Molekulare Physiologie der Prokaryoten

Uni Greifswald (Molekularbiologie und Physiologie)

Uni Greifswald (Molekularbiologie und Physiologie)


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Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die molekulare Physiologie von Prokaryoten auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie die Regulation der Virulenzfaktoren, die Funktion von Proteasen und die Kommunikation zwischen Bakterienzellen. Besonders hervorgehoben werden Mechanismen wie die Quorum-Sensing-Systeme, die Rolle von Autoinducern und die Regulation der Genexpression. Diese Karteikarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich mit der komplexen Physiologie und Pathogenität von Bakterien vertraut machen möchten.
Karten
21
Lernende
4
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
24.01.2015 / 06.12.2019

Lernkarten

Welche Signalmoleküle verwenden Bakterien zur Zell-Zell-Kommunikation? Nennen Sie die
Signalmoleküle und Beispiele für Produzenten

Quorum Sensing = viele Bakterien produzieren kleine Signalmoleküle, zur Kommunikation und damit Regulatiuon von Zelldichte-abhängigen Expression bestimmter Gene

Quorum Sensing hängt aber nicht alleine nur von der Zelldichte ab -> Umweltfaktoren beeinflussen die Synthese, Stabilität, Diffusion und die Wahrnehmung der AHL-Signale

gram-negativ

  • (AHL-abhängiges QS-System)
  • - Acyl-homoserin Lactone (HSL, AHL), z.B. P. aeruginosa, V. fischeri
  • - diffusionsfähige Signal Faktoren (DSF), z.B. Xanthomonas campestris
  • - Pseudomonas Quinolone Signale (PQS), z.B. P. aeruginosa
  • - Autoinducer 2 (Al-2), z.B. Vibrio harveyi
  • - p-coumaroyl-L-HSL (pC-HSL), z.B. Rhodopseudomonas palustris
  • - Cholera Autoinducer 1 (CAI-1). z.B. Vibrio cholerae

gram-positiv

  • (2KS basierendes QS-System)
  • - Oligopeptid Autoinducer, z.B. B. subtilis, S. aureus
  • - Streptomyces γ-Butyrolactone, z.B. Streptomyces griseus
  • - Autoinducer 2 (Al-2)

Wie kann die Produktion von AHL-Signalmolekülen im Labor nachgewiesen werden?

- Plate T-Streak

- TLC-overlay

- Quantification assays

- In vivo assay:

  • - GFP-basierende Biosensoren

 

  • AHL-Abwesenheit: R (Response-Regulator) kann nicht an QS-regulierten Promoter binden und somit erfolgt keine Expression von Gfp (Reporter-Gen)
     
  • AHL-Anwesenheit: Response-Regulator kann an den QS-regulierten Promoter binden,
    welches gfp reprimiert und eine Expression von Gfp-Sensor (Reporter-Gen) erfolgt; durch
    Biolumineszenzzellen kommt es zum Leuchten der Zellen

Skizzieren Sie eines der von Gram-negativen Bakterien am häufigsten verwendeten QS-Systeme
(Komponenten, Signalmoleküle, Mechanismus). Führen Sie die Wirkweise an einem selbstgewählten
Beispiel im Detail aus

  • - gramnegative Bakterien sind kommunizieren über Acyl-Homoserin-Lactone (AHL)-Autoinducer mithilfe der LuxI-Homologen als Autoinducer-Synthetasen und LuxR-Homologen als Autoinducer-Rezeptoren
    • LuxI katalysiert die Synthese von spezifischen AHL-Autoinducer.
    • Die Autoinducer diffundieren frei in das Zellmedium, deren Konzentration nimmt mit steigender optischer Dichte zu.
    • Wenn eine Schwellenkonzentration an AHL erreicht wird, bindet dieses an das Rezeptorprotein LuxR.
    • Der LuxR-Autoinducer Komplex aktiviert die entsprechenden Zielgene

am Beispiel von Vibrio fischeri, ist ein Biolumineszierendes Bakterium, das in einer mutualistischen
Symbiose mit Bobtail-Tintenfischen lebt

