mech. Werkstoffprüfung

Werkstoffwissenschaft

Werkstoffwissenschaft


M. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über mechanische Werkstoffprüfungen auf Universitätsniveau. Sie decken Themen wie Spannung, Dehnung, Verformung und Belastung von Werkstoffen ab, wobei verschiedene Prüfverfahren und Messmethoden im Fokus stehen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute, die sich mit der Analyse und Bewertung von Werkstoffeigenschaften beschäftigen, um deren Eignung für unterschiedliche Anwendungen zu bestimmen.
Flashcards
159
Students
1
Language
German
Category
Technology
Level
University
Created / Updated
15.02.2014 / 13.05.2014

Lernkarten

Mögliche Einteilung der Prüfverfahren

1. mech. Prüfverfahren

2. chem. phxs. Prüfverfahren

3. Prüfverfahren zur Untersuchung des Gefügeaufbaus und von Zustandsänderungen

4. Zerstörungsfreie Prüfverfahren

5. phys. Verfahren

6. Prüfverfahren zur Bestimmung von Dehnung und Spannung in Bauteilen

Aufgabenbereiche der Wersoffprüfung

1. Werkstoffdiagnostik: untersucht strukturellen Aufbau und Reaktionen von Werkstoffen

2. Eigenschaftscharakterisierung: Funktions- o. Konstruktionswerkstoffe, Beschreibung durch Kenngröße und Kennwert

3. Qualitätsprüfung: Zielstellung im QMB aufgeschrieben, Qualität muss produziert werden, Sicherung der Qualität in den Grundlagen der Prüftechnik

4. Zuverlässigkeits- und Schadensanalyse: Erfassen eines Schaubildes bei Versagen der Werkstoffe →Schadensursache, mittels tech. Diagnostik, Abschätzung von Lebensdauer,

Unterschied Kennwert und Kenngröße

Kenngröße: - messbare Eigenschaft, quantitativ darstellbar, dimensionslos

- durch Prüfvorschrift definiert

- z.b Zugfestigkeit, Streckgrenze, Dehnung

Kennwert:  - Kenngröße in Abhänigkeit von Werkstoffzustand uns äußeren Faktoren (z.B. Temp. Zeit)

- Angabe mit Zahlenwert und Einheit

Beispiel: Rm =500MPa  → Rm...Kenngröße      500MPa...Kennwert

Klassifikation der Prüfverfahren unter dem Aspekt der Übertragbarkeit

- Werkstoffprüfung:  genormte Proben, werkstoffspez. Kennwerte, Bsp. Zugversuch

- Bauteilprüfung: bearbeitete, im Einsatz bef. Komponente, bauteilabhängige Kennwerte, Bsp. Betriebsfestigkeitsprüfung

- Prüfung von Mikrosystemen: mech. Elemente von Mikrosystemen, mech. und phys. Kennwerte, Bsp. Halftfestigkeit dünner Schichten

Vorgehensweis bei der Werkstoffprüfung

1. Versuchsplanung

2. Probenvorbereitung

3. Werkstoffprüfung

4. Protokoll

5. Auswertung der Ergebnisse

mech. Zustandsgleichung (allg. Werkstoffgesetz)

- Verknüpfung zw. Beanspruchung eines Werkstoffes und der Reaktion des Werkstoffes (Werkstoffverhalten)

- f(Normalspannung, Dehnung, Dehnungsgeschwidigkeit, Zeit, Temperatur, Schädigungsparametern)

- wird zur Beschreibung des Werkstoffes aus festkörpermech. Sicht genutzt

Grundbelastungsarten im Werkstoff

- Zeitlicher Verlauf der Belastung: ruhend, monoton, quasistatisch, schlagarig, zyklisch

- Arten der Lasteinleitung: Zug/Druck, Biegung, Torsion, Schub

- Komplexität der Belastung: ein- o. mehrachsig, hydrostatisch

- Vorgabe der Belastung: kraftgesteuert (am Körper angreifende Kräfte, Momente), weggesteuert (erzwungene Verschiebungen, Verformungen)

Einteilung der Spannungen

- Primärspannung: durch äußere Last hervorgerufen,

ein- oder mehrachsig,

stellt GGW mit äußerer Kraft her

Spannungen 1. und 2. Ordnung

- Sekundärspannungen: - im Bauteil ausgleichende Montage-,Thermo-, und Eigenspannungen

- innere Spannung→ immer mehrachsig

- entstehen durch Herstellungsprozesse

Zusatz- und Spitzenspannung: - an Kerben und Steifigkeitssprügen

- Spannungen 3. Ordnung (von Versetzungen)

 

Kerbwirkungszahl betha K

- kennzeichnet Dauerfestigkeit: Verhältnis der Dauerfestigkeit ungekerbter Stab zu gekerbtem Stab

-größer als 1 aber  kleiner als Alpha K (Formzahl)

 

Formzahl Alpha K

- Verhältnis vom max. Spannung (an der Kerbe) zu Nennspannung

- größer als 1

- nicht Werkstoffabhängig

- Geometrieabhängig!

