Mikrobio

Spezielle Mikrobio - gram +

Spezielle Mikrobio - gram +


M. S.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Diagnose und Therapie von Infektionen durch Staphylokokken, Streptokokken und andere Bakterien. Sie konzentrieren sich auf Krankheitsbilder wie Scharlach, nekrotisierende Fasziitis und Sepsis, sowie auf die Identifikation und Behandlung von Erregern. Medizinstudierende und Ärzte profitieren von den detaillierten Informationen zu Erregern, Symptomen und Therapieoptionen.
Karten
32
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
11.12.2014 / 11.12.2014

Lernkarten

Wie heißen die für die Humanmedizin wichtigen 2 Gruppen der Gram+ Kugelbakterien
 

- Micrococcaceae ( Staphylococcus, Micrococcus, Kocuria, Somatococcus

- Streptococcaceae ( Streptococcus, Enterococcus, Aerococcus, Lactococcus, Leuconostoc, Gamella)

Wichtigsten davon sind die Staphylokokken (Haufenkokken) und die Streptokokken

Welche grobe Einteilung lässt sich bei Staphylokokken vornehmen

Staph. generell katalase positiv (H2O2 -> H2 + O2)

koagulase+     - Staph. aureus   . Staph. intermedius

 

Koagulase-     - Staph. epidermidis, saprophyticus, haemolyticus, capitis, simulans, hominis ...

Welche Pathogenitätsfaktoren findet man bei Staph. aureus

Koagulase , extrazelluläres Enzym welches an Prothrombin bindet und die Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin aktiviert (Nachweis durch Kaninchenplasma das mit frag. Bakterienkultur für 24h inkubiert wird)

Clumbingfaktor, an Zelloberflächlich geb. Enzym das zur Ausfällung von Fibrin führt. (Nachweis durch auf Objekttäger aufgebrachtes Kaninchenplasma welches mit Probematerial verreiben wird)

Polysacharidkapsel - Schleimkapsel schützt vor Phagozytose

Protein A - bindet Fc- Teil der Antikörper, die deshalb nicht mehr für eine Opsonierung zu Verfügung steht

Fibronektinhülle

Kollagenbindeprotein

Interzelluläre Adhäsine - Biofilm aus linearem Poly-N-Acetylglucosamin

extrazelluläres Adhäsionsprotein - bindet ICAM1-Rez. auf Endothelzellen -> behindert Bindung von Leukozyten

Fibrinolysin - löst Fibrinkapsel wieder auf. Staph. aureus kapselt sich anfangs erst mittels Koagulase und Clumpingfaktor ab. Nach entsprechender Vermehrung  kann schützender Fibinwall wieder aufgelöst werden und sich so die Infektion ausbreiten

Hämolysine - Auflösen von Erythrozyten und Parenchymzellen

Leukocidin -  schädigt Leukozyten und Granulozyten

Bacteriocine -Staphylocin - Hemmt Begleitflora

Exfoliatintoxine (5%) Blasenbildung ; Enterotoxin (5%) Lebensmittelvergiftung, TSST (Toxic shock syndrom toxin)(1%) Superantigen

Nachweis für Staph. aureus

Koagulase +

Clumpingfaktor

Wie lassen sich Staph. aureus Erkrankungen grob unterteilen

Durch invasives Eindringen begründete Erkrankungen:

Impetigo follicularis, Mastitis puerperalis, Furunkel bzw. Karbunkel, Plastikinfektionen, Osteomyeltitis, Ostitis, Endokarditis ; metastasierende Absiedlungen möglich , Charakteristischer gelber, rahmiger, geruchloser Eiter

Durch Toxine bedingte Erkrankungen:

Lebensmittelvergiftungen (hitzestrabile Enterotoxine) , Staph-Enteritis (kurzer komplikationsloser Verlauf), Staph- Enterokolitis (bei beiden Formen sehr schnelle Inkubationszeit 1-2h - Patient kann Speiße den Beschwerden zuordnen)

 

Übergangsformen möglich (besonders bei Immunsupressiven Pat.)

Dermatitis exfoliative (Morbus Ritter von RIttershein) , Pemphigus neonatorum, Staph scalded skin syndrom, Lyell,Syndrom, Impetigo contagiosa, TSST, Sepsis

Therapie von Staphylokokken Erkrankungen

Bei lokalisierten Infektionen chirurgische Inervention indiziiert (Spaltung und Drainage von Abszessen, Entfernung von Implantaten oder Kathertern.

