neurologische Rehabilitation

zur Vorlesung vom 02.05.2016

zur Vorlesung vom 02.05.2016


Z. S.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die neurologische Rehabilitation auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Therapieverfahren wie das Bobath- und Vojta-Konzept, sowie spezifische Störungen wie Aphasie, Dysarthrie und Dysphagie. Die Karteikarten beleuchten auch die Phasen der Rehabilitation, die Bedeutung von Kostenträgern und die Integration von Patienten in den Prozess. Ideal für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich auf die neurologische Rehabilitation spezialisieren möchten.
Flashcards
46
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
13.05.2016 / 27.02.2020

Flashcards

lat. rehabilitatio

Wiederherstellung

Definition Rehabilitation

die Teilhabe oder die Erwerbsfähigkeit bedrohenden oder entstandenen Gesundheitsschaden zu beseitige, zu mildern oder Folgen zu beseitigen

SGB IX (2001): Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen

Behinderte oder  von Behinderung bedrohte MEnschen erhalten Leistunge, um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu förderb, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegen zu wirken.

Definition Behinderung

Wenn die körperliche Funktion, gesitige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher die Teilhabe am Leeben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist, liegt eine Behinderung vor.

Chronizität einer Erkrankung, mind.

Vorrang der Rehabilitation vor der

Pflege

Leistungs- bzw. Kostenträger

  • bei noch im Erwerbsleben stehenden Personen mit positiver Erwerbsprognose
  • Ziel: Erhalt und Widerhherstellung der Erwerbstätigkeit

gesetzliche Rentenversicherung (GRV)

Leistungs- bzw. Kostenträger

  • bei nicht (mehr) beruftätigen Personen, wie Rentnern oder noch im Erwerbsleben stehenden Personen mit negativer Erwerbsprognose
    • Ziel: Beseitigung, Linderung und Verhinderung von Behinderung und Pflegebedürftigkeit (Teilhabe)

gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Leistungs- bzw. Kostenträger

  • kennen nur ambilante oder stationäre Krankenhausbehandlung
  • Rehabilitation wird für eine bestimmte Zeit als Krankenhausaufenthalt gewertet

Beihilfe/private Krankenversicherung (PKV)

Leistungs- bzw. Kostenträger

  • bei Arbeits- und Wegeunfällen und bei Berufserkrankungen

gesetzliche Unfallversicherung

Leistungs- bzw. Kostenträger

  • wenn kein anderer gesetzlicher oder privater Träger vorhanden ist

Sozialhilfeträger

Phasen der neurologischen Rehabilitation

  • Akutbehandlung

Phasen der neurologischen Rehabilitation

  • Beginn der Rehabilitation bzw. neurologische Frührehabilitation
  • Patient noch nicht eigenständig mitarbeitsfähig, z.B. überwachsungspflichtige Patienten

Phasen der neurologischen Rehabilitation

Die Akutphase setzt sich zusammen aus:

Phasen der neurologischen Rehabilitation

  • Rehabilitation
  • Patient mitarbeitsfähig, aber noch pflegebedürftig

Phasen der neurologischen Rehabilitation

  • Rehabilitation bzw. Anschlussheilbehandlung (AHB)
  • Patient mitarbetsfähig und nicht mehr pflegebedürftig, leidet aber noch an neurlogischen Symptomen, wie z.B. einer Aphasie.

Die Phasen der neurologischen Rehabilitation ergeben sich aus der Summe von

Barthel-Index und Frührehabilitations-Barthel-Index

Barthel-Index

  • wird von der Pflege erhoben
  • erfasst Aktivitäten des alltäglichen Lebens und die Selbstständigkeit des Patienten
  • entscheidet über die Phase der neurologischen Rehabilitation
  • Pro Fähigkeit/Item sind zwischen 0 und 15 Punkten erreichbar, insgesamt können maximal 100 Punkte erreicht werden.
  • Zu den Fähigkeiten zählen u.a. Essen und Trinken, Baden/Duschen, Körperpflege, An- und Ausziehen, Stuhlkontrolle, Harnkontrolle, Benutzung der Toilette, Bett- /Stuhltransfer, Mobilität (Gehen/Fahren mit Rollstuhl) und Treppen steigen.

Frührehabilitations-Barthel-Index

  • Dieser berechnet pro Item -50 Punkte (Ausnahme Aphasie: -25 Punkte).
  • Es können Summen zwischen 0 und -325 erreicht werden.
  • Zu diesen Negativ-Items zählen u.a. intensivmedizinisch überwachungspflichtiger Zustand, absaugpflichtiges Tracheostoma, intermittierende Beatmung, beaufsichtigungspflichtige Orientierungsstörung, beaufsichtigungspflichtige Verhaltensstörung, schwere Verständigungsstörung (Aphasie) und beaufsichtigungspflichtige Schluckstörung (Dysphagie).

Phasen der neurologischen Rehabilitation anhand der Summen

  • Phase B
  • Phase C
  • Phase D

  • Phase B                     < 20 (schwer betroffene Patienten i.d.R. überwachungspflichtig)
  • Phase C                     > 20 und < 70
  • Phase D                     >70

Besonderheit in der neurologischen Rehabilitation

Individualisierung der jeweiligen Rehabilitation für den Patienten erforderlich, da eine Vielfalt an individuellen Funktionsstörungen kombiniert auftreten können

Die neurologische Rehabilitation ist ...disziplinär; obligat dabei sind jedoch immer ... .

multidisziplinär

Physiotherapie und Neurologie

Die Einbeziehung des Patienten ist wichtig, um ... zu erreichen

die Therapieziele

Definition Synergie

Der Therapieerfolg ist größer als die Summe der Effekte der Einzeltherapien.

