Molekulare Zellbiologie I (Schuler)
Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH
Molekulare Zellbiologie für 2. Semester Medizin UZH
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Flashcards
Lernziele "Vom Molekül zur Zelle"
Die vier grossen Klassen der biologischen Makromeluküle
· Proteine
· Nukleinsäuren (DNA / RNA)
· Glykane (Polysaccharide)
· Lipide
maximales Auflösungsvermögen des menschlichen Auges
0.1 mm
Anzahl biologischer Strukturen pro 0.1mm
(rote Blutkörperchen / Mitochondrien / Viren / Ribosomen / Hämoglobinmoleküle / Wassermoleküle)
· 15 rote Blutkörperchen (Erythrocyten)
· 50 Mitochondrien (grosse Zellorganellen)
· 1'000 Viren
· 5'000 Ribosomen (kleine Zellorganellen)
· 15'000 Hämoglobinmoleküle (Proteine)
· 250'000 Wassermoleküle
Chemische Elemente in der belebten Materie
(Hauptelemente)
· C, H, O, N, P, S
· machen 95% der Masse aus
· Merkhilfe: Knospen (C-H-N-O-S-P)
Chemische Elemente in der belebten Materie
(Ionische Elemente)
· Na+, K+, Mg2+, Ca2+, Cl-
Chemische Elemente in der belebten Materie
(Spurenelemente)
· Fe, Zn, Cu, Mn, Co, Ni, Mo, Cr, Sn, V, I, F, Se
· haben oft Katalysator-Funktion
Molare Masse
· M
· Einheit: g/mol
Molekülmasse
· m (molekulare Masse)
· Einheit: Da (Dalton)
· 1 Da = 1 u
Lernziele "Wasser"
Wasser (M / c)
M(H2O) = 18 g/mol
c(H2O) = 55.5 mol/L
Dielektrizitätskonstante von Wasser
· D = 78 (bei 20°)
· Vergleich:
· Vakuum = 1
· Hexan = 1.9
· Ethanol = 24
Eigenschaften von Wasser
· polares Molekül
· asymmetrische Ladungsverteilung
· hohe Dielektrizitätskonstante
· bildet Wasserstoffbrücken
· erniedrigt elektrostatische Wechselwirkungen und löst dadurch polare (hydrophile) Moleküle
Amphiphile Verbindungen
· haben sowohl polare als auch apolare Gruppen
· nur geringe Wasserlöslichkeit
· Beispiel: Salze von Fettsäuren
Lernziele "Proteine"
Lernziele "Proteine"
Lernziele "Proteine"
Definition "Protein"
Unverzweigte Polymere aus den 20 proteinogenen Aminosäuren
Eigenschaften von Proteinen
· Jedes Protein hat genetisch definierte spezifische AS-Sequenz
· Biologisch aktive Proteine haben fast immer eine definierte Raumstruktur
· Kettenlängen von einigen Dutzend bis über zehntausend Aminosäuren (i. d. R > 30)
· Werden am Ribosom synthetisiert
Funktion von Proteinen
· Katalyse
· Transport
· Speicherung
· Strukturbildung
· Molekulare Erkennung
· Übertragung von chemischen Signalen
· Formveränderung und Bewegung
Eigenschaften von Peptiden
· Oft keine definierte Raumstruktur
· Mit / Ohne biologischer Funktion
· Synthese auch chemisch möglich
· Peptidkette ist gerichtet: N-Terminus (freie α-Aminogruppe) und C-Terminus (freie α-Carboxylgruppe)
AS → Dipeptid → Tripeptid → Oligopeptid → Polypeptid
Elementare Zusammensetzung der Proteine
Chemische Zusammensetzung in Massenprozenten (Die Werte der meisten Proteine unterscheiden sich kaum):
C: 50%
O: 20%
N: 16% (sehr konstant → wird zur quantitativen Bestimmung der Proteinmenge benutzt)
H: 7%
S: 0-3%
Durchschnittsgewicht einer Aminosäure
· 112 Da
· Abschätzung für Anzahl Aminosäuren eines Proteins: m/112
→ Die hohe Molekülmasse von Proteinen führt dazu, dass sie von kleinen Molekülen mittels Dialyse leicht getrennt werden können
Einteilung der Proteine
· nach Form
· nach Zusammensetzung
· nach Anzahl Peptidketten
· nach biologischer Funktion
Einteilung der Proteine nach der Form
· globuläre Proteine: annähernd kugelige Form / meist gut wasserlöslich / die meisten Enzyme und Proteine im Blutplasma
· fibrilläre Proteine: langgestrecke Form / meist nicht wasserlöslich / bilden oft Strukturen aus*
* Beispiele:
· Keratin (Haare / Nägel / Horn)
· Elastin (Sehnen / Knorpel)
