Mikrobio 5. Semester (Zusammenfassung)
Mykosen, Parasiten, opportunistische Infektionen
Mykosen, Parasiten, opportunistische Infektionen
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Lernkarten
Mykosen
Aufbau von Pilzen
Einteilung aus medizinischer Sicht
Aufbau von Pilzen: Eukaryonten (Zellkern, ER, Mitochondrien), heterotroph (Abbau organischer Stoffe), Pilzmembran (aus Ergosterin), Zellwand (aus Chitin, Glukanen, Mannanen, Mannoproteine), manchmal mit Kapsel
-> resistent gegen Lyse durch das Komeplementsystem (höchstens Opsonierung durch dieses), Elimination nur durch neutrophile Granulozyten
Einteilung aus medizinischer Sicht: pathogene Pilze werden in das D-H-S- System untergliedert:
- Dermatophyten (Fadenpilze): befallen Epidermis, Haare und Nägel (Enzym: Keratinase)
- Hefen (Sprosspilze -> Cand. sp.): Teil der physiologischen Flora des GI- Trakts, Infektion der Schleimhäute nur bei lokalem/ systemischen Mangel an Neutros (selten auch Pilzsepsis)
- Schimmelpilze (Fadenpilze): eigenltich harmlose Anflugkeime, außer bei geschädigter zellulärer Abwehr -> Infektion der Lunge und Pilzsepsis möglich
Mykosen
Pathogenese
- sekundäre/ opportunistische Mykose: Infektion durch Defekte in der zellulären Abwehr (systemisch: Neutropenie, lokal: z.B. Lungenkaverne) -> Ursachen: angeborene Immundefekte, Leukämie, HIV, D.m., immunsuppressive Therapie
- primäre Mykose: sehr selten, tritt bei immunkompetenten Personen auf -> Pilz muss entprechend pathogen sein
- Pilzallergie: z.B. exogen allergische Alveolitis, Typ-III-Reaktion
- Mykotoxikosen: z.B. durch das Aflatoxin von Aspergillus flavus
- exogene Mykosen: z.B. durch Schimmelpilze
- endogene Mykosen: z.B. durch Hefen
Mykosen
Antimykotika
Polyene:
binden an Ergosterin -> Porenbildung -> Lyse (fungizid)
z.B. Amphotericin B: lokal gut verträglich, systemisch starke UAW, da auch Bindung an Cholesterin und damit Zerstörung körpereigner Mitochondrien erfolgt.
-> breites Wirkspektrum: Candida spp., Aspergillus spp. (außer A. terreus), andere Schimmelpilze, dimorphe Pilze
Ergosterin- Synthese- Hemmer (Triazole):
Hemmung der Ergosterinsynthese (fungistatisch), äußerst lebertoxisch
z.B. Fluconazol: gut verträglich, wirkt gegen Candida spp. (außer C. krusei + C. glabrata), keine Wirkung auf Schimmelpilze! (also auch nicht auf Aspergillus spp.!)
Mannan- Synthese- Hemmer (Echinocandine):
Hemmung der Mannan- Synthese/ Beta- Glukan-Synthese
z.B. Caspofungin: wirkt gegen invasive Aspergillis- und Candida- Infektionen (Sepsis), gut verträglich, mit Polyenen und Tiazolen kombinierbar
Resistenzen: keine übertragbaren Resistenzen, Resistenzentwicklung unter Therapie selten
Parasiten: Helminthen (Würmer)
Nemantoden (Rundwürmer): Enterobius vermicularis
Reservoir
Pathogenese
Typische Krankheitsbilder
Diagnostik
Therapie
Enterobius vermicularis: Madenwurm, Oxyuren
Reservoir: Mensch und Tier, extrem infektiös
Pathogenese:
Die Weibchen leben im Dickdarm / Ileum, wenn Schwanger migrieren sie in den Anus und
legen dort Ihre Eier ab
-> hier verursachen diese einen starken Juckreiz (Leitsymptom), weitere Verbreitung dann durch Schmierinfektion
Typische Krankheitsbilder:
Pruritus ani, Enterobiose (i.d.R. harmloser Verlauf), bei Kindern Appendizitis und bei Frauen Entzündungen von Vagina, Uterus, Ovarien möglich
Diagnostik:
v.a. Kinder, Würmer im Stuhl (1cm), zum Nachweis
Tesafilm-Präparat vom Anus
Familiäre Hüufung da die Eier ca. 20 Tage infektiös bleiben und oft an
Haushaltsgegenständen kleben daher: Immer die ganze Familie behandeln und die
Wohnung ausreichend reinigen
Therapie: Mebendazol oder Albendazol
Hygienische Grundreglen beachten !
Parasiten: Helminthen (Würmer)
Zestoden (Bandwürmer): Taenia saginata + Taenia solium
Reservoir
Pathogenese
Typische Krankheitsbilder
Diagnostik
Therapie
Rinderbandwurm (T. saginata), Schweinebandwurm (T. solium), Mensch i.d.R. Hauptwirt
Reservoir: ungenügend gegartes oder rohes, mit Larven befallenes Schweine- und Rinderfleisch
Pathogenese:
geschlechtsreifer Wurm lebt im menschlichen Darm -> gibt Eier an Umwelt ab -> orale Aufnahme durch Schwein/ Rind oder auch Mensch (dann als Nebenwirt)-> Entwicklung zu Larven mit Befall von Gewebe -> über Nahrung gelangen Larven wieder in den menschnlichen GIT -> Entwicklung zum Wurm
Typische Krankheitsbilder
als Hauptwirt: Täniose (Gewichtsabnahme, Unwohlsein, Apathie, Anämie)
als Nebenwirt: Zystizerkose (verschiedenste Symptome bis zum Befall von Auge, Muskeln, ZNS), Bildung von Zysten in Muskel, Nervenzellen, Subkutis, schmerzlos, kann Epilepsie verursachen
Diagnostik:
Mikroskopie der Proglottiden (Glieder des Wurms) nach Abgang im Stuhl, Bildgebung und Serologie bei Zystizerkose
Therapie: Praziquantal (oral), bei Zystizerkose: Dexamethason
Hygienemaßnahmen beachten!
