Mikrobiologie

Kurzprüfung 1

Kurzprüfung 1


R. F.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Mikrobiologie von Lebensmitteln auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Bedeutung von Bakterien, ihre Vermehrung und Übertragungswege, sowie die Bedeutung von Sauerstoff und Infektionsdosen. Besonders relevant sind die Kontamination von Lebensmitteln, die Bedeutung von Mikroorganismen und die Vorbeugung von Lebensmittelvergiftungen. Diese Lernkarten sind ideal für Studierende der Biologie, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Wissen über Mikroorganismen in Lebensmitteln vertiefen möchten.
Flashcards
42
Students
12
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
21.04.2016 / 16.05.2019

Flashcards

Positive / Negative Aspekte der Mikroorganismen: Beispiele erläutern können

Positive Aspekte:

- Herstellung von Lebensmitteln 

- Verwertung von kohlenhydratreichen Abfällen zu Aceton, Butanol, Propanol etc. 

- Herstellung von Antibiotika, Vitaminen, Enzymen, Aminosäuren etc. 

- Herstellung von Hormonen, Antikörpern, Insulin, Interferon (meist durch gentechnisch veränderte Mikroorgansimen) 

- Abwasserreinigung --> biologische Stufe der Kläranlage 

- Biogasgewinnung aus Klärschlamm 

- Schädlingsbekämpfung --> Bacillus thuringiensis gegen Traubenwickler

Negative Aspekte (MO als Krankheitserreger):

- Tuberkulose

- Pest

- Cholera

- Typhus

- Diphtherie

 

 

 

Vermehrung von MO

Vermehrung erfolgt durch binäre Zellteilung, Wachstum erfolgt exponentiell (Nt = N0 x 2n)

 

Generationszeit = Zeit, die eine Zelle für eine Teilung benötigt (Prokaryoten 15-60', E-coli 20', Hefen 90-120')

Wachstumskurve / Wachstumsphasen: Bedeutung für die Praxis erläutern können

unerwünschte MO im LM müssen möglichst lange in der lag-Phase gehalten werden, da sie mit Eintritt in die log-Phase das Lebensmittel sehr schnell verderben würden
--> Beeinflussung der Wachstumsbedingungen z.B. durch Kühlung

Bei Lebensmittelfermentationen wird ein schneller verzögerungsfreier Übergang der Starterkulturen in die log-Phase und damit eine möglichst schnelle Ansäuerung des Substrats angestrebt
--> Beeinflussung der Wachstumsbedingungen z.B. durch optimale Temperaturführung

 

Wachstumsfaktoren (Nährstoffe, aw-Wert, Temperatur, pH-Wert, Sauerstoff, Redoxpotential) Bedeutung kennen und erklären können

Nährstoffe

- Wasser
- Kohlenstoffquellen
- Stickstoffquellen
- Mineralstoffe
- Mikro- und Spurenelemente
- Wachstumsfaktoren (Vitamine)

MO brauchen diese Nährstoffe. Lebensmittel mit einem hohen Anteil dieser Nährstoffe sind schneller verderblich, da niedermulekulare Substanzen direkt von den MO aufgenommen werden können. Hochmolekulare Substanzen (Kohlenhydrate, Proteine) müssen zuerst aufgespalten werden.

aw-Wert (frei verfügbares Wasser)

- MO brauchn für alle Stoffwechselaktivitäten frei verfügbares Wasser
- Gebundenes Wasser (durch die Inhaltsstoffe) steht den MO nicht mehr zur Verfügung
- Je kleiner der aw-Wert, desto weniger verderblich das LM

Temperatur

- MO bevorzugen unterschiedliche Temperaturen
- Psychotrophe: Optimum 25-30°C, Minimum -5-5°C, Maximum 30-35°C
- Mesophil: Optimum 30-40°C, Minimum 5-15°C, Maximum 35-47°C (z.B. E-coli)

pH-Wert

- MO bevorzugen unterschiedliche pH-Werte
- Pathogene Bakterien befinden sich oft im schwach sauren Bereich (der grösste Teil der LM hat einen schwach sauren pH-Wert)

Sauerstoff

- Bedarf von Sauerstoff ist je nach MO unterschiedlich:

  • Aerobier (MO und Schimmelpilze): Wachstum nur in Gegenwart von Sauerstoff, Energiegewinnung durch Atmung, Stoffwechselprodukte Kohlendioxid und Wasser
  • Anaerobier (z.B. Clostridium): Wachstum unter Ausschluss von Sauerstoff, Energiegewinnung durch Gärung oder anaerobe Atmung
  • Fakultative Anaerobier: Leben unter aeroben und anaeroben Bedingungen. Typ 1: Hefen und Enterobakterien, Veratmung von Sauerstoff, bei Sauerstoffmangel Umschaltung auf Gärung. Typ 2: Lactobazillen, Energiegewinnung aus Gärung, Nutzen Sauerstoff nicht aber tolerieren ihn.

