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Sprache Deutsch
Stufe Grundschule
Erstellt / Aktualisiert 05.06.2013 / 02.06.2017
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Beschreiben Sie den Einfluss der Invasionen der germanischen Stämme und der Normannen auf die auf den britischen Inseln Gesprochene Sprache.

On retrouve les influences des Celtes surtout dans des noms de lieux Les Angles, Les Saxons et les Jutes apportent la langue germanique. Les habitants adoptent l’anglo-saxon. Die Sprache breitet sich immer weiter aus. Les Angles donnent le nom au pays : England

Germanen:
Die Germanen haben England mit den drei Völkern: Den Juten, den Sachsen und den Angeln erobert. Das Volk der Angeln gab schliesslich England den Namen. Land of the Angles Angle-Land, Angland und schliesslich England.   Die heutige Grammatik im deutschen gleicht der Grammatik im Altenglischen viel mehr als dem modernen Englisch. Früher hatte das Altenglische auch vier Fälle wie im Deutschen, jedoch heute gibt es nur noch eine Unterscheidung beim Genitiv.

Normannen:
Die Normannen haben unter Guillaume und den kirchlichen Würdenträger die Ämter der englischen Noblen und Proletarier in Beschlag genommen. Das normale Arbeitervolk hat weiterhin Englisch gesprochen. Die Aristokraten und der Gerichtshof sowie auch die Justizbehörde haben das Französisch der Normands adaptiert und plötzlich wurde die Sprache der Angreifer zu einer Prestigesprache. Die Ausbreitung der Französischen Sprache dauerte an bis zum 1200 J.h an.

Die französische Sprache wird auf den britischen Inseln zur Sprache von den Noblen und Mächtigen. Deren, die eine hohe Position innehaben. Gebildete, Adlige und Beamte sprechen die französische Sprache.

Englische Könige heiraten Frauen, die aus der Normandie kamen --> So kamen die Franzosen an den englischen Hof.

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Welche Sprachen haben das heutige Französisch geprägt und beeinflusst. Zählen Sie drei Sprachen auf und erklären Sie deren Beitrag zur Entwicklung der französischen Sprache.

  • Latein: erheblicher Einfluss, zunächst übernahmen die Adeligen und die Kaufleute das Latein, im Zuge der Christianisierung im 5.Jh. breitete sich die Sprache auch auf die restliche Bevölkerung aus. Gallisch wird nicht mehr gesprochen.
  • camera > la chambre
  • castrum > le château
  • magnum > magnifique,grand
  • bonum > bon
  • miserum > malheureux, misérable  

 

  • Germanische Sprachen: beachtlicher Einfluss; Nach dem Sturz des römischen Imperiums besetzten die Franken den Grossteil des heutigen Frankreichs und beeinflussen die Sprache, auch wenn sie sich nicht gegen das gallo-romanische durchsetzen kann (nur 5% der Bevölkerung ist germanisch).

Spuren finden sich im Namen Frankreich, Nichtapostrophierung der Artikel vor h-Wörtern germanischen Ursprungs, z.B. la haine

Die Franken haben dem Land und der Sprache den heutigen Namen gegeben.

  • Noms de personnes : Albert, Bernard, Mathilde
  • Noms de lieux : toponymes –bach, -baix, -bois
  • Noms de couleurs : bleu, brun, blond, gris
  • le h sans apostrophe : la haine, le hameau Neuville, Franchville --> Ici on voit l’ adjectif devant le nom, influence germanique  

 

  • Einfluss der Wikinger: wenig signifikant; zwar lassen sich die Wikinger in der Normandie nieder, sie übernahmen aber weitgehend die Landessprache; Grund: Die Männer siedelten sich an, gründeten mit den dort lebenden Frauen Familien, die ihre Kinder in der Landessprache aufzogen.
    Les Vikings ont marié des femmes « françaises » qui ont parlé avec leur enfant le français. Les Vikings ont peu d’influence. Un exemple pour qc. Qui vient d’eux: God Jul --> Joyeux Noel Die skandinavischen Sprachen verschwanden bald. Spuren finden sich in manchen Alltagswörtern, z.B. harpon (Harpune)
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Warum gibt es im Englischen manchmal zwei Wörter für die gleichen Dinge/Konzepte? Erklären Sie und geben Sie einige Beispiele.

The Angles (from Jutland and Denmark) began to settle the British Isles. They spoke the language of the northeastern region of the Netherlands. --> Old English, Anglo-Saxon.

In 1066, William the Conqueror of Normandy conquered England and the Anglo-Saxons. Die Eroberer rissen die Positionen in hohen Ämtern und der Justiz an sich und nahmen so den Platz der nobles in der Gesellschaft ein. They spoke the Anglo-Norman, a dialect of Old French.
Ex. Beef – cow: The Aristocracy who spoke the Anglo-Norman and ate the meat called it beef. And the Anglo-Saxon farmers who tended the cattle called it cow. Words used by the aristocracy --> Anglo-Norman --> Romanic roots
Words used by the Anglo-Saxon Commoners --> Germanic roots

 

