Medizinisches Qualitätsmanagement

Gesetzgebung, Qualitätsmanagement

Gesetzgebung, Qualitätsmanagement


Lina Schad
Diese Lernkarten behandeln das medizinische Qualitätsmanagement auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf die Verbesserung von medizinischen Prozessen und Systemen. Sie decken Themen wie klinische Studien, Fehlerursachen, Risikomanagement und die Anwendung von Software in der Medizin ab. Besonders nützlich sind sie für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich mit Qualitätsstandards, Evidenzbasierter Medizin und der Optimierung von Behandlungsmethoden auseinandersetzen möchten.
Cartes-fiches
107
Utilisateurs
16
Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
03.04.2014 / 14.06.2023

Cartes-fiches

Invasive Blutdruckmessung

Verfahren

  • in punktierter Arterie herrschender Druck wird mittels im Schlauch befindlicher Flüssigkeitssäule zum Druckwandler übertragen
  • Druckwandler wandelt Druck in Spannung um
  • Anzeige auf Monitor mittels hinterlegter Kalibrierkurve

Invasive Blutdruckmessung

Ausgangssignal

  • System ist schwingungsfähig
  • in Abhängigkeit der Frequenz des Eingangssignals zu betrachten
    • Eingangssignal vereinfacht: Sinus
  • Bestimmung Resonanzfrequenz notwendig
    • maximale Amplitudenüberhöhung des Ausgangssignals
  • Frequenz in der Nähe der Resonanzfrequenz → falsch hoher Messwert

Spezifikation in der Validierung

  • Nutzeranforderungen
    • Anwenderlastenheft
  • Funktionsspezifikation
    • Pflichtenheft
  • Entwurfs-Spezifikationen
    • Software Entwurfsspezifikation
    • Softwaremodul Entwurfsspezifikation
    • Hardware Entwurfsspezifikation

Validierung: Test-Typen 

  • Software-Test
  • Software-Integrationstest
  • Hardware Akzeptanztest
  • System-Akzeptanztest

Software Kategorie 1

Infrastruktur Software

Beispiele

  • Betriebssysteme
  • Datenbank-Verwaltung
  • Middleware
  • Programmiersprachen
  • Spreadsheets
  • Netzwerkmonitoring Werkzeuge 
  • Werkzeuge zur Versionskontrolle

Software Kategorie 3

Nicht konfigurierte Software

Beispiele:

  • Commercial off-the-shelf Software
  • Firmware basierte Anwendungen

Software Kategorie 4

Konfigurierte Software:

Konfiguration der Software durch den Anwender um spezifische Anforderungen zu erfüllen, keine Änderungen des Codes

Beispiele:

  • Datenerfassungssysteme
  • Leitsysteme
  • LIMS
  • SCADA
  • ERP

Software Kategorie 5

Zugeschnittene Anwendung:

Individuell entwickelte und programmierte Software

Beispiele:

  • Individuell entwickelte Prozesssteuerungen
  • Makros in Spreadsheets

Verifikationsmaßnamen für Kategorie 1 Software

Protokollierung der Versionsnummer und Verifikation der korrekten Installation mit Hilfe geprüfter Installtionsprozeduren.

Verifikationsmaßnahmen für Kategorie 3 Software

Protokollierung der Versionsnummer. Verifikation der korrekten Installation mit Hilfe geprüfter Installationsprozeduren. Risikobasierte Tests gegen die Anforderungen.

Verifikationsmaßnahmen für Kategorie 4 Software

Wie für Kategorie 3, jedoch zusätzlich kompletter Lebenszyklusansatz (risikobasiert), Lieferantenbewertung, Tests in Entwicklungs- und Betriebsumgebung

Verifikationsmaßnahmen für Kategorie 5 Software

Wie bei Kategorie 4, jedoch zusätzlich höhere Anforderungen an die Lieferantenbewertung. Übergabe der Lebenszyklusdokumentation (Entwicklerdokumentation) an den Endkunden. Entwurfsprüfungen inkl. Quellkodeprüfungen.

passive Komponenten MRT

  • Zahninlays
  • Gelenkprothesen
  • Stents
  • Tätowierungen

aktive Komponenten MRT

  • Herzschrittmacher
  • Insulinpumpen
  • Neurostimulatoren

Patient mit aktiven und/oder passiven Komponenten MRT

  • Risikopatient
  • Kontraindikation zur MRT-Untersuchung
  • Rücksprache mit Betreiber erforderlich
    • Ergreifung aller Maßnahmen um Interferenzen zu vermeiden/minimieren
  • Rücksprache mit Hersteller erforderlich
    • MRT-Tauglichkeit

Risiko-Nutzen-Abwägung MRT:

behandelnder Arzt

fehlerhafte Funktion

Risiko-Nutzen-Abwägung MRT:

Patient

Wärmeentwicklung

Risiko-Nutzen-Abwägung MRT:

Radiologe

Artefakte

MRI Akustische Belastung

  • Ohrschutz > 30dB
  • 120 dB Sensationen, Geräusche
  • 130 dB > 1.5 Tesla
  • 140 dB Schmerz

weitere Einschränkungen durch Schall im MRT

  • Zugang zum Patienten
  • Kommunikation nach Außen
  • Kommunikation mit dem Pflegepersonal
  • Einschränkungen in der visuellen Verbindung

Was sind die 2 wichtigsten Qualitätsansprüche an ein Medizinprodukt?

