Niere

Diuretika

Diuretika


T. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie der Niere auf Universitätsebene. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Diuretika wie Schleifendiuretika, Thiazide, k-sparende Diuretika und osmotische Diuretika, sowie auf deren Wirkmechanismen, Indikationen und unerwünschten Wirkungen. Besonders behandelt werden Substanzen wie Furosemid, Spironolacton und Hydrochlorothiazid, sowie deren Auswirkungen auf die Ausscheidung von Natrium, Kalium und Calcium. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Fachpersonal, die sich mit der Nierenfunktion und der Anwendung von Diuretika vertraut machen möchten.
Karten
7
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
10.01.2015 / 12.01.2015

Lernkarten

Pharmakologie der Niere

Überblick

- osmotische Diuretika

- Carboanhydrase-Hemmstoffe

- Schleifendiuretika

- Thiazid-Diuretika

- Kaliumsparende Diuretika

 

- Vasopressin-Rezeptor-Agonisten/Antagonisten

 

- Hemmer der Harnsäure-Resorption

Diuretika

osmotische Diuretika

Substanzen

- Mannitol

Wirkmechanismus

- hyperosmolare Lösung, glomeruläre Filtration, keine tubuläre Rückresorption

- Wasser wird im Tubuluslumen gehalten (Na-Resorption nicht von adäquater Wasserresorption begleitet)

- i.v. Gabe als 10- oder 20%ige Lösung, kein Metabolismus

Wirkort

- proximaler Tubulus und absteigender Teil der Henle-Schleife (wasserpermeabel)

Indikation

- Prophylaxe akutes Nierenversagen

- Hirnödem / Senkung des intrakraniellen Drucks bei neurologischen Erkrankungen

- akuter Glaukomanfall / Senkung des intraokularen Drucks vor Augen-OP

Kontraindikationen

- kardiale Ödeme, z.B. mannifeste Herzinsuffizienz, da durch die vasale Verlagerung des Volumens das Herz zusätzlich belastet wird

- Dehydratation

- intrakranielle Blutungen
 

Diuretika

Carboanhydrase-Hemmstoffe

Substanzen

- Acetazolamid

Wirkmechanismus

- Hemmung der Carboanhydrase

- verminderter Austausch von Na und H

- Na-Ausscheidung steigt, H wird zurückgehalten

-> pH des Urins steigt

-> Entwicklung einer Acidose senkt die diuretische Wirkung

-> milde Diurese, da verstärkte Na-Resorption in distalen Nephronabschnitten

Indikation

- hauptsächlich bei Glaukom (verminderte Kammerwasserproduktion, Carboanhydrase kommt ubiquitär vor)

- Behandlung der Höhenkrankheit -> durch gesteigerte Atmung sinkt pCO2 -> respiratorische Alkalose

Diuretika

Schleifendiuretika

Substanzen

- Furosemid, Piretanid, Bumetanid (aromat. Carbonsäuren)

- Torasemid (Sulfonylharnstoffderivat)

- Etacrynsäure (halogenierte Phenoxyessigsäure)

Wirkmechanismus

- Hemmmung des Na/K/2Cl-Kotransporters (NKCC2)

- Reabsorption von NaCl und K sinkt um bis zu 20%

-> lumenpositives Potential

-> Ausscheidung von Mg und Ca steigt

-> gestörtes tubuloglomeruläres Feedback -> keine physiologische Bremse gegen Volumenverluste

- starke Diurese mit Ausscheidung eines isotonen Urins

- vermehrte Ausscheidung von Ca, Mg und K und H

- Stimulation der Reninsekretion und Anstieg der Aldosteronsekretion der NNR

- Wirkungseintritt p.o. ca. 30min, i.v. 2-5min

- Wirkdauer 3-6h

Indikation

- Behandlung von Ödemen (kardial, hepatisch, renal, Lunge, Hirn)

- forcierte Diurese bei Vergiftungsbehandlung (Furosemid)

Kontraindikation

- Anurie

- deutliche Hypotonie oder Hypovolämie

- Nierenversagen mit Anurie und Hyponatriämie und/oder Hypokaliämie

UAW

- Ototoxizität (dosis-abh. Hörverlust, reversibel)

- Harnsäureretention (Kompetition am Anioinentransport-system)

- Hypotension

- Hypokaliämie

- Hypomagnesiämie

- post-diuretische Na-Retention (Aktivierung von Gegenregulationsmechanismen nach Abfallen des Effekts)

- sympathiko-adrenales System

- RAAS

 

