MCI

MCI

MCI


T. G.
Diese Lernkarten behandeln grundlegende Konzepte der Informatik auf Universitätsniveau, mit Fokus auf Systeme, Modelle und Aufmerksamkeit. Sie erklären mentale Modelle, Schemata, Skripte und die Verarbeitung von Informationen im Gehirn, einschließlich der Rolle von Aufmerksamkeit und Reizen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Informatik, die ein tieferes Verständnis für die menschliche Informationsverarbeitung und die Gestaltung interaktiver Systeme erlangen möchten.
Flashcards
29
Students
2
Language
German
Category
Computer Science
Level
University
Created / Updated
21.04.2015 / 17.06.2018

Flashcards

Definiere Benutzungskontext.

Die Benutzer, Arbeitsaufgaben , Arbeitsmittel (Hardware, Software, Materialien) sowie phsyische und soziale Umgebung , in der das Produkt genutzt wird.

Definiere Effizienz. 

Effektivität im Bezug zu den verwendeten Ressourcen. 

Definiere Effektivität.

Die Vollständigkeit und Genauigkeit der Zielerreichung. 

Definiere System. 

Eine Menge von Elementen . die zu sich selbst und zur Umwelt in Beziehung stehen und über gerichtete Größen Wechselwirkungen austauschen. 

"gerichtete Größen" bedeutet die Beziehungen sind je nach Blickrichtung unterschiedlich 

Definiere Modell

Eine Abstraktion eines realen Gegenstandes / Sachverhaltes (eines Systems), die sich nur auf die im Nutzungskontext relevanten Aspekte beschränkt. 

Defniniere Prototyp.

Jede mediale Repräsentation eines Modells. 

Definiere Ziel. 

Der intendierte Zustand eines Systems nach Abschluss aller Handlungen. EIn Ziel liegt insofern immer als mentale Repräsentation eines bestimmten Nutzers vor. 

Definiere Aufgabe. SInd aufgaben immer physischer Natur? 

Aufgaben sind alle Aktivitäten , die zur Erreichung eines Ziels erforderlich sind. 
Dabei sind nicht nur physische Handlungen (ausführen von Clicks) gemeint, sondern auch kognitive Aktivitäten(Lesen , Verarbeiten von INformation) . 

Defniere Usability . Wie lautet der dazugehörige deutsche Begriff? 

Usability (zu Deutsch Gebrauchstauglichkeit) ist das Ausmaß , in dem ein bestimmter Nutzer in seinem bestimmten Nutzungskontext seine bestimmten Aufgaben effektiv, effizient und zufriedenstellend erledigt. 

Wie ist zufriedenheit im Kontext der MCI definiert? 

Zufreidenheit ist die Abwesenheit von negativen beeinträchtigungen und eine positive Attitüde gegenüber der Nutzung des Systems. 

Wie ist der Begriff Schnittstelle definiert? 

Ein Kommunikationsendpunkt der (mind) 2 Komponenten miteinander verbindet. Einschließlich dessen Spezifikation, geeigneter Protokolle sowie allen Methoden / Funktionen zur automatischen Informationsverarbeitung 

Definiere Stakeholder. 

Ein Stakeholder ist eine Person oder Organisation , die ein Anrecht,Anteil , Anspruch oder Interesse auf ein bzw an einem System oder dessen Merkmalen hat, die ihren Erfordernissen oder Erwartungen entspricht. 

Man unterscheidet im menschlichen Auge den Ort des Aufmerksamen Sehens (direkt verwandt mit dem Ort des schärfsten Sehens, der Fovea)  und peripheres Sehen. In wiefern wirkt sich diese Unterscheidung beispielsweise auf das Design von Websites oder Software aus? 

Die beiden Teile unseres Blickfeldes konkurrieren stets um die verfügbare Informationsbandbreite, die unser Sehnerv an das Hirn weiterleitet. 

Im "aufmerksamen Blickfeld" kann das Auge Muster und deren Veränderung sehr gut Wahrnehmen , hier sollten also beispielsweise Hilfstexte oder anderer content von hoher Wichtigkeit platziert werden. 

Im "peripheren Blickfeld" kann das Auge Bewegungen hingegen sehr schnell wahrnehmen, will man also die Aufmerksamkeit lenken so sind sich bewegende Textboxen (z.B Fehlermeldungen) ein gutes Mittel. 