Die Normands und die kirchlichen Würdeträger übernehmen die Positionen und Ämter der Nobeln in England. Während die rurale und der grösste Teil der städtischen Bevölkerung weiterhin englisch sprechen, adoptieren die Aristokraten, die Justizbehörde, der Hof und die Kirche – kurz sämtliche einflussreiche Milieus – das Französisch der Normands. Französisch wird zur Sprache der Prestige. Die massive Zunahme von französischen Wörtern im Englischen weitet sich bis Ende des 19. Jahrhunderts aus. Beispiele dafür gibt es vor allem aus den Angestelltenbereichen, welche oftmals jene des sozialen und intellektuellen Lebens sind. Manchmal sind es aber auch Hausarbeits- oder Nahrungswörter, die die Omnipräsenz der französischen Sprache in dieser Zeit aufzeigen. Beispiele: veal – calf / pork – pig / beef – cow / marriage - wedding / infant - child / aid-help / liberty-freedom
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Zählen Sie mindestens 5 Faktoren auf, welche die Übernahme einer anderen Sprache eines ganzen Volkes bewirken und erklären Sie diese.
  • Heirat des Königs mit anderssprachigen Frauen: Der König fängt an eine andere Sprache zu sprechen und die Personen, welche höher sind, übernehmen diese ebenfalls.
  • Wirksames Strassennetz: Wenn man Handel betreiben kann über die Strassen, muss man die anderen Sprachen lernen, damit man mit den Personen kommunizieren und eben handeln kann.
  • Schrift: Wenn Bücher oder wichtige Schriften in anderen Sprachen geschrieben werden, muss man diese Sprache lernen, damit man diese Schriften versteht.
  • Verkehrssprache: Die Sprache hilft, wenn 2 Personen 2 verschiedene Sprachen sprechen, dass sie sich mit dieser Verkehrssprache verständigen können.
  • Religion: Wenn die Religion in mehreren Gebieten übernommen wird, dann braucht es eine Sprache, um die Religion zu verstehen und ausleben zu können. (Bsp. Christianisierung) (Bedenke auch: Die Übersetzung der Bibel kam erstmals mit Luther)
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Es gibt verschiedene Theorien, die erklären, wie sich Kinder entwickeln. Nennen Sie drei davon und diskutieren Sie deren Hauptmerkmale in Zusammenhang mit Fremdsprachenerwerb. (Skinner)

Behaviourismus (Vertreter: Skinner): Die Behavioristen glauben, erwerbe eine Sprache am besten durch Imitation von Lauten und Satzstrukturen. Dazu gehört auch das drilling, das ständige eintrichtern von Mustern. (he is running, she is running, we are running, ...). Man kann sich eine leere Box vorstellen, der man einen Input gibt, hinaus kommt ein Output. Erwünschtes Verhalten, in diesem Falle korrekte Sprache wird positiv verstärkt, wohingegen Fehler keinen Platz haben. --> Rotstift ist behavioristisch. Kritisiert wird, dass die Kinder eigenständig denken können. Man kann Kinder nicht mit einer leeren Box vergleichen, da in ihnen durchaus Vorgänge stattfinden und sie nicht einfach „leer“ im Sinne von gedankenlos sind. Kinder fangen so beispielsweise auch an, selbst grammatikalische Muster fortzusetzen und zu entwickeln. Bsp: take --> taken anstatt took, was eigentlich sehr intelligent ist wen man die Bildung der past tenses anschaut. Es gibt keinen Platz für kreative Prozesse.

 

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Es gibt verschiedene Theorien, die erklären, wie sich Kinder entwickeln. Nennen Sie drei davon und diskutieren Sie deren Hauptmerkmale in Zusammenhang mit Fremdsprachenerwerb. (Chomsky)

Nativist View (Vertreter: Chomsky): Die Nativisten gehen davon aus, dass in jedem Menschen eine universelle Veranlagung vorhanden ist, seine Muttersprache zu erwerben. Jeder Mensch hat also von Geburt an die Fähigkeit, Sprache zu produzieren und zu strukturieren. Dies ist ein kreativer Prozess: Kinder nehmen auf was sie hören, sie strukturieren die Sprache und produzieren eigene Sätze. Beweis für diese Theorie: Auch Kinder mit begrenzter Intelligenz können in komplizierten Satzstrukturen sprechen. Ein weiterer Beweis ist, dass Babys verschiedener Herkunft anders brabbeln. Die Kritik an diesem Modell liegt darin, dass Chomsky nicht die sozialen und emotionalen Faktoren bedenkt. --> Motivation, Feedback (Interaktion), learning conditions

 

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Es gibt verschiedene Theorien, die erklären, wie sich Kinder entwickeln. Nennen Sie drei davon und diskutieren Sie deren Hauptmerkmale in Zusammenhang mit Fremdsprachenerwerb. (Piaget)

Cognitive-developmental view (Piaget):

Auf die Entwicklung Schritt für Schritt wird hier grossen Wert gelegt. Die Kinder lernen zu denken. Sie konstruieren Wissen durch das Lösen von Problemen. Die Sprachentwicklung wird mit der kognitiven Entwicklung gekoppelt. Die Sprache wächst, baut vor zu auf das auf, was die Kinder mit ihren Sinnen erfahren. Zudem hat jedes Kind eine sensible Phase, in der es genau gewisse Entwicklungsschritte vollzieht: Zum Beispiel das Ausprobieren von Lauten. Hat man als Kleinkind nie gewisse Laute ausprobiert (--> Chinesen das L), dann wird man es auch im Erwachsenenalter nicht können, da die sensible Phase dafür vorbei ist. Ein weiteres Beispiel für Piagets Theorie ist, dass Kinder noch keine sprachlichen Vergleiche über Grössen herstellen können, wenn sie noch keine Vorstellungen von Grösse haben (kognitiv). Hier sieht man gut, dass das Kognitive mit dem Sprachlichen gekoppelt wird. Die Kritik in Piagets Theorie liegt darin, dass er die Kommunikation, Interaktion nicht bedacht wird. Sprache lenrt sich v.a. über die Interaktion mit anderen. Piagets Lerner ist ein Wissenschaftler für sich alleine.  