Redoxpotential

Mass für die Fähigkeit, Elektronen aufzunehmen oder abzugeben

Wird beeinflusst durch:

  • chemische Zusammensetzung und den Sauerstoffpartialdruck
  • Zusatz von reduzierenden Substanzen
  • Wachstum von MO
  • spezielle Verpackungen

- aerobe MO --> positive Eh-Werte
- anaerobe MO --> negative Eh-Werte

 

 

Prinzip der Hürdentechnologie anhand eines Beispiels erklären können

- Beim Hürdenkonzept sind die üblicherweise im Lebensmittel zu erwartenden Mikroorganismenarten und die Anfangskeimzahl zu berücksichtigen 

- Die Hürdenarten sind so zu wählen und festzulegen, dass sie von den zu erwartenden Mikroorganismen nicht überwunden werden können 

- In der Praxis können die Hürden – in der Grafik als Abfolge dargestellt – auch gleichzeitig und/oder synergistisch ablaufen 

Nährbodenbestandteile aufzählen können

- Wasser

- Kohlenstoff- und Energiequellen (v.a. Glucose)

- Stickstoff- und Schwefelquellen (Ammoniumsalze, Sulfat) 

- Mineralstoffe (Ammonium, Nitrat, Sulfat, Phosphat, Metallionen ..) 

- Wachstumsfaktoren (Vitamine, Aminosäuren, Purine)

- Verfestigungsmittel (v.a. Agar-Agar) 

MO wachsen am besten wenn die für sie spezifischen Wachstumsfaktoren optimal erfüllt sind.

 

Prinzip der selektionierenden Nährmedien (3 Beispiele möglicher Veränderungen der Nährmedien bzw. Bebrütungsbedingungen kennen)

Eine selektionierende Kultivierung wird durch das Begünstigen einer spezifischen MO-Kultur wie folgt erreicht werden:

- Zusammensetzung des Nährmediums

- Bebrütungsbedingungen

- Sauerstoffangebot

Mikroflora der Pflanzen

- Das Innere ist in der Regel steril (bei unverletzten und gesunden Pflanzen, ausgenommen die Samen und Früchte)

- Aussen werden sie massiv mit MO kontaminiert

- Können auch fäkal kontaminiert sein (durch Insekten, Vögel, Abwässer, Kompost)

- Autochthone (natürliche Bakterien auf einem Produkt)  Mikroflora der Pflanzenoberfläch besteht vorwiegend aus Milchsäurebakterien, Hefen und Pilzsporen

Nicht-mikrobieller Verderb

- Qualitätsverlust durch Wasserabgabe, Atmung und Abbau von Reservestoffen: Schrumpfen, Welken, Vitamin-C-Verlust, Gewichtsverlust, Veränderung von Aussehen und Geschmack

- Durch Atmungsvorgänge kann sich Lagergut erwärmen (--> Beschleunigung der Reifung)

Mikrobieller Verderb (wesentliche Faktoren, Bedeutung)

20-25% aller geernteten Gemüse und Obst gehen durch mikrobiellen Verderb durch Bakterien, Schimmelpilze und Hefen verloren

Wesentliche Faktoren:

- Vorhandene, leicht verfügbare Nährstoffe (z.B. Glucose) durch die Zusammensetzung pflanzlicher Lebensmittel

- Hohes Redoxpotential (genügend Sauerstoff für die Entwicklung von aeroben bis fakultativ anaeroben MO)

- pH-Wert

Zusammenhang pH-Wert / Verderbsflora

- Gemüse: schwach Sauer bis neutral --> Bakterien + Pilze

- Obst: schwach sauer bis sauer --> Pilze

 

Natürliche Schutzfaktoren der Pflanzen (generell + 3 konkrete Beispiele von Substanzen)

- Zahlreiche natürliche Schutzfaktoren schützen vor mikrobiellem Verderb

- Bildung von Abschlussgweben und antimikrobiellen Substanzen erschweren Infektionen wesentlich

