MR 3 BV
3 Ortbetonarbeiten
3 Ortbetonarbeiten
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Flashcards
Bei der Verarbeitung des Betons stehen das Einbringen und Verdichten im Mittelpunkt.
Mit der Erfindung des Portlandzementes begann die Entwicklung von Stahlbeton.
Die ersten nennenswerten Stahlbetonbauwerke der Schweiz sind eine Kanalbrücke bei Wildegg, welche im Jahr 1890 erstellt wurde und der Bau des Langwieserviaduktes von 1912 bis 1914 der Chur-Arosa-Bahn mit einem Stahlbetonbogen von 100m Spannweite.
Die Verbundwirkung von Stahl ermöglichen die gute Haftung des Betons an der profilierten Stahlbewehrung, der praktisch gleiche Wärmeausdehnungskoeffizent und der Rostschutz für Stahl bei einer genügenden Betonüberdeckung.
Unter Stahlbeton versteht man einen Beton, der mit Stahlstäben bewehrt (armiert) und für die Herstellung von Tragkonstruktionen im Hoch- und Tiefbau oder von vorfabrizierten Bauteilen benötigt wird.
Beton wird nach der EN 206-1 wie folgt bezeichnet: C 25/30 = Druckfestigkeitsklasse, XC4 = Expositionsklasse mit Intensität; Dmax 32 = Grösstkornklasse, CI 0.10 = Chloridgehaltsklasse nach Betonanwendung, C3 = Konsistenzklasse mit Prüfverfahren.
Vier Arten von Standschalungen sind konventionelle Schalung, Rahmen- und Kassettenschalungen, Rahmentafelschalungen und Trägerschalungen.
Drei Arten von beweglichen Schalungen sind Kletterschalungen, Gleitschalungen und Raum- und Tunnelschalungen.
Tragfähigkeit / Steifigkeit / Materialwahl nach gewünschter Oberflächenstruktur / Dichtigkeit
Begangene Schalungsfehler können durch nachträgliches Bearbeiten der Betonoberfläche niemals zufriedenstellend behoben werden.
Die Schalungskonstruktion muss folgende Kräfte aufnehmen und ableiten können: den seitlichen Betondruck, die Stösse aus der Verdichtung des Betons, das Beton- und Eigengewicht, die Lasten durch Arbeitskräfte und erforderlichem Gerät sowie die Windkräfte.
Die Schalhaut ist die oberste und formgebende Schalfläche, als direkte Unterlage zum Beton. Sie muss geschlossen sein und darf sich nicht durchbiegen.
Die am häufigsten verwendeten Holzmaterialien für die Schalhaut sind Schalbretter, Schaltafeln und Furnierplatten.
Die 4 Schalungstypen und deren Kurzbezeichnung sind Typ 1 = normale Betonflächen, Typ 2 = saubere Betonflächen, Typ 3 = Sichtbetonflächen mit Brettstruktur und Typ 4 = Sichtbetonflächen mit Tafelstruktur.
Schalungsträger sind die Stützkonstruktion der Schalung. Sie besteht aus Stützen und Trägern verschiedener Art, Kanthölzer, Gitterträger, Fachwerkträger usw.
Schalungsstützen aus Stahl sind Spriesswinden, Faltstützen, Gabelköpfe, Richtstützen, Stützböcke und Verschwenkungen.
Das Ausknicken oder ungewollte Verschieben von Schalungsstützen kann durch eine sogenannte Verschwertung (Verschwenkung oder Aussteifung) verhindert werden.
Das Grundprinzip von Verschwenkungen ist immer das Erstellen von statisch unverschiebbaren Stützdreiecken.
Die Schalungsseiten müssen verankert werden damit die Betonschalung durch den seitlichen Betondruck nicht auseinanderbricht.
Bei temporären Schalungseinlagen ist darauf zu achten, dass sie schadenfrei ausgeschalt werden können und bei verbleibenden Schalungseinlagen, dass sie dauerhaft verankert sind.