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Was bedeuten die Begriffe „ZPD“ und „scaffolding“? In welcher Beziehung stehen sie zueinander? Welche Bedeutung haben sie für das Lernen im Klassenzimmer?
ZPD= ZNE= die Zone nächster Entwicklung: Neues dazu lernen kann man nur, wenn man mit Unbekanntem, Dingen die man nicht schon gelernt hat, konfrontiert wird. Kinder sollen und müssen dosiert überfordert werden, damit sie Lernfortschritte machen und sich nicht immer auf der gleichen Entwicklungsstufe bewegen. Die gegenwärtige Entwicklungsstufe beinhaltet all das, was das Kind schon alleine kann. Als Aussenstehender schaut man nun voraus, welche Schritte als nächstes kommen (ZNE) und versucht diese, gezielt zu fördern. Diese Unterstützung von aussen nennt man scaffolding (= Anleitungen, Denkanstößen und anderen Hilfestellungen).   Meiner Meinung nach ist die Konsequenz daraus, dass Lehrpersonen im Schulalltag viel beobachten müssen, wo die Kinder in ihrer Entwicklung stehen. So kann man die ZNE ermitteln und die Kinder darin fordern, Neues zu lernen.
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Wie korrigieren Eltern die Sprache ihrer Kinder? Welche Schlüsse können daraus für das Korrekturverhalten gegenüber Sprachverwendung im Klassenzimmer von jungen Lernern gezogen werden?

Die Eltern korrigieren oftmals nicht die grammatikalischen Fehler ihrer Kinder, sondern Unwahrheiten, Nonsens, Unhöflichkeiten, welche die Kinder erzählen. Die Eltern korrigieren eher den Sinn des Gesagten an Stelle der Grammatik. Dies hat zur Konsequenz, dass die Kinder kein Feedback betreffend der Basisstrukturen von Sprache bekommen. Glücklicherweise ist es beim Erwerb der Muttersprache nicht zwingend notwendig (wenig bis kein korrektives Feedback notwendig).

Als Konsequenz für die Sprachverwendung kann man daraus ableiten, dass ein korrektives Feedback à la: "Das heisst..." nicht nötig ist. Dies ist demotivierend für die Kinder und kann bewirken, dass sie sich nicht mehr zu reden trauen --> Sprachbarriere. Wie oben beschrieben lernen die Kinder von alleine, ohne korrektives Feedback. Zwingend notwendig ist es jedoch, dass die Lehrperson sich bemüht, eine korrekte und klare Sprache zu pflegen. Dies ist noch viel wichtiger, wenn die Kinder in der Schule eine Zweitsprache erlernen.  In diesem Fall oder bei fremdsprachigen Kindern, welchenicht ständig mi der Sprache konfrontiert werden, kann ein vorsichtig und konstruktives Fehlerfeedback sinnvoll sein.

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Nennen Sie drei Sprachlehrmethoden oder -ansätze und ordnen Sie diese chronologisch. Beschreiben Sie die drei Lehrmethoden oder -ansätze anhand von je mindestens drei Hauptmerkmalen.

Grammar-Translation Method (18./19. Jh.)

  • Grammar is taught deductively
  • Instruction is given in the mother tongue
  • Practicing grammar by translating isolated sentences
  • Einfüllen von korrekten, grammatikalischen Wörten in Lückentexte

 

Audio-lingual Method (ALM)  (ca. 1950)

  • Drilling of sentence patterns
  • Die Methode gründet auf dem Behaviorismus
  • Die Priorität liegt bei der spoken language
  • Fehlerfreiheit ist wichtig
  • Repetition of dialogues

 

Total Physical Response (TPR) ( ca. 1960)

  • Die LP gibt einen Input in Form eines Kommandos
  • Das Kommando muss eine Bewegungsaktivität beinhalten
  • Die Lerner müssen erst sprechen, wenn sie dazu bereit sind
  • Der Fokus liegt beim Verstehen, nicht beim Sprechen
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Beschreiben Sie eine Sprachlehrmethode oder einen –ansatz (E2.2) und diskutieren Sie deren/dessen Verbindung zu zugrunde liegenden Theorien des Fremdspracherwerbs (E2.1).

Audio-lingual Method
Dieser Ansatz wurzelt im Behaviorismus. Der Input kommt von einer CD, der Output vom Lerner, der genau das wiedergibt, was ihm die CD vorspricht. Learning by imitating. Bei ALM wird wie beim Behaviorismus auch stark darauf geschaut, dass Fehler sofort korrigiert werden und womöglich gar nicht erst auftreten. Denn Fehler werden als „ansteckend“ angesehen. Bei beiden Theorien wird dem Lerner keine Möglichkeit gegeben, selbst zu denken und auf kreative Weise Sätze zu bilden. Es gibt nur eine richtige Lösung, nämlich der vorgegebene Input muss genau so wieder als Output hervorkommen. Dann ist es richtig.