- Mechanischer Schutz gegen das Eindringen von MO durch Epidermis, Kutikula und Wachsschichten der Pflanzen

- Bildung von antimikrobiellen Substanzen:

  • Fruchtsäuren --> pH-Wert-Absenkung
  • Benzolsäure in Heidelbeeren, Pflaumen
  • Ätherische Öle in Citrusfrüchten
  • Allizin in Knoblauch
  • Senföl in Rettich, Zwiebeln

 

Verderb von Obst (relevante MO, Ursachen)

Relevante MO:

- Verderb wird v.a. durch Hefen und Schimmelpilze verursacht (Bakterien sind nur in geringem Masse beteiligt)

Ursachen:

- Beeinflussung der Haltbarkeit durch unsachgemässe Behandlung
- Verderb geht i.d.R. von der Oberfläche aus
- Hefen bauen Zucker zu Alkohol ab, welcher von den Pilzen als Kohlenstoff-Quelle genutzt wird 
- Sichtbarer Gewebezerfall erst beim Abbau höhermolekularer Stoffe durch die Pilze nach dem Verbrauch des Alkohols

Infektionsquellen

- Boden
- Obstbäume
- Abgestorbene Pflanzenteile
- Pflückbehälter
- Sortiermaschine
- Verpackungsmaterial (Primärverpackung sollte sehr hygienisch gelagert werden)
- Lagerräume
- Infizierte Früchte oder Fruchtmumien

Fäulnisarten: Von den folgenden aufgezählten Fäulnisarten mind. zwei typische Erreger, die Verderbsart und dei befallenen Früchte aufzählen können:
- Bakterielle Weich- oder Nassfäule
- Trockenfäule
- Bitterfäule
- Graufäule

Bakterielle Weich- oder Nassfäule:
- Erwinia-Arten (Bakterien) --> nur bei Birnen
- Rhizopus nigricans (Pilz) --> andere Früchte
- Penicillium italicum (Pilz) --> Citrusfrüchte

Trockenfäule
- Gloeosporium-Arten --> Kernobst, viele andere Früchte
- Alternaria-Arten --> Kernobst, viele andere Früchte

Bitterfäule
- Gloesporium-Arten --> Kirschen, Kernobst
- Trichothecum roseum --> Kirschen, Kernobst

Graufäule
- Botrytis cinerea --> reife und unreife Früchte befallen, grosse Schäden bei Erdbeeren, viele andere Früchte

Verderb von Gemüse (relevante MO, Ursachen)

- Bakterien als Oberflächenflora spielen wesentlich grössere Rolle als beim Obst (aufgrund relativ hoher pH-Werte)
- Milchsäurebakterien gehören zur natürlichen Flora
- Kontamination mit Pilen und Bakterien des Bodens (aufgrund der Bodennähe)
- Mikotoxin bildende Pilze und bakterielle Sporenbildner (als Lebensmittelvergifter von Bedeutung)
- Hohe Kontamination mit MO nach Trockenperioden (Staubbelastung und Verunreinigungen mit Schlamm)
- Schnell wachsende phytopathogene Bakterien (bei hoher Luftfeuchtigkeit und höheren Raumtemperaturen)
- Pilzliche Erreger (bei Kühllagerung)
- Hauptverderb erfogt durch bakterielle Nassfäule

Häufige Lagerschäden bei Gemüse: Von den folgenden aufgezählen Verderbsarten mind. zwei typische Erreger, die Verderbsart und die befallenen Gemüse aufzählen können:
- Nassfäule (bakteriall und pilzlich)
- Rhizopus-Nassfäule
- Kraut- und Knollenfäule

Nassfäule (bakteriell und pilzlich)
- bakteriell: Erwinia carotovora (Enterobacteriaceae) --> Haupterverderbniserreger von Gemüse, v.a. Karotten, Sellerie, Kartoffeln

Rhizopus-Nassfäule
- Rhizopus stolonifer und andere Rhizopus-Arten --> viele Gemüsearten, v.a. Gurken und Tomaten

Kraut- und Knollenfäule
- Phytophthora infestans --> Kartoffeln

Bedeutung der Ethylenbildung

- Süsslich riechendes Gas (C2H4), das von vielen Fruchtarten zusammen mit CO2 abgegeben wird 
- Beschleunigt als Phytohormon die Reifung, die Anfälligkeit für mikrobielle Infektionen steigt
- Kann auch als Stresshormon wirken und die Bildung von Phytoalexinen (antimikrobiell wirksame Abwehrstoffe) anregen

Optimale Lagerbedingungen: Erklären, worin der Kompromiss zwischen den Anforderungen an die Erhaltung der mikrobiellen und der allgemeinen Qualität besteht

- Hohe Luftfeuchtigkeit: Verhindert die Austrocknung, förtdert den mikrobiellen Verderb
- Temperaturabsenkung: Hemmt den mikrobiellen Verderb, bei Unterschreitung einer bestimmten Schwelle erfolgt eine Schädigung des Gewebes vieler Gemüse und Früchte

CA-Lagerung: Was ist das?