Spannung nach Neuber (???)

- Spannungskonzentrationsfaktor ist die Bruchzähigkeit

- Widerstand eines Materials gegen instabile Rissausbreitung (hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit)

- erfolgt unter Energiefreisetzung

- meist aus makros. Sprödbrüchen

der Spannungstensor

- beschreibt mech. Spannungen in einem Pkt. in einem Werkstoff

- besteht aus einer Normalspannung( rechtwinklig zur Schnittfläche) und 2 Schubspannungen (auf Schnittoberfläche verteilt)

- Hauptspannungsfläche = Normalspannungsfrei

- 6 Größen bilden räumlichen Spannungstensor

Invarianten des räumlichen Spannungstensors

Spannungstensor: - hydrostatische Anteil (elast. Volumenänderung)

- deviatorischer Anteil (Formänderung), enthält Schubspannungskomponente

Verzerrungstensor

- auch deformationstensor genannt

- beschreibt Verzerrungszustand eine Körpers im räumlich definierten Körperpunkt

- werden nach außen als Dehnung, Stauchung oder Scherung sichtbar

Was sind Spannungszustände?

- beschreiben einzelne Spannungen, die unter Last im Bauteil/Werkstoff an einer bestimmten Stelle herrschen

- sind abhängig von Druck, Zug, Biegung, Torsion, Scherung, Geometrie Bauteil

- Homogener Spannungszustand: konst., gleichm. Spannung im gesamten BT (z.B. Zugversuch)

- inhomog. Spannungszustand: keine konst. Verteilung der Spannung (z.B. Biegemomente)

Welche Beanspruchungsarten kennen Sie?

allgemeiner Beanspruchungszustand:

- äußere Mehrachsigkeit (äußere Belastung aus unterschiedlichen Richtungen)→ein-o. mehrachsig

- innere Mehrachsigkeit (im Bereich steiler Spannungsgradienten), Sekundärspannung

- Eigenspannung immer mehrachsig

Typische Beanspruchungszustände:

- hydrostatischer Spannungzustand (alle drei Hauptspannungen sind gleich)

- einachsiger Spannungszustand: homogen oder inhomogen

- ebener (zweiachsiger) Spannungsz. (ESZ) (sigma 3 = 0, nur an Oberfläche von BT, z.B. Bleche)

- ebener Dehnungszustand (EDZ) (dreiachsiger Spannungsz.

was sind Vergleichsspannungen?

ein mehrachsiger Spannungszustand kann durch Bildung einer Vergleichsspannung (sigma v), die bei einachsiger Beanspruchung gleichwertig ist, berücksichtigt werden.

→ Vergleichsoannungshypothese

einfachstes Versagenskriterium: Spaltbruch

zweites: plastische Verformung

Welche Festigkeitshypothesen gibt es? Wozu werden Sie verwendet, was sagen Sie aus?

- dienen der Berechnung der Vergleichsspannung

Normalspannungshypothese nach NAVIER

Beschreibung des Trennbruches bei sprödem Werkstoffverhalten

Spannung ist gleichmäßig verteilt und senkrecht zur Fläche

sigma v (n) = sigma 1

Schubspannungshypothese nach TRESCA

Beschreibung des Fließbeginn und des Zähbruchs

sigma v(T) = sigma 1- sigma 3

Gestaltänderungshypothese (HMH- Hypothese)

Beschreibt den Fließbeginn und das Dauerbruchversagen bei Schwingbeanspruchung von zähen Bauteilen

Hauptdehnungshypothes nach DE SAINT VENANT, BACH, PONCELET

Versagen des Werkstoffes in Richtung der höchsten Dehnung

sigma v (B) = sigma 1- nü*(sigma2+sigma3)

das Schmidsche Schubspannungsgesetz

- beschreibt die winkelabhängige Schubspannung in einem Werkstoff, der durch eine Zugkraft beansprucht wird

- beim Verformen beginnt die massive Versetzungsbewegung nach Überschreiten der Streckgrenze

- Versetzung bewegt sich infolge einer Kraft, die in der Gleitebene in richtung des Burgers- Verkor auf sie wirkt

- Schubspannung im Gleitsystem ist verantwortlich für die Versetzungsbewegung

- viele Gleitebenen gut für Verformbarkeit (kfz>krz>hdp)

Was versteht man unter dem Bauschinger Effekt?

