Mineralische Baustoffe
ZHAW Roman Loser
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Lernkarten
Bindemittel
organischen Bindemittel
Bitumen, Kunststoffe, Harze oder Asphalt.
mineralischen Bindemittel
Zement, Kalk oder Gips
-> pulverförmige Stoffe - durch Zugabe von Anmachwasser zu einem festen Stoff
Bindemittel zwei Hauptgruppen
Nichthydraulische Bindemittel:
Erhärten nur an der Luft und müssen deswegen partiell austrocknen. Sie sind im erhärteten Zustand wasserlöslich.
Hydraulische Bindemittel:
Erhärten an der Luft und unter Wasser.
Sie sind im erhärteten Zustand wasserbeständig.
Je nach Gesteinskörnung erhält man unterschiedliche Werkstoffe:
Bindemittelleim + Sand (max. Korndurchmesser ≤ 4 mm) → Mörtel
Bindemittelleim + Sand/Kies (max. Korndurchmesser > 4 mm) → Beton
Lehm
a) Zusammensetzung
Mischung aus Sand (Korngröße > 63 μm), Schluff (Korngröße > 2 μm) und Ton (Korngröße < 2 μm).
durch Verwitterung aus Fest- oder Lockergesteinen oder
die unsortierte Ablagerung der genannten Bestandteile
oder mager (wenig Tonmineralien)
Lehm
b) Herstellung
zunächst Wasser hinzugegeben, auch mit Gesteinskörnung mischen:
Lehm + Wasser → Tonleim
Lehm + Wasser + Sand → Lehmmörtel
Lehm + Wasser + Sand/Kies → Lehmbeton
Lehm
c) Verwendung
Entwicklungsländern im Hochbau (Häuser, Lehmziegel) und Strassenbau
Schweiz gewinnt er im Hochbau im Zusammenhang mit einem angenehmeren Raumklima wieder zunehmends an Bedeutung. Da der Lehm nicht feuchtebeständig ist, sollte er ungebrannt im Normalfall nur in trockener Umgebung verwendet werden.
Lehm
d) Eigenschaften
Plastizität:
Struktur der Lehmteilchen (Plättchen mit geringer Dicke) - Lehm ein ausgesprochen plastisches Verhalten.
Plastizität = grosse bleibende Verformungen ohne Bruch auszuhalten.
Dieses plastische Verhalten ist beim Lehm stark von der Feuchtigkeit abhängig.
Kapillarkondensation:
Kohäsion (Festigkeit) des getrockneten Lehms durch Kapillarkräfte -> entstehen durch Kapillarporen.
Je kleiner der Radius des Wassermeniskus zwischen den einzelnen Teilchen ist, umso grösser wird die Anziehungskraft (Kapillarkraft).
Wasser entzogen -> Radien der Wassermenisken zwischen den Teilchen kleiner -> die aus dem kapillaren Unterdruck resultierende Kraft steigt an.
Erhärtung:
durch Austrocknung (Entzug von Wasser).
Beim Erhärtungsvorgang beginnt der oben beschriebene kapillare Unterdruck zu wirken und die Festigkeit nimmt zu.
Festigkeit und Verformbarkeit sind aber stark feuchteabhängig.
Das Austrocknen des Lehms wird durch eine Volumenreduktion (Schwinden) begleitet.
Lehm
e) Gebrannte Tonprodukte
Ausgangsprodukt für die Herstellung von Backsteinen sowie der traditionellen Keramikprodukte. Für diese Produkte wird der Lehm am Schluss allerdings gebrannt.
Zu den gebrannten Tonen gehören folgende Materialien:
• Backsteine
• Klinker
• Steingut
• Steinzeug
• Porzellan
Brenntemperaturen über 1’000°C beginnen einzelne Phasen des Lehms zu schmelzen was zu einer Verdichtung der Masse führt (Sintern).
• Klinkerprodukte: Boden- und Wandbeläge. Sichtmauerwerk. Diese Steine sind dichter gebrannt und deshalb resistenter gegenüber Witterungseinflüssen.
• Steinzeugprodukte: Kanalisationen
Gips
a) Zusammensetzung
Hauptrohstoff ist der in der Natur vorkommende Gipsstein:
CaSO4 ∙ 2H2O (Calciumsulfat-Dihydrat)
Diese kristallwasserhaltige Verbindung bildet einen harten, dauerhaften und beinahe porenlosen Stein. Er wurde bei der Eintrocknung (Verdampfung) abgetrennter Meeresteile vor Urzeiten ausgeschieden.
Gips
b) Herstellung
Das Bindemittel Gips: Natur vorliegenden Form CaSO4 ∙ 2H2O durch Entzug des Kristallwassers hergestellt. 21% Wasser.
zunehmendee Brenntemperatur steigt der Grad der Entwässerung, -> unterschiedliche Gipssorten entstehen.
Halbhydrat Temperatur von max 150 °C - 6% Wasser:Mit Wasser angemacht härtet es an der Luft vollständig aus, ist jedoch nicht wasserbeständig (nicht hydraulisch)!
180 – 240 °C - Anhydrit III, 1% Wasser = Halbanhydrit
240 – 600°C Anhydrit II, -> höhere Festigkeit und Dichtigkeit: Anhydritbinder in Unterlagsböden
-> reagiert allerdings nicht mehr von selbst mit Wasser = totgebrannter Gips.
Ab 600°C teilweise Zersetzung
-> gebrannter Kalk CaO -> Anreger totgebrannten Gips