Lernkarten

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Lernende 29 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 05.06.2013 / 02.06.2017
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BICS oder CALP? Sie behandeln das Thema "Märchen" mit Ihrer Klasse. Eben haben Sie "Hänsel und Gretel" gelesen. Welche Aktivitäten wählen Sie, damit Ihre Schülerinnen und Schüler ihre BICS- bzw. CALP-Kompetenzen üben und entfalten können? Beschreiben Sie für jeden der zwei Bereiche zwei charakteristische Tätigkeiten.

  • Die Kinder diskutieren zu zweit, was ihnen an der Geschichte besonders gefällt und weshalb. (BICS)  
  • Die Kinder erhalten Bilder zum Märchen und ordnen diese in der richtigen Reihenfolge, wobei sie abwechslungsweise ihrem Banknachbarn erzählen, was auf dem Bild geschieht. (BICS)  
  • Danach fassen sie den ersten Teil der Geschichte zusammen, indem sie zu den ersten drei Bildern ein bis zwei Sätze schreiben. (CALP)  
  • Nun ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die Kinder überlegen sich einen fiktiven Schluss, welcher als Fortsetzung an die Bildergeschichte passen soll. (CALP)
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Zählen Sie fünf charakteristische Eigenschaften einer Lernumgebung auf, welche Lernende ermutigt, sich die Sprache durch aktives Konstruieren anzueignen, und beschreiben Sie drei davon genauer.

  • Vernetzen: Neue Inhalten mit bereits gemachten Erfahrungen verknüpfen. Sich über diese Erfahrungen bewusst werden und darüber nachdenken.

 

  • Offene Aufgabenstellungen: Wissen ist immer subjektiv. Die Aufgabestellungen müssen so gestaltet sein, dass sie mit für alle SuS zugänglich sind.

 

  • Mitverantwortung: SuS übernehmen Verantwortung für das eigene Lernen, aber auch für das Lernen in der Gruppe.

 

  • Selbständige Organisation: Dass die SuS selbständig werden ist eines der Hauptanliegen von Schule. Es ist jedoch ein langer Prozess, welcher die Hilfestellung der LP benötigt. Transparenz bezgl. Der Lernziele, Hilfestellung für die Planung der Lernprozesse und die Anleitung zur Reflexion der Ergebnisse, dies sind die Voraussetzungen, damit das Lernen selbst organisiert werden kann.

 

  • Soziale Interaktion: dies ist ein entscheidender Aspekt bei allen Lernprozessen. Dadurch wir den SuS ermöglicht, verschiedene Rollen einzunehmen und sich über ihr Lernen auszutauschen.
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Beschreiben Sie die Rollen der Lernenden und der Lehrpersonen in einer konstruktivistischen Lernumgebung (total sechs).

Rolle der LP

  • Die LP organisiert die Lernumgebung, schafft Lernbedingungen und Lernangebote
  • Sie beobachtet die Lernprozesse
  • Und steht als Lernberater/in zur Verfügung
  Rolle der Lernenden
  • Die SuS entwickeln Lernstrategien und Arbeitstechniken
  • Sie reflektieren Ergebnisse und ihre Arbeitsweise
  • Die SuS können ihre Strategien anwenden und auf neue Situationen übertragen.
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Beschreiben Sie den Unterschied zwischen den Top-down und Bottom-up-Prozessen bei der Informationsverarbeitung. Geben Sie je ein Beispiel. Welcher dieser Prozesse hat wohlmehr Bedeutung im Primarschulkontext? Erklären Sie.

Top-down:
Beim Top-down Prozess erhalten die Lernenden die Lösung des Problem ganz oder ansatzweise und haben nun die Möglichkeit, anhand dieser Lösung den Prozess, die Strategie, den Lernweg zu diesem Ergebnis zu konstruieren. Man kann sich das wie beim Puzzlespielen vorstellen. Der Rahmen des Puzzles ist schon da, aber der Inhalt muss noch erarbeitet werden. Wenn die SuS einen fremdsprachigen Text erhalten, kann die LP ihnen dazu die entsprechende Bildergeschichte geben. Nun können die SuS mit ihrem Vorwissen, Lernstrategien und der Bildergeschichte versuchen herauszufinden, was die einzelnen Sätze oder gar Wörter im Text bedeuten könnten.