Diuretika

Thiazide

Substanzen

- Hydrochlorothiazid

- Chlortalidon

- Xipamid

- Bendroflumethiazid (in Kombinationen)

Wirkmechanismus

- Blockade Na/Cl-Cotransportsystem an luminaler Membran

-> vermehrter Na-K-Austausch im Sammelrohr -> Hypokaliämie

- schwache Carboanhydrasehemmung

- Exkretion eines hyperosmolaren Urins

- verminderte Ca-Ausscheidung

- Verlust von Mg und K

- Wirkung erfordert die aktive Sekretion der Thiazide im proximalen Tubulus durch Anionentransporter und MDR4

- langsame und protrahierte Wirkung -> kein Reboundphänomen -> geeignet für Dauertherapie

- Wirkungseintritt p.o. nach 1-2h, Wirkdauer unterschiedlich (12 - 72h)

Indikation

- arterielle Hypertonie

- kardiale, hepatische Ödeme

- chronische Herzinsuffizienz

- Diabetes insipidus renalis

- Prophylaxe Ca-haltiger Nierensteine

Kontraindikation

- fortgeschrittene Niereninsuffizienz

- schwere Leberfunktionsstörungen

- Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide

- Gicht

- Hyponatriämie/kaliämie/volämie

- Diabetes mellitus

UAW

- Hypokaliämie

- Hyponatriämie

- Hypomagnesiämie

- Harnsäureretention

- Ca-Retention

- Hypotension

- verminderte Glukosetoleranz

- allergische Reaktionen

- Hyperlipidämie

 

Diuretika

K-sparende Diuretika

Na-Kanal-Blocker

- Amilorid

- Kombination mit HCT o. Furosemid

- Triampteren

- Kombi mit HCT o. Xipamid, ß-Blockern

Wirkmechanismus

- organische Basen werden durch Zellen des proximalen Tubulus ins Lumen sezerniert

- erhöhte Na-Ausscheidung

- erniedrigte K-Ausscheidung

- mäßige Wirkung auf ausgeschiedenes Volumen

Indikationen

- kardiale, renale, hepatische Ödeme

- Kombination mit Thiaziden u. verwandten Diuretika, die K-Ausscheidung erhöhen

Aldosteronrezeptor-Antagonisten

- Spironolacton

- Eplerenon

- Canrenoat

Wirkmechanismus

- kompetitiver Antagonismus zu Aldosteron an intrazellulärem Rezeptor

- Wirkung nur in Anwesenheit von Aldosteron

- natriuretische Wirkung relativ gering (max. 2%)

- Verminderung der K-Ausscheidung

- langsamer Wirkungseintritt (p.o. 24-48h, i.v. ca. 12h)

- Maximum erst nach einigen Tagen erreicht - Wirkdauer bis zu 4d

Pharmakokinetik

Spironolacton

- 50% Bioverfügbarkeit, Metabolisierung zu Canrenon, Wirkungseintritt nach 5-10h, Wirkdauer 2-3d

Kaliumcanrenoat

- Metabolit von Spironolacton, i.v.-Gabe, HWZ: 5-10h, Glucuronidierung

Eplerenon

- p.o.

UAW

- Hyperkaliämie

- Spironolacton endokrine NW -> Interferenz mit körpereigenen Steroiden

- gastrointestinale Beschwerden

- Eplerenon kaum endokrine NW

Indikation

- primärer und sekundärer Hyperaldosteronismus (nur Spironolacton zugelassen)

- Herzinsuffizienz (nur Eplerenon) - Kombination mit Thiaziden und verwandten Diuretika

- therapierefraktäre kardiale, renale und hepatogene Ödeme (Spironolacton Diuretikum der Wahl bei Leberzirrhose mit Ascites)

Diuretika

Vasopressin (ADH)-Rezeptor Agonisten/Antagonisten

Agonist

- Desmopressin

- V2R spezifisch

- keine vasokonstriktorische Wirkung über V1R

- größere metabolische Stabilität als Vasopressin

Indikation

- Diabetes insipidus centralis

- primäre Enuresis nocturna

UAW

- übermäßige Flüssigkeitsretention, Wasserintoxikation

 

Antagonisten

- Tolvaptan

- selektiver V2-Rezeptor-Antagonist

- Aquarese ohne begleitende Natriurese und Kaliurese

Indikation

- bei Patienten mit Hyponatriämie als sekundäre Folge des Syndroms der übermäßigen ADH-Sekretion

UAW
- Risiko für erhöhte Leberfunktionswerte (reversibel)

- irreversible und potenziell tödliche Leberschädigung möglich

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