Nenne 3 Möglichkeiten ,wie die gezielze Nutzung von Sound die User Experience auf einer Website verbessern kann. 

Sound bietet die Möglichkeit Information auf einem anderen Sinneskanal als dem visuellen zu vermitteln. 
Auf einer Website oder bei der Nutzung einer Software können Sounds beispielsweise zur Bestätigung einer Aktion , repräsentation eines Zustandes oder sogar zur Navigation genutzt werden. Will man nach einer Phase in der sich der Nutzer lang konzentrieren musste nochmal Aufmerksamkeit erregen ,so sind Töne ebenfalls sehr hilfreich .

Was versteht man unter dem Begriff "closure" ?

Als closure bezeichnet man ein Gefühl von "got the job done" in der MCI , sobald ein Nutzer in diesen Gemütszustand gelangt schließt das Gehirn mit der vorherigen Aktion ab und "löscht" das Kurzzeitgedächtnis. Ein Beispiel: 

Ein Geldautomat spuckt nach Eingabe des Betrages erst das verlangte Geld und dann die Geldkarte des Nutzers aus. Die Gefahr ist hier groß ,dass der Nutzer schon bei der entnahme des Geldes das "got the job done" Gefühl bekommt und dadurch vergisst seine Geldkarte ebenfalls zu entnehmen. 

Wieviele "chunks of information" , also Informationseinheiten kann das menschliche Kurzzeitgedächtnis am besten aufnehmen? 

Man spricht in diesem Zusammenhang von den 7+-2 , also 5-9 "Informationseinheiten". 

Dieses Phänomen wird bei dem merken von Telefonnummern deutlich : 
Die Zahlenfolge : 022169367891 wäre sehr schwer zu merken , sie hat wenn man jede Ziffer für sich betrachtet 12 "Informationseinheiten" . Um ums eine solche Folge jedoch zu merken bilden wir größere Informationseinheiten und merken uns eine solche Folge z.B als 0221 693 678 91. 

Im Design von Software wird dieses Wissen dann relevant wenn es z.B darum geht Information so zu formatieren , dass Sie vom menschlichen Gehirn möglichst einfach zu verarbeiten ist. 

 

Was versteht man unter der "optsichen Mitte" ? 

Wenn man ein Objekt ( beispielsweise den Content-Wrapper Div einer Website ) mathematisch genau vertikal zentriert, so sieht es für den Betrachter aus, als wäre es ein Stück zu weit unten im Bildausschnitt. Der Begriff optische Mitte bezeichnet die Position , an der ein Objekt vom betrachter als "mittig" wahrgenommen wird. (also ein Stück über der tatsächlichen Mitte) 

Benenne ein Prozess-Modell der menschlichen Informationsverarbeitung, zeige und erkläre außerdem seine Komponenten. 

Ein mögliches Prozessmodell ist das sog. "Sternberg Paradigma" , 
es zeigt die wesentlichen Schritte der menschlichen Informatonsverarbeitung : 

1) Stimuli wirken aus der Umwelt auf den Menschen ein 
2) Diese Reize werden aufgenommen und zunächst in elektrische Signale gewandelt (Encoding)
3) Ist dieses Signal im Hirn angelangt, sucht man nach vergleichbaren ,bereits bekannten Reizen(search/comparison)
4) Dann wird eine Entscheidung bzw Bewertung der möglichen Reaktionen durchgeführt (decision/response selection)
5) Bevor die Reaktion ausgeführt wird (response execution) 

Dieses modell ist streng sequenziell (von stimuli bis response) zu lesen, dies ist mit unidirektionalen Pfeilen gekennzeichnet. Während jeder Verarbeitungsphase wird lesend und schreibend auf das Gedächtnis zugegriffen (gekennzeichnet durch einen bidirektionalen Pfeil) , und in jeder Phase kann entweder die Aufmerksamkeit gelenkt werden , oder von der Aufmerksamkeit gelenkt werden (durch zwei unidirektionale Pfeile gekennzeichnet)

 

Nenne ein Komponentenmodell aus dem Themengebiet der menschlichen Informationsverarbeitung. (Komponetenmodelle sind teil der horizontalen Modelle).

Wo liegt die Relevanz dieser Modelle für die MCI? 