Bottom-up:
Beim Bottom-up Prozess erhalten die Lernenden wenig bis gar keine Hilfestellung. Im Vergleich mit einem Puzzle wären vielleicht zwei bis drei Teile zusammengesetzt, der Rest müsste aber selbst konstruiert werden, anders als bei Top-down, wo der rahmen bereits existiert. Ein konkretes Beispiel wäre, dass die Lehrperson den SuS wieder einen Text gibt, anstatt aber diesen mit einer Bildergeschichte zu untermalen, wählt sie nun den Auftrag, dass die Lernenden nach Wörtern suchen sollten, welche sie verstehen.  

 

In der Primarschule hat wohl der Top-down Ansatz mehr Erfolg. Die Kinder können zwischen der Aufgabenstellung und dem Lösungsansatz Verbindungen herstellen und ihre Strategien anwenden. Beim Bottom-up Ansatz verstehen sie unter Umständen nur wenige Wörter und kommen danach nicht mehr weiter. Der Top-down Ansatz gibt ihnen einen Input, worum es gehen könnte und lässt sie unter Anwendung von Sprachstrategien mehr vom Text herausfinden.

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Erklären Sie, warum das Üben und Dokumentieren von Lernstrategien eine wichtige Rolle im Lernprozess spielen.
Ziel ist es schlussendlich, dass die SuS die für sie geeignete(n) Lernstrategie(n), welche sie zum Erflog führen, kennen, anwenden und auf verschiedenste Situationen übertragen können. Bis es aber soweit ist, müssen die Lerner zuerst erfahren, welche Techniken es gibt und welche ihnen am meisten zusagt. Das heisst im anfänglichen Sprachunterricht ist das Ausprobieren und Üben von verschiedensten Techniken zentral. Aber nicht nur das; die SuS sollen darüber nachdenken, welche Lernfortschritte sie mit welcher Technik gemacht haben. Welche Technik war für welche Aufgabe weshalb geeignet? Durch das reflektieren und Festhalten solcher Aspekte werden sich die SuS eher bewusst, wie sie gearbeitet haben und wie ihnen welche Strategie genützt hat. Darauf kann dann aufgebaut werden, sodass die SuS di Lernstrategien auf neue Situationen übertragen können.
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Das Forschungsprojekt „Zwei Sprachen auf der Primarstufe" weist einen klaren Vorteil für das Modell 3/5 auf. Beschreiben Sie diesen Vorteil und begründen Sie ihn. Kommentieren Sie drei weitere wichtige und signifikante Ergebnisse dieses Projektes.

SuS, welche mit dem neuen Modell 3/5 zwei Fremdsprachen lernen, weisen nach einem Schuljahr mit der Tertiärsprache höhere Fertigkeiten auf als SuS, welche zuvor noch keine andere Fremdsprache gelernt haben. Der Vorteil liegt dabei, dass die Kinder von vorangehend gelernten Sprachen ein Repertoire an Lernstrategien aufbauen und diese dann bei neuen Sprachen anwenden können. Positive Transfereffekte von vorangehend gelernten Sprachen sind der entscheidende Faktor. Das Forschungsprojekt hat weiter herausgefunden, dass in positives Selbstbild des Kindes auch einen entscheidenden Einfluss auf das Sprachenlernen hat. Wenn die Lehrperson eine positive Fehlerkultur gegenüber den SuS aufbaut und sie zum Benützen der Sprache motiviert anstatt ständig korrigiert, dann bleibt das positive Selbstbild der SuS eher erhalten. Weiter hat sich gezeigt, dass auch die Lesefertigkeit in der lokalen Unterrichtssprache entscheidend für den Erflog im Fremdsprachenlernen ist. Wer unsicher ist Mühe beim Lesen in der Muttersprache hat, der wird dieses Problem auch beim Fremdsprachenlernen haben. Das heisst es muss zuerst die Lesekompetenz in der Unterrichtssprache gefördert und verbessert werden. Einen Vorteil beim Fremdsprachenlernen haben Kinder, welche zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind. Für sie sind Französisch und Englisch nicht zweit- und Drittsprache, sondern bereits viert-, fünft, oder Sechstsprachen. Sie können also schon unbewusst auf ein Repertoire von Strategien zurückgreifen und haben dadurch einen Vorteil.

