Lernkarten

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Lernende 29 Lernende
Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 05.06.2013 / 02.06.2017
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Wie werden die Begriffe „Mehrsprachigkeit“ und „Vielsprachigkeit“ voneinander unterschieden? Erklären Sie diese beiden Begriffe. Durch welche Umstände kann ein Schüler/eine Schülerin eher vielsprachig als mehrsprachig sein?

Mehrsprachigkeit:
Eine mehrsprachige Person entwickelt die Kompetenz, Sprachen untereinander zu verlinken und Erfahrungen, welche sie in den verschiedenen Sprachen gemacht hat in Beziehung zu einander zu setzen. Alle Kenntnisse und Erfahrungen in den verschiedenen erlernten Sprachen werden gehören zum Begriff der Mehrsprachigkeit, dazwischen gibt es Interaktionen. Eine mehrsprachige Person entwickelt eine globale kommunikative Kompetenz, welcher alle Kenntnisse und die ganze Erfahrung der Sprachen beinhaltet. --> Fähigkeit Transfers innerhalb der Sprachen, Transfers zwischen den Spracherfahrungen und Transfers zwischen den Lernerfahrungen zu machen.

Vielsprachigkeit: Quand une personne vit dans une société donnée ou il y a une coexistence des langues différents. Par exemple Chinatown in New York. Die koexistierenden Sprachen sind voneinander separiert. Die Schweiz mit ihren vier koexistierenden Landessprachen wäre auch ein Beispiel.   Wenn zum Beispiel hier in der Schweiz ein Kind zu Hause türkisch spricht, mit seinen Freunden Schweizerdeutsch und in der Schule hochdeutsch, dann hat es in drei verschiedenen Bereichen eine eigene Sprache. Dieses Kind ist vielsprachig, die Sprachen sind klar voneinander separiert.

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Wie wird die mehrsprachige Kompetenz definiert?

Das Individuum kann sprachliche Transfers zwischen den Sprachen machen. Unter den verschiedenen Sprachen, die das Individuum beherrscht, können Transfers bezüglich der sprachlichen Erfahrungen sowie der Erfahrungen mit Lernstrategien gemacht werden.

Der Lerner muss aber die Strukturen der Sprachen kennen und sich deren bewusst sein, damit er die mehrsprachige Kompetenz erwerben kann. Es geht nicht mehr darum, dass die SuS jede Sprache perfekt beherrschen, sondern dass sie ein Verständnis und ein logisches Denken für die Sprachen entwickeln. Jedes Individuum hat andere Fähigkeiten in den verschiedenen Sprachen, diese sind aber nicht zwingend alle auf demselben Niveau.

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Wozu dient das Europäische Sprachenportfolio? Beschreiben Sie die jeweilige Funktion der drei Teile Sprachenpass, Sprachbiographie und Dossier.

Sprachenpass
Mit seiner Hilfesieht man auf einen Blick, welches Niveau der Lerner zurzeit in welcher Sprache hat. Er beinhaltet, Sprachdiplome und erworbene Zertifikate. Beim Übertritt von der Primar- in die Oberstufe kann dieser Teil des Portfolios der neuen Lehrperson des Kindes helfen, herauszufinden wo das Kind steht und wo man es abholen kann.  

 

Sprachbiographie
Dieser Teil des Portfolios soll die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten fördern. Hier wird einem die Möglichkeit geboten, das eigene Lernen zu reflektieren. Sprachprozesse, interkulturelle Erfahrungen, … werden hier dokumentiert. Selbstbeurteilungen, Lernziele und Planungen für das weitere Lernen werden in diesem Teil abgelegt. Es existieren sechs verschiedene Sprachnieveaus.  

