Multiple Sklerose

2GM02 - Pathologie

2GM02 - Pathologie


Doris Leuenberger
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über Multiple Sklerose (MS), eine Autoimmunkrankheit, die zu Demyelinisierung im ZNS führt. Sie behandeln Symptome wie Schübe, Kleinhirnsymptome, Inkontinenz und Muskelausfälle, sowie Diagnostik, Therapie und Prognose. Die Karteikarten eignen sich für Medizinstudenten und Fachpersonal, um die komplexen Aspekte der MS zu verstehen und Patienten besser zu behandeln.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Créé / Mis à jour
19.10.2013 / 21.10.2025

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Definition Multiple Sklerose (MS)

  • Chronische ZNS-Erkrankung
  • Initial meist schubförmig auftretende neurologische Ausfälle augrund demyelisierenden Prozessen
  • summation der Ausfälle führt zur körperlicher und geistiger Behinderung
  • vielfältige klinische Symptome

Epidemiologie Multiple Sklerose

- F>M 4:1
- 1. Schub: 20-30 Lj.-

MS ist neben dem Hirninfarkt die am häufigsten zu lang dauernder Pflegebedürftigkeit führende Erkrankung des Nervensystems!
 

Pathologie MS:

- herdförmige Demyelinisierungen im ZNS
- Gliose: Gliawwucherung - es entstehen an MS-Plaques
  (=Sklerosezonen) im ZNS

Ätiologie MS:

Autoimmunkrankheit, idiopathisch, Ursache unklar!

Pathogenese MS - Hypothese:

Autoimmunkrankheit mit Auto-AK gegen Oligodendrozyten und gegen das Mark Myelin nach vorausgegangener Virusinfektion? Molecular mimikry?

- Genetik
- Umweltfaktoren
- Viren, andere Erreger

Symptomatik MS:

MS hat keine Leitsymptome / nur Frühsymptome!!!
- 1 Auge: Visus Þ, Erblindung <0.05 =Retrobulbärneuritis
- Augenmotorik (Doppelbilder)

- Miktionsstörung / Inkontinenz (Blase wird von vielen

  Nerven versorgt & wenn bei diesen das Myelin fehlt,

  kann es zur Inkontinenz führen)
- Kleinhirnstörung: Gangunsicherheit, Gleichgewicht

- Sensibilitätsstörungen: Parästhesien (sensible Missempfindungen), Lhermitte-Zeichen (positives Nachenbeugezeichen)

Multiple Sklerose - Klinik: (nach Frühsymptomen)

- Pyramidenbahnzeichen und Steigerung der Muskeleigenreflexe: keine Bauchhautreflexe, später fast immer Para- oder Tetraspastik

- Kleinhirnsymptome (zerebrale Symptome)
Koordinationsstörungen, Ataxie, spastisch-ataktischer, abgehackter, unkoordiniert, steif wirkender Gang = Intensionstremor

- Sensibilitätsstörunge

- Anfallsartige Phänomene:
  Symptomatische Epilepsie
  Trigeminusneuralgie
  Schwindelattacken
  tonische Hirnstammausfällen: anfallsweise,
  schmerzhafte tonische Versteifung der Muskeln einer
  Körperseite

- Psychische Störungen: depressive Symptome

Verlauf MS:

  • schubförmiger erlauf: einzelne Schübe mit vollständige Erholung oder Restsymptomen
  • sekundär chronisch progrediente Form: am häufigsten (!): zu Beginn einzelne Schübe, dann stetig progredienter Verlauf
  • Primäre Progredienz
  • schubförmige Progredienz

Diagnostik MS

  • Anamnese
  • Klinik
  • Bildgebung MRI/CT - Plaques werden durch Kontrastmittel dargestellt
  • Lumbalpunktion: Erhöhung des Gesamtproteins
  • Elektrophysiologie: visuellevozierte potentiale nehmen ab

Therapie Multiple Sklerose

  • einzelnder akuter MS-Schub:
    hochdosierte Steroide (Kortison)
     
  • langfristige Therapie der MS: Intervalltherapie (=symptomfreie Phase) mit Beta-Interferon

     
  • MERKE: Krankheitsverlauf kann verlangsamt, aber NICHT aufgehalten werden!!!!

Prognose MS:

  • 10 Jahre nach dem 1. Schub leben noch 80% der Pat.
  • prognostisch ungünstige Faktoren: höheres Alter bei Krankheitsbeginn, Kleinhirnsymptome, Hirnstammsymptome, rasche initiale Progredienz, kurzes Intervall zw. 1. und 2. Schub

     
  • 1/3 der Pat. sind noch 10 Jahre nach dem 1. Schub nicht nennenswert behindert und wenige Prozent auch noch nicht nach 25 Jahren (=benigne Form)

Étudier