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Was gab Anstoss zu Veränderungen von Sprachlehrmethoden oder –ansätzen? Schauen Sie sich die Sprachlehrmethoden oder -ansätze an, welche Sie in der Veranstaltung erlebt haben, und verwenden Sie bitte die Begriffe Schriftlichkeit – Mündlichkeit – Kommunikation –Problemlösung in Ihrer Erklärung

Schlussendlich ist es wichtig, dass Kinder möglichst viel von dem behalten, was sie gelernt haben und das Gelernte auch gebrauchen können. Das ist womöglich am meisten der Fall, wenn sich der Stoff auch auf die Lebenswelt der Kinder bezieht. Man soll ihnen die Gelegenheit geben mitzudenken und sich aktiv beim Problemlösen zu beteiligen. Die ersten Methoden legten den Fokus nur auf die Schriftlichkeit, die nächsten auf die Mündlichkeit und Kommunikation. Die neueste Methode vereint alle drei Bereiche in einem, nämlich im Problemlösen. Man möchte hierbei möglichst nahe an der Alltagswelt des Lerners sein und ihn in allen drei Bereichen ansprechen und fordern. Sach- und Fachwissen wird mit Sprache gekoppelt und so wird die Sprache nebenbei auf möglichst natürliche Weise gelernt. Die Methode die diesen Ansatz vertritt nennt sich CLIL (= Content and Language Integrated Learning).

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Wie ist Erstsprache definiert? Kann ein Kind mehrere Erstsprachen haben?

Erstsprache (L1):
Die Erstsprache wird auf natürliche Weise gelernt, wobei sie ein Dialekt und/oder Standardsprache sein kann. Es ist diejenige Sprache, welche zuerst erlernt wird. Wichtig ist der Kontakt zu ein oder mehreren Bezugspersonen, welche das Kind umgeben und mit ihm interagieren. Im Zusammenhang mit der Erstsprache stehen zwei Ansätze:

  • der chronologische Ansatz: Wenn Menschen im Laufe der Zeit noch mehr Sprachen erlernen, werden diese als Zweit-, Dritt-, … Sprache bezeichnet.
  • die Dominanztheorie: Die starke Sprache wird als Erstsprache bezeichnet, nicht diejenige, welche zuerst erworben wurde. Die individuelle, gesellschaftliche Funktion sowie die Beherrschung der Sprache bestimmen, welche Sprache die Erstsprache ist.
Ja, ein Kind kann mehrere Erstsprachen haben, wenn man den chronologischen Ansatz ausklammert und nur an die Dominanztheorie denkt, ist es möglich, dass ein Kind, welches bilingue aufwächst zwei gleich dominante Sprachen spricht. (bspw. französisch zu Hause und deutsch in der Schule oder wenn der Vater und die Mutter beide andere Sprachen sprechen kann es auch sein, dass das Kind mehrere Erstsprachen hat.)
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Erklären Sie den Begriff « primäre Zweisprachigkeit» versus « sekundäre Zweisprachigkeit ».

Primäre Zweisprachigkeit:
Wenn die beiden Elternteile je eine unterschiedliche Sprache sprechen, dann wächst das Kind mit zwei Erstsprachen gleichzeitig auf. Beide Sprachen sind zuerst da (chronologisch zum gleichen Zeitpunkt) und beide sind gleich dominant.

 

Sekundäre Zweisprachigkeit:
Die Zweitsprache wird ausserfamiliär erlernt. Wenn das Kind aus dem familiären Umfeld herauskommt, zum Beispiel in den Kindergarten oder die Schule, muss es lernen in einer anderen Sprache zu sprechen als in seiner Erstsprache. Es ist auch möglich, dass das Kind die Zweitsprache dann besser beherrscht als die Erstsprache, da es in der Schule auch die Grammatik und Schrift der Zweitsprache beherrschen muss.

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Definieren Sie die Begriffe Zweitsprache (L2) und Fremdsprache. Zählen sie vier Unterschiede zwischen der Zweitsprache L2 und der Fremdsprache auf.

Die Zweitsprache (L2)
Die Zweitsprache wird chronologisch nach der Erstsprache erlernt. Meistens ist dies die Alltagssprache ausserhalb des familiären Umfeldes (--> sekundäre Zweisprachigkeit). Sie wird gebraucht, um in der Gesellschaft funktionieren und kommunizieren zu können. Es ist also notwendig sie sprechen zu können. Vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund ist genau dies der Fall und oftmals sprechen sie dann die Zweitsprache besser als die Erstsprache. Nach der Dominanztheorie wird so die Zweitsprache zur Erstsprache.

 

Die Fremdsprache
Die Fremdsprache wird als Standardsprache in einem schulischen Umfeld oder während eines begrenzten Zeitraumes in einem Fremdsprachenaufenthalt geführt und systematisch erlernt. Im Gegensatz zu L1/L2 wird sie seltener verwendet.

 

 
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Definieren Sie die Interimsprache, indem Sie acht typische Merkmale aufzählen und diese erklären.

