Nierenphysiologie
Textfragen zur Nierenphysiologie
Textfragen zur Nierenphysiologie
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Lernkarten
2. Aufgaben der Niere
(6 Punkte)
- Ausscheidung harnpflichtiger Stoffwechselendprodukte + Fremdstoffe --> werden filtriert u/o sezerniert
- Konservierung erhaltenswerter Substanzen (Glucose, AS) --> entweder gar nicht erst filtriert oder filtriert und wieder resorbiert
- Kontrolle des Volumens und Zusammensetzung extrazellulärer Flüssigkeit (inkl. Blutplasma)
Regulation des Säure-Basen-Haushalts durch Ausscheidung eines sauren oder alkalischen Urins
Hormonbildung: Erythropoietin, Thrombopoietin, Calciferol, Renin (Enzym) → Angiotensin II (Blutdruck) u.a.
Hormonwirkung: Antidiuretisches Hormon (ADH) Aldosteron, Atriopeptin (ANF), u.a.
4. Glomeruläre Filtration
Glomeruli & Bowman'sche Kapsel
- Durchmesser Glomeruli: 200 μm -->
bestehen aus: äusserem und innerem Blatt der Bowman'schen Kapsel; aus den dem Vas afferens entspringenden 5-6 glomerulären Kapillaren, die sich wieder zum Vas efferens vereinigen - Zwischen Kapillaren und zwischen Vas afferens und efferens befinden sich Mesangiumzellen --> können sich kontrahieren und betreiben Phagozytose (Reinigung des Filters)
4. Glomeruläre Filtration
3 Schichten des glomerulären Filters
Der glomeruläre Filter besteht aus 3 Schichten:
- fenestrierte Kapillarendothel
- Basalmembran
- Epithel des inneren Blatts der Bowman'schen Kapsel = Podozyten (Haben fussartige Forsätze). Zwischenräume = Schlitzporen
Limitierend für glom. Filtration: Poren der Basalmembran und der Schlitzmembran (bestehend aus Nephrin) sowie elektrische Ladung
4. Glomeruläre Filtration
Zusammensetzung des glomerulären Filtrats (=Primärharn)
- im Kapselraum der Bowman'schen Kapsel
- keine Blutzellen
- sehr geringe Menge kleiner Plasmaproteine
- Glucose, Na+, K+, Cl-,HCO3- entsprechen in ihrer Konz. der des Plasmas der glom. Kapillaren
- Ca2+- und Mg2+-Konzentrationen im glom. Filtrat = 50-60% der Plasmakonzentrationen, weil Ca2+- und Mg2+ teilweise an Plasmaproteine gebunden sind, welche nicht filtriert werden.
4. Glomeruläre Filtration
- Filtrationsdruck abhängig von...? (3 Drücke)
- Effektiver Filtrationsdruck
3 Drücke:
- Blutdruck der glom. Kapillaren (Pkap~ 50 mm Hg)
- Gegendruck in der Bowman'schen Kapsel (PBow ~ 12 mm Hg)
- kolloidosmotischer Druck des Plasmas (∏kap ~ 25 mm Hg)
Effektiver Filtrationsdruck:
--> Diese 3 Drücke ergeben den effektiven Filtrationsdruck = 50-12-25 = 13mm Hg = Triebkraft für glom. Filtration am Beginn der Kapillaren.
- wird entlang glom. Kapillaren allmählich geringer (aufgrund Zunahme der Proteinkonz. wegen glom. Filtration)
- Ca. 20% des durch die glom. Kapillaren fliessenden Plasmas wird filtriert --> erscheint im Kapselraum als Primärharn (Filtrationsfraktion).
- Abnahme der Filtrationsfraktion bei hohem renalen Plasmafluss, da das Blut die glomerulären Kapillaren rascher passiert.
4. Glomeruläre Filtration
Definition: Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)
Definition: Clearence
Def. GFR:
- Def.: der pro Min. in beiden Nieren gebildete Primärharn (ml)
- im Schlaf 30% niedriger als in Aktivitätsphase
- Mahlzeit + 30% (aufgrund Zunahme d. Nierendurchblutung
Def.: Clearence:
- Plasmavolumen, das pro Min. von einem Stoff völlig gereingt wird
--> Nur für Stoffe, die frei glom. filtriert und im Tubulussystem nicht resorbiert od. sezerniert werden gilt: Clearence= GFR
5. Die Funktion des Tubulussystems
Eigenschaften Primärharn / Endharn im Vgl. zu Blutplasma
Wie erfolgt Umwandlung Primärharn -> Endharn?