Problem der Rehabilitation: DRG

= diagnosebezogene Fallgruppen

Durch die Einführung der "Fallpauschale" verbleiben die Patienten immer kürzere Zeit in der Akutklinik. Dadurch muss sich die anschließende Rehabilitation um immer mehr Aufgaben der Akutklinik mitkümmern.

Krankheitsbilder der neurologischen Rehabilitation sind neben primär neurologischen auch...

auch sekundär neurologische Erkrankungen z.B. durch einen Herzstillstand erworbene hypoxämische Enzephalotpathie

Faktoren für das Ergebnis der evidenzbasierten Rehabilitation (4)

  1. früher Therapiebeginn
  2. hohe Therapieintensität
  3. multidisziplinäre, teamintegrierte Rehabilitation
  4. aufgabenspezifische und alltagsrelevante Übungen

Vojta-Konzept

klassiches neurologisches Rehabilitationskonzept

  • basiert auf den Erkenntnissen von Prof. Dr. Vaclav Vojta
  • beruht auf den neurophysiologischen Zusammenhängen der Hirnfunktionen
  • Bei der Vojta-Therapie wird das Gehirn angeregt, das Programm der angeborenen idealen Bewegungsmuster in Gang zu setzen. Diese Bewegungsmuster existieren bei jedem Menschen. Durch Erkrankungen bzw. Verletzungen des zentralen Nervensystems können diese Muster jedoch nicht ausreichend koordiniert werden. Diese Bewegungsmuster werden mittels Druckimpulsen an bestimmten Zonen des Körpers ausgelöst, bzw. durch gezielte Widerstände erarbeitet.

Bobath-Konzept

  • klassisches neurologisches Rehabilitationskonzept
  • Grundlage/Säule in der neurologischen Rehabilitation in Form eines Alltagskonzepts
  • Prinzip
    • umfassendes Therapiekonzept (24h-Management)
    • Verhinderung von pathologischen Bewegungsentwicklungen und Kompensationsmustern
    • Regulation des Muskeltonus, Förderung von Wahrnehmung und Sensibilität
  • Vorteil: genaue Anpassbarkeit
  • Nachteil: Vergleich mit anderen Konzepten ergab Ergänzungsbedürftigkeit
    • Probleme wissenschaftlicher Untersuchungen: Integration anderer Verfahren in die Bobath-Behandlung
    • methodische Mängel
    • keine Überlegenheit des Bobath-Konzepts gegenüber anderen Therapien, Unterlegenheit bei bestimmten Patientengruppen
    • keine Evidenz für Unwirksamkeit, Nachweis der prinzipiellen Wirksamkeit

CIMT

  • Synonyme (3)
  • gehört zu
  • Prinzip
  • Voraussetzung

  • auch: Contstraint-induced-movement, forced use (FU), Taub'sches Training
  • neueres Therapieverfahren für die obere Extremität
  • Kombination von Immobilisation der gesunden Seite und intansivem Üben der betroffenen Seite
  • Voraussetzung: Restfunktion der betroffenen Seite (Mindestextension Handgelenk 20°, Finger 10°)

FES

  • Synonym
  • Prinzip
  • auch bei

  • funktionelle Elektrostimulation
  • EMG-getriggerte Elektrostimulation
  • auch bei hochgradiger Parese

Laufbandtraining

  • neueres Therapieverfahren für die untere Extremität

Roboter-gestützte Rehabilitation

  • neueres Therapieverfahren für die obere oder untere Extremität

Definition Dysphagie

Schluckstörung

Dysphagie-Formen

  1. Retention
  2. Penetration
  3. Aspiration

  1. Rückstände z.B. an den Phaynxwänden
  2. Übertritt in den Larnyx
  3. Übertritt über Glottis in die Trachea

Aspiration, prädeglutitiv

Speichel/Nahrung gelangen vor der Reflexauslösung in den offenen Kehlkopf

Gründe

  • gestörte orale Boluskontrolle
  • gestöroter oraler Bolustransport
  • verzögerte oder fehlende Reflexauslösung

Aspiration, intradeglutitive

Speichel/Nahrung gelangen während des Schluckaktes in den Kehlkopf

Gründe

  • eingeschränkter laryngealer Verschluss
  • eingeschränkte Kehlkopfhebung

Aspiration, postdeglutitive

Speichel/Nahrung gelangt nach dem Schluckreflex in den wieder geöffneten Kehlkopf

Speichel/Nahrung werden ungenügend geschluckt oder stauen sich auf

Gründe

  • eingeschränkt arbeitende Muskulatur an der Zungenbasis und im Kehlkopf
  • eingeschränkte Kehlkopfhebung und/oder der Ösophagussphinkter

Aspiration, stille

Speichel/Nahrung gelangt ohne Schutzreflexe unter die Glottisebene und weiter in die Lunge

Gründe

  • fehlende Sensibilität von Kehlkopf und Trachea

Definition Aphasie

erworbene Sprachstörung nach abgeschlossenem Spracherwerb als Folge einer ZNS-Erkrankung

Study