Mikrobiologie 1.6
Mikrobiologie UI13 ZHAW Wädenswil 1. Semester Lernziele 12 - 13
Mikrobiologie UI13 ZHAW Wädenswil 1. Semester Lernziele 12 - 13
-
- 1 / 21
-
Flashcards
Argumentiere, wieso der "Körper" eines filamentösen Pilzes (Schimmelpilz) im Gegensatz zu Pflanzen oder Tieren kein lückenloser Zusammenschluss aus lebenden Zellen darstellen muss und welche Vorteile sich daraus ergeben.
Wichtig für das Verständnis von filamentösen Pilzen ist andererseits, dass das Myzel nicht ein Röhrensystem darstellt, das vollständig und durchgehend mit Zytoplasma gefüllt ist. Kann der Pilz an einer bestimmten Stelle das Wachstum nicht mehr aufrechterhalten, wird das Zytoplasma in andere Regionen des Myzels transportiert oder abgebaut. Die beim Abbau frei werdenden Ressourcen fliessen in die Bildung von asexuell oder sexuell erzeugten Sporen. Die Spore dient somit nicht nur der räumlichen Verbreitung sondern ist auch ein Dauerstadium.
Definiere, was mit der Gruppe der Echten Pilze sowie den "Pilzen im weiteren Sinn" gemeint ist.
Die Eumycota (echte Pilze) sind die Pilze im engeren Sinn. Sie bilden eine monophyletische Einheit in der Supergruppe Opisthokonta und stehen relativ nahe bei den Tieren. Die echten Pilze umfassen ausschliesslich Arten, die sich von einer gemeinsamen Stammform ableiten; sie sind deshalb monophyletisch und eng miteinander verwandt.
Die Pilze im weiteren Sinn umfassen zusätzlich zu den Eumycota auch Pilze aus den Supergruppen Chromalveolata und Amoebozoa. Die echten Pilze, Oomyceten und Schleimpilze liegen im Stammbaum der Eukaryoten sehr weit auseinander.
Argumentiere evolutionsbiologisch, ob die Gruppe der "Pilze im weiteren Sinn" eine geschlossene verwandtschaftliche Gruppe darstellen oder nicht.
Die Pilze im weiteren Sinne sind eine polyphyletische (von mehreren Stämmen abstammende) Gruppe. Sie sind in unterschiedlichen Supergruppen untergebracht. Das heisst sie stellen keine geschlossene verwandtschafltiche Gruppe dar.
Erkläre, was ein dikaryotisches Myzel ist.
Zwei haploide Myzele übertragen gegenseitig einen eigenen Zellkern auf eine Zelle des anderen Myzels, behalten jedoch einen eigenen Zellkern zurück (Somatogamie). Es entstehen Zellen mit zwei verschiedenen haploiden Zellkernen. Die Zellen selbst sind diploid, weil sie über zwei vollständige Chromosomensätze verfügen.
Erkläre, welche Problematik bei der vegetativen Zellteilung der dikaryotischen Zellteilung auftritt.
Es könnten zwei genetisch identische haploide Zellkerne (zwei "weisse" und zwei "schwarze") in die Tochterzellen gelangen. Die Tochterzellen müssen jedoch zwei unterschiedliche haploide Zellkerne "erben".
Durch die Bildung von Schnallen. Die apikale (an der Spitze) Zelle erzeugt seitlich eine Ausstülpung, die rückwärts wieder mit der Zellwand verwächst. Es entsteht eine Art Umleitung oder Schnalle. Der schwarze Kern teilt sich so, dass ein Tochterkern in die Ausstülpung gelangt und der andere im Hauptteil der Zelle liegt. Der weisse Kern teilt sich auf eine Weise, dass einer der Tochterkerne sich nahe der Spitze befindet und der andere weiter hinten liegt. Während der Kernteilung wird im Spindelapparat bei beiden Zellkernen ein Septum gebildet. Über die Schnalle gelangt eine Kopie des schwarzen Kerns in die dahinter liegende Zelle, wo auch ein weisser Kern verblieben ist. Der zweite schwarze Kern bildet zusammen mit einem weissen Kern wieder ein Paar in der apikalen Zelle.
Definiere den Begriff Geschlecht bei Pilzen.
