Molekularbiologie- Biotechnologie/Gentechnik

Ablauf und Methoden( Polymerasen-Kettenreaktion &Kettenabbruch-Verfahren nach Sanger) Zweck und Einsatz an Beispielen : Medizin Anwendung in der Landwirtschaft Risiken gentechnologischer Verfahren

Ablauf und Methoden( Polymerasen-Kettenreaktion &Kettenabbruch-Verfahren nach Sanger) Zweck und Einsatz an Beispielen : Medizin Anwendung in der Landwirtschaft Risiken gentechnologischer Verfahren


T. S.
Diese Lernkarten decken zentrale Konzepte und Methoden der Molekularbiologie sowie deren biotechnologische und gentechnische Anwendungen ab, etwa DNA-Struktur, PCR, Gelelektrophorese und Klonierung. Im Fokus stehen technische Abläufe wie Primer-Design, Polymerase-Funktion und Restriktionsenzyme sowie praktische Einsatzgebiete in Medizin und Landwirtschaft. Studierende profitieren von diesem Überblick, um komplexe Laborverfahren zu verstehen und deren Bedeutung für Forschung und Praxis einzuschätzen.
Flashcards
21
Students
4
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
10.12.2014 / 25.09.2026

Flashcards

Definition Gentechnik

- Methode und Verfahren der Biotechnologie, die auf Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen

- gezielte Eingriffe in das Erbgut und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen.

= Veränderung und Neuzusammensetzung von DNA-Sequenzen.

= gezieltes Einbringen von DNA in lebende Organismen.

Produkt der Gentechnik

rekombinante DNA, mit der wiederum gentechnisch veränderte Organismen (GVO) hergestellt werden können.

Polymerase Kettenreaktion

  • Verfahren zur Vervielfältigung von kurzen DNA-Segmenten
  • Ziel: aus den gesamten DNA ein spezifischer Abschnitt rauskopieren und vervielfältigen

Polymerase- Kettenreaktion: Ablauf

1) Denaturierung

  • doppelsträngige DNA auf 94-96 Grad erhitzen: Wstb aufbrechen. Ausgangs-DNA und Primer trennen, Einzelstränge liegen vor.

2) Anhybritisierung

  • anhybritisieren der Oligonucleotidprimer bei 50-60Grad. --> spez. Anlagerung des Primers an DNA

3) Synthese

  • DNA- Polymerase füllt fehlende Stränge mit freien Nucleotiden auf
  • Beginnt am 3'-Ende des angelagerten Primers und folgt dann DNA-Strang
  • Primer wird nicht abgelöst. Bildet Anfang des neuen Einzelstrangs.

 

Was ist Gelelektrophorese?

  • Mit Gelelektrophorese können DNA-Fragmente nach ihrer Grösse aufgetrennt werden
  • Sortierung nach Ladung und Grösse
  • = molekulares Sieb

Funktion der Gelelektrophorese?

  1. trennt Makromoleküle aufgrund der Wanderungsgeschwindigkeit durch Polygel bei el. Spannung. Nucleinsäuren durch Phoshatgruppen negativ geladen --> wandern im el. Feld zur Anode.
  2. Gemisch aus DNA-Molekülen in Abfolge von Banden aufgetrennt
  3. Jedes Band enthält Moleküle derselben Länge.
  4. Mit Ethidiumbromid werden DNA-Fragmente sichtbar gemacht--> UVA-Licht 

Anwendungsgebiet der PCR und Geleketrophorese

  • Vaterschaftstest
  • genetischer Fingerabdruck
  • erkennen von Krankheiten
  • Analyse alter DNA
  • Geschlechtsbestimmung

bestimmte nicht codierende Abschnitte auf der DNA untersuchen (Short Tandem Repeats), die aus einer variablen Anzahl an Wiederholungen einer Sequenz von Basenpaaren bestehen.

Anzahl an Sequenzwiederholungen wird vererbt und variiert von Mensch zu Mensch.

 

Ablauf: Kettenabbruchverfahren nach Sanger

Bei der DNA-Sequenzierung nach Sanger werden nun die vier natürlichen dNTPs und eines der vier artifiziellen ddNTPs zu einem PCR-Ansatz mit der zu sequenzierenden DNA und einem entsprechenden Primer gegeben. Die Polymerase baut nun gelegentlich in statistischer Verteilung ein ddNTP ein, wodurch die Polymerisation abbricht. Es entsteht somit ein Gemisch unterschiedlich langer Stücke des zu sequenzierenden Abschnitts der DNA. Man führt dieses Experiment mit allen vier ddNTPs durch und trägt die vier Ansätze in einer Polyacrylamid-Gelelektrophorese nebeneinander auf. Aus dem Muster der entstehenden Banden kann man dann die Abfolge der Basen auf dem DNA-Abschnitt ablesenbasiert auf PCR

