Modellbildung und Simulation

Vorlesung von Prof. Schlecht

Vorlesung von Prof. Schlecht


A. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Modellbildung und Simulation von mechanischen Systemen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Erstellung von Modellen, die Simulation von Wellen und Körpern sowie die Analyse von Eigenfrequenzen und Anregungen. Die Karteikarten behandeln sowohl die Vorteile als auch die Nachteile verschiedener Simulationsmethoden, wie z.B. die Verwendung von mks und FEM, und zeigen, wie diese Methoden zur Ermittlung von Verformungen und Kräften eingesetzt werden. Ingenieure und Studierende der Technik profitieren von diesen Lernkarten, da sie ein tiefes Verständnis für die dynamische Analyse und Optimierung von Antriebssystemen vermitteln.
Karten
30
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
26.07.2015 / 05.02.2019

Lernkarten

Warum überhaupt Modellbidlung und Simulation?

  • Auslegunund Berechnung von Maschinenelementen und den daraus aufgebauten Antriebssystemen erfordert die genaue Kenntnis der einwirkenden Kräfte und Momente-> Lastannahme
  • Trotz vermeintlich richtiger Auslegung austretende Schäden belegen unsichere (zuweilen sogar falsche) Lastannahme

Warum überhaupt Modellbildung und Simulation ? Teil II

  • Bereitstellung treffsicherer Lastannahmen
  • Gegenüberstellung Eigenfrequenzen und Anregungsfrequenzen insbesondere bei Antrieben mit variabler  Drehzahl
  • Absenkung der Eigenfrquenzen bei großen Antrieben aufgrund veränderter Verhältnisse von Steifigkeit zu Masse erhöht Anregungspotenzial
  • Enwicklungstrends (Entwicklungszeit runter, Leistung rauf, Prototypen runter)
  • Auftretende Schäden Belegen unsichere Lastannahmen

Möglichekeiten der Anregung von Eigenfrequenzen Bsp. Windkraftanlage

  • Drehfrequenz des Rotors: 1.,2.,3.,....Ordnung
  • Drehfrequenzen der Wellen es Antriebsstranges mit der 1. und 2. Ordnung 
  • Zahneingriffsfrquenzen (ZEF) der 1. und 2. Planetenradstufe sowie der Stirnradstufe mit der 1. und 2. Ordnung

Was sollte beim Hochlauf einer Anlage untersucht werden ?

Untersuchung einer möglichen Anregbarkeit von Eigenfrequenzen dirch Simulation eines langsamen Hochaufs der Anlage unter Berüchsichtigung aller dynamischen Einflussgrößen

Wasserfall Diagramm

Darstellung der resultierenden Beschleunigungen als Frequenzspektrum über der Drehzahl

Welche Bedingungen sind grundsätzlich bei der Modellbildung zu erfüllen ? 

  • Modell soll Eigenschaften des Originalsystems so genau wie nötig und so grob wie möglich wiedergeben
  • direkte Zusammenhänge zwischen realem Sytem und Modell sollten an jede Stelle erkennbar sein
  • Systemparameter aus technischen Unterlagen oder am Orginalsystem mit hinreichender Genauigkeit bestimmt werden 

Campbell Diagramm 

  • Eigenfrequenzen über der Drehzahl als Abszisse
  • Konstante Erregerfrequenzen werden als abszissenparallele Gerade abgebildet. Die drehzahlabhängigen Erregerfrequenzen stellen sich als Strahlen durch den Ursprung dar.
  • Lage der Eigenfrequenzen zu den Erregerfrequenzen im gesamten Betriebsdrehzahlbereich

Zielstellung Simulation

Anwendung der der dynaischen Simualtion zur Untersuchung des dynamischen Verhaltens koplexer Antriebssysteme

  • Gegenüberstellung von eigefrquenezen und Anregung zur Ermittlung möglicher Resonanzen im Betriebsdrehzahlbereich
  • Simulation von Betriebs- und Sonerlastfällen zu Ermittlung von Lasten und resultierenden Verlagerungen

Systematisierung des Modellierungsprozesses

  • Schrittweise Erweiterung des Freiheitsgrade
  • Prüfung der Modelle im Zeit- und Frequenzbereich
  • Teilmodelle anstatt Gesamtmodell