  • Um eine Zielsprache zu erlernen, konstruiert der Lernende eine Art individuelle Sprache, welche Elemente und Strukturen der schon beherrschten Sprachen und der Zielsprache enthält = Interimsprache
  • Von der Interimsprache existieren verschiedene Stadien. Der Lernende korrigiert Fehler und verbessert seine Interimsprache laufend. Man stelle sich eine Treppe vor, der Lernende nähert sich durch das Durchlaufen von mehreren Stadien der Zielsprache an, welche zuoberst steht.
  •  Jedes Stadium entspricht einer Interimsprache
  • Wenn der Lernende in einem Stadium stehen bleibt und sich nicht weiter der Zielsprache annähern kann, spricht man von Fossilisierung
  • Die Interimsprachen sind aber immer noch fehlerhaft und unkorrekt verglichen mit der Zielsprache
  • Die Interimsprache ist dynamisch und veränderbar
  • Sie wird laufend strukturiert und umstrukturiert
  • Wenn Elemente aus der L1 übernommen werden spricht man von Transfers von der Erstsprache.

Wenn Elemente aus der Zweitsprache oder von Fremdsprachen übernommen werden, spricht man von Annäherung (approche)

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Wie werden die Begriffe „Mehrsprachigkeit“ und „Vielsprachigkeit“ voneinander unterschieden? Erklären Sie diese beiden Begriffe. Durch welche Umstände kann ein Schüler/eine Schülerin eher vielsprachig als mehrsprachig sein?

Mehrsprachigkeit:
Eine mehrsprachige Person entwickelt die Kompetenz, Sprachen untereinander zu verlinken und Erfahrungen, welche sie in den verschiedenen Sprachen gemacht hat in Beziehung zu einander zu setzen. Alle Kenntnisse und Erfahrungen in den verschiedenen erlernten Sprachen werden gehören zum Begriff der Mehrsprachigkeit, dazwischen gibt es Interaktionen. Eine mehrsprachige Person entwickelt eine globale kommunikative Kompetenz, welcher alle Kenntnisse und die ganze Erfahrung der Sprachen beinhaltet. --> Fähigkeit Transfers innerhalb der Sprachen, Transfers zwischen den Spracherfahrungen und Transfers zwischen den Lernerfahrungen zu machen.

Vielsprachigkeit: Quand une personne vit dans une société donnée ou il y a une coexistence des langues différents. Par exemple Chinatown in New York. Die koexistierenden Sprachen sind voneinander separiert. Die Schweiz mit ihren vier koexistierenden Landessprachen wäre auch ein Beispiel.   Wenn zum Beispiel hier in der Schweiz ein Kind zu Hause türkisch spricht, mit seinen Freunden Schweizerdeutsch und in der Schule hochdeutsch, dann hat es in drei verschiedenen Bereichen eine eigene Sprache. Dieses Kind ist vielsprachig, die Sprachen sind klar voneinander separiert.

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Wie wird die mehrsprachige Kompetenz definiert?

Das Individuum kann sprachliche Transfers zwischen den Sprachen machen. Unter den verschiedenen Sprachen, die das Individuum beherrscht, können Transfers bezüglich der sprachlichen Erfahrungen sowie der Erfahrungen mit Lernstrategien gemacht werden.

Der Lerner muss aber die Strukturen der Sprachen kennen und sich deren bewusst sein, damit er die mehrsprachige Kompetenz erwerben kann. Es geht nicht mehr darum, dass die SuS jede Sprache perfekt beherrschen, sondern dass sie ein Verständnis und ein logisches Denken für die Sprachen entwickeln. Jedes Individuum hat andere Fähigkeiten in den verschiedenen Sprachen, diese sind aber nicht zwingend alle auf demselben Niveau.

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Wozu dient das Europäische Sprachenportfolio? Beschreiben Sie die jeweilige Funktion der drei Teile Sprachenpass, Sprachbiographie und Dossier.

Sprachenpass
Mit seiner Hilfesieht man auf einen Blick, welches Niveau der Lerner zurzeit in welcher Sprache hat. Er beinhaltet, Sprachdiplome und erworbene Zertifikate. Beim Übertritt von der Primar- in die Oberstufe kann dieser Teil des Portfolios der neuen Lehrperson des Kindes helfen, herauszufinden wo das Kind steht und wo man es abholen kann.  

 

Sprachbiographie
Dieser Teil des Portfolios soll die Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten fördern. Hier wird einem die Möglichkeit geboten, das eigene Lernen zu reflektieren. Sprachprozesse, interkulturelle Erfahrungen, … werden hier dokumentiert. Selbstbeurteilungen, Lernziele und Planungen für das weitere Lernen werden in diesem Teil abgelegt. Es existieren sechs verschiedene Sprachnieveaus.  

 

Dossier
Es gibt 2 Teile davon. Hier werden persönliche Arbeiten abgelegt, welche Lernfortschritte dokumentieren. Alle Dokumente, welche vom Schüler in seiner Schulzeit gemacht wurden, werden abgelegt (= dossier du travail). Bspw. Aufsätze, Reportagen, Ziele, … Präsentationsdossier: Dies besten Arbeiten, welche am besten gelungen sind, werden vom Schüler selbst ausgesucht und hier abgelegt. Nun kann der Schüler Leuten, welche sich für seinen Lernprozess und seine sprachlichen Interessen interessieren, diese Sammlung präsentieren.

