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Lisa Gärtner
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in die Chemie von Molekülen und ihren Wechselwirkungen. Sie behandeln Themen wie Elektronenpaare, Bindungen, Dipol-Dipol-Kräfte, Van-der-Waals-Kräfte und Wasserstoffbrücken, die für das Verständnis molekularer Stoffe essenziell sind. Die Karteikarten eignen sich besonders für Schüler der Grundschule, die die Grundlagen der chemischen Bindungen und Kräfte zwischen Atomen und Molekülen erlernen möchten.
Flashcards
48
Students
3
Language
German
Category
Chemistry
Created / Updated
01.06.2013 / 25.11.2021

Flashcards

bindende (gemeinsame) Elektronenpaare

Die Elektronen der gemeinsamen Elektronenwolke

Lewis-Formel

Die Valenzstrichformel, in denen Elektronenpaare durch Striche dargestellt werden

Elektronenpaarbindung

Die durch bindende Elektronenpaare bewirkte Bindung

Bindungslänge

Der Abstand der das Molekül bei einem Energieminimum besitzt

Der Kern-Kern-Abstand bei dem die

Bindungsenergie

Die Energiedifferenz zwischen den einzelnen Atomen und dem Molekül

nichtbindende Elektronenpaare

Die Elektronenpaare die sich nicht an der Bindung beteiligen

Doppelbindung

Wenn zwei Atome über zwei gemeinsame Elektronenpaare miteinender verbbunden sind

Sie bilden getrente Elektronenwolken die sich gegenseitig abstossen → ist der Grund warum die Bindungsenergie weniger als doppelt so gross ist als bei einer einfachbindung, ist aber deutlich stärker und kürzer

 

 

Dreifachbindung

sind über drei drei gemeinsame Elektronenpaare miteinander verbunden

ist kürzer und hat eine höhere Bindungs Energie als eine Einfach- oder Doppeltbindung zwischen den gleichen Atomen → durch gegenseitige Abstossung weniger als dreimal so gross

Wie kommt eine Atombindung zustande?

Zwei Wasserstoff-Atome können so zusammentreffen, dass sich ihre Elektronenwolken durchdringen; man spricht dann von einer Überlappung der Elektronenwolken. Im Überlappungsbereich bewegen sich die Elektronen im Anziehungsbereich beider Kerne. Dies führt zu einer verdichtung der negativen Ladung, zu der beide Elektronen gleichviel beitragen. Die sich blidende, doppeltbesetzte Elektronenwolkeumgiebt beide Kerne. 

Wieso kommt eine Atombildung zustande?

Das Grundprinzip der Atombindung beruht darauf, das die Bindungspartner sich gegenseitig Elektronen zur "Benutzung" zur Verfügung stellen, um so den Edelgaszustand zu erreichen.

Edelgasregel

Die Gesamtzahl der Elektronen der bindenden und der freien Elektronenpaare um einen Atomrumpf ist identisch mit der Anzahl der Valenzelektronen des Edelgas-Atoms, das in der selben Periode im Periodensystem steht.

 

Begründen Sie, warum Edelgase aus einzelnen Atomen und nicht aus Molekülen bestehen.

 

Edelgas-Atome enthalten die maximale Anzahl an Elektronen in der Valenzschale. Alle Elektronen sind gepaart. Es gibt keine Möglichkeit zur Ausbildung von bindenden Elektronenpaaren. 

 

 

Ermitteln Sie unter Anwendung der Edelgasregel die Molekülformel für ein Molekül, das aus einem Kohlenstoff-Atom und einer unbekannten Anzahl von Wasserstoff-Atomen besteht. 

 

Die Kreise verdeutlichen, dass bindende Elektronenpaare immer beiden an der betreffenden Bindung beteiligten Atomen zugeordnet werden. 

 

Zeichnen Sie die Lewis-Formeln folgender Moleküle: CBr4, CH2Cl2, H2S, C2H6, C2H4, C2H2. 

 

 .

Elektronenpaarabstossungs-Modell (EPA-Modell)

dass sich die Elektronenpaare um ein gebundenes Atom gegenseitig abstossen. Man stellt sich vor, dass sich die bindenden und freien Elektronenpaare aufgrund dieser Abstossung so um ein Atom anordnen, dass sie möglichst weit voneinander entfernt sind.