Warum überhaupt Simulation? Teil III

  • um nicht mehr auf Modellversuche angewiesen zu sein
  • nächste größere Maschien/Anlage wurde durch Extrapolation unter Nutzung der Erkenntnss von bereits ausgeführten Anlagen entwickelt
  • komplexere Versuchsreihen udn Fahrerprobungen führen zu überproportional hohen Kosten

Einordnung von Problemen der Antriebsdynamik im Hinblick auf das Objekt und ide Bewegung 

  • Bewegte Objekte (Punktmasse, Mechanismen, Balken, Strukturen)
  • Bewegung im Raum (rotatorisch, translatorisch, in der Ebene, im Raum)
  • Bewegungsablauf in der Zeit ( stetig, beschleunigt, verzögert, unstetig)

Welche Unterscheidung der Modellbildung nach der Art des Berechungsmodells?

  • Analytisches Modell (mathematische geschlossende Lösung, freie 2-Massen-Schwinger mit linearer Steifigkeitskopplung)
  • Numerische Berechungsansätze ( Näherungsalgorithmen unter zu Hilfenahme der Rechentechnik, ab 4-Massen-Torsinsschwinger notwindig)

Diskretisierungsvarianten ( Unterscheidung der Modellbildung nach der Abbildungsgenauigkeit)

  • Drehschwing-Simulation
    • für eindimensionale Schwingproblematiken
    • erste Abschätzung des dynamischen Verhaltens
  • Mehrkörpersystem-Simulation
    • Exakte Abbildung des dynamischen Verhaltens von realen Schwingungssystemen
    • oftmals keine vollständigen MKS-Modelle notwendig
  • Elsatisch verformbare Mehrkörpersystem-Modelle
    • Relativbewegungen zwishcen starr modellierten Körpern
    • Beanspruchung oder Verformung einzelner Elemente
    • elastsiche Wellen, Planetenträger
    • Gehäuse- oder Maschinenträgerverformungen

allgemeine Beschreibung eines starren Körpers im Raum

  • drei Verdrehrichtungen
  • drei Verschiebungen 
  • sechs Zustandsgrößen

Elemente des starren Mehrkörpersystems

mehrere starre Körper durch masselose Feder-Dämpfer-Elemente

Modellbilung eines starren Mehrkörpersystems besteht aus.. 

...einer Vielzahl diskreter Punkte, Knoten zur Ankopplung von Kräften, Gelenken und Zwangsbedingungen

Finite-Elemnte-Methode

  • FEM zru Ermittlung der Verformungen und Spannungen
  • anwendbar für elastisch verformbare komplexe Strukturen
  • Diskretisierung der realen Strukturen in die si genannte finiten Elemnte (endliche Anzahl)
  • Linear. elastsiches und nicht linear-platisches Materialverhalten, Kontaktanalyse

Elastsiche MKS-Syteme Teil I

  • -neben Realtivbewegung auch Berüchsichtigung der Verformung innerhalb der Körper
  • elatsiche MKS zur Abbildung große Realtivbewegung und lokaler Verformung 
  • Grundlage ist die Kombiantion der Bewgungsgleichung der MKS und der FE-Methode
  • Beshreibung elastsicher Körper durch modale Ersatzsysteme
  • reduktion notwendig-> feine Vernetzung ->große Anzahl an Freiheitsgraden

Elastsiche MKS Teil II

  • Grundlage: Kombination der Bewegungsgleichungen der MKS und der FEM
  • Beschreibung elastischer Körper durch modale Ersatzsysteme 
  • Überlagerung der Starrkörperbewegung und Eigenschaften der elastischen Körper ermöglicht eine genauere Berechnung

Ersatzmodell- wonach werden die Teilsegmente einer Welle dirkretisiert ?

