Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz


Stefan Schmidt
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über Niereninsuffizienz, ihre Ursachen, Symptome und Therapien. Sie behandeln die verschiedenen Stadien der Nierenschädigung, von leichten Einschränkungen bis hin zum terminalen Nierenversagen, sowie die Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten wie Dialyse oder Nierentransplantation. Die Karteikarten eignen sich besonders für Medizinstudenten und Gesundheitsberufler, die sich mit den Grundlagen der Nierenfunktion und deren Störungen vertraut machen möchten.
Karten
13
Lernende
12
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
03.11.2013 / 31.05.2022

Lernkarten

Niereninsuffizienz - akute N.ins.?

  • nur wenn beide Nieren ausfallen
  • prärenales NV
    • am häufigsten
    • Gründe (RR-Abfall durch z.B. hypovolämischem, anaphylaktischem, septischem oder kardiogenem Schock )
  • renales NV
    • vaskuläre Störungen (z.B. Hypotrophie)
    • glomeruläre Störungen (z.B. Glomerulonephritis)
    • tubuläre Störungen (z.B. Tubulusnekrose)
  • postrenales NV
    • in ableitenden Harnwege
    • traumatisch oder durch Tumore
    • seltenste Form
    • Ureter, Blase, Urethra

Niereninsuffizienz - Definition chron. N.ins.?

irreversible Schädigung der exkretorischen und inkretorischen Funktion der Niere

  • Niere produziert Erythropoetin --> Anämie bei NV
  • Urämie

Eine chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) ist ein über Monate und Jahre zunehmender Verlust der Nierenfunktion, sodass die Niere ihre Aufgaben nicht mehr richtig wahrnehmen kann.

Niereninsuffizienz - Ätiologie?

  • 2/3 genetischer Defekt
  • 1/3 erworbene Defekte
    • größter Anteil Glomerulonephritis

Niereninsuffizienz - Symptome?

Frühsymptome

  • Müdigkeit
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Blässe
  • Polyurie
  • Polydipsie
  • Nykturie
  • Kinder: sekundäre Enuresis u. Gedeihstörung/Minderwuchs

Spätsymptome

  • Osteopathie
  • Hypertonie
  • Ödeme
  • Herzinsuffizienz (durch innere Vergiftung)
  • erosive Gastritis (Magen-Darm-Blutungen)
  • neurologische Symptome

Ebenfalls für eine fortgeschrittene chronische Niereninsuffizienz typische Symptome sind Juckreiz und Wadenkrämpfe; außerdem können die Betroffenen nach Urin riechen (Foetor uraemicus). Bei Frauen wirkt sich eine chronische Niereninsuffizienz manchmal auf den Menstruationszyklus aus: Es kommt zu Zyklusstörungen oder die Menstruation bleibt ganz aus. Bei Männern kann ein chronisches Nierenversagen zu Impotenz führen.

Darüber hinaus wirkt sich die chronische Niereninsuffizienz auf den Magen-Darm-Trakt aus: Mögliche Symptome hierfür sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; im Endstadium der Niereninsuffizienz besteht ein Gewichtsverlust

Niereninsuffizienz - Diagnostik?

harnpflichtige Substanzen

  • Kreatinin, Harnsäure, Elektrolyte, Harnstoff --> Serum (ungeeignet zur Stadieneinteilung)
  • Kreatininclearance (geeignet zur Stadieneinteilung)
    • wie viel ml Blut/min. wird von Abfall befreit
    • 24-h-Sammelurin
  • GFR (glomeruläre Filtrationsrate) --> berechenbar aus Blut ohne 24-h-Sammelurin --> allerdings nur Annähreungswert

Niereninsuffizienz - Stadien?

  1. Nierenschaden mit normaler CC (Kreatininclearance): >90 ml/min. x 1,73m2
  2. Nierenschaden mit leichter Einschränkung: 60-90 ml/min.
  3. NS mit moderater Einschränkung: 30-60 ml
  4. NS mit schwerer Einschr.: 15-30 ml.
  5. terminale Niereninsuffizienz: < 15 ml.

--> Dialyse nur im 5. Stadium

Niereninsuffizienz - Nierenfunktion?

Die Niere ist an unterschiedlichen Vorgängen beteiligt – zum Beispiel am Knochenstoffwechsel, an der Blutbildung, dem Kortison- oder Säure-Basen-Haushalt. Ihre Hauptaufgabe besteht in ihrer Funktion als Ausscheidungsorgan: Die Niere regelt den Flüssigkeitshaushalt und entgiftet den Körper, indem sie viele Abbau- oder Abfallprodukte, die dem Organismus in zu hoher Konzentration schaden würden (sog. harnpflichtige Substanzen), über den Harn ausscheidet. Auch bei einem leicht geschädigtem Nierengewebe kann die Niere ihre Aufgaben noch lange Zeit ausführen. Erst wenn etwa die Hälfte des Gewebes beeinträchtigt ist, vermindert sich die Ausscheidung. Eine chronische Niereninsuffizienz mit typischer Symptomatik entwickelt sich erst, wenn die Nieren bereits stark geschädigt sind.

