Mikrobiologie
Mikrobiologie I
Mikrobiologie I
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Lernkarten
Mikroorganismen allgemein
- Prokaryoten (Bakterien, Archaea)
- Eukaryoten (Pilze, Algen, Einzeller)
- Viren, Viroide, Prionen (nicht echte Zellen)
Bakterien
- Krankheitserreger
- Darm-, Wasser- und Bodenbakterien
- aerob und anaerob
- manchmal phototrophisch
Archaea
- Extremisten
- hohe (bis 113°C) und tiefe (-13°C) Temperaturen
- pH (<1 - >10)
- ungewöhnliche biochemische Eigenschaften
Eukarya
- Algen -> Phytoplankton
- Pilze -> Abbau organischer Substanzen
- Protozoen -> Krankheitserreger
Vorteile in der Grundlagenforschung
- Gemeinsamkeiten mit höheren Organismen
- benutzerfreundlich (z.B. hohe Dichte, schnelle Generationszeit)
- Genetik (kleine Genome, Isolation von Mutanten)
- Gentechnik (Bakterien und Bakteriophagen sind Kernstück der Molekularbiologie)
Louis Pasteur
- zeigte 1864, dass es keine spontane Entstehung von Leben gibt mit Hilfe der Schwanenhalsfalsche, in der gekochte Flüssigkeit steril blieb
- wurde der lange Hals abgebrochen oder die Flasche gekippt, konnten Mikroorganismen eindringen
Koch'sche Postulate
Die Henle-Koch-Postulate sind im 19. Jahrhundert aufgestellte Postulate, die den Zusammenhang zwischen einem Mikroorganismus als Krankheitserreger und einer Infektionskrankheit herstellen.
- 1. Postulat: Damit ein Erreger als Ursache einer Erkrankung gelten kann, sollte er im Rahmen eíner Infektion mikroskopisch nachweisbar sein.
- 2. Postulat: Die von einem Erkrankten isolierten Mikroorganismen sollten außerhalb des erkrankten Organismus anzüchtbar sein, beispielsweise in einer Bakterienkultur.
- 3. Postulat: Die angezüchteten Organismen müssen bei Übertragung auf ein geeignetes Versuchstier zur Ausbildung einer typischen Erkrankung führen. Die Erreger müssen dabei wiederum mikroskopisch und kulturell nachweisbar sein.
Differenzielle Interferenzmikroskopie
- DIC, Nomarski-Kontrast
- polarisiertes Licht wird durch ein Prisma geleitet
- --> 2 verschieden Strahlen
- --->geringfügig Unterschiede im Brechungsindex
- --> Objektivlinse
- Interferenz --> nicht in Phase
- verstärkte Unterschiede in Zellstruktur --> keine Färbung nötig
Elektronenmikroskopie
- Elektronenstrahl anstelle von Licht
- Elektromagnet anstelle von Linsen
- Auflösung bis zu 0.2 nm
- nicht möglich mit lebenden Zellen (Vorbehandlung/Vakuum)
Lichtmikroskopie
- Vergrösserung: Bis zu 1000x (100x10) mit Öl-Immersion
- Auflösung: ~200 nm
- Hellfeld:
- Kontrastunterschiede
- Viele Bakterien schlecht sichtbar (ausser pigmentierte)
- Färbung mit Kontrastmittel (Farbstoff).
- Häufig Kationen z.B. Methylenblau, Kristallviolett, Safranin
- Phasenkontrast:
- Verstärkt Kontrastierung
- Funktioniert mit lebenden Zellen
- Dunkelfeld:
- Seitenbelichtung Zellen streuen Licht
- Verbesserte Auflösung verglichen mit Hellfeld und Phasenkontrast
Rastelektronenmikroskop
- Vergrösserung 15x - 105x
- Beschichtung mit Gold
- nur Oberflächenstrukturen sichtbar
Transmissionselektronenmikroskop
Behandlung mit Kontrastmitteln (Negativkontrastierung) z.B. Osmiumtetraoxid, Uran, Lanthan, Permangat)
Streptococci
kokkenförmig, Ketten, Zellteilung in einer Dimension
Staphylococci
Schichten, Aggregate, Zellteilung in 2 oder 3 Dimensionen
Bacilli
stäbchenförmig, Ketten, Zellteilung in einer Dimension
allgemeine Merkmale von Prokaryoten
- Durchmesser = 0.1um - 50um, Durchschnitt etwa 1 um, grösstes Bakterium 750um
- kleine Zellen = grössere Oberfläche
- effizienter Austausch mit den Umgebung
- schnelleres Wachstum
Sterole
- Membranverstärker
- wie Cholesterin
- enthalten in 5-20% der Lipide in eukaryotischen Zellen
- steif und flach (im Gegensatz zu Fettsäuren)
- macht die Membran dichter und weniger flexibel
Hopanoide
- Membranverstärker
- in vielen Bakterien vorhanden
- Synthese braucht keinen Sauerstoff
- Aufbau ähnlich dem der Sterole
Gruppentranslokation
- Substrat wird während des Transports chemisch modifiziert --> kein Gradient