Parasiten: Helminthen (Würmer)
Zestoden (Bandwürmer): Echinokokken spp.
Reservoir
Pathogenese
Typische Krankheitsbilder
Diagnostik
Therapie
Echinokokkus granulosus (Hundebandwurm), Echinokokkus multilocularis (Fuchsbandwurm), Mensch ist Nebenwirt
Reservoir:
Infektionsquelle sind meistens Beeren, die mit Hunde- oder Fuchskot kontaminiert sind und Wurmeier tragen
Pathogenese:
Hund/ Fuchs scheidet Wurmeier mit Kot aus -> orale Aufnahme -> im menschlichen Darm Entwicklung zu Larven -> gelangen durch Darmwand in die Blutbahn und weiter in jedes Organ (vor allem Leber!) -> Wachstum und Zystenbildung
Typische Krankheitsbilder: (nach langer Inkubationszeit)
Hundebandwurm: zystische Echinokokkose (große flüssigkeitsgefüllte Zyste)
Fuchsbandwurm: alveoläre Echinokokkose (schlecht abgrenzbare alveoläre Zysten, wächst invasiv (tumorartiges, infiltratives Wachstum), neigt zu lymphogener und hämatogener Streuung (fast ausschließlich Leber betroffen!
Diagnostik:
AK- Nachweis, Zysten durch bildgebende Verfahren -> Zysten dürfen nicht punktiert werden! (Gefahr eines anaphylaktischen Schocks)
Therapie: chirurgische Entfernung der Zysten, wenn nicht lebenslang Mebendazol, Albendazol
Parasiten: Protozoen (einzellige Eukaryonten, meist beweglich)
Toxoplasma gondii
Reservoir
Pathogenese
typische Krankheitsbilder
Diagnostik
Therapie
weltweit auftretender intrazellulärer Parasit
Reservoir: Menschen, Hunde, Katzen, Pferde, Rinder, Schweine, Vögel
Pathogenese
ungeschlechtliche Vermehrung im Wirt -> Entstehung von Zysten -> Aufnahme von kontaminiertem Fleisch durch Katzen (Endwirte) -> geschlechtliche Vermehrung der Toxoplasmen -> Oozysten entstehen -> Aufnahme in den Menschen durch Katzenkot -> Verschleppung durch Makrophagen -> Zysten- und Granulombildung im ganzen Körper (insb. Muskulatur, ZNS, RES)
typische Krankheitsbilder
Primärinfektion: bei Immunkompetenten symptomlos, auch bei Schwangeren, aber: Übertragung auf Ungeborenes möglich (Abort, Mikrocephalus, Hydrocephalus)
bei Immunsuppremierten zeigt sich Fieber, Hepatosplenomegalie, Myokarditis
bei allen: zervikale Lymphadenopathie
Reinfektion: bei Immunkompetenten symptomlos, bei Immunsupprimierten entwickeln sich klinische Symptome (Herz, Lunge, ZNS, hohe Mortalität!)
Prävention: Kein Verzehr von potentiell zystenhaltigem Fleisch, Händehygiene nach
Gartenarbeit, Sandkasten etc., Serologische Kontrolluntersuchungen, Katzenkontakt
beschränken
Diagnostik: Serolgie
Untersuchungen zum Eingrenzen des Infektionszeitpunktes: Antikörperbestimmung
- Verlaufskontrollen, Aviditätsbestimmungen (Niedrige Avidität=kürzlich zurückliegende
Infektion)
- Untersuchung zum Nachweis einer fetalen Infektion:
!Hochauflösendes Ultraschall, Amniozentese, PCR aus Fruchtwasser, Nabelschnurblut, Plazenta
Therapie:
Nur wirksam gegen Tachyzoiten (intrazelluläre Proliferationsform)
Bei Erstinfektion in der Schwangerschaft: 1-20. SSW Spiramycin-> Übertragungsrisiko
wird verringert.
Ab 20. SSW Sulfadiazin + Pyrimethamin
Bei fetaler Infektion: 12 Monate postpartal: Sulfadiazin + Pyrimethamin
Opportunistische Infektionen (bei Immunsuppressiven durch fakultativ pathogene Erreger ausgelöst)
Pneumocystis jiroveci (einzelliger eukaryontischer Pilz)
Reservoir
Pathogenese
Typische Krankheitsbilder
Diagnostik
Therapie
Pilz- und Sporeneigenschaften, Lebenszykllus wie Protozoen, kein Ergosterol in Zellmembran
vor allem bei HIV- Infizierten!
Reservoir: Übertragung vor allem aerogen zw. Menschen (die meisten sind Keimträger oder besitzen AK)
Pathogenese: Infektion nach Besiedlung bei Immunsuppressiven
Typische Krankheitsbilder:
atypische Pneumonie, Aussaat in Auge, Mittelohr, Leber, ZNS
Leisymptome: Tachypnoe, o2-Sättigungsabfall, Fieber, Nichtproduktiver Husten,
Bilaterale diffuse Infiltrate perihilär
Diagnostik:
BAL (Broncho-alveoläre- Lavage) notwendig, PCR, Mikroskopie (Giemsa-Färbung, Immunfluoreszenz)
Therapie: Cotrimoxazol (Trimethoprin + Sulfamethoxazol) hochdosiert!