Chemotherapeutisch: Hohe Resistenzraten bei durch Penicillinasebildung sowie gegen Oxacillin und Aminoglykoside. Kalkulierte Initialtherapie mit beta-lacatamase festen Penicillinen (Flucloxacillin) oder Cephalosporinen (Cefotiam). Antibiogram

Bei MRSA . Glykopeptide evtl. Oxazolidinone

 

Habitate des Staph. aureus und Epidermologische Eingeschaften

10-40% aller Menschen gesunde Träger

Nasenvorhöfen, Achseln, Rima Ani, Perineum und Leiste

Auch Haustiere können Träger sein

Generell sehr Widerstandsfähig gegenüber Austrocknung, UV-Licht, Hitze, pH und Salzgehalt (deshalb können sie auch gut auf 10% NaCl-Agar selektiert werden

 

Was Ist Impetigo contagiosa

locale Entzündung, vorallem bei Kindern und sehr häufig am Kopf und im Gesicht

hochkonatiös

durch Staph. aureus

oder (20%) durch Strep. pyogenes

Therapie: Lokal : Fusidinsäure/Mupirocin

oral. Flucoxacillin oder Cephalosporin (Clindamycin)

Toxic Shock Syndrom

Fieber (über 39°C)

Makuläres Exanthem

Betrifft Darm, Schleimhäute, Muskulatur, Nieren ,Leber , ZNS ...

Hypotonie

Durch TSST-1 ausgelöst. Welches von ca. 1% der Staph. produziert wird. Durch Magnesiummangel induziert (bei Tampons benutzenden Frauen)

Mit welchen Tiefen bzw. Systemischen Infefektionen muss man bei Staph. aureus rechnen

Empyem in Pleura, Pericard, Gehirn

Osteomyelitis

Spritzenabszesse

Sepsis

Pneumonien, Lungenabszesse

Endokarditis

Was ist das Staph Scalded Skin Syndrom

Exanthem -> großflächige Blasenbildung -> Hautablösungen

intraepidermale Spaltbildung

Durch Exfoliatine A und B (Toxine) etwa 2% der Staph aureus

vorher häufig Otitis, Pharyngitis, eitrige Konjunktivitis

CAVE: Toxine können sich auch systemische ausbreiten

Mit welchen AB versucht man gegen Infektionen mit MRSA vorzugehen

MRSA ist fast immer noch mit reserve AB therapierbar. Diese sind allerdings nicht so effektiv

Behandlung mit Vancomycin, Linezolid, Daptomycin

Mophologische Erscheinung von Koagulase negativen Saph

koagulase negative Staph sind S.epidermidis, saprophyticus, heamolyticus)

prozellanfarbig, elfenbeinfarbig

i.a. keine Hämolyse (gamma-Hämolyse)

Welche Vorteile bieten Bakterien die Bildung von Biofilmen

Erschweren Phagozytose

AK erreichen Bakterien nicht

AB diffundieren schlechter

Langsamer Metabolismus erschwert Antibiotischen Effekt

Desinfektionsmittel erreichen Bakterien nicht

Stärkere Adhärenz zur Oberfläche ... häufig ist die Entfernung eines Fremdkörpers die einzige erfolgreiche Therapeutische Maßnahme

Welche Therapie empfiehlt sich bei einer Infektion mit koagulase negativen Staph
 

Fokusbeseitigung (z.B. Katheter)

AB: Initialtherapie: Glykopeptide (Vanco) mit oder ohne Rifampicin

mit Antibiogram evtl. wechsel auf beta-Lactame ... sind wirksamer

CAVE: auch S. epidermidis ist gerne mal resistent gegen Methicillin und andere AB

Welche Hämolysen kann man voneinander unterscheiden. Plus Vertreter

alpha Hämolyse (vergündende Hämolyse) S. pneumoniae und vergünende orale Strep.

Bei der alpha Hämolyse wird durch z.B. Wasserstoffperoxid das Hämoglobin in der Erythrozyten abgebaut. Die Hülle bleibt allerdings intakt. Als Abbauprodukt entstehen Billiverdin ähnliche Substanzen -> grüne Frabe

Beta Hämolyse (S.pyogenes (Lancfield A) S. galactiae (lancefield B) S. dysgalactiae (Lancefield C,G). Hier werden die Erythrocyten komplet zerstört. Deshalb komplette Entfärbung

Gamma Hämolyse (S. bovis (Lancefield D), Enterokokken und orale Strep.) Hierbei findet keine Hämolyse statt

 

Wie lassen sich Streptokokken von anderen Gram+ Kokken abgrenzen und auch untereinander Differenzieren

Streptokokken sind Katalse (H2O2-> O2+H2) negativ (im gegensatz zu den Staph)

Untereinander lassen sie durch ihr Hämloyseverhalten und nach Serogruppen (unterschiedliche C-Polysaccharide die von Rebecca Lancefield eingeteilt wurden) -(Nachweis der Serogruppe durch einen AK-Latexagglutinationstest)