- richtungs bestimmte Änderung der Elastizitätsgrenze eines Metalls/Legierung nach primärer plastischer Verformung

- Verformung des Werkstücks in eine Richtung danach in die Gegenrichtung

- Elastizitätsgrenze der Gegenrichtung viel niedriger

- Werkstück verliert an Festigket (Ursache: gegenseitige Blockierung der Versetzungen)

Arten von Werkstoffverhalten (bei Beanspruchung)

- Elastische Verformung

- Anelsatische Verformung

- Viskoselastische Verformung

- plastische Verformung

- Kriechen

Elastische Verformung

- zeitunabhängige reversible Verformung eine Körpers durch mech. Beanspruchung (linear elastisch, nichtlinear elastisch)

- werden im Werkstoff gespeichert

- Zusammenhang zw. Dehnung und Spannung

- Bauteil kehrt nach Belastung wieder vollständig in seinen Urspruchngszustand zurück

- Lage der Atome im Atomgitter nicht verändert

bei einachsiger Belastung: sigma= E* epsilon; E=2*G(1+nü), 

tau= gamma*G

anelastisches Verhalten

- zeitaghänig, aber völlig reversibel

- bei angelegter Spannung erfolgt Dehnung zeitlich versetztes Verhalten

- Entstehung einer Hystereseschleife Ursache: innere Reibung

Viskoelastische Verformung

- kombination von zeitabhäniger elastischer Verformung und viskoser, d.h. zeitabhäniger bleibender Verformung

- oberhalb der Glastemperatur

- elasto- plastische Verformung

- 2. Anteile: viskoanelastischer Anteil: reversibel

plastischer Anteil: irreversibel

- Ausgangslänge wird nicht wieder erreicht→ bleibende Verformung

Plastische Verformung

- zeitunabhängig, bleibende Verformung infolge von irreversiblen Strukturänderung

- Formteil nimmt ursprüngliche Gestalt nicht mehr an

- Verformung besteht aus zwei Teilen: elastischer+ plastischer Teil

- Abgleiten von Atomschichten entlang einer bestimmten Richtung

- abhängig von spannungszustand, Temperatur, Belastungsart und Belastungsgeschwindigkeit

Kriechen

- visko. plastische Verformung

- zeitabhängig, irreversibel

- unter konst. Belastung bei meist erhöhter konst. Temperatur

- thermisch aktivierter Prozess

- unterscheidung von Tieftemp.kriechen: Diffusion der Gitteratome längs der Versetzungskerne

Hochtemp.kriechen: gesteuert durch Volumendiff.

Beschreiben Sie die verschiedenen Bereiche einer Kriechkurve

1. primäres Kriechen

abnehmende Kriechgeschwindigkeit

Verfestigung durch sich schneidende Versetzungen

2. sekundäres oder stationäres Kriechen

konstante Kriechgeschwindigkeit

Gleichgewicht zw. Verfestigung und Entfestigung

Entfestigungsvorgänge: Quergleitprozesse, Klettern von Versetzungen

Diffusionskriechen:diffusionsgesteuertes Kletter von Versetzungen, Korngrenzengleitung

3. tertiäres Kriechen

zunehmende Kriechgeschwindigkeit

BT Einschnürung und Verlängerung

Entfestigung durch Leerstellenbildung und Korngrenzendeformation

techn. nicht nutzbar

- Zuverlässigkeit von BT liegt im unteren und mittleren Bereich der Kriechkurve!

Rissbildung bei statischer Beanspruchung

z.B. beim Kriechen

2. Arten: Anrissbildung durch Versetzungsaufstau an den Korngrenzen

Koaleszenz  von Hohlräumen an Einschlüssen

Rissausbildung und - Ausbreitung bei zyklischer Beanspruchung

- Einteilung in Rissbildung, Rissfortschritt

- bei niedriger Spannungsamplitude Bildung von Gleitbändern

 Gleitbänder:  Anhäufung von Versetzungen an Oberfläche → Stufenbildung;

Entstehen durch Extrusion (Auswölbungen an Gleitbändern)

und Intrusion (Einwölbungen/Risskeime die in Gleitbänder hinein gehen)

