirkung?

Zu den Medikamenten, die bei Patienten mit Asthma zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Anfällen (Exazerbationen) führen können, gehören folgende Schmerzmittel:

1. Acetylsalicylsäure (Aspirin),

2. Paracetamol (extrem selten)

3. Nichtsteroidale Antiphlogistika.

Speziell der Einsatz von Betablockern ist bei Patienten mit Asthma manchmal kontraindiziert, da eine dadurch ausgelöste Bronchialverengung möglich ist. Dies gilt selbst für β1-selektive Rezeptorblocker und für die lokale Anwendung (etwa bei Augentropfen gegen ein Glaukom). Es stehen Alternativen aus anderen Medikamentenklassen zur Verfügung.

Asthma-Stufentherapie? (d.h. Dauermedikation?)

Dauermedikation („Controller“)

Stufe 1: (Intermittierendes Asthma): Eine Dauermedikation ist nicht erforderlich.

Stufe 2: (Leichtgradiges Asthma): Inhalation von niedrigdosierten, lokal wirksamen Glukokortikoiden (Budesonid, Beclometason, Fluticason, Mometason, Ciclesonid), eventuell oral ein Leukotrienrezeptor-Antagonist (Montelukast); die Alternative Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Nedocromil) ist nur in besonderen Fällen in der Therapie von Kindern und Jugendlichen in Betracht zu ziehen.

Stufe 3: (Mittelgradiges Asthma): Inhalation von lokal wirksamen Glukokortikoiden in mittlerer Dosierung. Zusätzlich lang wirksame β2-Sympathomimetika inhalativ (Salmeterol oder Formoterol), zusätzlich gegebenenfalls oral verzögert wirksames β2-Sympathomimetikum und Theophyllin-Präparat (PDE-Hemmer); auch hier eventuell ein oraler Leukotrienantagonist.

Stufe 4: (Schweres Asthma): Ein hoch dosiertes inhalatives und ein systemisches Glukokortikoid (z. B. Prednisolon), zusätzliche Medikamente wie bei Stufe 3.

Bei allen Schweregraden können bei Bedarf kurzwirksame β2-Sympathomimetika inhaliert werden („Reliever“).

Beim allergischen Asthma wird bei Kindern zum Teil manchmal noch auf Cromoglicinsäure, Nedocromil oder Montelukast zurückgegriffen. Eine wirksamere Therapie ist ein inhalatives Corticosteroid. Alle genannten Medikamente werden hauptsächlich zur Vorbeugung gegen Asthmaanfälle eingesetzt („Controller“), sie müssen also, um eine ausreichende entzündungshemmende Wirkung zu erzielen, langfristig, wenn nicht dauerhaft eingesetzt werden.

Schlaganfall (Apoplexie, Zerebraler Insult): Symptome?

 

Als Zeichen eines Schlaganfalles können plötzlich, und je nach Schweregrad auch gleichzeitig, mehrere Symptome auftreten:

1. Sehstörung auf einem oder beiden Augen (evtl. einseitige Pupillenerweiterung), Gesichtsfeldausfall, Doppelbilder

2. Fehlende Wahrnehmung eines Teils der Umwelt oder des eigenen Körpers (Neglect)

3. Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Gangstörung, Gleichgewichts- oder Koordinationsstörung (Ataxie)

4. Taubheitsgefühl

5. Lähmung oder Schwäche im Gesicht, in einem Arm, Bein oder einer ganzen Körperhälft (evtl. hängender Mundwinkel, Unfähigkeit Stirn zu runzeln (Fazialis ist betroffen)

6. Verwirrung, Sprach-, Schrift- oder Verständnisstörung oder Verständigungsstörung

7. Stärkster Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache bei evtl. entgleistem Blutdruck

8. Schluckstörungen (Dysphagie)

9. Orientierungsstörungen

Schlaganfall (Apoplexie, Zerebraler Insult): Maßnahmen?

1. Sofort Notarzt rufen! Thrombolyse möglich innerhalb der ersten 4h ("time to needle")!

2. Patient beruhigen.

2. Blutdruck messen

3. O2-Gabe 6-8l/min

4. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage

5. Evtl. i.v.-Zugang ("periphere Verweilkanüle"), evtl. Antihypertensivum applizieren

 

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