Welche Charakterisierung und Virulenzfaktoren lassen sich zu Streptokokkus pyogenes finden

Lancefield Gruppe A - beta Hämolysierend

Virulenzfaktoren:

M Protein welches an der Zellwand verankert ist. Wirkt Antiphagozytotisch, Verhindert Komplementanlagerung und neutralisiert AK

DNAsen , Hyalonidasen, Streptokinase

zwei Hämolysine : Streptolysin O/S - schädigen nicht nur Erys sondern auch Makrophagen, Leukozyten und andere Zellen

Pyogene Exotoxine (u.a. bei Scharlach) ... können als Superantigene wirken

 

Welche Erkrankungen werden durch Gruppe A Streptokokken (S. pyogenes) ausgelöst

Lokale Hautinfektionen (Pyodermien) : Impetigo contagiosa, Erysipel

Kopf-/Halsinfektionen: Pharyngitis -> Tonsillitis-> Ottis media-> Retropharyngealabszess , Scharlach (nur bei mit Phagen infizierten S.pyogenes)

Invasive Infektionen: nekrotisierende Fasziitis, Pneumonie

Toxinbedingt: Scharlach (durch Phagen infizierte Streptokokken), Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrom

Post-Streptokokken-Erkrankungen: akute Glomerulonephritits (2-3 W p.i.) , akutes rheumatisches Fieber (nur nach Pharyngitits

Was ist Scharlach. Wie äußert es sich? Was sind Symptome?  Wie erkennt man Scharlach? Inkubationazeit? Ansteckungfähigkeit

Sonderform der Streptokokken Pharyngitis bei dem Streptokokken erythrogene Toxine (A,B,C) produzieren

Nur wenn Strep. mit lysogener Phage infiziert sind.

Am häufigsten durch A-Streptokokken, aber manchmal auch durch C,D-Strept.

Neben Lokalinfektionen auch systemische Toxinwirkung. Dabei wirken Toxine als Superantigen - diese lösen eine übertreibene Entzündungsreaktion aus die manchmal auch letal ausgeht.

Hohes Fieber, feinfelckiges Scharlachexanthem (beginnend am Hals über Rumpf zu Beugerseiten der Extremitäten), blasses Mund-Nase-Dreieck (Exanthemfrei), Erdbeer oder Himbeerzunge. Anfangs weißlich bedeckte Zunge der ca. am 3. Tag abgestoßen wird. Darunter Hypertorphierte Zungenpapillen (Erdbeerzunge)

Gegen erythrogene Toxine bildet sich Immunität (Die aber nicht den Errger betrifft)

Inkubationszeit 1-3 Tage. 3 Wochen ohne Therapie, und mit AB Therapie bis zum abklingen der Symptome ansteckend

CAVE: Bei Scharlach können als Komplikationen auch Endo, Myo und oder Pericarditis austreten

 

 

Was ist ein Erysipel

intraepidermale Infektion mit z.B. Streptokokken

Flächig ausbreitende Wundrose, im Gesicht häufig in Schmetterlingsform, klare Abgrenzung, brilliantes Lachsrot, mit starken Schmerzen, hohem Fieber, Schüttelfrost

Phlegmone
 

Intradermal und noch tiefer gelegene Infektion aus Wundinfektion oder hämatogener Streuung

Intradermal: Erysipel (Strep. A (B,G,C;) selten auch Aureus

Subkutan: Zellulitis (Strep. A, S. aureus, Clostridien)

Tiefe Phlegmone:

Gasphlegmone (Gasödem) nekrotisierend+ Gasbildend (C. perfringens, evtl. aerob-anaeob Mischinfektion)

Nekrotisierende Fasziitis (Strep. A, S. aureus, Anaerobier, Peptostreptokokken)

Bakterielle Myositis (S. aureus)

Gasgangrän (Gasbrand) ausgeprägte Myonekrose+ Gasbildung (C. perfringens)
 

Was ist eine nekrotisierende Fasziitis?

Streptokokkenstämme mit Ansammlung von VIrulenzfaktoren

rasch fortschreitende penetrierende Fasziitis, Myositis, Schock (STSS - Strep. Toxic shock syndrome

Durch erythrogene Toxine A,B, Superantigen

Wie werden akute Gruppe A Streptokokken (GAS) Infektionen therapiert

Penecillin G/V 10d per os/i.v.  (bei Allergien Cephalosporine od. Clarithromycin)

Aufappen bei Impetigo oder Phlegmone - hier kann es auch S. aureus sein

bei nekrotisierender Fasziitis oder STSS: Pen G+ Proteinsynthesehemmer (z.B.Clindamycin)

Bei Scharlach: evtl. Umgebungsprophylaxe (?)