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Welche Faktoren bestimmen laut den Studien von Lightbown & Spada (2006) und/oder Schlak (2006) einen erfolgreichen Zweitsprachenerwerb? Beschreiben Sie den idealen Fremdsprachenlernenden, indem Sie auf drei untersuchte Faktoren eingehen.
Lightbown/Spada:
  • Je älter man wird, umso mehr hat man Mühe, akzentfrei zu sprechen. Kleine Kinder jedoch ahmen nahezu perfekt die fremden Laute nach, ohne Akzent.
  • Wer nach dem fünfzehnten Lebensjahr eine Zweitsprache erlernt, wird sehr viel mehr Mühe damit haben, als jemand, der die Sprache schon in der Pubertät erlernt hat. Diese haben sogar die Chance, den Level von Muttersprachlern zu erreichen.
  • Auch die Aufenthaltszeit indem Land, wo die Fremdsprache gesprochen wird ist massegebend. Jemand der 10 Jahre in den USA lebt spricht besser als jemand, der erst 2 Jahre dort lebt.
Schlak
  • Es kommt auf die Kontaktzeit mit der Fremdsprache an, je mehr, umso besser
  • Ältere Schüler sind Jüngeren in der Lerngeschwindigkeit der Fremdsprache überlegen
  • Für junge Lerner ist es wichtig, dass sie die Zweitsprache unter Intensivkontaktbedingungen lernen und nicht mit geringer Kontaktstundenzahl, wie Studien beweisen. So ist das Lernen langfristig erfolgreich.
  • Früher Sprachunterricht bringt langfristig nur mehr, wenn auch mehr Kontaktstunden zur Verfügung stehen. Ansonsten haben die Jugendlichen den Kleineren gegenüber einen deutlichen Vorsprung, da die sie schon besser Sätze analysieren können und morphosyntaktisch verknüpfen.
Der ideale Fremdsprachenlerner
  • Ist motiviert, die Fremdsprache zu erlernen und erhöht seine Kontaktstundenzahl in der Freizeit (TV, Zeitschriften, Radio in Fremdsprache). Je mehr Kontaktstunden, umso besser wird das Sprachniveau.
  • Geht in einen bilingualen Kindergarten, hat dort eine hohe Kontaktstundenzahl und bekommt so einen natürlichen Zugang zur Sprache. Ist dies nicht möglich, dann sollte man den 11-jährigen eine hohe Kontaktstundenzahl zusprechen, da belegt ist, dass die SuS in diesem Alter den grössten Lernzuwachs im Fremdsprachenunterricht haben.
  • Der ideale Lerner wäre aber tatsächlich im bilingualen Kindergarten. Es ist nämlich erwiesen, dass kleinere Kinder noch akzentfrei nachahmen können. Später haben die Kinder immer je mehr Mühe. Wenn es also das Ziel ist, der Fremdsprache so nahe wie möglich zu kommen, dann müsste man im Kindergarten schon mit einer hohen Kontaktstundenzahl beginnen.
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Was ist ELBE? Was sind die Inhalte und Anliegen von ELBE? Nennen und beschreiben Sie die Lernprozesse, die durch eine gute ELBE-Aktivität ausgelöst werden.

ELBE bedeutet: Eveil aux langues – Language Awareness – Begegnung mit Sprache.  

Man versteht darunter, dass für das Sprachenlernen die gesamte vorhandene Sprachenvielfalt als Potenzial genutzt werden kann und soll. Das Konzept von ELBE fordert dazu auf, von den bestehenden Ressourcen auszugehen und die vorhandene Mehrsprachigkeit für das Lernen untereinander zu nutzen. (Bspw. Fremdsprachen im Klassenverband oder Kontakt zu Klassen in der Romandie, Ticino --> vorhandene Mehrsprachigkeit im eigenen Land nutzen, Radio, TV, Zeitschriften) Das Hauptziel von ELBE ist es, die Lernenden dazu aufzufordern, über ihre eigene und über fremde Sprachen nachzudenken. Weitere Ziele liegen im

  • Kognitiven Bereich: Metakognition, Sprachreflexion und -analyse, Sprachlernstrategien
  • Affektiven Bereich: Motivation, Interesse an sprachlicher Vielfalt, positive Einstellung gegenüber Fremdsprachen
  • Sozialen Bereich: Akzeptanz gegenüber der kulturellen Vielfalt.

Lernprozesse können hinsichtlich der Fähigkeiten

  • Sprachvergleiche anzustellen
  • dem Erkennen, wie Sprache überhaupt funktioniert und den Beziehungen unter den Sprachen
  • sowie dem Entwickeln von Strategien und
  • der Bewusstwerdung der kulturellen Vielfalt

ausgelöst werden.