Den Schalungsplan, welcher normalerweise vom Bauingenieur erstellt wird.
Faustregel: Ausschalfristen für Decken bei Tagen mit Temperaturen über 5° C ist bei Decken bis 5m Spannweite mindestens 10 Tage. Verlängerung bei Tagen mit Temperaturen zwischen 0° und 5 Grad je ½ Tag und Tage unter 0° C nicht zählen.
Beim Führen der Tagesrapporte ist infolge der Ausschalfristen wichtig, dass immer die Temperaturen eingetragen werden.
Zum Schalungsunterhalt gehören die Verwendung von Trennmitteln, die Vorbehandlung der Schalfläche, die Reinigung vor und nach dem Betonieren, die Lagerung und der Schutz der Schalung.
Bei Bauteilen die durch Belastung auf Biegung oder Knicken beansprucht werden, treten Biege- und Schubspannungen auf.
Mit dem Fachwerkmodell kann das Tragverhalten von Stahlbetonbalken unter Biegung und Schub zutreffend erfasst werden.
Bei Decken treten Biegerisse im Zugspannungsbereich auf.
Beim Stahlbeton übernimmt der Beton die Druckkräfte sowie den Korrosionsschutz der Stahlbewehrung. Der Stahl übernimmt die Zugkräfte, erhöht die Druckfestigkeit des Betons und schränkt die Rissbildung ein.
Nebst dem Planer sollte auch der Fachmann auf der Baustelle ausreichende Kenntnisse über die Bewehrung besitzen.
In einem Bauteil muss dort eine Stahlbewehrung eingelegt werden, wo durch die Einwirkung von Nutzlast und Eigengewicht, Zugspannungen auftreten.
Die Haupt- und Verteilbewehrung sollte immer ein feinmaschiges Netz bilden. Somit kann die Bewehrung Zugkräfte und Rissebeschränkung optimal übernehmen.
Der minimale Bewehrungsabstand zwischen den Bewehrungsstäben muss grösser als der Grösstkorndurchmesser bleiben, damit der Beton die Bewehrung zu einem dauerhaften Verbund umhüllen kann.
Damit der Bauunternehmer die Bewehrung verlegen kann, benötigt er einen Bewehrungsplan sowie eine Stahlliste.
Die Nassmischdauer bei der Betonaufbereitung beginnt wenn alle Ausgangsstoffe im Mischer sind und dauert zwischen 60 und 120 Sekunden.
Transportbeton ist nach seiner Herstellung möglichst rasch auf die Baustelle zu transportieren und dort sofort zu verarbeiten um Qualitätseinbussen möglichst zu vermeiden.
Bei der ersten Anlieferung auf der Baustelle ist wichtig, dass der Bauführer oder Polier den Lieferschein bzgl. der Betonrezeptur prüft, damit nicht falscher Beton eingebracht wird.
Die spätere Festigkeit und Dauerhaftigkeit des Betons hängt vom einwandfreien Einbringen in die Schalung, dem sorgfältigen Verdichten des Betons, dem Umhüllen und der Überdeckung der Bewehrung und der Betonrezeptur ab.
Die gängigen Methoden für die Frischbetonprüfung sind Ausbreitmass, Verdichtungsmass und Setzmass
Keine Wasserzugabe auf der Baustelle! Zehn Liter mehr Anmachwasser pro m3 fertig verdichtetem Beton verursachen einen Druckfestigkeitsverlust von 3 - 5 N/mm2.
3 Grundregeln für das Einbringen des Betons sind das Einbringen des Betons mit gleichbleibender Geschwindigkeit in möglichst horizontalen und gleichmässig dicken Schichten, das Vermeiden von Schütthöhen über 50 bis 70 cm und das Verwenden von Fallrohren oder einem Verteilschlauch bei Fallhöhen über 2 m.