Methoden
Uni Würzi
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Lernkarten
Was sind Methodologien und Methoden - Definitionsklärung
= allgemeine Verfahrensweisen der wissenschaftlichen
Forschung, die also weitgehend unabhängig vom konkreten Forschungsgegenstand sind
Bsp: Unterscheidung in experimentelle und korrelative Methodologie, oder Unterscheidung in quantitative (zahlbasierte) und qualitative Forschung (Verbalisierungstechniken)
Methodisches Vorgehen = Einhalten von wissenschaftlichen Standards, eine große Menge von Entscheidungen, die letztlich kommunizierbar und begründbar sein sollten, Kompromisse sind unvermeidbar - ist also nicht starr festgelegt, Dimensionen abstrakt-konkret und differenziert-integriert
Der empirische Zirkel
Eine Vorhersage (in Form einer Partikularaussage) wird getestet, indem sie mit einer Beobachtung (auch in Forma einer Partikularaussage) abgeglichen wird
Induktion: von vielen kleinen Einzelheiten zu einer Aussage gelangen
Deduktion: von einer Aussage zu vielen partikulären Aussagen (konkrete Beobachtungen), Test durch Beobachtungen
Methoden
u.a. Tests (Probanden wird standardisiertes Reizmaterial unter standardisierten Bedingungen präsentiert, idealerweise aufwändig normiert), Verhaltensbeobachtungen, physiologische/neurowissenschaftliche Verfahren, Verhaltensspurenanalysen (meist dann gefordert, wenn man nicht-reaktive Messungen sicherstellen will, also dass sich z.B. ein Proband sich nicht allein durch das Wissen, gemessen zu werden, möglicherweise anders verhält) und Befragungen (Befragungen können sowohl mündlich als auch schriftlich durchgeführt werden, Problematik der Reaktivität der Messung: Man sollte sich stets fragen, ob nicht durch Grenzen bei der (letztlich zugrundeliegenden) Introspektion oder durch sozial erwünschtes Antwortverhalten etc. die Validität einer Befragung stark eingeschränkt sein könnte.)
Unterscheidung objektiv (physiologische und Verhaltens- oder Leistungsmessungen, kann keiner steuern) vs. subjektiv (Befragungen und Selbstauskünfte) - oft valider
Labor- und Feldforschung
Labor: Möglichkeit besteht, halbwegs sichere Erkenntnisse zu generieren, durch die Herstellung interner Validität (s. später), dem damit verbundenen Ausschluss von Alternativerklärungen und die Möglichkeit, Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge besser
erforschen zu können
Feld: eher realitätsnahe Erkenntnisse (im Sinne einer höheren ökologischen oder
auch externen Validität), also z.B. Gesetze, die nicht nur für eine spezielle
Laborsituation gelten, sondern wirklich die Grundlage unseres alltäglichen Erlebens und Verhaltens darstellen
Ideal: ein möglichst komplexes Forschungsprogramm, dass letztlich auf dem gesamten Kontinuum zwischen Labor und Feld angesiedelt sein sollte
Verhaltensmessung
Verhalten = umfasst im Prinzip alle Aktionen eines Individuums, weit auslegt, so dass er auch verbales Verhalten, Ankreuzverhalten in Fragebögen etc. umfasst
-> meist mit allgemeinpsychologischen Fragestellungen, aber eigentlich sind alle darauf angewiesen (das Erfassen des Erlebens bzw. mentaler Prozesse ist auf
Verhaltensbeobachtungen angewiesen, aber auch neurowissenschaftliche Befunde gelten nur im Bezug auf mentale Prozesse oder Verhalten)
Ziel: ganz unterschiedlich
Jedes Verhalten des Menschen lässt sich anhand seiner Modalitäten kategorisieren, die man z.B. mittels der beteiligten Effektorsysteme (z.B. das manuelle System = die Hände/Finger) spezifizieren kann
-> z.B. verbale/sprachbezogene Systeme
oder auch Einteilung in Verhaltenstypen, z.B. Reaktionszeiten, Fehler, räumliche Parameter
-> gesonderte Kategorie: indirektes Erschließen von Verhalten z.B. Verhaltensspurenanalysen
Unterscheidung in offene und verdeckte Beobachtung
-> es geht meist nicht um das Verhalten an sich, sondern um die Rückschlüsse, die man aus dem Verhalten ziehen kann
Leistungsmessung
= Beurteilung anhand von objektiven Kriterien z.B. IQ-Test
angestrebtes Ideal: möglichst große repräsentative Normstichprobe um dann Werte einer Einzelperson vergleichen zu können
- Fokus eher auf differentialpsychologisch und diagnostisch