· Kollagen (organische Substanz des Knochens / Bindegewebe / Knorpel / Haut)
→ molekularer Fehler bei Glasknochen (Glycin im Kollagen ist gegen grössere AS ausgetauscht → Destabilisation)
Einteilung in einfache und zusammengesetzte Proteine
· einfache Proteine: ausschliesslich aus Aminosäuren zusammengesetzt
· zusammengesetzte Proteine: enthalten neben AS auch noch prosthetische Gruppe(n)*
* z.B. Metallionen / kleine organische Moleküle / Lipide / Zucker / Nukleinsäuren
· einfache Proteine sind farblos, weil sie nur Licht im UV-Bereich absorbieren
· zusammengesetzte Proteine sind farbig, wenn der Nichtproteinteil im sichtbaren Spektrum absorbiert
Einteilung der Proteine nach der Anzahl der Polypeptidketten
· monomere Proteine: Proteine mit nur einer einzigen Polypetidkette
· oligomere Proteine: Proteine mit mehreren Untereinheiten*
· Polypetidketten sind meistens nicht-kovalent assoziiert und seltener über Disulfidbrücken (Cystin) kovalent verbunden
* Eine Polypedidkette nennt man eine Untereinheit
→ homooligomere Proteine: Untereinheiten haben identische AS-Sequenz
→ heterooligomere Proteine: Untereinheiten haben verschiedene AS-Sequenz
Einteilung der Proteine nach ihrer biologischen Funktion
· Enzyme (Trypsin / Aldolase / ...)
· Hormone (Insulin / Wachstumshormon / ...)
· Strukturproteine (Kollagen / Elastin / ...)
· Speicherproteine (Myoglobin / Ferritin / ...)
· Kontraktile Proteine (Myosin / Actin / ...)
· Transportproteine des Blutes (Hämoglobin / Serumalbumin / ...)
· Schutzproteine des Blutes (Immunoglobulin / Fibrinogen / ...)
· Toxine (Schlangengift / Ricin / ...)
· Membranproteine (Calciumtransportproteine / Vitamin-D-Transportprotein / ...)
· Proteine der Enzymregulation (Trypsininhibitoren / α-Lactalbumin / ...)
· Proteine der Proteinsynthese (Ribosomale Proteine / ...)
· Proteine des genetischen Apparates (Histone / Transkriptionsfaktoren / ...)
Einteilung von Hämoglobin in die vier Gruppen
· globuläres Protein (Form)
· zusammengesetztes Protein (Zusammensetzung)
· Heterotetrameres Protein (Anzahl Polypeptidketten)
· Transportprotein (Biologische Funktion)
Eigenschaften der Aminosäuren
· 9 / 20 Aminosäuren sind essentiell
· alle Aminosäuren (ausser Glycin) haben ein chirales Zentrum (Ile + Thr haben zwei)
· Ausser Cystein haben alle L-Aminosäuren die S-Konfiguration
· AS mit apolarem Charakter liegen häufig im Inneren eines Proteins
· Aromatische AS sind für Lichtabsorption (Max. bei 280nm) verantworlich
Ionisationszustände der freien Aminosäuren
· in wässriger Lösung haben AS stets mindestens eine Ladung
· AS sind Ampholyte
· AS ohne ionisierbare Seitenketten nennt man neutrale oder zweiprotonige AS (Ladung -1 / 0 / +1)
· pKa1 - Wert: α-Carboxylgruppe (im sauren pH-Bereich)
· pKa2 - Wert: α-Aminogruppe (im basischen pH-Bereich)
Isoelektrischer Punkt
· pH - Wert an dem die AS neutral vorliegt
· \(pI = {pK_{a1} + pK_{a2} \over 2}\)
Dreiprotonige Aminosäuren
· AS mit ionisierbarer Gruppe in der Seitenkette
· besitzen 3 pKa Werte
· vier Ladungszustände:
· His / Lys / Arg: -1 / 0 / +1 / +2 (Berechnung von pI mit pKa2 und pKa3)
· Asp / Glu / Cys / Tyr: -2 / -1 / 0 / 1 (Berechnung von pI mit pKa1 und pKa2)
Ionisationszustände der Aminosäuren in Proteinen
· in Proteinen haben nur die erste und letzte AS eine freie α-Aminogruppe bzw. α-Carboxylgruppe
· pKa-Wert ist nicht eindeutig, da von Umgebung abhängig:
· pKa-Wert der N-Terminalen Aminogruppe zwischen pH 8 und 9
· pKa-Wert der C-terminalen Aminogruppe um pH 4
· gilt auch für ionisierbare Seitenketten
pKa-Wert von ionisierbaren AS-Seitenketten in Proteinen
(Asp / Glu / Cys / Tyr)
pKa-Wert von ionisierbaren AS-Seitenketten in Proteinen
(His / Lys / Arg)