Neurologie

Neurologie MGL 164

Neurologie MGL 164


S. I.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Neurologie auf Berufsschulniveau. Sie behandeln die Funktion und Struktur des zentralen Nervensystems (ZNS), einschließlich Gehirn und Rückenmark, sowie die Rolle des vegetativen Nervensystems (NS) und seiner Komponenten wie Sympathikus und Parasympathikus. Die Karteikarten erklären Reflexbögen, Dermatome, Head'sche Zonen und die Bedeutung des Liquors. Sie eignen sich für Studierende und Berufsschüler, die sich mit den Grundlagen der Neurologie vertraut machen möchten.
Flashcards
25
Students
32
Language
German
Category
Biology
Created / Updated
06.11.2013 / 11.02.2025

Flashcards

Das Nervensystem anatomisch und funktionell einteilen

Anatomisch:

  • ZNS: Gehirn und Rückenmark
  • Peripheres NS: Alle Nerven ab Gehirn oder Rückenmark, inkl. Ganglien (periphere Nervumschaltstellen)

Funktionell:

  • Willkürliches NS: Unterliegt bewusstem Willen
    • Sensibles NS: Erregungen aus den Sinnesorganen zu den Zentren des ZNS -> Wahrnehmungen, Empfindungen, Reflexe
    • Motorisches NS: Nervenimpulse aus dem ZNS zu der quergestreiften Muskulatur für die willkürliche Bewegung
  • Unwillkürliches NS (autonomes oder vegetatives NS): Stimmt Tätigkeit der inneren Organe aufeinander ab, nicht dem Willen unterworfen -> Sympathikus und Parasympathikus

Die Funktion und den Inhalt der weissen und grauen Substanz des Grosshirns und des Rückenmarks erklären

  • Graue Substanz: Nervenzellkörper
  • Weisse Substanz: markhaltige Nervenfasern, welche aufgrund ihres hohen Fettanteils weisslich aussehen

Die Begriffe efferente und afferente Leitung erklären

  • Afferente Fasern = aus Peripherie zum ZNS
    • Aus Sinnesorganen, aus Skelettmuskeln, Sehnen, Gelenken, Haut, Eingeweide
  • Efferente Fasern = aus ZNS in Peripherie
    • Motorische Fasern zu den Skelettmuskeln und Sehnen + Eingeweide

Die Anteile des ZNS benennen

Hirn und Rückenmark

Die Oberfläche des Grosshirns erklären

Windungen, Furchen

Die Funktion der Pyramidenbahn und der extrapyramidalen Bahnen nennen

Pyramidenbahnen:

  • Ursprung in vorderer Zentralwindung Grosshirn
  • Verlaufen durch Hirnstamm und enden in Vorderhornzellen des Rückenmarks
  • Aufgabe: Leiten Impulse für willkürliche Motorik

Extrapyramidale Bahnen:

  • Ursprung im Hirnstamm und Kleinhirn
  • Verlaufen bis Vorderhornzellen Rückenmark
  • Aufgabe: Leiten Impulse für unwillkürliche Motorik (Tonus, Koordination etc.)

Sensible Bahnen:

  • Beginnen in Hinterhornzellen Rückenmark
  • Wechseln meist auf Eintrittshöhe im ent. Segment auf andere Körperseite, ziehen nach kranial und enden in hinterer Zentralwindung des Grosshirns
  • Aufgabe: Leitung der Sinnesempfindungen

Vier Hirnlappen; Rindenfelder aufzählen

  • Stirnlappen (Lobus frontalis): motorisch
  • Scheitellappen (Lobus parietalis): Körperfühlsphäre
  • Schläfenlappen (Lobus temporalis): Hörzentrum
  • Hinterhauptlappen (Lobus occipitalis): Sehzentrum

Die Funktion des limbischen Systems nennen

  • Umgibt wie ein Saum (Limbus) den Balken (Corpus callosum)
  • Geruchswahrnehmung
  • Unbewusste Verhaltensweisen: Ur-Gefühle: Freude, Wut, Angst, Lust