Keil-Strich-Formel

Man zeichnet keilförmige Linien für Bindungen, die nach vorne gehen und eine gestrichelte Linie für die, die nach hinten gehen. Die, die gerade auf die Seite herraus gehen sind "normal"

Winkel bei einer Einfachbindung

Tetraederwinkel

Bei vier bindenden Elektronenpaaren durch die Abbstossung haben sie den grösstmöglichen abstand voneinander → 109,5°

Gilt auch wenn es freie Elektronenpaare gibt 

Nur bei Einfachbindungen

Winkel bei einer Doppelbindung

Durch die grösst mögliche Abstossung → 120°

Winkel bei einer Dreifachbindung

Durch die grösst mögliche Abstossung → 180°

Regeln des EPA-Modells

  • Bindende und freie Elektronenpaare ordnen sich in einem Molekül so um die Atomrümpfe an, dass sie eine möglichst grosse Entfernung voneinander haben
  • Die nichtbindenden Elektronenpaare beeinflussen die Molekülgestalt, die Molekülgestalt wird aber nur durch die Position der Atomkerne beschrieben
  • Doppel- und Dreifachbindungen bilden eine Einheit. Sie haben die gleiche abstossende Wirkung wie Einfachbindungen.

 

Begründen Sie, warum die vier H-Atome des CH4-Moleküls nicht planar (in einer Ebene) angeordnet sind. 

 

Bei einer planaren (quadratischen) Anordnung treten zwischen benachbarten Elektronenpaaren Winkel von 90° auf, zwischen gegenüberliegenden Elektronenpaaren dagegen Winkel von 180°. Demzufolge würden bei dieser Anordnung unterschiedlich starke Abstossungskräfte wirken. Bei einer tetraedrischen Anordnung sind dagegen alle Elektronenpaare gleich weit voneinander entfernt und die Winkel zwischen den Bindungen gleich gross (Tetraederwinkel: 109,5°). Somit wirken zwischen allen bindenden 

Elektronenpaaren auch gleich starke Abstossungskräfte. 

 

 

Zeichnen Sie Keil-Strich-Formeln folgender Moleküle: CH2Cl2, PH3.

.

Unpolare Bindungen

Bei zweiatomigen Molekülen aus gleichen Atomen, sind die bindenden Elektronen symetrisch om die Atomkerne verteilt

Polare Bindungen

Gemeinsame Elektronenwolken von zwei verschiedenartigen Atomen sind in der Regel mehr oder weniger asymetrisch, weil die beiden Atomrümpfe die bindenden Elektronen unterschiedlichstark anziehen

Partialladung

Eine Partialladung ist ein Teil einer Elementarladung. In Formeln werden positive und negative Partialladungen mit den Symbolen δ+ und δ- bezeichnet. Keine Angabe über Ladungsmenge.

Elektronennegativität

Gibt an, wie stark ein gebundenes Atom bindende Elektronen anzieht.

höhere Elektronennegativität = δ -

niedrigere Elektronennegativität = δ +

Wie hängt die Elektronennegativität mit dem Atombau zusammen?

Sie hängt von der Ladung und grösse des Rumpfes ab: Mit zunehmender Rumpfladung wächst die Elektronennegativität, mit zunehmender Rumpfgrösse nimmt sie ab.

Bindungspolarität und Bindungsenergie

Polare Bindungen sind häufig stärker als unpolare, da zusätzlich zum zusammenhalt durch die bindende Elektronenpaare noch die elektronische Anziehung der unterschiedlichen Partialladungen wirkt.

Dipol-Molekül

Moleküle sind Dipole, wenn sie polare Bindungen besitzten und die Schwerpunkte der positiven und der negativen Partialladungen nicht zusammenfallen.

 

Weshalb ist die Bindungsenergie der H–F-Bindung grösser als die der H–Cl- 

Bindung? 