Ein Beispiel für ein Komponentenmodell wäre das "Multistore Modell des Gedächtnises" [Atkinson & Shiffrin 1968]
Nach diesem Modell werden eingehende Reize zunächst im "sensory store" (Buffer für visuelle , auditive ,haptische Reize ) zwischengespeichert. 
Danach wählt die Aufmerksamkeit jene Reize, die im aktuellen Kontext relevant sind und steuert Reaktionen oder das Speichern im Langzeitgedächtnis. 

Die Erweiterung dieses Modells ist das "Model of Working Memory" [Badelley & Hitch 1974] . Dieses modell sieht das Kurzzeitgedächtnis als Prozess (central executive) , der im Austausch mit den beiden Subsystemen "phonological loop" (Subsystem zur Sprachverarbeitung) und "visou - spatial scatch pad" (Subsystem zur Bildverarbeitung) steht. 
Im central excutive wird die Aufmerksamkeit gesteuert und sensorische Reize von den Sinnesorganen entgegengenommen. Außerdem ist dieser Teil verantwortlich für die Steuerung von Reaktionen. 

Die Relevanz für die MCI liegt darin ,dass der Mensch (vermutlich) zwei voneinander abgegrenzte Systeme zur verarbeitung von auditiven Reizen (phonological loop) sowie visuellen / räumlichen Reizen (visou spatial scatchpad) besitzt. Will man also zum Beispiel  mit einer Werbung im Gedächtnis des Konsumenten bleiben , so können auf beiden Kanälen Informationen übertragen werden. 

Was besagt die "Dual Coding Theory" [Paivio 1971] ? 

Die Dual Coding Theory besagt ,dass der Mensch zwei getrennte Systeme zur Verarbeitung von Sprach bzw Bildreizen hat. Diese Systeme können unabhängig voneinander (de)aktiviert  werden , die Aktivierung kann entweder durch einen eingehenden Reiz oder durch das jeweils andere System erfolgen. Konkrete Worte lösen immer eine Verarbeitung auf beiden Systemen aus. 

Beispiel : 
Das Wort "Jesus" löst sowohl die das imaginale System (du denkst an ein Bild von Jesus) , sowie das phonologische System (du denkst an das Wort selbst, evtl. seine Schreibweise, aber in jedem Fall seine Aussprache) aus. 

WIe wird phonologische (sprachliche) Information im Gehirn verarbeitet? Wie bildliche Information? 

Welche Schlussfolgerungen ergeben sich dadurch für die Gestaltung von Interaktiven Systemen? 

Das phonologische System linearisiert Information , selbst wenn Worte räumlich angeordnet sind werden SIe als Sequenz gespeichert. Schrift sollte also wenn möglich ebenfalls linear angeordnet sein ( in Zeilen , Spalten) um das codieren der Information zu erleichtern. 

Bei bildlichen Reizen (imaginäres System) wird besonders die Anordnung der Elemente gespeichert, man sollte also darauf achten nicht zu viele verschiedene bildliche Reize zu verwenden und die verwendeten möglichst immer gleich anzuordnen ,wenn man die Aufnahme der Information erleichtern will.  

in welche 3 Subsysteme unterteilt das Modell des "Human Processor" [Card Newell 1983] das menschliche Gedächtnis? 
Welche 3 "Prozessoren" werden hier beschrieben? 

Prozessoren : 

perceptual processor  (nimmt visuellen und auditiven Input und schreib in zugehörige sensory Buffer)
cogntive processor (nimmt Input aus sensory Buffers , gleicht mit Langzeitgedächtnis ab und schreib in working memory)
motor processor (nimmt input aus working memory und führt output (Reaktion) aus )

Speicher : 
Sensory Buffers (Speichern konkrete Reize)
Working Memory / Kurzzeitgedächtnis (Speichert nur relevante ,ausgewählte Reize)
Long-Term-Memory (Speichert bisher erlangtes Wissen , Erfahrungen ) 

Definiere den Begriff Aufmerksamkeit. 

Was versteht man unter Reizinduzierter Aufmerksamkeit ? 

Aufmerksamkeit bezeichnet die Einschränkung (Konzentration) mentaler Aktivitäten auf sensorische oder mentale Ereignisse. 
Man spricht von Reizinduzierter Aufmerskamkeit wenn ein Merkmal unabhängig von den eigenen Zielen nur durch auslösen eines Reizes die Aufmerksamkeit auf sich zieht. 

Was besagt die Feature Integration Theory [Treissman 1988] ? 