- submikroskopische Werkstofftrennung bevorzugt an Korngrenzen, Phasengrenzen, Inhomogenitäten, Ausscheidungen

- Intrusion und Rissfortschritt zuerst nur an Gleitebenen mit größter Schubspannung

Rissentstehung bei statische Beanspruchung

- Risse entstehen durch Überschreiten des Formänderungsvermögens

- abhängig von Spannungszuständen im Werkstück, und Art des Werkstoffes

- meist Resultat einer lokalen Verformung

- kann von Oberflächengüte abhängen

Risswachstum bei statischer Beanspruchung

- Riss besitzt Kerbwirkung→ Spannungskonzentration an Rissspitze (Spannungsintensitätsfaktor)

- Risse verlaufen entlang von Gleitbändern und besitzen Länge des Korndurchmessers

- Risslänge > Korndurchmesser Risswachstum senkrecht zur Normalspannung

- Immer senkrecht zur Belastungsrichtung

- Querschnitt verringert sich durch Risswachstum→ über restlichem Querschnitt Spannungserhöhung

- je nach Gefüge: kontoliert oder mit hoher Geschw.

- interkristalliner Riss: Riss entlang der Korngrenze

- transkristalliner Riss: Riss durchs Korn

Risswachstumsarten (Ausbreitungen)

- instabile Rissausbreitung: freiwerden von Energie,  geschwindigkeitszunahme → Sprödbruch

- stabileRissausbreitung: es muss Energie zugeführt werden → Gleit- oder Verformungsbruch

- allmähliges Risswachstum: mit jeder Belastung mehr Schwingungsstreifen, periodische Belastung von Bauteilen

Rissfortschritt bei zyklischer Beanspruchung

Stadium 1: Rissfortschritt auf Gleitebene der höchsten Schubspannung

45° zur Belastungsrichtung, beschränk auf ein bis zwei Körner (geringe Wachstumsgeschwindigkeit)

Stadium 2: Rissfortschritt rechtwinklig zur Normalspannung

bei zähen Werkstoffen: submik. feine Schwingungstreifen,

Schwingungsstreifen/Schwingungsbruch

hohe Ausbreitungsgechwindigkeit

- Bruchfläche besteht aus: Schwingungsbruchfläche→ glatt

Restbruchfläche→ zerklüftet, rau

Rastlinien→durch unters. Oxidation

- durch Anordnung in der Bruchfläche Bruchursache feststellbar

(Fischgrätenmuster)

Definition der Härte

Wiederstand eines Körper gegen das Eindringen eines anderen (härteren)  Körpers.

Steifigkeits- und Nachgiebigkeitsmatrix

bei Linearer Elastizität

inner EINACHSIG

Steifigkeitsmatrix: c ijkl = sigma ij/ epsilon kl

Nachgibigkeitsmatrix: s ijkl= epsilon ij/ sigma kl

Ziel der Härteprüfung

- vereinfachte, zerstörungsfreie Festigkeitsprüfung

- mit Mgl. der Bewertng einzelner Werstoffbereiche

- mit ambulanter Einsetzbarbeit

Von welchen Einflussgrößen hängt der Eindringwiderstand bei der Härtemessung ab?

1. Gestalt, Größe und Eigenhärte des Eindringkörpers (Indenters)

2. Art und Größe der aufgebrachten Belastung

Wichtig! zu Zahlenwert gehört angewendetes Verfahren

Einteilung der Härteprüfverfahren

1. Eindringgeschwindigkeit: -Prüfver. mit stat. Krafteinw.

- Prüfver. mit dyn. Krafteinw.

- Sonderverfahren z.b UCI Schall fzw. Frequenz

2. Prüfkraften: Makrohärte: F > (gleich)  50N

Kleinlasthärte: 2N <(gleich) F < 50N

Mirkrohärte: 0,1N <(gleich) F<2N

Ultramikrohärte:  F < 0,1 N

Nanohärte: 50µN< F< 5 mN

Härte Bestimmung nach MOHS

 

- erste Härtebestimmung

- Skala von 1- 10 (1 Talk- 10 Diamant)

- Härte nur als orientierungswert, nicht genau bestimmbar (mit Fingernagel, Messer ritzbar, Funken beim Schlagen mit Stahl)

Vorteile Statischer Prüfverfahren

- schnelle und praktische fast zerstörungsfreie Prüfung

- liefert anhaltswerte für Festigkeit, Verschleißverhalten

- minimale Zerstörung der Oberfläche

 

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