 

Sowohl die H–F-Bindung als auch die H–Cl-Bindung sind polar. Die Polarität der H–F-Bindung ist jedoch ausgeprägter, da der Unterschied der EN-Werte (ΔEN) zwischen H und F grösser ist als zwischen H und Cl: 

 

EN(F) = 4,0  EN(Cl) = 3,0 

EN(H) = 2,1  EN(H) = 2,1 

ΔEN(H/F) = 1,9  ΔEN(H/Cl) = 0,9 

 

Die grössere Bindungsenergie der H–F-Bindung lässt sich mit der ausgeprägteren Polarität erklären: Polarere Bindungen sind häufig stärker als weniger polare. Dies lässt sich damit erklären, dass die Atome – zusätzlich zum Zusammenhalt durch die bindenden Elektronen – durch stärkere entgegengesetzte Partialladungen aneinander gebunden werden (elektrostatische Anziehung zwischen δ+ und δ–). 

 

 

Zeichnen Sie die Lewis-Formeln folgender Moleküle und tragen Sie die Partialladungen ein: HI, CH4, H2S, NH3. 

.

 

Ordnen Sie die folgenden Bindungen nach steigender Polarität: N–H, C–H,  

F–H, O–H. 

 

Eine Bindung ist umso polarer, je grösser die EN-Differenz (ΔEN) der an der Bindung beteiligten Atome ist. Man erhält die folgenden ΔEN-Werte: 

 

EN(N) = 3,0  EN(C) = 2,5  EN(F) = 4,0  EN(O) = 3,5 

EN(H) = 2,1  EN(H) = 2,1  EN(H) = 2,1  EN(H) = 2,1 

ΔEN(N/H) = 0,9  ΔEN(C/H) = 0,4  ΔEN(F/H) = 1,9  ΔEN(O/H) = 1,4 

 

Die Reihenfolge steigender Polarität ist somit: C–H < N–H < O–H < F–H. 

 

 

Hinweis: Die relative Stärke der Polaritäten kann hier auch aus den Positionen der Elemente im Periodensystem ermittelt werden. In allen vier Fällen ist jeweils ein H-Atom mit einem Atom aus der 2. Periode verbunden. Da innerhalb einer Periode bei den Hauptgruppenelementen die EN-Werte von links nach rechts grösser werden, müssen somit auch die ΔEN-Werte in der oben aufgeführten Reihenfolge zunehmen. 

   

 

Wie ändert sich die Elektronegativität der Atome a) innerhalb einer Periode,  

b) innerhalb einer Hauptgruppe des Periodensystems? Begründen Sie.

 

a) Die Elektronegativität der Atome nimmt innerhalb einer Periode von links nach rechts zu, da die Rumpfladungen zunehmen. 

b) Die Elektronegativität der Atome nimmt innerhalb einer Gruppe von oben nach unten ab, da die Anzahl Elektronenschalen und damit die Grösse der Atomrümpfe zunehmen. 

 

Welche der folgenden Moleküle sind Dipole? Begründen Sie Ihre Antwort.  

a) F2, b) HF, c) H2S, d) CF4, e) CH2Cl2

.

 

Skizzieren Sie analog zur Darstellung in Abb. 26 den Verlauf der Siedetemperaturen in der Reihe der Wasserstoffverbindungen der Elemente der V. Hauptgruppe. 

 

Die Zunahme der Siedetemperaturen in der Reihenfolge PH3 – AsH3 – SbH3 ist auf die zunehmenden Van-der-Waals-Kräfte zurückzuführen. Die unerwartet hohe Siedetemperatur von NH3 lässt sich durch die Ausbildung von Wasserstoffbrücken erklären. 

 

Zwischen welchen der folgenden Moleküle können Wasserstoffbrücken ausgebildet werden? a) H2, b) H2S, c) CH4, d) H2O. 

 

Wasserstoffbrücken zwischen gleichartigen Molekülen können nur dann ausgebildet werden, wenn die Moleküle sowohl aktive als auch passive Stellen für Wasserstoffbrücken aufweisen. Sie müssen also mindestens ein H-Atom besitzen, das direkt an ein F-, O- oder N-Atom gebunden ist (aktive Stelle), sowie ein freies Elektronenpaar an einem partiell negativen F-, O- oder N-Atom (passive Stelle). 