Die feature integration theory besagt, dass bei der Wahrnehmung einer visuellen Szene zunächst präattentiv (vor gesteuerter Aufmerksamkeit) die Szene parallel ("sicht ein Gesamtbild machen") aufgenommen wird. Hier wird eine Map der basic features (Größe, Farbe ,Orientierungen , Kreuzungen) angelegt. 
Erst dann wird in der attentiven Phase der Stimulus sequentiell nach Information "gescannt"(master map) . 

Aufmerksamkeit ist die tempräre Zuweisung von Ressourcen zur Informationsaufnahme , 
Nenne 3 Beispiele wie das Design einer Website/Software möglichst wenig mentale Ressourcen beansprucht. 

Um die Aufnahme von Information zu erleichtern versucht man möglichst viele sog. "automatisierte Prozesse" zu verwenden , diese Prozesse benötigen keine explizite Aufmerksamkeit , bleiben dem Bewusstsein verborgen und sind nicht beschränkt auf mentale Kapazitäten. 

Beispiele : 
-Zeigt eine Website immer weniger Elemente ,je kleiner die Fenstergröße wird so kann der Nutzer die gebotene Information besser Aufnehmen. 
-Transparenzen indizieren , dass ein Objekt inaktiv ist , ohne dass dies explizit vorgestellt werden müsste 
-Wenn zusammengehörige Informationen auch räumlich nah beieinander angeordnet werden sind sie leichter zu finden 
-Matcht der Grundaufbau einer Website ein bekanntes (woanders erlerntes) Pattern (logo oben Links, Navigationsleiste oben oder Links usw.. ) , so benötigt das Erfassen des Grundaufbaus keine Aufmerksamkeit. 
-Automatisierte Prozesse sind kontextabhängig, zum Beispiel sollten aus einem Betriebssystem bekannte Shortcuts in jedem dafür geschriebenen Programm möglichst die gleichen Funktionen auslösen. 

In welche Bereiche lässt sich das Langzeitgedächtnis unterteilen? 

Prozedurales Ged. (Know how to - Abläufe wie Fahrrad fahren ) und deklaratives Ged. (know what ). 

Das deklarative Wissen lässt sich nochmal teilen in semantic (Fakten wie Sprache , Allgemeinbildung..) und episodic (Events wie besondere Erlebnisse usw.. )

Eine Form der Wissensrepräsentation im Gehirn sind Schemata , erkläre den Begriff Schema in diesem Zusammenhang. 

EIn Schema ist eine hierarchische Anordnung generischer Konzepte , die Objekten ,Situationen oder Ereignissen zugrunde liegen. 

Beispiel : 
Kontext "Wartezimmer beim Arzt" , in oberster Hierachieebene fällt einem vlt. der Begriff "Anmeldung" ein , eine Ebene darunter die Begriffe "Schlange stehen" usw.. 

EIne Ausprägung eines Schemas sind Srkipte , eine andere Form der Wissensrepräsentation . Was versteht man in diesem Zusammenhang unter einem Skript? 

Ein Skript erweitert eine Assoziation (wie Sie durch ein Schema geschieht) um typische Handlungsfolgen , die in diesem Kontext (erfahrungsgemäß) anzuwenden sind. Skripte erlauben es dem menschen ständig wiederkehrende Aufgaben ohne großen mentalen Aufwand durchführen zu können und Entscheidungen teilweise automatisiert fällen zu können. 

Beispiel : Philipp Lahm trifft am Flughafen auf einen Jungen mit Papier und Stift in den Händen, sein Skript sagt :"Der will ein Autogramm von mir" (Kontext : Flughafen , Empfangshalle, Eintreffen einer Mannschaft aus Stars). 

 

Was ist ein mentales Modell? 
Wann bezeichnet man ein System als intuitiv? 

Mentale Modelle sind die Kombination aus Wissen auf dem Langzeitgedächtnis und dem Nutzungskontext. Sie werden im Working Memory generiert und repräsentieren Wissen in einer zur Anwendung günsitgen Form. Mentale Modelle werden auf einen triggernden Reiz hin generiert.  
Wenn ein Experte genau über die funktionsweise eines Systems bescheid weiß ,verfügt er beispielsweise über ein strukturelles mentales modell. 

Ein System ist jedoch erst dann intiutiv, wenn keinerlei Handlungsbezogenes Wissen zu dessen Benutzung notwendig ist. (Kein strukturiertes mentales Modell generiert werden muss )

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