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Warum ist Fremdsprachenlernen ein zentrales Anliegen des Europarates und der Europäischen Union?

Im Fremdsprachenunterricht wird nicht nur eine Sprache erlernt, schlussendlich geht es auch um das Verständnis der dazugehörigen Kultur. Um die Erweiterung des Horizontes, um das über den Tellerrand hinausblicken. Der Europarat erachtet das Fremdsprachenlernen deshalb als zentral, da es auch das Verstehen von fremden Kulturen impliziert. Weitere Kriege müssen verhindert werden, Fremdsprachen erlernt werden, so lautete das Fazit nach dem 2. WK. Fremdsprachenunterricht zur Wahrung des Friedens. Weitere Gründe sind zum Beispiel die zunehmende Globalität, die Berufswelt (Kommunikation), Integration, Mobilität, Respekt vor dem Anderssein, Vielsprachigkeit entspricht dem politischen System der Demokratie.

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Was ist HarmoS? Geben Sie eine Definition. Nennen und erklären Sie die Hauptpunkte und -inhalte.

HarmoS = Harmonisierung der obligatorischen Schule, erarbeitet von der EDK. Bei der Umsetzung von HarmoS werden die 2 Jahre Kindergarten in allen Kantonen obligatorisch.

Nun sind 11 Schuljahre obligatorisch: 2J. KG, 6 J. Primar und 3 J. SEK. 2 Fremdsprachen werden erlernt, FR und EN. Die erste wird im 3. Primarschuljahr, die zweite im 5. eingeführt, die Abfolge ist aber nicht in allen Kantonen gleich. Nach den 11 Jahren Schule müssen die SuS bei beiden Sprachen auf demselben Niveau sein.

Die Deutschschweizerkantone werden alle den Lehrplan 21 haben, die Westschweiz den PER und der Kanton Tessin aktualisiert ebenfalls seinen Lehrplan. Dabei wird die Grundbildung einheitlich definiert.

  • Vereinheitlichung der Grundbildung
  • Vereinheitlichung der Lehrpläne
  • Koordination der Stundenpläne (Blockzeiten)
  • Evaluation und Sprachenportfolios
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Was ist Passepartout? Was ist das Hauptziel und was wird koordiniert? Welche Änderungen bewirkt/e Passepartout im Fremdsprachenunterricht?

Passepartout bezeichnet den Zusammenschluss von den Kantonen BL, BE, BS, FR, SO, VS. Diese Kantone haben Französisch als erste Fremdsprache und Englisch als zweite festgelegt. Ausserdem benutzen diese Kantone alle dieselben Lehrmittel, haben die gleiche Stundendotation und denselben Lehrplan. In den anderen Kantonen ist dies jeweils anders, da der EDK-Minister von ZH seinerzeit von sich aus entschieden hat, dass Englisch die erste Fremdsprache in ZH sein soll, wurde es den anderen Kantonen auch mehr oder weniger frei gestellt, welche Sprache sie als erste festlegen und welches Lehrmittel verwendet wird. Für die Kinder wird so alles komplizierter, bspw., im Falle eines Umzugs. Deshalb haben sich die Passepartout-Kantone für eine einheitliche Durchführung und gleiche Abfolge der Fremdsprachen (zuerst FR und dann EN) entschieden. Entscheidend ist die Didaktik der Mehrsprachigkeit, welche für ein tiefes Verständnis von Sprache deren Kultur steht (--> Sprachvergleiche, Verbindungen und Reflexion). Es ist nicht so wichtig, welche Sprache zuerst erlernt wird, die erste Fremdsprache soll die Kinder in erster Linie öffnen gegenüber Fremdsprachen und sie sensibilisieren. Methoden für das Sprachenlernen werden erprobt und dadurch holen die Kinder diese zwei Jahre, welche sie mehr Französisch haben, im Englisch dann wieder auf, weil es in diesen ersten zwei Jahren Fremdsprachenunterricht nicht um das Erlernen der Sprache selber, sondern um das Bewusstsein für Sprache im allgemeinen und um die Lernmethoden geht. Das Hauptziel hier ist die funktionale Mehrsprachigkeit. Dies bedeutet, dass es um die Fähigkeit, zu kommunizieren geht und nicht um fehlerfreies Fremdsprachenlernen.

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Definieren Sie die Kompetenzen BICS und CALP und geben Sie je zwei konkrete Beispiele für die jeweilige Kompetenzgruppe. Inwiefern spielen die Begriffe für den Fremdsprachenunterricht eine Rolle?

BICS:

  • alltagssprachliche, kommunikative Kompetenz
  • kognitiv wenig anspruchsvolle Interaktionen
  • Bsp. Gespräch über das Wetter, Einkaufen
  • Der Kontext ist unter den Gesprächspartnern wechselseitig bekannt
  • Bsp. Einem Kollegen zuhören, wie er über seine Ferien erzählt.
  • Bsp. Eine Postkarte lesen

  CALP:

  • Sprachkompetenz, welche in kognitiv anspruchsvollen, nicht situationsgebundenen Kommunikationstexten verwendet wird.
  • Bsp. Bericht über den Klimawandel verfassen
  • Komplexe Sachverhalte verstehen und ausdrücken
  • wird auch als bildungssprachliche Kompetenz bezeichnet
  • komplexe Hör- und Leseverstehen, Sprechen und Schreiben
  • Bsp. einen Bericht über ein politisches Ereignis im Radio hören
  • Bsp. Ein logisches Ende für eine Geschichte erfinden.