Morphologie, Habitat und Infektionen durch Strep. agalactiae (B)

beta- hämolysierend

auf Kühen (Mastitis) und Menschen v.a. weiblicher Genitaltrakt und GI

Kann bei neugeborenen Sepsis und Meningitis auslösen (X), sonst Wundinfektionen/ Harnwegsinfektion/ bei Immunsup. auch Sepsis

(X - early onset : Pneumonie, Sepsis aber gut beherrschbar durch mütt. screening in pen gabe pränatal

late onset: Meningitis, Sterblichkeit 5% - Inzidens 0,5 pro 1000

Morphologie, Vorkommen und Infektion der Enterokokken

Morphologie: Gram+, diplokokken, Lanciefield (D), keine Hämolyse und wenn dann vergrünend

E. faecalis u. E. faecium

Kommen im Darm vor

Geringe Virulenz , wenn aber dann HWI (50% der Chronischen HWI), Sepsis bei Schwestkranken, Endokarditis

Therapie: SIND RESISTENT gegen PEN G und Cephalosporine ... auf jeden Fall Antibiogramm.Therapie der Wahl sind Breitband AB (Ampicillin ,Amoxicillin,Mezlocillin) + Aminoglykoside. Achtung bei VRE

Welche Oralstreptokokken kennen sie und welche Erkrankungen können mit Ihnen in Verbindung gebracht werden?

Oralstreptokokken

Salivatorius-Gruppe, Mutans-Gruppe, Mitis-Gruppe (auch Oralis genannt) und Anignosus-Gruppe (auch MIlleri genannt)

Meinst kein Lancefield Ag , vorwiegend alpha -Hämolysierend

 

Kraries, Endokarditis (Milleri-Gruppe kann auch mit Appendizitis in Verbindung gebracht werden)

S. pneumonie (Pneumokokken)

Teil der normalen Rachenflora

Vergünende Kolonien bekapselter Diplokokken

Pathogenitätsfaktoren sind v.a. bei der Kapsel anzutreffen, s-Form ,91 Serotypen

und Pneumolysin

Erkrankungen: Sinusitis, Otitis media, Ulcus cornea, Pneumonie, Sepsis, Meningitis, letzte v.a. bei Splenektomierten Patienten (OPSI-Syndrom-  overwhelming postsplenectomy infection)

Therapie bei Pneumokokkeninfektion

beta lactame: v.a. Penicillin und oder Ampicillin (hier tretten aber häufig resistenzen auf) mind. 10 Tage

Alternativ Kurzzeittherapie mit Oralcephalosporinen (Cefuroximaxetil) über 5 Tage oder bei Unverträglichkeit Erythromycin.

Indikation wenn bei Pharygnitiden eitirge Schüppchen auffallen - Bakt. Infek. wahrscheinlich. Antibiogram nicht erforderlich

Impfung mit Kapselsaccharid

Welche zwei Arten von anaeroben gram+ Kokken kennen sie

Gram+ anaerobe Staphylokokken ->Peptokokken

Gram+ anaerobe Streptokokken -> Peptostreptokokken

In Mundhöhle, Darm , Genitalbereich

Welche gram+ aerobe nicht sporenbildenden Stäbchenbakterienen kennen sie

Listerien (L. monocytogenes, evtl. auch ivanovii)

Erysephelophrix (E.rhusiopathiae)

Korynebakterien (C. diphteriae)

Nokardien (N. asteroides)

Listerien

V.a. Monocytogenes ... evtl. aich ivanovii

Kommen im Erdreich, Wasser, Pflanzen und Nahrungsmitteln tierischen und pflanzlichen Ursprungs.

Bei Aufnahme großer Mengen kann es zu Listeriose kommen mit symptomen eines grippalen Infekts - bei Abwehrschwäche kann es allerdings auch zu Septikämie und Menigoenzephalitis kommen. Bei Infektionen von Schwangeren kann se zu intauterin zu Infektion der Fetus kommen - Granulomatöse infantiseptica -Abort,Frühgeburt oder andere Schäden am Kind.Bei konataler Infektion kann es zu Granulombildung in Lunge ,ZNS und Haut kommen.

Meldepflicht.

Kultureller Nachweis - Kühlschranktemperaturkultur. Serologisch ist Nachweiß schlecht.kommt erst spät (10-14 Tage), bei Abwehrgeschwächten so und so nicht gut und außerdem gibt es viele Kreuzreaktionen (pos. Test kein Beweis)

Therapie: Ampicillin +Aminoglykoside alternativ: Cotrimoxazol + Tetracykline.

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