  •  LuxI synthetisiert AHL (Autoinductor)
  • dieser (Autoinductor) diffundiert aus der Zelle raus, um sich anzureichern
  • wenn AHL eine bestimmte Schwellenkonzentration erreicht, diffundiert es zurück in die Zelle
  • dann bindet das AHL an das Aktivatorprotein LuxR, es kommt zu einer Konformationsänderung und somit zur Verstärkung der Transkription vom Lux-Operon
  • es kommt zur verstärkten Expression von Targetgenen; im Fall von V. fischeri werden die Lux-Gene AB transkribiert und das Protein Luciferase wird synthetisiert
  • durch eine Oxidation von Luciferase entsteht eine Oxiluciferase, dabei entsteht freiwerdende Energie in Form von Licht

Skizzieren Sie eines der von Gram-positiven Bakterien am häufigsten verwendeten QS-Systeme
(Komponenten, Signalmoleküle, Mechanismus). Führen Sie die Wirkweise an einem selbstgewählten
Beispiel im Detail aus

  • Signalmoleküle sind Stamm-spezifische modifizierte Oligopeptide (entstehen aus einem entschprechend prozessierten und modifizierten Präkursorprotein)
     
  • werden aktiv in das umliegende Medium sezeniert mittels ATP-binding-Casette (ABC)
     
  • Konzentration steigt an -> wenn Schwellemkonzentration erreicht ist, werden diese durch Zwei-Komponenten-Signal-Transduktion-System detektiert
     
  • Autoinducer (AIP) wird zuerst durch eine Sensor-Kinase erkannt
     
  • es folgt eine Reihe an Phosphorylierungen, die mit Phosphorylierung des zweiten Komponente, des Antwort-Regulatorproteins, endet.
     
  • diese wird dadurch aktiviert
     
  • bindet an DNA und aktiviert die QS-regulierten Gene
     

- am Beispiel von STAPHYLOCOCCUS EPIDERMIDIS

 

  •  Signalmoleküle (AIP) müssen einen bestimmten Schwellenwert überschreiten
  • dann kommt es zur Bindung an den Sensor (Histidin-Kinase; AgrC)
  • dadurch wird die Kinase autophosphoryliert
  • dies führt zur Phosphorylierung des Response-Regulators (AgrA)
  • der RR  bindet wiederum an den Promoterbereich auf der DNA
  • es kommt zur Aktivierung der Target-Gene, z.B. Hochregulation von Tovinen und Proteasen und Runterregulierung der Attachement- und Kolonisierungs-Faktoren
  • Aktiviertes AgrA induziert auch Expression des agrBDCA. Dies führt zu einem erhöhten
    AIP Spiegel ( Synthese von Precursor-Peptiden (ArgD) als Vorstufe)
  • diese können wiederum über den ABC-Transporter (ArgB)  außen gelangen

Welche QS-Systeme dienen der Spezies-übergreifenden Kommunikation? Nennen Sie konkrete
Beispiele

mittel AHLs

  • Pseudomonas aeruginosa AHLs haben Auswirkungen auf die Morphologie von Candida albicans
    • 3-oxo-C12 Homoserinlacton hemmt C. albicans Filamentierung ohne Auswirkungen auf die Pilzwachstumsraten

mittels DSF

  • P. aeruginosa "reagiert" auf Signale von Andere Arten, die Biofilm Bildung und Polymyxin Toleranz induzieren

mittels AI-2 (abgeleitet aus Methioninmetabolismus)

  • Induktion der Lumineszenz bei V. harveyi durch zellfreie Kulturüberstände der nichtlumineszierenden Bakterien diverser Spezies.