 

Es ist wichtig, dass die SuS im Fremdsprachenunterricht mit beiden Kompetenzen konfrontiert werden. Denn beide Kompetenzen kommen im Alltag vor. Wenn die Kinder älter sind, werden sie sich auch mit komplexeren, wissenschaftlichen Texten auseinandersetzen müssen, deshalb ist es wichtig dass die CALP Kompetenzen schon vorher im Fremdsprachenunterricht eingeübt werden.

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Was wird mit der Interdependenzhypothese erklärt? Erklären Sie und zählen Sie Konsequenzen auf, welche aus dieser Theorie abgeleitet werden.

Die Interdependenzhypothese wurde von auf der Basis der Zweisprachigkeit von Cummins entwickelt. Sie besagt, dass das Sprachwissen eines Individuums (bilingue) beide (alle) Sprachen einbezieht. Als Veranschaulichung dient das Eisbergmodell. Cummins geht davon aus, dass die beiden Spitzen (für jede Sprache ein Spitz) sich in ihren Oberflächenmerkmalen unterscheiden (Aussprache, Grammatik, Wortschatz), aber unterhalb des Wassers eine gemeinsame Sprachkompetenz existiert. Die Konsequenz daraus ist, dass das Individuum Transfers unter den Sprachen machen kann, da diese unterhalb der Wasseroberfläche vereint sind und eine gemeinsame Basis haben. Beispielsweise verfügt das Individuum durch das beherrschen von zwei oder mehreren Sprachen über strategische und logische Kompetenzen, um hinter das Konzept hinter den Worten zu sehen und ein tieferes Bewusstsein für die Grammatik zu entwickeln. Cummins unterscheidet 5 verschiedene Transferbereiche. Dazu gehören die Transfers konzeptueller Elemente, metakognitiver Strategien, pragmatischer Aspekte, spezifischer sprachlicher Elemente und des phonologischen Bewusstseins.

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BICS oder CALP? Sie behandeln das Thema "Märchen" mit Ihrer Klasse. Eben haben Sie "Hänsel und Gretel" gelesen. Welche Aktivitäten wählen Sie, damit Ihre Schülerinnen und Schüler ihre BICS- bzw. CALP-Kompetenzen üben und entfalten können? Beschreiben Sie für jeden der zwei Bereiche zwei charakteristische Tätigkeiten.

  • Die Kinder diskutieren zu zweit, was ihnen an der Geschichte besonders gefällt und weshalb. (BICS)  
  • Die Kinder erhalten Bilder zum Märchen und ordnen diese in der richtigen Reihenfolge, wobei sie abwechslungsweise ihrem Banknachbarn erzählen, was auf dem Bild geschieht. (BICS)  
  • Danach fassen sie den ersten Teil der Geschichte zusammen, indem sie zu den ersten drei Bildern ein bis zwei Sätze schreiben. (CALP)  
  • Nun ist die Geschichte aber noch nicht zu Ende. Die Kinder überlegen sich einen fiktiven Schluss, welcher als Fortsetzung an die Bildergeschichte passen soll. (CALP)
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Zählen Sie fünf charakteristische Eigenschaften einer Lernumgebung auf, welche Lernende ermutigt, sich die Sprache durch aktives Konstruieren anzueignen, und beschreiben Sie drei davon genauer.

  • Vernetzen: Neue Inhalten mit bereits gemachten Erfahrungen verknüpfen. Sich über diese Erfahrungen bewusst werden und darüber nachdenken.

 

  • Offene Aufgabenstellungen: Wissen ist immer subjektiv. Die Aufgabestellungen müssen so gestaltet sein, dass sie mit für alle SuS zugänglich sind.

 

  • Mitverantwortung: SuS übernehmen Verantwortung für das eigene Lernen, aber auch für das Lernen in der Gruppe.

 

  • Selbständige Organisation: Dass die SuS selbständig werden ist eines der Hauptanliegen von Schule. Es ist jedoch ein langer Prozess, welcher die Hilfestellung der LP benötigt. Transparenz bezgl. Der Lernziele, Hilfestellung für die Planung der Lernprozesse und die Anleitung zur Reflexion der Ergebnisse, dies sind die Voraussetzungen, damit das Lernen selbst organisiert werden kann.

 

  • Soziale Interaktion: dies ist ein entscheidender Aspekt bei allen Lernprozessen. Dadurch wir den SuS ermöglicht, verschiedene Rollen einzunehmen und sich über ihr Lernen auszutauschen.
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Beschreiben Sie die Rollen der Lernenden und der Lehrpersonen in einer konstruktivistischen Lernumgebung (total sechs).

Rolle der LP

  • Die LP organisiert die Lernumgebung, schafft Lernbedingungen und Lernangebote
  • Sie beobachtet die Lernprozesse
  • Und steht als Lernberater/in zur Verfügung
  Rolle der Lernenden
  • Die SuS entwickeln Lernstrategien und Arbeitstechniken
  • Sie reflektieren Ergebnisse und ihre Arbeitsweise
  • Die SuS können ihre Strategien anwenden und auf neue Situationen übertragen.
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Beschreiben Sie den Unterschied zwischen den Top-down und Bottom-up-Prozessen bei der Informationsverarbeitung. Geben Sie je ein Beispiel. Welcher dieser Prozesse hat wohlmehr Bedeutung im Primarschulkontext? Erklären Sie.