 

Dossier
Es gibt 2 Teile davon. Hier werden persönliche Arbeiten abgelegt, welche Lernfortschritte dokumentieren. Alle Dokumente, welche vom Schüler in seiner Schulzeit gemacht wurden, werden abgelegt (= dossier du travail). Bspw. Aufsätze, Reportagen, Ziele, … Präsentationsdossier: Dies besten Arbeiten, welche am besten gelungen sind, werden vom Schüler selbst ausgesucht und hier abgelegt. Nun kann der Schüler Leuten, welche sich für seinen Lernprozess und seine sprachlichen Interessen interessieren, diese Sammlung präsentieren.

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Warum ist Fremdsprachenlernen ein zentrales Anliegen des Europarates und der Europäischen Union?

Im Fremdsprachenunterricht wird nicht nur eine Sprache erlernt, schlussendlich geht es auch um das Verständnis der dazugehörigen Kultur. Um die Erweiterung des Horizontes, um das über den Tellerrand hinausblicken. Der Europarat erachtet das Fremdsprachenlernen deshalb als zentral, da es auch das Verstehen von fremden Kulturen impliziert. Weitere Kriege müssen verhindert werden, Fremdsprachen erlernt werden, so lautete das Fazit nach dem 2. WK. Fremdsprachenunterricht zur Wahrung des Friedens. Weitere Gründe sind zum Beispiel die zunehmende Globalität, die Berufswelt (Kommunikation), Integration, Mobilität, Respekt vor dem Anderssein, Vielsprachigkeit entspricht dem politischen System der Demokratie.

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Was ist HarmoS? Geben Sie eine Definition. Nennen und erklären Sie die Hauptpunkte und -inhalte.

HarmoS = Harmonisierung der obligatorischen Schule, erarbeitet von der EDK. Bei der Umsetzung von HarmoS werden die 2 Jahre Kindergarten in allen Kantonen obligatorisch.

Nun sind 11 Schuljahre obligatorisch: 2J. KG, 6 J. Primar und 3 J. SEK. 2 Fremdsprachen werden erlernt, FR und EN. Die erste wird im 3. Primarschuljahr, die zweite im 5. eingeführt, die Abfolge ist aber nicht in allen Kantonen gleich. Nach den 11 Jahren Schule müssen die SuS bei beiden Sprachen auf demselben Niveau sein.

Die Deutschschweizerkantone werden alle den Lehrplan 21 haben, die Westschweiz den PER und der Kanton Tessin aktualisiert ebenfalls seinen Lehrplan. Dabei wird die Grundbildung einheitlich definiert.

  • Vereinheitlichung der Grundbildung
  • Vereinheitlichung der Lehrpläne
  • Koordination der Stundenpläne (Blockzeiten)
  • Evaluation und Sprachenportfolios
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Was ist Passepartout? Was ist das Hauptziel und was wird koordiniert? Welche Änderungen bewirkt/e Passepartout im Fremdsprachenunterricht?

Passepartout bezeichnet den Zusammenschluss von den Kantonen BL, BE, BS, FR, SO, VS. Diese Kantone haben Französisch als erste Fremdsprache und Englisch als zweite festgelegt. Ausserdem benutzen diese Kantone alle dieselben Lehrmittel, haben die gleiche Stundendotation und denselben Lehrplan. In den anderen Kantonen ist dies jeweils anders, da der EDK-Minister von ZH seinerzeit von sich aus entschieden hat, dass Englisch die erste Fremdsprache in ZH sein soll, wurde es den anderen Kantonen auch mehr oder weniger frei gestellt, welche Sprache sie als erste festlegen und welches Lehrmittel verwendet wird. Für die Kinder wird so alles komplizierter, bspw., im Falle eines Umzugs. Deshalb haben sich die Passepartout-Kantone für eine einheitliche Durchführung und gleiche Abfolge der Fremdsprachen (zuerst FR und dann EN) entschieden. Entscheidend ist die Didaktik der Mehrsprachigkeit, welche für ein tiefes Verständnis von Sprache deren Kultur steht (--> Sprachvergleiche, Verbindungen und Reflexion). Es ist nicht so wichtig, welche Sprache zuerst erlernt wird, die erste Fremdsprache soll die Kinder in erster Linie öffnen gegenüber Fremdsprachen und sie sensibilisieren. Methoden für das Sprachenlernen werden erprobt und dadurch holen die Kinder diese zwei Jahre, welche sie mehr Französisch haben, im Englisch dann wieder auf, weil es in diesen ersten zwei Jahren Fremdsprachenunterricht nicht um das Erlernen der Sprache selber, sondern um das Bewusstsein für Sprache im allgemeinen und um die Lernmethoden geht. Das Hauptziel hier ist die funktionale Mehrsprachigkeit. Dies bedeutet, dass es um die Fähigkeit, zu kommunizieren geht und nicht um fehlerfreies Fremdsprachenlernen.