Welche Strategien gibt es bakterielle Zell-Zell-Kommunikation zu unterbinden? Was will man damit
erreichen?

  • QS reguliert die Expression von Virulenzfaktoren und die Bildung von Biofilmen in vielen pathogenen Bakterien
  • bilden somit attraktive neue Zielstrukturen um bakterielle Infektionen zu bekämpfen

Signalerzeugung:

  • -direkte Inhibitoren/ Hemmung der AHL-Synthese
  • Inhibitoren der Acyl-ACP aus Fettsäuren
  • Transportblocker; den Transport aus der Zelle heraus unterbinden

Signalempfang:

  • Abbau von AHLs;
  • Inbeschalgnahme der AHLs: Moleküle fangen AHLs ab, bevor sie an der Rezeptor binden können
  • Signal-Komkurrenz: andere Moleküle binden an den transkriptionellen Regulator und inhibieren diesen

bakterielle QS Blocker

  • viele Bakterienarten sezernieren AHL-Lactonasen und öffen dadurch die Ringstruktur
  • Degradation/ Abbau von AHLs durch Acylasen; spalten den Lactonring von der Acyleinheit ab

eukaryotische und „künstliche“ QS Blocker

  • viele eukaryotische Pflanzen haben Strategien entwickelt um bakterielle Zell-Zell-Kommunikation zu unterbinden
  • AHL-Derivate aus Pflanzen
    • Furanon C30 hat Einfluss auf das Wachstum und die Expression von Virulenzfaktoren
    • halogenierte Furanone (C56); blockiert QS und Biofilmbildung von Pseudomonas aeruginosa
    • alternative Naturstoffe; es erfolgt eine Veränderung des Signals z.B. durch Knoblauch-Extrakt oder Zimt; beeinflusst z.B. die Struktur und Resistenz von Biofilmen oder die Pathogenität bei P. aeruginosa
    • - „konkurrierende“ AHLs

Skizzieren Sie das QS System von Streptomyceten. Welche Phänotypen werden dadurch reguliert?

gr +

- ArpA unterdrückt die Transkription von adpA durch die Bindung an den adpA-Promotor
- AfsA produziert den A-Faktor in einer Wachstums-abhäng. Weise
- nach Erreichen der Schwellenwertkonzentration bindet der A-Faktor an ArpA
- Dissoziation (Zerfall) des DNA-gebundenen ArpA
- Bindung der RNA-Polymerase
- Transkription des Transkriptionsaktivators adpA
- Transkription von Targetgenen

-regulierte Phänotypen:
Sporulation, Streptomycin-, Polyketide-, Grixazone-Produktion, Streptomycin-Resistenz

  • - aphD, kodiert die Hauptresistenz für Streptomycin und steht unter der Kontrolle vom adpA-abhäng. Promoter
  • das hilft rapide um die Selbstresistenz zu erhöhen und um Suizid zu vermeiden bevor es zur Induktion der Streptomycin-Biosynthese kommt

Skizzieren Sie das Grundprinzip eines typischen Zweikomponentensystems und erläutern Sie
Möglichkeiten wie dieses abgewandelt werden kann

  • ein typisches TCS (2KS) ist aus einer Sensor (Histidin)-Kinase (HK), die fähig ist Autophosphorylation als Antwort auf Umweltsignale durchzuführen, und einem Response Regulator (RR) zusammengesetzt
  • HK, welches an einem konservierten Histidin-Rest phosphoryliert ist, transportiert die Phosphorylgruppe zu der Asparaginsäure auf dem RR
  • der Phosphorylationsstatus vom RR in der Zelle ist entscheidend für das Gleichgewicht zwischen Dephosphorylation und Phosphorylation, da dies wiederum die Genexpression (Effektor-Funktion) steuert/ kontrolliert

mögliche Veränderungen:

  • Modulation durch:
  • Hinzufügen von zusätzlichen Modulen an Domänen
  • durch hinzugügen zusätzlicher Connector-Proteine
  • die finale Effektor-Funktion hängt von der Phospho-regulierenden Antwort ab, welche sich aus dem Gleichgewicht zwischen Phosphorylation und Dephosphorylation ergibt
  • alle drei Reaktionen (Autophosphorylierung, Phosphotransfer und Phosphatase) sind mögliche Kontrollpunkte, wie sie auf Signale von Umwelteinflüssen reagieren können

Skizzieren Sie die Bedeutung des EnvZ/OmpR Zweikomponentensystems für die Osmoregulation in
E. coli

  • EmvZ = Sensor-Kianse
  • OmpR = Response-Regulator
  • Signal: Membran Druck/Spannung
     
  • Zwei untzerschiedliche Porine für die passive Diffussion von z.B Ionen.
  • Porin OmpF besitzt einen größeren Porendurchmesser als OmpC -> 10 fach höhere Diffussionsrate -> Selektiver Vorteil bei niedriger Osmolarität -> Abfangen knapper Nährstoffe

niedrige Osmolarität:

  • niedrige Expression von OmpC und hohe Expression von OmpF
  • niedrige Konzentration von OmpR-P, welches an die ompF-regulierende Region bindet und die Expression von ompF aktiviert

hohe Osmolarität:

  • hohe Expression von OmpC und niedrige Expression von OmpF
  • die Konzentration von OmpR-P steigt an und
  • -> OmpR-P-Moleküle, welche an upstream site F4 gebunden sind interagieren mit OmpR-P-Moleküle die an low affinity sites F2 oder F3 gebunden sind.
  • dadurch wird die Expression von ompF unterdrückt
  • ompF wird unterdrückt und nicht exprimiert und ompC wird aktiviert
  • bei der ompC-Regulatorregion kommt es zur Änderung der Zugänglichkeit der low affinity sites C3 und C2
  • -> ermöglicht OmpR-P zu binden -> Aktivierung von ompC

Erläutern Sie detailliert die Funktionsweise von Zweikomponentensystemen anhand eines der in
der Vorlesung dargestellten Beispiele (Kontrolle des Phosphatregulons oder Chemotaxis bei E. coli /
Myxococcus sp. oder Kontrolle des Zellzyklus bei Caulobacter sp.)

am Beispiel Chemotaxis bei E.coli = Reaktion auf Chemikalien

 

  • reagieren auf Konzentrationsänderung in ihrer Umwelt
  • Flagellen Rotation im Uhrzeigersinn nennt sich tumbling;
  • Rotation gegen den Uhrzeigersinn ist eine Vorwärtsbewegung
  • Ansteigende Lockstoffkonzentration: weniger taumeln, mehr Vorwärtsbewegung (= weniger CheY-P)
  • Abfallende Lockstoffkonzentration: mehr Taumeln, (=mehr CheY-P)
  • bei Repellentien verhält es sich anders herum

Beispiel Anhand abfallender Lockstoffkonzentration:

  • in Antwort auf die abfallende Lockstoffkonzentration, aktivieren die Chemorezeptoren  (MCP) über CheW die Autophosphorylierung von CheA
  • das phosphorylierte CheA-P phosphoryliert  CheY oder CheB(Response-Regulator)
  • phosphoryliertes CheY-P bindet an den Flagellenmotor und veranlasst einen Wechsel in der Rotationsrichtung von gegen den Uhrzeigersinn nach mit dem Uhrzeigersinn (tumbling)
  • CheZ ist eine spezifische Phosphatase die CheY-P kontinuierlich dephosphoryliert und dadurch eine schnelle Signal-Termination erlaubt (tumbling-stop -> Schwimmen)
  • CheR methyliert MCL und dient der Adaption der Rezeptoren (damit Änderung des Chemoeffektors wahrgenommen werden können)
  • CheB-P demytheliert MCL um die vorherige Sensitivität wieder herzustellen

 