Diskretisierte Teilsegemente einer Welle besitzen konstanten Durchmesser

Ersatzmodell- Diskretisierung- Vorteile und Nachteile

  • Vorteile
    • beliebig hohe Diskretisierung möglich
    • exakte Berechnung von Eigenfrequenzen
    • gutes Verhältnis zwishcen Aufwand und Ergebnis
  • Nachteile
    • Rechnen- und Modellierungsaufwand steigt mit Diskretisierung 
    • keine Abbildung konischer Wellen möglich( deswegen FEM für komplexe Geometrien)

Ersatzmodell mittels FEM- VOrteile und NAchteile

  • Vorteile
    • Abbildung beliebiger Geometrie
    • exakte Berechnung von Eigenfrequenzen
  • Nachteile
    • Kenntnisse im Bereich der Finite-Elemente nötig
    • Kraftanbindung schwierig
    • hoher Modellierungsaufwand
    • Überführung des FE-Modells in die MKS

Modellbildung- Wälzlagerung- Vorteile und NAchteile

 

  • Modellierung des Lagers durch Feder-Dämpfer-Elemente
  • Vorgabe der radialen und axialen Lagersteifigkeit
    • Vorteile
      • geringer rechenaufwand
      • bestes Verhältnis zwischen Ergebnis und Aufwand
    • Nachteile
      • keine Abhängkeit von Radial und Axialsteifigkeit 

 

  • Vollständige Lagercharakteristik
  • Eingabe: Verschiebung und Ausrichtung der Wellen zum Lager
  • Ausgabe: Kräfte, Momente, Pressung
    • Vorteile
      • Abhänigkeit von Radial-und Axialsteifigkeiten
    • Nachteile
      • Vorgabe der Wälzlagermatrix
      • Ungeeignet für komplexe Systeme (Rechenaufwand)

 

  • Vollständiges MKS Modell des Lagers
  • Berücksichtigung der Steifigkeit, des Lagerspiels und der Reibung im Lager
    • Vorteile
      • vollständige kinematik und Kinetik
      • Abbildung des Eigenverhaltens
    • Nachteile 
      • höchster Rechenaufwand
      • komplette Lagergeometrie erforderlich

Modellbildung- Verzahnung

  • Verwendung von programmierten Funktionen
  • Berücksichtigung rotatorischer und translatorischer Freiheitsgrade
  • lineare oder nichtlineare Zahnsteifigkeit
  • Verzahnungsspiel berücksichtigt

Modellbildung-Modellstufen

  • Erhöhung der Aussagekraft von Simulationsmodellen
  • gleiche Modellierungstiefe für alle Teilsysteme des Modells
  • Nutzung der Vorteile von MKS und FEM in flexiblen MKS-Modellen

Torsionsschinger->starres MKS Modell->flexibles Modell

CAD->FEM->MKS

  • Aufbau eines CAD MOdells zur Parametergewinnung(Massen, Trägheiten, Schwerpunkte)
  • Überführung in finites Bauteil zur Bestimmung der Eigenfrequenzen
  • Modale Reduktion und Implementierung in die Mehrkörpersysteme

Messdatenbasierte Simulation- Vorteile und Nachteile

  • Vorteile
    • zusätzliche Informationen an allen modelierten Körpern
    • Bestimmung zusätzlicher Schnittlasten als BAsis für weiterführende Rechnung
  • Nachteile
    • Auswertung der Messdaten auf die halbe Abtastfrequenz begrenzt (Nyquist-Shannon-Abtasttheorem)
    • Ursache und Wirkung untrennbar verbunden
    • keine isolierte Betrachtung einzelner Effekte möglich
    • keine Inter- oder Extrapolation von Lasten zulässig

Konzept der ganzeinheitlichen Simulation

  • geschlossene Modellierung 
  • mathematische Modelle für An- und Abtriebe

Ganzheitliche Simulation- Vorteile und Nachteile

  • Vorteile
    • Erzeugung beliebiger Lastzustände
    • Erhöhung des Systemverständnisses durch Abbildung von Ursache und Wirkung
    • Parametervariation und Optimierung des Systems möglich
  • Nachteile
    • Enormer Modellierungsaufwand
    • Verfikation der Lastmodelle mit Messungen
    • Bereitstellung aller notwendigen Daten
    • Interdisziplinarität erforderlich

Campbell-Diagramm

  • theoretischer Vergleich von Anregung und Anregbarkeit
  • horizontale Linien entsprechen Eigenfrequenzen
  • Drehzahlabhängige Steigungen sind Anregung (z.B. Zahneingriffsfrequenz)

 

  • ABER:
    • nicht jede Schwingform ist auch tatsächlich anregbar
    • keine Aussage bezüglich der Schwingamplitude und Dämpfung

Wasserfall-Diagramm

  • Enthält nur die tatsächlich anregbaren Schwingungen
  • Systemreaktion in Abhänigkeit von Drehzahl

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