Die Lage und Funktion des Hypothalamus nennen

  • Teil des Zwischenhirns
  • Schaltstelle zwischen NS und Hormonsystem
  • Reguliert u.a. Körpertemperatur (incl. Fieber), Durst, Hunger, Sättigungsgefühl
  • Arbeitet über Nervenzellen und Hormone eng mit Hypophyse zusammen

Die Lage und Funktion des verlängerten Marks erklären

Medulla Oblongata:

  • Schliesst an das Rückenmark an
  • Alle Leitungsbahnen zwischen Gehirn und Rückenmark gehen hier durch
  • Hier kreuzt Pyramidenbahn auf Gegenseite
  • Lebenswichtige Regelzentren: Atmung, Herz-Kreislauf, Schlucken, Erbrechen, Niesen, Saugen, Husten, Verdauung

Die Lage und Funktion des Kleinhirns beschreiben

Cerebellum:

  • Liegt in der hinteren Schädelgrube, unterhalb des Hinterhauptlappens d. Grosshirns
  • Unser Bewegungsexperte:
    • Koordination der Muskelbewegungen
    • Feinmotorik
    • Muskeltonus -> Gleichgewicht

-> Extrapyramidales System (EPMS)

Die Lage und Funktion der Hirnhäute beschreiben

  • Oben: Dura Mater
    • Dickes, derbes Bindegewebe; innere Knochenhaut d. Schädels (inneres Periost) + Schutzhülle d. Gehirns
  • Mitte: Arachnoidea
    • Abschlussmembran, liegt der harten Hirnhaut an und zieht wie diese über die Furchen und Windungen d. Gehirns hinweg
  • Unten: Pia Mater
    • liegt d. Gehirn bzw. dem RM auf und dringt in alle Furchen und Windungen der Grosshirnrinde ein. Enthält Netzwerke von Blutgefällen und Stoffwechselfunktionen

Das Liquorsystem des ZNS in ein inneres und äusseres Liquorsystem einteilen

Inneres:

Hohlraumsystem des Gehirns

Äusseres:

Gebildet aus den Hirnhäuten

Liquor zirkuliert frei durch diese Räume

Das innere Liquorsystem erläutern (4Ventrikel)

Inneres:

4 Ventrikel:

  • 1.+2. Ventrikel als Seitenventrikel
  • 3. Ventrikel: im Zwischenhirn, durch dünnen Kanal mit 4. Ventrikel verbunden
  • 4. Ventrikel: zwischen Kleinhirn, Brücke und Medulla ob. Geht direkt in Zentralkanal des Rückenmarks über

Die Funktion des Liquors nennen

Schützt Gehirn und Rückenmark vor Erschütterung (Abdämpfung). Gehirn und Rückenmark schwimmen in der Liquorflüssigkeit.

Bau und Funktionen des Rückenmarks grob beschreiben

Anatomie:

  • Halsmark
  • Brustmark
  • Lendenmark
  • Sakralmark
  • Seitlich treten 31-32 Rückenmarksnervenpaare aus (durch Zwischenwirbellöcher)
  • ca. 45cm lang
  • von Foramen magnum bis ca. L1
  • Mit Pferdeschweif

Funktion:

  • Leitungsfunktion
  • Schaltfunktion
  • Reflexzentrum
  • Autobahn mit Umschaltstellen für Afferenzen und Efferenzen
  • Enthält Nervenzellkörper (grau) und Axone (weiss)
  • Enthält Reflexzentren

Die Begriffe "absteigende" und "aufsteigende" Bahnen erläutern und die sensiblen Bahnen sowie die Pyramidenbahn und die extrapyramidale Bahn als Beispiele nennen

In der weißen Substanz des Rückenmarks verlaufen aufsteigende (meist sensible) Bahnen, die zum Gehirn ziehen, und absteigende (meist motorische) Bahnen, die vom Gehirn kommen. Ursache für die weiße Farbe ist die Myelinisierung der Axone.