- Wesentlicher Qualitätserhalt und Qualitätsverlängerung im Vergleich zur Normalkühllagerung durch Erhöhung des CO2-Gehaltes bei gleichzeitiger Verminderung des O2-Anteils
- Reifungshemmung (Verzögerung des Abbaus von Reservestoffen) und Hemmung des mikrobiell bedingten Verderbs durch Temperaturabsenkung und veränderte Gasatmosphäre

Was versteht man unter einseitig und zweiseitig kontollierter Atmosphäre?

Einseitig: Ansteigen von CO2 bis zu einem Sollwert

Zweiseitig: Ansteigen von CO2 bis zu einem Sollwert, Absenken von O2 bis zu einem Sollwert

Worauf basiert die haltbarkeitsverlängernde Wirkung der CA-Lagerung

- Stoffwechselrate der MO (vor allem aerobe Organismen wie Pilze und viele Bakterien-Arten) wird durch die kontollierte Atmosphäre etwas weiter herabgesetzt
- Verzögerung des Reifeprozesses und damit eine längere Erhaltung der pflanzeneigenen Abwehrmechanismen gegen MO

Wo sind "Höchstwerte" (mikrobiologische Kriterien) geregelt?

In der Hygieneverordnung des EDI (Art. 5)
- Anhang 1 (Lebensmittelsicherheitskriterien, Grenzwerte): In den Handel gebrachte Produkte während der Haltbarkeitsdauer
- Anhang 2 (Lebensmittelsicherheitskriterien, Toleranzwerte (GHP=gute Herstellungspraxis): Liste A: Von Einzelhandelsbetrieben hergestellte, verarbeitete oder zubereitete Produkte während ihrer Haltbarkeitsdauer, Liste B: Trinkwasser, Mineralwasser, Quellwasser und Eis
- Anhang 3 (Prozesshygienekriterien, Toleranzwerte): Produkte am Ende des Herstellungsprozesses

Definition / Unterschied Grenz- und Toleranzwerte

Grenzwert: 
Anzahl Mikroorganismen, bei deren Überschreitung ein Produkt als gesundheitsgefährdend gilt.

Toleranzwert:
Anzahl Mikroorganismen, die erfahrungsgemäss unter Einhaltung der GHP nicht überschritten wird. Bei Toleranzwertüberschreitung gilt das Produkt als im Wert vermindert.

Schweizerisches Lebensmittelbuch: Bedeutung / Relevanz

- Hier sind die mikrobiologischen Referenzmethoden für die Untersuchung festgehalten
- Ermöglicht Beurteilung der Akzeptabilität von Produkten und Prozessen
- Relevant für die Lebensmittel- und Prozesshygienesicherheit

Primäre und sekundäre hygienische Riskikofaktoren: Merkmale und je eine typische Mikroorganismenart aufzählen können

Primär:
Stammen überwiegend von Verunreinigungen (Kontaminationen) der Lebensmittel aus der Umwelt: 
1. Biologische Faktoren (pathogene Mikroorganismen, Viren, Parasiten, Pflanzengifte...) 
2. Chemische Stoffe (Schwermetalle...) 
3. Rückstände (Antibiotika, Pestizide...) 
4. Nicht zugelassene Zusatzstoffe (z.B. Farbstoffe, Konservierungsmittel) 
- Keine Vermehrung der MO im LM
- Minimale Infektionsdosis kann Vergftung auslösen
--> z.B. pathogene MO (Campylobacter jejuni)

Sekundär:
- Erkrankungen werden durch lebensmitteltoxigene und lebensmitteltoxiinfektiöse Bakterien verursacht. 
- Die primäre Verunreinigung eines Lebensmittels mit diesen Bakterien ist für den gesunden Menschen i.d.R. harmlos. Gefährlich wird erst die sekundäre Vermehrung der Bakterien im Lebensmittel.
- Massive Vermehrung der MO im LM
- Infektion/Intoxikation findet erst bei hohen Keimzahlen statt
--> z.B. Toxigene Bakterien (Clostridium botulinum) 

 

Lebensmittel-toxigene Bakterien, Lebensmittel-infektiöse Bakterien: Wie kommte es zu einer Intoxikation bzw. zu einer Toxiinfektion?