Was versteht man unter dem Begriff Biofilm? Skizzieren Sie den typischen Lebenszyklus eines
Biofilms

= Oberflächenassoziierte Gemeinschaften von Mikroorganismen

  •  komplexe Aggregation von Mikroorganismen, die sich durch die Produktion einer schützenden und adhäsiven Matrix auszeichnet
  • oft charakterisiert durch Adhäsion an Oberflächen, strukturelle Heterogenität, genetische Diversität und komplexe Interaktion/ Kommunikation (QS)

Lebenszyklus:
1. Inhitiale Anheftung individueller Zellen an die Oberfläche
2. Proliferation der Zellen zu Mikrokolonien und Reifung des Biofilms (EPS-Produktion)
3. Ablösung einiger Zellen oder Zellklumpen vom reifen Biofilm und anschließende
Verbreitung

Was macht das Leben im Biofilm so attraktiv und was bedingt die hohe Resistenz von Biofilmen
gegenüber Antibiotika oder Bioziden?

Vorteile des Lebens im Biofilm:

  • mechanischer Schutz gegen:
    • Feinde (rankling enemies)
    • Bakteriophagen
    • Licht und UV-Stress
    • Sauerstoff (Anaerobier)
  • Gesteigerter Austausch genetischer Informationen
    • Transduktion
    • konjugativer Plasmid-Transfer
  • Gesteigerte Resistenz gegen:
    • Schadstoffe
    • Biozide, Antibiotika
  • Gesteigerte Nährstoffverfügbarkeit
    • Mutualismus
    • Schutz vor Austrocknung

Resistenz gegen AB durch:

 

  • Nährstofflimitation führt zu Zonen veränderter Aktivität (im Inneren) -> Antibiotika beeinträchtigen oft nur die wachsenden Zellen; dadurch ergibt sich eine erhöhte Resistenz gegen Umweltgifte, Biozide und Antibiotika
  •  Zellen im Inneren haben mehr Zeit um eine Stressantwort zu generieren
  • außen liegende Zellen dienen als Schutz für die inneren Zellen
  • Persistente Zellen können in größeren Mengen vorkommen

Wie können Biofilme bekämpft werden? Erläutern Sie eine selbstgewählte
Strategie detaillierter.

  • Oberflächenbehandlung z.B. Biozid-haltige Farbe; Farben die viele schwere Metalle enthalten
    •  Beispiel: Einbringen von toxischen Metallen in Nanopartikel -> zu Farben zugeben
      • starke bakterizide Wirkung
      • Wachstum wird dadurch gehemmt
      • die Besiedlung von Bakterien wird verhindert
         
  • chemische Reinigung mit Bioziden z.B. Chloride, Ozon, Hydrogenperoxid, Detergenzien
  • mechanische Reinigung, oft zusammen mit Biozidbehandlung
  • Ultraschall (20-150 kHz)
  • Bioelektrizität kombiniert mit Bioziden
  • Bakteriophagen
  • EPS-Depolymerasen
  • Hemmung von Adhäsionen
  • Inhibition der Zell-Zell-Kommunikation
  • mittels Liposomen eingeschleuste Biozide/AB

Nennen und erläutern Sie die verschiedenen Faktoren, die für die Adhäsion,
strukturelle Ausbildung und Regulation der Biofilmbildung von P. aeruginosa
oder S. aureus wichtig sind

P.aeruginose:

  • Flegellen
  • Typ IV pili
  • Cup fimbria
  • extrazelluläre eDNA
  • Psl Polysaccharide

Attachement:

Cup fimbria: Oberflächen-Attachement, Vermittlung der Adhärenz an Wirtsgewebe durch Ahäsine, Immunevasion durch Antigen-Abschirmung

(2 Komponentensystem, welches die Expression von Extrazellulären Anhängen kontrolliert )

 

Motalität:

Typ IV Pili/ Flagellen: Bewegung entlang der Oberfläche

Typ IV Pili: Ermöglichen den motilen Bakterien die Stil- und Kappenbildung

reguliert durch: PilRS TCS, Chemotaxis, AlgR, FimS TCS und c-di-GMP

Reifung:

Bildung der Matrix: aus Lectin, eDNA, Proteinen (z.B CdrA) und Exopolysaccharide

  • Alginat bei mucoiden(schleimigen) Stämmen
    reguliert durch 2KS FimS/AlgR und KinB/AlgB
     
  • Pel Polysaccharide: Glucose-reich, Schnittstelle zwischen Biofilm und Luft
  • Psl Polysaccharide: Mannose-reich: Vermittelt-Zell-Oberflächen- und Zell-Zell-Interaktionen reguliert durch c-di-GMP und Sensor Kinase-Antwort Regulator Hybride RetS (Inhibitor) und LadS (Stimulator)
     
  • CdrA: Eventuell Verknüpfung der Psl-Polymere und /oder Anbindung der Psl an die P.aeruginosa-Zellwand
    reguliert durch c-di-GMP

 

 

nach Anheftung an Oberfläche -> an Ort verbleiben oder Bewegung entlang der Oberfläche (mittels Typ IV pili oder Flagellen)

gleichen Stelle oder bewegt sich entlang der Oberfläche mittels Typ IV Pili oder
Flagellen
- Typ IV Pili: sind an den Zellpolen lokalisiert und an zuckenden Bewegungen beteiligt,
sie steuern zu einer pilzähnlichen Struktur bei, wodurch sie den motilen Ba

Erklären Sie kurz den Aufbau Gram-positiver und Gram-negativer Zellwände

Gram-positiv:

  • Cytoplasmatische/innere Membran
  • dicke Peptidoglycan-Schicht mit Teichonsäure (Murein-Sacculus)
    • 1,4 ß-glycosidisch verknüpfte N-Acetylglucosamin und N-Acetylmuraminsäure - Ketten
    • Quervernetzung der benachbarten Ketten durch Oligopeptide

 

Gram-negativ:

  • innere/cytoplasmatische Membran
  • Periplasma (MOD)
  • dünne Peptidoglycan-Schicht
  • äußere Membran mit LPS (LPS aus inner core, outer core und O-antigen-repeat)

 

Was versteht man unter Zellwandstress und welche 2 wichtigsten
Regulationsmechanismen gibt es sowohl bei Gram-positiven als auch bei Gram-
negativen Bakterien ? Erklären Sie die Prinzipien der Regulation !

= chemische oder genetische Beeinträchtigung von der Zusammensetzung, Aufrechterhaltung oder
Funktion der Zellmembran und –wand

- drei wesentliche Auslöser:

  • Antibiotika
  • Kathionische antimikrobielle Peptide
  • Sekretorischer Stress

Regulationsmechanismus 1)

durch ECF-Sigmafactoren

  • Abwesehnheit des Stimuli (Stress) -> Sigmafaktor an Antisigmafaktor gebunden und dadurch inaktiv gehalten
  • bei Stimulus -> Bindung zwischen Sigmafaktor und Antisigmafaktor wird unterbrochen
  • -> Sigmafaktor wird frei und beindet an RNA-Polymerase -> Transkription der Target-Gene
     
  • Beispiel: E.coli (gram-)
    • normale Wachstumsbedingungen: normale Faltung und Lokalisation der Hüllproteine
      -> Negativregulatoren RseA (Antisigmafaktor) und RseB (Periplasmatische Protein) binlden einen Komplex und SigmaE ist an RseA gebunden
    • bei Stress: RseB wird von RseA durch falsch gefaltete Proteine gelöst
      -> sigmaE löst und bidet an RNA-Polymerase
      -> Target-Gene werden transkribiert (Protease, Folding Factors...)