- Sensible Bahnen: beginnen in den Hinterhornzellen des Rückenmarks, wechseln meist auf Eintrittshöhe im entsprechenden Segment auf die andere Körperseite, gehen nach kranial und enden in der hinteren Zentralwindung des Grosshirns -> Sinnesempfindungen

Die Strukturen des PNS nennen

31 Spinalnervenpaare

12 Hirnnervenpaare

Vier Hirnnerven mit Namen und Funktion als Beispiel nennen

  Die 12 Hirnnerven: Onkel - olfactorius Otto - opticus orgelt - oculomotorius tag - trochlearis täglich - trigeminus außer - abducens freitags - facialis verspeist er - vestibulocochlearis gerne - glossopharyngeus viele - vagus alte - accessorius Hamburger - hypoglossus

Die Hauptfunktion des vegetativen NS nennen

  • Auch autonomes NS
  • Regelung der Lebensfunktionen wie Atmung, Herz-Kreislauf, Verdauung, Stoffwechsel usw.
  • Wirkt v.a. auf die glatte Muskulatur (d. Eingeweide)
  • Unterscheidung in zwei gegensätzlich wirkende Anteile: Sympathikus und Parasympathikus

Die Gliederung des vegetativen NS in den Sympathikus und den Parasympathikus vornehmen und jeweils ihre Funktion charakterisieren

Sympathikus:

"Grenzstrang": besteht aus sympathischen Ganglien, die wie zwei Perlenketten links und rechts der WS liegen, Umschaltstation

Nach aussen gerichtete Leistung (Kampf, Abwehr, Flucht): Herzfr. gesteigert, BD erhöht, Herz-Kranzgefässe erweitert, Pupillen erweitert, Darmperistaltik gehemmt, Verdauungssekretion (z.B. Mundspeicheldrüse gehemmt), Schweissdrüsensekretion angeregt, Entleeren von Blase und Mastdarm gehemmt

Parasympathikus:

Fasern des Parasympathikus meist anderen Nervenfasern angelagert.

Ruhe und Erholung: HF verlangsamt, BD gesenkt, HKG verengt, Bronchien verengt, Pupillen verengt etc.

Die verschiedenen Wirkungen des Sympathikus/Parasympathikus auf folgende Organe nennen:

  • Pupille
  • Speicheldrüsen
  • Herz
  • Muskel- und Hirngefässe
  • Bronchien
  • Magen-darm-Trakt
  • Harnblase
  • Blutzucker

siehe Lernziel zuvor

Den Begriff Dermatom sowie seine klinische Bedeutung erklären

  • Hautbereich, dessen Afferenzen (Aufnahme) über EINEN bestimmten Spinalnerv (sensible Fasern) zu EINEM bestimmten Rückenmarks-Segment geleitet werden
  • meist scharf begrenzt, streifenförmiger Bezirk der Haut

Klinische Bedeutung:

Ein Ausfall der Sensibilität in einem bestimmten Dermatom weist auf eine bestimmte Höhe im Rückenmark hin

Die Head'schen Zonen und ihre Bedeutung beschreiben

  • Hauptbezirk, der einem bestimmten inneren Organ entspricht
  • der über die Verschaltung von Afferenzen von Haut und inneren Organen im Rückenmark zustande kommt
  • und an dem (je nach Grösse und Lage des Organs) meist mehrere Spinalnerven auf einer oder beiden Körperseiten beteiligt sind

-> Erregte Schmerzrezeptoren von Eingeweiden werden fälschlicherweise als Schmerz an der Körperoberfläche empfunden

-> falsche Zuordnung: sog. übertragener Schmerz

Ursache: Impulse der Haut- und Eingeweidenerven eines RM-Segmentes leiten Impulse zum selben Ursprungsneuron im RM

Einen Reflex (Reflexbogen) beschreiben

  • eine unwillkürliche, stets gleichbleibende Reaktion auf einen bestimmten Reiz (autonom)

Reflexbogen:

  • ist die neuronale Verschaltung, die die reflexartige Beantwortung eines bestimmtes Reizes ermöglicht (oft im RM)
  • funktioniert sehr rasch, autonom, cc an Grosshirn -> wird sekundär bewusst, geschieht primär aber unwillkürlich
  • besteht aus Rezeptor, Afferenz (sensible Nervenfaser) Reflexzentrum (Synapse im Vorderhorn des RM), Efferenz (motorische Nervenfaser) und Erfolgsorgan (oft Muskel)

Étudier