Eine gesunde Niere bildet in jeder Minute etwa 125 Milliliter Primärharn. Dieser Vorgang heißt glomeruläre Filtration, da er in den als Glomeruli bezeichneten Gefäßknäueln der Niere stattfindet. Eine chronische Niereninsuffizienz schädigt fortschreitend funktionsfähiges Gewebe, sodass die Niere immer weniger Primärharn bildet. Ein vollständiges Nierenversagen mit völligem Ausfall der Harnproduktion bezeichnet man als terminale Niereninsuffizienz: In diesem Stadium bildet die Niere nur noch weniger als 15 Milliliter Primärharn pro Minute.

Niereninsuffizienz - Häufigkeit?

Chronisches Nierenversagen tritt in Westeuropa jährlich bei etwa 1 von 10.000 Einwohnern neu auf

Niereninsuffizienz - Ursachen?

Für eine chronische Niereninsuffizienz kommen als Ursachen beispielsweise folgende Erkrankungen infrage:

  • Diabetische Nephropathie (etwa 20% der Fälle): chronische Niereninsuffizienz durch Diabetes mellitus
  • Chronische Glomerulonephritis (etwa 20% der Fälle): chronische Form der Nierenentzündung
  • Interstitielle Nephritis und chronische Pyelonephritis (etwa 15% der Fälle): chronische Nieren- und Nierenbeckenentzündung
  • Hypertone vaskuläre Nephropathie: (etwa 10% der Fälle): Nierenschädigung durch Bluthochdruck
  • Polyzystische Nephropathie (etwa 10% der Fälle): angeborene Fehlbildung der Nieren mit zahlreichen Zysten, die in der Regel ab dem 40. Lebensjahr zu Niereninsuffizienz führt
  • Analgetikanephropathie (etwa 5% der Fälle): Schädigung der Niere durch Schmerzmittel
  • Systemerkrankungen (etwa 5% der Fälle): zum Beispiel Erkrankungen der Blutgefäße ( Vaskulitiden) oder des Bindegewebes ( systemischer Lupus erythematodes)
  • nicht klassifizierte Ursachen (etwa 15% der Fälle)

Niereninsuffizienz - konservative Therapie?

  • hängt teils von deren Grunderkrankung ab: Stellt der Arzt bei Ihnen eine Nierenbeckenentzündung fest, erhalten Sie Antibiotika. Bei Diabetes mellitus ist es wichtig, den Blutzucker gut einzustellen. Haben Sie Bluthochdruck (Hypertonie), erhalten Sie Medikamente, um Ihren Blutdruck zu senken. Außerdem ist es in jedem Fall wichtig, schmerzlindernde, aber nierenschädigende Medikamente (Analgetika) vermeiden.
  • Ernährung umstellen: Eine eiweißarme, bezüglich der Aminosäurezusammensetzung hochwertige und kaliumarme Ernährung kann die von der Niere auszuscheidenden Substanzen Harnstoff und Kalium vermindern, was bei chronischer Nierenkrankheit sehr empfehlenswert ist. Eine salzarme Diät macht ein chronisches Nierenversagen hingegen nur dann als konservative Therapie notwendig, wenn Sie Bluthochdruck oder Ödeme haben.
  • Evtl. Reichliche Flüssigkeitszufuhr, evtl. Diuretika

Niereninsuffizienz - Blutwäsche, Nierentransplantation?

Ist die chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) bei Ihnen so weit fortgeschritten, dass Ihre geschädigten Nieren nur noch weniger als 15 Milliliter Primärharn pro Minute bilden, ist zur Therapie eine Blutwäsche (Dialyse) oder eine Nierentransplantation notwendig. Die künstliche Blutwäsche ermöglicht es, Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt zu korrigieren. Vor allem aber ersetzt sie die Nierenfunktion, indem sie Ihrem Körper überschüssiges Wasser und sogenannte harnpflichtige Substanzen entzieht: Dies sind Stoffe, die der Körper normalerweise mit dem Harn ausscheidet und die in zu hoher Konzentration schädlich sind. Die Blutwäsche begleitet Sie ein Leben lang – ohne diese Behandlung würde die chronische Niereninsuffizienz im Endstadium zur lebensbedrohlichen Harnvergiftung (Urämie) führen. Die einzige Alternative zur regelmäßigen Blutwäsche stellt die Nierentransplantation dar, bei der Sie ein Spenderorgan erhalten.

Niereninsuffizienz - Komplikationen?

Eine unbehandelte chronische Niereninsuffizienz (chronisches Nierenversagen) führt im weiteren Verlauf infolge der fortschreitenden Schädigung der Niere zu verschiedenen Komplikationen. Das Endstadium dieser Entwicklung heißt terminale Niereninsuffizienz. Da der Körper die Abbau- oder Abfallprodukte, die ihm in zu hoher Konzentration schaden (sog. harnpflichtige Substanzen), dann nicht mehr ausscheidet, entsteht eine Harnvergiftung (Urämie). Hierbei treten zusätzlich zu den Beschwerden der Niereninsuffizienz Komplikationen wie starke Überwässerung, Knochenschmerzen, Herzbeutelentzündung oder Lungenfellentzündung, Lungenödem, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrhythmusstörungen durch Elektrolytveränderungen und Bewusstseinsveränderungen (urämisches Koma) auf. Die Zehnjahresüberlebensrate liegt bei der terminalen Niereninsuffizienz bei etwa 55 Prozent.

Niereninsuffizienz - Vorbeugung?

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