2. Mechanismus:

durch Zweikomponentensysteme

  • bei Stress: His-Autophosphorylierung eines Monomers des Homodimers Histidinkinase (HK)
  • HK-P phosphoryliert Aspartat in der Phosphoakzeptordomäne des Antwortregulators (RR)
    -> Konformationsänderung des RR und Aktivierung
  • Transkription der Target-Gene
     
  • Beispiel: CpxRA TCS
    • normale Bedingungen: CpxP bindet an CpxA und hindert CpxA (HK) an der Autophosphorylierung
    • bei fehlfaltung der Hüllproteine oder Pilus-Assembly -> Freisetzung von CpxP und Autophosphorylierung von CpxA
    • CpxA-P phosphoryliert CpxR (RR)
    • -> Transkription der Target-Gene (Protease, Folding Factors,...)

 

Was versteht man unter RIP-Proteasen ? Nennen Sie Beispiele und erklären Sie die
Funktion von RIP-Proteasen für die Genregulation bei Gram-positiven und Gram-
negativen Bakterien !

RIP-Proteasen = Proteasen zur regulierten Intermembran Proteolyse

Zum Beispiel: RseP-Protease

Funktion von RIP-Proteasen:

- Proteolytische Kasskade zur Regulation von Genen, welche einem Stress auf die Zellwand entgegenwirken

- Stresssignal löst  den regulierten intermembranen proteolytischen (RIP) Abbau eines transmembranen regulatorischen Proteins (Antisigmafaktor)aus -> führt zur Freisetzung des alternatifen Sigmafaktors und damit zur Transkription der Gene.

Beispiel: E.coli

gestörte Proteinfaltung/Stres: DegS (S1-Protease, periplasmatisch) -> Abbau von RseA (Antisigmafaktor) durch spaltung der periplasmatsichen Dömäne, so dass Substrat für die die anschließende site-2- Spaltung von RseA durch RseP (S2-RIP-Protease, intermembran) und ClpXP (cytoplasmic protease) vorhanden ist.

diese Kasskade führt dann zur Freisetzung von SigmaE

Beispiel: B.subtilis

PrsW = S1-Protease

RasP = S2-Protease

RsiW = Antisigmafaktor -> wird porteolytisch durch Proteasen abgebaut -> Freisetzung von SigmaW

Nennen Sie drei Beispiele für Adhäsine bei Gram-negativen Bakterien und erklären
Sie kurz deren Biosynthese und Verankerung !

Fimbriae: P.gingivalis
Type I pili: Escherichia coli
Type IV pili: Neisseria gonorrhoe

Typ I Pili:

  • durch pap-Gencluster kodiert
  • Chaperon/Usher-vermittelte Pilus Biogenese
    • einzelnen Komponeneten des Pilus werden von cytoplasma ins periplasma durch Typ II Secretions-System transportiert (SecYEG translocation)
    • PapD stabilisiert die Unterinheiten (in Abwesenheit von PapD würden die UE abgebaut werden), katalysiert die ihre Faltung und transportiert diese zu PapC (Usher) an die äußere Membran
    • Zusammenbau und Translokation auf die Zelloberfläche durch PapC
    • dort wird dann zuerst der Pillus -Spitze (Tip) zusammen gebaut und anschliesend wächst der Pillus von der Basis ausgehend weiter (via Donor-strand Complementation)
    • Verankerung an äußerer Membran (an Usher)?

Typ IV Pilus:

  • werden an innerer/cytoplasmatischen Membran gebildet und danach durch die äußere Membran (durch PilQ = Secretin ähnliche Pore ) extrudiert
  • aus Pilin-UE gebildet (Prepilin wird durch PilD prozessiert)
  • wird mittels PilG und den ATPasen PilF/PilT assembliert/deassembliert
  • PilC ist ein Adhäsin an der Spitze des pillus (Stabilisiert diesen)
  • Verankerung an innerer Membran (PilGFT)?