Per Definition wird der gespendete Kern als männlich, der empfangende als weiblich betrachtet. Davon ausgehend, können die Geschlechter bestimmt werden.
Erkläre den Begriff Diözie.
Zweihäusigkeit. Wenn ein Myzel entweder nur Kernspender oder nur Kernempfänger sein kann. Bei diözischen Pilzen hat also jedes Myzel nur ein einziges Geschlecht.
Erkläre den Begriff Monözie.
Einhäusigkeit. Es bedeutet, dass ein Myzel gleichzeitig als Kernspender und Kernempfänger auftritt. Monözische Pilze bilden auf dem gleichen Myzel weibliche und männliche Fortpflanzungsstrukturen. Ein monözischer Organismus ist ein Zwitter, oder vornehmer ausgedrückt ein Hermaphrodit. Letztere Bezeichnung kombiniert die beiden griechischen Gottheiten HERMES (männlich) und APHRODITE (weiblich).
Erkläre den Begriff homothallisch.
Es beschreibt die Kompatibilität der beteiligten Myzele. Die Kompatibilität der Kreuzungstypen hat nichts mit weiblich/männlich oder monözisch/diözisch zu tun, sondern stellt ein zusätzliches Konzept dar. Bei homothallischen Pilzen kann sich ein einzelnes, monözisches Myzel selbst befruchten und in Einzelkultur lebensfähige Zygoten produzieren. Homothallische Pilze sind vom Prinzip her vergleichbar mit sich selbst bestäubenden Pflanzen.
Erkläre den Begriff heterothallisch.
Bei heterothallischen Pilzen ist die Selbstbefruchtung ausgeschlossen. Bei diözischen Pilzen sind die Geschlechter getrennt und ein Myzel kann entweder nur weibliche oder nur männliche Gameten erzeugen.
Erkläre den Ausdruck Homogenische Inkompatibilität.
Kreuzungstypen werden oft mit (+) und (-) dargestellt. Eine Befruchtung ist nur möglich, wenn die beteiligten Zellkerne aus unterschiedlichen Kreuzungstypen stammen. Beispielsweise kann der weibliche Kern dem Typ (+) angehören und der männliche dem Typ (-) entstammen. Gehören hingegen beide Zellkerne demselben Typ an, ist eine Befruchtung ausgeschlossen. So sind die zwei Kombinationen weiblich (+) und männlich (+) sowie weiblich (-) und männlich (-) nicht möglich, selbst wenn die Geschlechter passen würden. Das Fortpflanzungsverhalten nennt man homogenische Inkompatibilität, weil die gleichen (homo-) Gene nicht zusammen passen.
Erkläre den Ausdruck Homogenische Inkompatibilität.
Kreuzungstypen werden oft mit (+) und (-) dargestellt. Eine Befruchtung ist nur möglich, wenn die beteiligten Zellkerne aus unterschiedlichen Kreuzungstypen stammen. Beispielsweise kann der weibliche Kern dem Typ (+) angehören und der männliche dem Typ (-) entstammen. Gehören hingegen beide Zellkerne demselben Typ an, ist eine Befruchtung ausgeschlossen. So sind die zwei Kombinationen weiblich (+) und männlich (+) sowie weiblich (-) und männlich (-) nicht möglich, selbst wenn die Geschlechter passen würden. Das Fortpflanzungsverhalten nennt man homogenische Inkompatibilität, weil die gleichen (homo-) Gene nicht zusammen passen.
Erkläre, auf welche Arten ein Pilz Sporen produziert.
Asexuelle Fruktifikation. Die Sporen sind das Produkt der mitotischen Zellteilung. Über Mitosen gebildete Sporen sind unter einander und mit dem Muttermyzel genetisch identisch(Klone).
Bei der sexuellen Fruktifikation gehen die Sporen aus einer Meiose hervor. Meiotisch gebildete Sporen sind unter einander und gegenüber dem Muttermyzel genetisch verschieden.
Wozu erzeugt ein Pilz Sporen?
Zur Fortpflanzung. Sie dienen der räumlichen Verbreitung und der zahlenmässigen Vermehrung eines Individuums. Gebildet werden Sporen in spezifischen Strukturen, die man Fruchtkörper nennt. Fruchtkörper variieren in ihrer Grösse von mikroskopisch klein bis für uns von blossem Auge gut sichtbar.