- Primärharn (=Glomerulusfiltrat) hat die gleiche Zusammesetzung wie Blutplasma ausser dass Harn praktisch proteinfrei ist
- Primärharn gelangt in Tubulussystem --> Veränderung seiner Zusammensetzung und starke Konzentrierung
- Volumen Endharn (Sekundärharn) beträgt ca 1% des Primärharnvolumens
- Endharn 4x höhere Osmolarität wie Blutplasma
- Umwandlung erfolgt durch tubuläre Resorption und tubuläre Sekretion
6. Tubuläre Resorption
Na+ und Cl- - Resorption
- Proximaler Tubulus
- > 99% an austauschbarem Na+ wird resorbiert (-> nur 1% ausgeschieden)
- 2/3 des glom. filt. Na+ und Cl- sowie H2O bereits im prox. Tubulus resorbiert
- im 1. Viertel des prox. Tubulus werden Glucose + AS quasi vollständig resorbiert --> Epithelzellen weisen luminal Bürstensaum und antiluminal Einstülpungen der Zellmembran auf
Na+ wird durch Na+-Cotransport-Systeme (mit Glucose, Aminosäuren) sowie durch einen Na+/H+-Austauscher der Bürstensaum-membran in Epithelzelle aufgenommen und durch die antiluminale Membran durch die Na+/K+-Pumpe in das Interstitium gepumpt
Durch die Absorption von Na+ und Cl- im prox. Tubulus wird H2O „iso-osmotisch“ mitgenommen.
6. Tubuläre Resorption
Na+ und Cl- - Resorption
- Henle-Schleife
- Im dicken aufsteigenden Ast der Henle-Schleife (wasserimpermeabel!) werden ca. 25% des glom. filtrierten Na+ und Cl- resorbiert. --> H2O dabei nicht resorbiert --> hypotone Flüssigkeit gelangt in distalen Tubulus
--> H2O (ca. 25% des glom. Filtrats) tritt im absteigenden dünnen Schenkel passiv entlang osmotischen Gradienten in hypertones Interstitium aus
- In luminaler Membran des aufst. dicken Schenkels ist Na+/K+/2 Cl--Cotransport-System -> in Epithelzelle.
--> Dieser Cotransport kann durch Schleifendiuretika (z.B. Furosemid, Lasix®) blockiert werden.
6. Tubuläre Resorption
Na+ und Cl- - Resorption
- Distaler Tubulus (Wie viel wird resorbiert, Kanäle, Pumpen, Transporter, H2O-Permeabilität, Regulation)
- 5-10% des glom. filtrierten Na+ und Cl- werden im distalen Tubulus resorbiert
- Resorption NaCl durch Na+/Cl--Cotransport (hemmbar durch Thiazid-Duretika) in der luminalen Membran
- Ferner Aufnahme Na+ durch Na+-Kanäle
- Ausschleusung von Na+ ins Interstitium durch Na+/K+-Pumpe der antiluminalen Membran, von Cl- durch Cl--Kanäle
- hohe H2O-Permeabilität --> Tubulusflüssigkeit wieder isoton zum Blutplasma
- Regulation der Na+-Resorption sowie NaCl-Cotransportes durch Nebennierenrindenhormon Aldosteron
--> viel Aldosteron, wenn wenig Na+ via Futter aufgenommen wurde (Na+-Mangel)
--> Aldosteron erhöht Na+-Resorption durch vermehrten Einbau luminaler Na+-Kanäle sowie von Na+/Cl--Cotransportern
6. Tubuläre Resorption
Na+ und Cl- - Resorption
- Sammelrohr (Wie viel resorbiert, Resorptionsarten, Regulation)
- nur ca. 2-5% des glom. filtr. Na+ und Cl- im Sammelrohr resorbiert
- Cl--Resorption durch Tight Junctions und durch Cl-/HCO3--Austauscher der luminalen Membran
- Aldosteron --> hält Na+-Haushalt konstant