Autotransporter

  • Autotransporter (= Polyprotein) wird über Sec ins Cytoplasma transportiert

  • Leader-Sequenz spaltet mit SPase und lässt reifes Polyprotein ins Periplasm frei

  • C-terminale β-barrel-Pore exportiert N-terminale Domäne, diese wird translatiert und autoproteolysiert

  • es kommt zur Spaltung an der N-terminalen Domäne und zur Freilassung ins Medium

  • Verankerung an äußerer Membran (ß-Barrel)?

Erklären Sie die Regulation und Funktion der Virulenzfaktoren des Agr-Regulons
von Staphylococcus aureus !

ist QS- und Zweikomponenetensystem

  • aus zwei differgent transkribierten Einheiten: RNA II und RNA III
    • RNA II beinhaltet die Gene argB, argD, argC, und argA
  • -arg wir bei Einsetzen der Stationären Phase hochreguliert
  • - arg spielt eine wichtige Rolle beim Atachment/Detachment-Prozess und damit der Ausbreitung
  • - coding for the peptide delta-toxin (RNA III)

durch arg regulierte Virulenzfaktoren:

  • Superantigene (z.B Enterotoxin B, C, D,....)
  • Cytotoxine
  • Enzyme (Proteasen, Lipasen)
  • Oberlächenproteine (Adhäsine, Protein A)

Regulation:

  • ArgB (membranständiges Enzym) ist zuständig für die Reifung und den erxport des Autoinducers.
  • ArgA und ArgC bilden das Zweikomponenetensystem.
  • Autoinducer bindet an ArgC(Sensorkinase) -> His-Autophosphorylierung von ArgC
  • ArgC-P führt zur Asp-Phosphorylierung von ArgA (RR)
  • Hochregulation der Target-Gene ( RNA II und RNA III)

 

Welche verschiedenen Exotoxine kann man unterscheiden ? Nennen Sie weiterhin
drei Beispiele für AB-Toxine ! Erklären Sie den Wirkmechanismus der AB-Toxine an
einem Beispiel!

  • Superantigens or type I toxins
  • Membrane-disrupting toxins or type II toxins
  • A-B toxins or type III toxins
    • Pseudomonas exotoxin A
    • Diphtheria toxin
    • Cholera toxin
    • Shiga toxin

Beispiel:

Diphtheriatoxin

  • Ziel der enzymatischen Aktivität des Diphtherietoxin A ist der Elongationsfaktor EF-2, der die Translation bei der Proteinsynthese von Eukaryoten katalysiert
  • EF-2 enthält Diphthamid (Aminosäurerest )
  • das A-Fragment des Toxins katalysiert die kovalente Modifikation dieses Diphthamids
  • dabei wird ein ADP-Ribosylrest aus NAD + unter Abspaltung von Nicotinamid auf das Diphthamid übertragen, auch ADP-Ribosylierung genannt
  • dadurch hemmt das Diphtherietoxin die Fähigkeit des EF-2, die Translation der wachsenden Polypeptidkette auszuführen -> Proteinsythese gehemmt

 Wo kommen humane kationische antimikrobielle Peptide (CAMP) vor und welche Funktionen und
Wirkungsweise besitzen sie? Durch welche Mechanismen schützen sich Bakterien gegen die Wirkung
der humanen CAMPs?

 

  • auf Haut und Epithelien, z.B. Darmepithel,
  • Schutz vor eindringenden Bakterien durch ihre positive Ladung
  • da Bakterienhülle vorwiegend aus anionischen Bestandteilen (Interaktion durch CAMPs möglich)
     

Bakterien schützen sich durch:

  • Schutz  gegen CAMPs durch die Reduzierung der negativen Nettoladung der Zellumhüllung -> Abstoßen von CAMPs
  • Heraustreiben von CAMP durch Efflux-Pumpen
  • veränderter Membranfluidität
  • Spaltung von CAMP durch Proteasen

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