  • Wirksamkeit
  • Sicherheit

Plan-Do-Check-Act

PDCA

  • Kreislauf der regelmäßigen Evaluation
  • beschreibt umfassenden Ansatz, alle Tätigkeiten eines Unternehmens systematisch zu analysieren, zu koordinieren, zu verbessern und nachvollziehbar zu machen
  • Gegenstand eines QMS sind alle Komponenten, die Tätigkeiten der Geschäftsführung sind ebenso Gegenstand wie der Vertrieb, die Verwaltung oder die Produktion

Qualität in der Medizin

  • unterliegt subjektiven Begriff Gesundheit
  • Vorgaben des Patienten unpräzise
    • Schmerz
  • Erwartungen unpräzise
    • Heilung
    • Linderung
  • Patientenzufriedenheit schwierig zu beurteilen
  • objektive Qualität kaum messbar

Qualitätsmanagement Gesetzgebung Jahr

1993

Qualität Abhängigkeiten

  • Erfüllung gestellter Anforderungen
  • objektiv messbaren Eigenschaften und Vorgaben in der Produktion
  • subjektiven Erwartungen vom Kunden

Definition Qualität in der Medizin

  • Erreichtes im Verhältnis zu Machbarem
  • bezogen auf Erwünschtes
  • beinhaltet Wirkung medizinischer Betreuung
  • orientier an individuellen Zielen von einzelnen Personen

Qualität in der Medizin

Betrachtung Mensch

  • Motivation
  • Ausbildung
  • Akzeptanz der Mitarbeiter
  • Kommunikation

Qualität in der Medizin

Betrachtung Struktur

  • Infrastruktur
  • Material
  • Abläufe

Qualität in der Medizin

Betrachtung Prozesse

Behandlungspfade, die in Umfang und Maße der Regeln der Wissenschaft und der Erfahrung der ärztlichen Praxis entsprechen.

Qualität in der Medizin

Betrachtung Ergebnisse

... entsprechen den Standards der medizinischen Diagnostik und Therapie

Qualität in der Medizin

Orientierung

  • schlechte Qualität nicht zurücknehmbar
  • nach Patientenbehandlung keine "Rückrufaktion" möglich
  • Fokus auf Produktoptimierung

Evidenz basierte Medizin

  • fordert, dass bei jeder medizinischen Behandlung patientenorientierte Entscheidung auf Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen wird
  • beruht auf jeweiligem aktuellen Stand der klinischen Medizin
  • Prinzipien hilfreich für Entwurf von klinischen Studien
  • scheint Werkzeug zu sein um Arzt bei individueller Therapie von Patienten zu unterstützen

Evidenzbasierte Medizin

Praxis

  • Integration individueller klinischer Expertise
  • schließt Patientenpräferenz ein
  • kann auch Verzicht auf Therapie beinhalten

Evidenzbasierte Medizin

Praxis: Schritte

  • Recherche
  • Analyse
  • Interpretation + Bewertung
  • Nutzen + Risiko

Evidenzbasierte Medizin

Forderungen an Arzt

  • klinische Expertise
  • Wissen um Aneignung von Ergebnissen aktueller wissenschaftlicher Forschung
    • Interpretation
    • Anwendung

Evidenzbasierte Medizin

Ziel

Synthese aller relevanten Artikel aus der Primärliteratur

  • Suche für praktischen Alltag
    • zeitsparender
    • spezifisch
  • bildet Basis für
    • Health Technology Assessment
    • Evidenz basierte Leitlinien

Qualität in der Medizin

Werkzeuge

  • Kommunikation
  • Delegation
  • Motivation
  • Dokumentation
  • Koordination
  • Kontrolle
  • Flexibilität
  • Steuerung
  • Zielvereinbarung
  • Interdisziplinarität
  • Prüfen

Qualität in der Medizin

Effekte

  • Anpassung
  • Sicherheit
  • Kundenzufriedenheit
  • Qualität
  • Effizienz
    • die Dinge richtig tun
  • Effektivität
    • die richtigen Dinge tun
    • wichtiger als Effizienz

Medizinproduktegesetz

Risikoklasse I

  • geringes Risiko
  • Nachweis der Konformität durch den Hersteller
  • Beispiele
    • nicht-invasive Instrumente
    • Einwegprodukte

Medizinproduktegesetz

Risikoklasse IIa

  • mittleres Risiko
  • Prüfung des Herstellungsvorgangs durch benannte Stelle
  • Beispiel
    • (nicht-) invasive Produkte für kurze Nutzung

Étudier