- z.B. bei E. coli werden Glukose, Fruktose, Mannit und andere Kohlenhydrate durch das phosphoenolpyruvat-abhängige Phosphotransferase-System aufgenommen
- Aufnahme von Glukose kann je nach Bakterienart entweder über Gruppentranslokation oder aktiven Transport erfolgen
Zellwand
- Zelle steht unter Druck wegen der gelösten Substanzen
- Peptidoglykanschicht
- G+: bis zu 25 Schichten (bis zu 90% der Trockenmasse der Zellwand)
- G-: einschichtig (~10% Trockenmasse der Zellwand), zusätzliche Aussenschicht besteht aus Lipopolysacchariden und Proteinen
Peptidoglykan
- Heteropolymere Ketten aus N-Acetoglucosamin und N-Acetomuraminsäure --> sehr starke Verbindung
- Quervernetzung mit Peptidbrücken
- Länge der Peptidoglykanketten und der Grad der Vernetzung bestimmen die Form des Bakteriums
- Peptidbrücken kann ungewöhnliche AS enthalten (z.B. Diaminopimelinsäure)
- Das Grundgerüst aus NAG und NAM ist immer gleich, die Variabilität kommt durch die Peptidbrücken zustande
Teichonsäuren
- kommen in Gram+ Bakterien vor
- Ketten von 8-50 Glycerin- oder Ribitmolekülen (Ribitol - hat 2 Phosphatgruppen, 2 Alanin und 1 Glukose)
- verknüpft mittels Phosphatgruppen
- Zuckerreste und/oder D-Alanin kovalent gebunden
- Polymere sind negativ gebunden
- Lipoteichonsäure sind kovalent mit Membranlipiden gebunden
Abbau der Zellwand
- Lysozym (in Körperflüssigkeiten wie Tränen, Speichel usw) spaltet glykosidische ß-1,4-Bindungen zwischen NAG und NAM
- Schwächung der Zellwand
- Bakterien können ohne Zellwand nicht überleben (Ausnahme Mycoplasmen, meist unter isotonischer Umgebung)
- Archaeen sind resistent gegen Lysozym
- entdeckt durch Sir Alexander Fleming 1922 (vor dem Penicillin 1928)
Zellwand Gram-
- Lipopolysaccharid-Schicht = LPS
- Porine --> Kanäle für kleine hydrophile Moleküle, spezifisch und unspezifisch
- Lipoproteine verbinden Lipide und Peptidoglykane
- Periplasmatischer Raum --> zwischen der Innen- und Aussenmembran, enthält
- hydrolytische Enzyme (Proteinasen, Nukleasen usw.)
- Chemorezeptoren
- Bindegewebe (Weitergabe von Subtraten an Transporterproteine)
LPS
- Lipopolysaccharidschicht
- äussere Membran Gram- Bakterien
- besteht aus 3 Zonen:
- Lipid A ---> Stoffe darin wirken als Endotoxine, in allen Gram- Bakterien
- Kernzone ---> verzweigte Kette aus Glukose, Galaktose und N-Acetoglucosamin, Zusammensetzung variiert zwischen verschiedenen Bakterien
- O-spezifische Seitenketten ---> lange Ketten aus repetierten Oligosacchariden, unterschiedlich je nach Stamm
Zellwände der Archaeen
- alle haben Zellwand (bis auf Thermoplasmatale)
- keine Peptidoglykanschicht
- keine äussere Membran
- grosse Unterschiede im Aufbau der Zellwand
- S-Schicht ist die häufigste Art der Zellwand
- einige methanogene Archaea haben Pseudomurein
- andere methanogene Archaea haben Zellwand aus Polysacchariden (Glukose, Glucosamin, Glukuronsäure, Galaktosamin, Acetat)
- extrem halophile Archaea enthalten viele SO42 -Gruppen, als Ausgleich zu dem vielen Natrium
Zellwandsynthese & Zellteilung
- Gram+ Bakterien: Neusynthese der Zellwand an bestimmten Orten --> Narbe
- Zellwand wird zuerst ausgebaut und dann geöffnet (sonst Gefahr der Autolyse)
- Autolysine spalten die Peptidoglykanschicht
Glykokalix
- Kapseln und Schleimhüllen
- Polysaccharidhaltige Substanzen ausserhalb der Zellwand --> dick oder dünn : starr oder flexibel
- können z.B. aus Polyglutamat bestehen
- sind nicht lebensnotwendig
- Funktion:
- Schutz gegen Austrocknung
- Haftung an Zellen/Gewebe
- Schutz gegen Phagozytose
Fimbrien
- zahlreiche lange Fäden, die sich auf der Aussenmembran von Bakterien befinden, ähnlich wie Geisseln
- 10- mehrere 1000
- Funktion:
- Anhaftung an Oberflächen
- Pathogene Bakterien: Bindung an Zellen oder Gewebe
Beweglichkeit
- begeisselte Bakterien schwimmen, unbegeisselte Bakterien gleiten
- Geisseln = Flagella, lang und dünn, im Lichtmikroskop nur durch Färbung sichtbar
monotrich
- 1 Flagellum
- polare Begeisselung