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Definieren Sie die Kompetenzen BICS und CALP und geben Sie je zwei konkrete Beispiele für die jeweilige Kompetenzgruppe. Inwiefern spielen die Begriffe für den Fremdsprachenunterricht eine Rolle?

BICS:

  • alltagssprachliche, kommunikative Kompetenz
  • kognitiv wenig anspruchsvolle Interaktionen
  • Bsp. Gespräch über das Wetter, Einkaufen
  • Der Kontext ist unter den Gesprächspartnern wechselseitig bekannt
  • Bsp. Einem Kollegen zuhören, wie er über seine Ferien erzählt.
  • Bsp. Eine Postkarte lesen

  CALP:

  • Sprachkompetenz, welche in kognitiv anspruchsvollen, nicht situationsgebundenen Kommunikationstexten verwendet wird.
  • Bsp. Bericht über den Klimawandel verfassen
  • Komplexe Sachverhalte verstehen und ausdrücken
  • wird auch als bildungssprachliche Kompetenz bezeichnet
  • komplexe Hör- und Leseverstehen, Sprechen und Schreiben
  • Bsp. einen Bericht über ein politisches Ereignis im Radio hören
  • Bsp. Ein logisches Ende für eine Geschichte erfinden.

 

Es ist wichtig, dass die SuS im Fremdsprachenunterricht mit beiden Kompetenzen konfrontiert werden. Denn beide Kompetenzen kommen im Alltag vor. Wenn die Kinder älter sind, werden sie sich auch mit komplexeren, wissenschaftlichen Texten auseinandersetzen müssen, deshalb ist es wichtig dass die CALP Kompetenzen schon vorher im Fremdsprachenunterricht eingeübt werden.

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Was wird mit der Interdependenzhypothese erklärt? Erklären Sie und zählen Sie Konsequenzen auf, welche aus dieser Theorie abgeleitet werden.

Die Interdependenzhypothese wurde von auf der Basis der Zweisprachigkeit von Cummins entwickelt. Sie besagt, dass das Sprachwissen eines Individuums (bilingue) beide (alle) Sprachen einbezieht. Als Veranschaulichung dient das Eisbergmodell. Cummins geht davon aus, dass die beiden Spitzen (für jede Sprache ein Spitz) sich in ihren Oberflächenmerkmalen unterscheiden (Aussprache, Grammatik, Wortschatz), aber unterhalb des Wassers eine gemeinsame Sprachkompetenz existiert. Die Konsequenz daraus ist, dass das Individuum Transfers unter den Sprachen machen kann, da diese unterhalb der Wasseroberfläche vereint sind und eine gemeinsame Basis haben. Beispielsweise verfügt das Individuum durch das beherrschen von zwei oder mehreren Sprachen über strategische und logische Kompetenzen, um hinter das Konzept hinter den Worten zu sehen und ein tieferes Bewusstsein für die Grammatik zu entwickeln. Cummins unterscheidet 5 verschiedene Transferbereiche. Dazu gehören die Transfers konzeptueller Elemente, metakognitiver Strategien, pragmatischer Aspekte, spezifischer sprachlicher Elemente und des phonologischen Bewusstseins.