Top-down:
Beim Top-down Prozess erhalten die Lernenden die Lösung des Problem ganz oder ansatzweise und haben nun die Möglichkeit, anhand dieser Lösung den Prozess, die Strategie, den Lernweg zu diesem Ergebnis zu konstruieren. Man kann sich das wie beim Puzzlespielen vorstellen. Der Rahmen des Puzzles ist schon da, aber der Inhalt muss noch erarbeitet werden. Wenn die SuS einen fremdsprachigen Text erhalten, kann die LP ihnen dazu die entsprechende Bildergeschichte geben. Nun können die SuS mit ihrem Vorwissen, Lernstrategien und der Bildergeschichte versuchen herauszufinden, was die einzelnen Sätze oder gar Wörter im Text bedeuten könnten.

Bottom-up:
Beim Bottom-up Prozess erhalten die Lernenden wenig bis gar keine Hilfestellung. Im Vergleich mit einem Puzzle wären vielleicht zwei bis drei Teile zusammengesetzt, der Rest müsste aber selbst konstruiert werden, anders als bei Top-down, wo der rahmen bereits existiert. Ein konkretes Beispiel wäre, dass die Lehrperson den SuS wieder einen Text gibt, anstatt aber diesen mit einer Bildergeschichte zu untermalen, wählt sie nun den Auftrag, dass die Lernenden nach Wörtern suchen sollten, welche sie verstehen.  

 

In der Primarschule hat wohl der Top-down Ansatz mehr Erfolg. Die Kinder können zwischen der Aufgabenstellung und dem Lösungsansatz Verbindungen herstellen und ihre Strategien anwenden. Beim Bottom-up Ansatz verstehen sie unter Umständen nur wenige Wörter und kommen danach nicht mehr weiter. Der Top-down Ansatz gibt ihnen einen Input, worum es gehen könnte und lässt sie unter Anwendung von Sprachstrategien mehr vom Text herausfinden.

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Erklären Sie, warum das Üben und Dokumentieren von Lernstrategien eine wichtige Rolle im Lernprozess spielen.
Ziel ist es schlussendlich, dass die SuS die für sie geeignete(n) Lernstrategie(n), welche sie zum Erflog führen, kennen, anwenden und auf verschiedenste Situationen übertragen können. Bis es aber soweit ist, müssen die Lerner zuerst erfahren, welche Techniken es gibt und welche ihnen am meisten zusagt. Das heisst im anfänglichen Sprachunterricht ist das Ausprobieren und Üben von verschiedensten Techniken zentral. Aber nicht nur das; die SuS sollen darüber nachdenken, welche Lernfortschritte sie mit welcher Technik gemacht haben. Welche Technik war für welche Aufgabe weshalb geeignet? Durch das reflektieren und Festhalten solcher Aspekte werden sich die SuS eher bewusst, wie sie gearbeitet haben und wie ihnen welche Strategie genützt hat. Darauf kann dann aufgebaut werden, sodass die SuS di Lernstrategien auf neue Situationen übertragen können.
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Das Forschungsprojekt „Zwei Sprachen auf der Primarstufe" weist einen klaren Vorteil für das Modell 3/5 auf. Beschreiben Sie diesen Vorteil und begründen Sie ihn. Kommentieren Sie drei weitere wichtige und signifikante Ergebnisse dieses Projektes.

SuS, welche mit dem neuen Modell 3/5 zwei Fremdsprachen lernen, weisen nach einem Schuljahr mit der Tertiärsprache höhere Fertigkeiten auf als SuS, welche zuvor noch keine andere Fremdsprache gelernt haben. Der Vorteil liegt dabei, dass die Kinder von vorangehend gelernten Sprachen ein Repertoire an Lernstrategien aufbauen und diese dann bei neuen Sprachen anwenden können. Positive Transfereffekte von vorangehend gelernten Sprachen sind der entscheidende Faktor. Das Forschungsprojekt hat weiter herausgefunden, dass in positives Selbstbild des Kindes auch einen entscheidenden Einfluss auf das Sprachenlernen hat. Wenn die Lehrperson eine positive Fehlerkultur gegenüber den SuS aufbaut und sie zum Benützen der Sprache motiviert anstatt ständig korrigiert, dann bleibt das positive Selbstbild der SuS eher erhalten. Weiter hat sich gezeigt, dass auch die Lesefertigkeit in der lokalen Unterrichtssprache entscheidend für den Erflog im Fremdsprachenlernen ist. Wer unsicher ist Mühe beim Lesen in der Muttersprache hat, der wird dieses Problem auch beim Fremdsprachenlernen haben. Das heisst es muss zuerst die Lesekompetenz in der Unterrichtssprache gefördert und verbessert werden. Einen Vorteil beim Fremdsprachenlernen haben Kinder, welche zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen sind. Für sie sind Französisch und Englisch nicht zweit- und Drittsprache, sondern bereits viert-, fünft, oder Sechstsprachen. Sie können also schon unbewusst auf ein Repertoire von Strategien zurückgreifen und haben dadurch einen Vorteil.