  1. ganzer Satz von DNA-Strängen synthetisieren: komplementär zur ursprünglichen DNA-Fragmente
  2. Strang nimmt von gleichen Primer Ausgang und endet mit ddNTP.--> führt zu Kettenabbrung, weil OH-Gruppe am 3'-Kohlenstoff der Desoxyribose fehlt.DNA-Polymerase keine Base anfügen.
  3. 4 Reaktionsgefässe unterschieden sich im Vorhandensein von unterschiedlichen ddNTP's: jedes der vier ddNTP's mit anderen Fluoreszentfarbstoff markiert. Fluoreszenzsignal enthüllt Identität des Nucleotids an sienem 3'-Ende.

Ziel des Kettenabbruchverfahrens nach Sanger

Verfahren, um Reihenfolge der Nucleotidbasen in DNA zu bestimmen.

Ziel:  Klonieren

Herstellung von identischen Genkopien zwecks Forschung und Anwendung

Ablauf: Klonieren

  1. Gen wird in das Plasmid insertiert
  2. Plasmid wird in die Bakterienzelle eingeschleust
  3. Die Wirtszelle vermehrt sich im Kulturmedium und bildet einen Klon, der das klonierte Zielgen enthält.
  4. Grundlageforschung und Anwendung

Klonieren: Herstellung und Vervielfältigung von rekombinanter DNA

  1. Restriktion des Vektors
  2. Isolation eines DNA-Fragments
  3. Rekombination des Vektors
  4. Transformation in die Wirtszelle
  5. Vermehrung der Wirtszelle
  6. Selektions des gesuchten Klons
  7. Kultivierung des gesuchten Klons

Funktion der Restriktionsendonucleasen

Enzyme, die DNA an einer spezifischen Erkennungssequenz schneiden ( Resktriktionsschnittstelle)

 

Ablauf der Restriktion

  1. ein Restriktionsenzym zerschneidet das Zuckerphosphatgerüst an den durch Pfeile bezeichneten Stellen
  2. Zugabe eines DNA-Fragments aus einer anderen Quelle, welches mit gleichen Restriktionsenzym geschnitten wurde-->  Basenpaarungen der Einzelstrangüberhänge.
  3. DNA-Ligase verknüpft die Stränge kovalent = rekombinantes DNA- Molekül

Anwendung der Gentechnolgie: Medizin

  • Insulinproduktion
  • Gentherapie
  • Herstellung von transgenen Tieren
  • Klonen (Embryoteilung & Kerntransfer)

Beispiele des Klonierens: Medizin

  • Embryoteilung
  • Kerntransfer (Dolly)

Anwendungen Gentechnologie in der Landwirtschaft: Herbizide

  • Herbizide sind Wirkstoffe zur Unkrautbekämpfung

Wirkmechanismus von Glyphosat

Enzym EPSP- Synthase setzt Shikimat und Phosphoenolpyruvat zu EnolPyruvylShikimat-3-Phosphat um -->  Vorläufer der Synthese der Aminosäuren Tryptophan, Tyrosin und Phenylalanin.

  • Glyphosat konkurriert mit Phosphoenolpyruvat um den Platz im aktiven Zentrum des EPSP
  • hemmt  Synthese von EnolPyruvylShikimat-3-Phosphat
  • verhindert, dass Pflanze Aminosäuren synthesisieren kann--> Tod

Herstellung von Glyphosat-Resistenten Nutzpflanzen

- klonen mit viralen Promotor und EPSP-Synthase in Agrobacterium : Effekt unbefriedigend

- GAT Enzym hängt Acetyl-Gruppe an Glyphosat: klonen --> unschädlich : zu wenig effizient

+ muligene shuffeling: künstliche Herstellung des GAT-Gens

  1. zerstücklen und neu zusammensetzten der drei Varianten des GAT-Gens
  2. durch mixen der 3 Gene --> neue Varianten
  3. 11 Zyklen des mulitgene shuffeling : besten Varianten werden wieder gemixt
  4. Wirkungsweise nach 11 Zyklen: 1000 Mal besser

 

Positive Apsekte: Gentechnologie

  • Höhrere Eträge pro Fläche durch verbesserte Pflanzenschutz
  • geringere Kosten für Pestizideinsatz
  • resistenter gegen Schädlinge
  • einfach anwendbar
  • billig
  • für alle verfügbar

Risiken der Gentechnologie: Landwirtschaft

  • indirekte Kosten
  • Abnahme der Biodiversität
  • entwicklung von resistenten Unkräutern
  • fehlende Kontrollierbarkeit
  • langzeiswirkungen unbekannt
  • übernutzung der Böden

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