Lebensmittel-toxigene Bakterien:
Verursachen Lebensmittel-Vergiftungen, indem sie während ihrer Vermehrung EXOTOXINE bilden und in das Lebensmittel ausscheiden. (Exotoxine bewirken Intoxikation)

Lebensmittel-infektiöse Bakterien:
Nach Aufnahme genügend grosser Zellmengen vermehren sich die LM-toxiinfektiösen Bakterien zunächst rasch im Darm, d.h. sie verursachen eine Infektion. Erst wenn ein Teil dieser Bakterien abstirbt und autolysiert, werden toxisch wirkende Zerfallsprodukte der Bakterien = ENDOTOXINE freigesetzt. (Zerfall der Zellen --> Endotoxine werden frei --> Endotoxine bewirken Toxiinfektion)

Definition: Lebensmittelintoxikation, Lebensmittelinfektion, Kriterien nennen: z.B. erforderliche Infektionsdosis, Fähigkeit zur Vermehrung in Lebensmitteln..., je 2 typische Beispiele aufzählen können

Lebensmittelintoxikation:
„Vergiftungen“ ausgelöst durch toxinbildende Mikroorganismen 
erforderliche Infektionsdosis: Infektionsdosis ist hoch (ca. 106 Keime/g)
Fähigkeit zur Vermehrung in Lebensmitteln: Vermehrung im Lebensmittel häufig möglich 
2 typische Beispiele: Clostridium botulinum, Staphylococcus aureus, Bacillus cereus

Lebensmittelinfektion:
«Infektionskrankheiten», welche oral durch kontaminierte Lebensmittel übertragen werden 
erforderliche Infektionsdosis: Infektionsdosis ist i.d.R. klein, da Keime invasiv sind 
Fähigkeit zur Vermehrung in Lebensmitteln: Vermehrung im Lebensmittel häufig nicht möglich (Ausnahme Yersinia) 
2 typische Beispiele: Typhus/Paratyphus durch Salmonellen, Cholera durch Vibrio cholerae 

 

Was sind Endotoxine? Eigenschaften aufzählen können

- hitzeresistente Lipopolysaccharide (Bestandteile der Zellwand gramnegativer Bakterien) 
- werden beim Absterben der Zellen freigesetzt 
- bewirken bereits in geringen Konzentrationen Durchfall, Fieber, Blutdruckabfall 

Was sind Exotoxine? Eigenschaften aufzählen können

- Proteine, die bereits im Lebensmittel oder erst im Menschen gebildet werden 
- meist hitzelabil (Ausnahmen z.B. Enterotoxine von Staphylococcus aureus und Escherichia coli) 
Einteilung in:
- Enterotoxine (Angriff auf Darm)
- Neurotoxine (Wirkung auf Nervensystem) 
- Mykotoxine (Schimmelpilzgifte) 

Definitionen: Pathogenität, Invasivität, Toxiziät, Virulenz

Pathogenität:
- Fähigkeit eines Parasiten, eine Krankheit zu verursachen 

Invasivität:
- Fähigkeit zur Ausbreitung im Gewebe (wie gut er sich ausbreiten kann = andocken und vermehren)

Toxizität:
- toxische Wirkung eines Stoffes auf ein Lebewesen (wie stark krankmachend der Erreger ist)

Virulenz:
- wird durch die 2 Faktoren Invasivität (wie gut kann er sich ausbreiten) und Toxizität (wie stark macht er krank) bestimmt --> stammspezifische Kraft zur Auslösung der Erkrankung, relative Pathogenität

 

 

 

Beeinflussung der Erkrankung: Hauptfaktoren aufzählen können

- Eigenschaften der MO (um Lebensmittelvergiftung zu verursachen): Fähigkeit im Lebensmittel infektiös zu bleiben bzw. sich zu vermehren, Virulenz (Anwesenheit spezifischer Pathogenitätsfaktoren)
- Infektionsdosis
- momentane Abwehrkraft des infizierten Menschen
 

Ursachen von mikrobiellen Lebensmittelvergiftungen und vorbeugende Massnahmen erläutern können