 

 

Zeichnen Sie die Lewis-Formeln folgender Moleküle und bezeichnen Sie jeweils - falls vorhanden – die aktiven und passiven Stellen für Wasserstoffbrücken: H2O, NH3, CH2O. 

 

Die passiven Stellen sind die freien Elektronenpaare an den O-Atomen und am N-Atom (blau dargestellt), die aktiven Stellen sind die H-Atome im H2O und NH3-Molekül (rot dargestellt): 

 

Wichtiger Hinweis: Die H-Atome im CH2O-Molekül sind keine aktiven Stellen für Wasserstoffbrücken, da sie mit dem schwach elektronegativen C-Atom verbunden sind. Die C–H-Bindung ist daher nur schwach polar, und die H-Atome haben eine zu kleine positive Partialladung für die Ausbildung von Wasserstoffbrücken. Da CH2O-Moleküle nur passive 

Stellen für Wasserstoffbrücken aufweisen, können zwischen CH2O-Molekülen keine Wasserstoffbrücken ausgebildet werden. Andere Moleküle, die über aktive Stellen verfügen (wie z. B. H2O, NH3 oder HF) können jedoch Wasserstoffbrücken mit CH2O-Molekülen eingehen. 

 

 

Von den Stoffen C4H10, S8 und C6H14 ist einer bei Zimmertemperatur und Normdruck fest, einer flüssig und einer gasförmig. Alle drei Stoffe sind aus unpolaren Molekülen aufgebaut. Ordnen Sie ihnen die Aggregatzustände zu und begründen Sie die Zuordnung.

 

Da die Moleküle unpolar sind, wirken zwischen ihnen ausschliesslich Van-der-Waals-Kräfte. Diese hängen von der Polarisierbarkeit der Moleküle ab; diese wiederum nimmt mit der Anzahl Elektronen zu. Die Anzahl Elektronen lässt sich ermitteln, indem man die Ordnungszahlen (Protonenzahlen) aller am jeweiligen Molekül beteiligten Atome addiert. 

 

 

Ein weiteres Mass für die Elektronenanzahl liefert die Molekülmasse: 

*

Da die S8-Moleküle die höchste Masse besitzen, wirken zwischen ihnen die stärksten Van-der-Waals-Kräfte. Die schwächsten Van-der-Waals-Kräfte wirken zwischen den C4H10-Molekülen, und Van-der-Waals-Kräfte mittlerer Stärke wirken zwischen den C6H14-Molekülen. Wir erwarten daher, dass die Schmelz- und Siedetemperaturen in der Reihenfolge C4H10 < C6H14 < S8 zunehmen. Daher sollte C4H10 bei Zimmertemperatur gasförmig sein, C6H14 flüssig und S8 fest. Dies ist auch tatsächlich der Fall. 

 

Ordnen Sie folgende Stoffe nach steigenden Siedetemperaturen: CBr4, CF4, CH4, CCl4. Begründen Sie die Reihenfolge. 

 

Die Moleküle CBr4, CF4, CH4 und CCl4 haben alle eine tetraedrische Gestalt. Da die Schwerpunkte der Partialladungen der Atome in den Tetraederecken mit dem Schwerpunkt der Partialladung des zentralen C-Atoms zusammenfallen, handelt es sich um unpolare Moleküle. Zwischen ihnen wirken somit ausschliesslich Van-der-Waals-Kräfte. Um die relativen Stärken zu beurteilen, ordnen wir die Moleküle in der Reihenfolge zunehmender Elektronenanzahlen oder Massen: CH4 < CF4 < CCl4 < CBr4. In dieser Reihenfolge nehmen auch die Siedetemperaturen zu. 

 

Zeichnen Sie die Kugel-Stab-Modelle oder die Keil-Strich-Formeln der folgenden Moleküle. Tragen Sie anschliessend die Partialladungen ein, und ermitteln Sie die Ladungsschwerpunkte. Beurteilen Sie dann, welche zwischenmolekularen Kräfte wirken. a) HBr, b) H2O, c) CCl4, d) NH3, e) CS2, f) CH3F. 

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