- Amilorid (= K+-sparendes Diuretikum) --> hemmt reversibel aldosteronabhängigen Na+-Kanal
--> Na+-Kanal-Blocker hemmen Na+-Resorption im distalen Tubulus und Sammelrohr --> Na + und sekundär Cl-- und H2O-Ausscheidung steigen - Atriopeptin (Atriales Natriuetisches Peptid, ANP) --> in Vorhöfen des Herzens gebildet --> bei starker NaCl-Zufuhr ins Blut ausgeschüttet --> fördert Na+-Ausscheidung indem es GFR erhöht + Na+-Resorption im Sammelrohr hemmt
6. Tubuläre Resorption
K+-Resorption
Allgemeines
- > 98% K+ sind intrazelluär vorhanden--> geregelt aber nur extrazellulärer Anteil (1-2%)
- Geringe Änderung der K+-Plasma-Konzentration:
- Hypokaliämie--> Kontraktion der Skelettmuskulatur gesenkt (-->AP kann nicht ausgelöst werden)
- Hyperkaliämie --> Es kommt schnell zur Muskel-Kontraktion (Extremfall: Herzstillstand)
6. Tubuläre Resorption
K+-Resorption
- Prox. Tubulus (wie viel, Transport)
-Dist. Tubulus
- K+-Resorption durch Solvent drag etwa 60-70% des glom. filtrierten K+
- Tubulärer Transport von K+,Ca2+ und Mg2+.
- K+ in distalen Tubulusabschnitten wird je nach K+-Plasmakonzentration resorbiert od. sezerniert.
- Normalerweise 15% des glom. filtrierten K+ über Endharn ausgeschieden, da über Futter viel K+ aufgenommen wird --> ausgeschiedenes K+ ist z.T. sezerniertes K+
- K+-Mangel: nur noch Spuren von K+ über Endharn ausgeschieden
- Beim Wdk. wird mehr K+ über Endharn ausgeschieden als glom. filtr. --> hohe K+-Aufnahme via Futter und intensive K+-Sekretion
6. Tubuläre Resorption
H2O-Resorption
- Prox. Tubulus
- Henle-Schleife
- dist. Tubulus + Sammelrohr (Adiuretin)
prox. Tubulus:
- 65% des glom. filtr. H2O im prox. Tubulus iso-osmotisch resorbiert =>
Osmolarität der absorbierten Flüssigkeit = Osmolarität des Plasmas
Henle-Schleife:
- 20% des H2O verlassen absteigenden Ast der Henle-Schleife entlang osmotischen Gradienten, weil Umgebung hyperton --> Tubulusflüssigkeit damit auch hyperton
- keine H2O-Resorbtion im aufsteigenden Ast (H2O-impermeabel) --> infolge NaCl-Resorption im aufst. Ast gelangt hypotone Flüssigkeit in dist. Tubulus.
distaler Tubulus + Sammelrohr:
- H2O-Resorption von Adiuretin (ADH=Vasopressin) abhängig
--> bewirkt Einbau von H2O-Kanälen (=Aquaporine) in die luminale Membran des Epithels - Normalerweise H2O hier auf 0.05% des glom. filt. H2O resorbiert --> ausgeschiedener Harn ist hyperton
- Fehlt ADH --> viel hypotoner Harn (Wasserdiurese)
6. Tubuläre Resorption
Einfluss peritubulärer Faktoren auf die Flüssigkeitsresorption
- niedriger Blutdruck sowie hoher onkotischer Druck (Plasmaproteine infolge glom. Filtration konzentriert) in peritubulären Kapillaren begünstigt H2O-Resorption
9. Harnkonzentrierung
Allgemeines
- Max. Osmolarität des Endharns bei...
- Schw: 2-3x
- Msch, Pfd, Wdk: 3-4x
- Flfr: 8-10x
- Wüstentiere: 20x
... höher als diejenige des Plasmas bzw. Primärharns. - Harnkonzentrierung abhängig von:
- relativen Dicke des Nierenmarks bzw. der Länge der Henle-Schleifen
--> je länger desto tiefer ins Mark und je mehr Mark desto konzentrierter der Harn