Ursachen:
- Verwendung kontaminierter Zutaten 
- ungenügende Kühlung 
- Übertragung von Krankheitserregern durch das Personal 
- ungenügendes Kochen bzw. Regenerieren 
- Verwendung kontaminierter Gerätschaften 
- mangelhafte Heisshaltung 

vorbeugende Massnahmen:
- Vermeidung primärer Kontaminationen durch die Aufzucht von erregerfreien Schlachttieren
- Vermeidung von sekundären Kontaminationen bei der Herstellung, Zubereitung und beim Transport von Lebensmitteln 
- Abtötung der Erreger durch Erhitzung (Kochen, Braten, Pasteurisieren, Sterilisieren etc.) 
- Lagerung/Aufbewahrung der Lebensmittel unter Bedingungen, die eine Vermehrung der Erreger ausschliessen (Kühlen, Tiefgefrieren, Heisshalten über 65°C etc.) 

 

Häufige Kontaminationsquellen lebensmittelvergiftender Mikroorganismen, Übertragungswege aufzeigen können, 1 Keimart / Übertragungsweg

Mensch - Lebensmittel --> Haare, Wunden, Schleimhäute (Staphylococcus aureus
Mensch - Lebensmittel --> Fäkalien (unhygienische Körperpflege), Escherichia coli
Tier - Lebensmittel (Campylobacter)
Erdboden - Lebensmitel (Bacillus cereus)

Zweck des Lebensmittelgesetzes erläutern können

- Gesundheitsschutz
- hygienischer Umgang mit LM
- Schutz vor Täuschung

Selbstkontrolle: 4 Anforderungen aufzählen können

- Betriebsbeschreibung
- Gefahrenanalyse
- Arbeitsanweisungen für die einzelnen Bereiche
- Massnahmen bei Abweichungen
- Dokumentation der Tätikeiten

Escherichia coli: Vorkommen, gefährdete Lebensmittel allgemein (EHEC, ETEC, EIEC)

Vorkommen: Darmtrakt von Mensch und warmblütigen Tieren
Gefährdete LM allgemein: Rohes Fleisch, Rohmilch, Rohmilchprodukte, Sandwiches, Badewasser
EHEC: Verschiedene Erkrankungen --> Rohes Fleisch, Rohmilch, Badewasser
ETEC: Travellers Diarrhoe --> Fäkal kontaminierte LM, Trinkwasser
EIEC: Entzündung innerer Organe --> Fäkal kontaminierte LM, Trinkwasser

Staphylococcus aureus: Vorkommen, Übertragungswege, gefährdete Lebensmittel kennen

Vorkommen: Eiternde Wunden, Haare,Nase, Haut, Stuhl
Übertragungswege: Niessen, Husten, Händekontakt, Geräte, Geschirr --> Vermehrung im LM mit Toxinbildung
Gefährdete Lebensmittel: Manuell verarbeitete Hitzebehandelte LM, Fleisch, Suppen, Patisserie

 

Bacillus cereus: Vorkommen, Übertragungswege, Bedeutung im Verpfelgungsbereich erläutern können

Vorkommen: Erdboden, Staub
Übertragungswege: Erdboden, Staub, Abwasser --> Vermehrung im LM mit Toxinbildung
Bedeutung im Verpflegungsbereich: Massenvergiftungen bei zu lange warmgehaltenen Speisen

Clostridium botulinum: Vorkommen, Übertragungswege und Bedeutung erklären können, besonders gefährdete Lebensmittel und Präventionsmassnahmen kennen, Bedeutung für die Lebensmittel / Lebensmitteltechnologie erläutern können

Vorkommen: Erdboden, Sedimente v. Seen, Tümpel, Flüsse, Küstennahe Gewässer
Übertragungswege: Erdboden, Staub, Gewässersedimente --> Vermehrung im LM mit Toxinbildung
Gefährdete Lebensmittel: Alle schwach sauren bis neutralen LM pH > 4.5, Technologisch vorbehandelt, ungekühlt, In anaeroben Verpackungen
Präventionsmassnahmen: Rohe von gekochten LM trennen, LM säuern, Salzen/Pökeln, Tiefe Lagertemp. < 5°C, vor Verzehr aufkochen, bombierte Dosen entsorgen
Lebensmitteltechnologie: Kochtemp. töten Sporen nicht ab, eine der giftigsten bekannten Substanzen, Abtötung durch Sterilisation

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