Mathematik für PhysikerInnen 3 - Teil 1: Differentialgleichungen

Differentialgleichungen, Variationsprobleme, Vektoranalysis im Mehrdimensionalen, Fourier-Analyse

Differentialgleichungen, Variationsprobleme, Vektoranalysis im Mehrdimensionalen, Fourier-Analyse


J. R.
Diese Lernkarten behandeln Differentialgleichungen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Lösungen, Funktionen, Systeme und Anfangswertprobleme, wobei verschiedene Typen von Differentialgleichungen wie lineare, inhomogene und zeitabhängige Gleichungen behandelt werden. Studierende der Physik profitieren davon, da sie die mathematischen Grundlagen für physikalische Anwendungen verstehen und lösen lernen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Physique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
10.02.2015 / 31.07.2022

Flashcards

Definiere: Gewöhnliche Differentialgleichungen.

Gewöhnliche Differentialgleichungen sind die, die NUR nach 1 Variable abgeleitet werden.

Definiere: Differentialgleichungen mit getrennten Variablen.

Differentialgleichungen der Form  \(y' = f(x)\cdot g(y(x))\) heißen Differentialgleichungen mit getrennten Variablen.

Mit welcher Methode werden Differentialgleichungen mit getrennten Variablen gelöst?

Trennung der Variablen.

Wie lautet die Methode Trennung der Variablen zur Lösung von DGLen mit getrennten Variablen?

Die DGL mit getrennten Variablen  \(y' = f(x)\cdot g(y(x)) \) kann man folgendermaßen lösen:

\(y' = f(x)\cdot g(y(x)) \leftrightarrow \frac{y'}{g(y(x))} = f(x)~;~ g(y(x)) \neq 0\)

Seien nun \(F(x) \) Stammfunktion von \(f(x)\) und \(G(y(x))\) Stammfunktion von \(\frac{1}{g(y(x))}\). Dann lauten die Ableitungen nach x, wie folgt:

1) \(\frac{d}{dx} F(x) = f(x) \)

2) \(\frac{d}{dx} G(y(x)) = \frac{1}{g(y(x))}\cdot y'(x)\)

Die DGL besagt also 

\(\frac{d}{dx} F(x) = \frac{d}{dx} G(y(x)) \)

\(\frac{d}{dx} [G(y(x))-F(x)] = 0\)

Für eine Lösung gilt dann:

\(F(x) = G(y(x)) + C ~;~ C\in \mathbb{R}\)

Definiere: Exakte Differentialgleichung.

Eine Differentialgleichung der Form \(f(x,y) + g(x,y)y'=0\)heißt genau dann exakt, wenn es eine Funktion \(F(x,y) \) für die gilt:

\(\frac{dF}{dx} = f(x,y)~~~;~~~\frac{dF}{dy} = g(x,y).\)

AUCH: Seien \(f,g\) stetig, differenzierbar und auf einem Rechteck definiert sind. Dann gilt: \(\frac{\partial f}{\partial y} = \frac{\partial g}{\partial x}.\)

 

Wie lautet die allgemeine Lösung von exakte Differentialgleichungen?

Die Lösung \(y(x)\) muss folgendes erfüllen:

\(0 = \frac{\partial F}{\partial y}(x,y(x))\cdot y'+ \frac{\partial F}{\partial x}(x,y(x)).\)

Nach Kettenregel lautet dann die Gleichung

\(0 = \frac{d}{dx} F(x,y(x))\)

\(\rightarrow F(x,y(x)) = C~~~;~~~C\in\mathbb{R}\)

Unter welchem Annahmen sind folgende Aussagen äquivalent?

i) Es ex. eine Funktion \(F: \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}\) füt die gilt: \(\frac{\partial F}{\partial x} (x,y(x)) = f(x,y(x))~~~;~~~\frac{\partial F}{\partial y} (x,y(x)) = g(x,y(x)).\)

ii) \(\forall (x,y) \in \mathbb{R}\) gilt \(\frac{\partial f}{\partial y} (x,y(x)) = \frac{\partial g}{\partial x} (x,y(x)).\)

Die Aussagen sind äquivalent, wenn \(f,g\) auf einem Rechteck \(R\)

\(R = \{ (x,y)\in\mathbb{R}| x_0-a< x < x_0+a~;~y_0-b< y < y_0+b\}\)

definierte stetig differenzierbaren reellwertigen Funktionen.

Definiere: Integrierende Faktoren.

Angenommen, die DGL

 \(f(x,y(x))+g(x,y(x))y'=0\)                        (1)

sei nicht exakt. Dann kann man eine Funktion \(M(x,y(x))\)finden, sodass die DGL

 \(M\cdot f+M\cdot g\cdot y'=0\)                                        (2)

exakt ist.  

\(M(x,y(x))\) ist ein integrierender Faktor. 

Ist \(M(x,y(x)) \ne 0 ~~~;\forall (x,y)\), so folgt dass \((1) \leftrightarrow (2)\).
 

Wie findet man einen integrierenden Faktor \(M(x,y(x))\)?

Damit eine DGL der Form

 \(M(x,y(x))\cdot(f(x,y(x))+g(x,y(x))y')=0\)

exakt ist, gilt

 \(\frac{\partial}{\partial x} (M\cdot g) = \frac{\partial}{\partial y} (M\cdot f)\)

d.h.

\(\frac{\partial M}{\partial x}g + M\frac{\partial g}{\partial x} = \frac{\partial M }{\partial y}f + M\frac{\partial f}{\partial y} \) 

Daraus kann man einen integrierenden Faktor finden.

 

Definiere: Anfangswertproblem für Differentialgleichungen erster Ordnung.

Sei \(f(x,y)\) eine reellwertige Funktion, von der wir annehmen, dass sie auf einer offenen Teilmenge \(U \subseteq \mathbb{R}^2\) definiert ist. Dann lautet die allgemeine DGL erster Ordnung

\(y' = f(x,y).\)

Das Anfangswertproblem zur diesen DGL lautet:

Gegeben sei \((x_0,y_0)\in U \), finde eine Funktion \(y(x)\), die auf einem offenen Intervall um \(x_0\) definiert ist, eine Lösung der obigen DGL und die Anfangsbedingungen

\(y(x_0) = y_0\)

erfüllt.

Existenzsatz von Peano.

Sei  \(U \subseteq \mathbb{R}^2\)ein offen und sei \(f: \mathbb{R} \rightarrow \mathbb{R}\) eine stetige Funktion. Dann hat für jedes \((x_0,y_0)\in U\) das Anfangswertproblem 

\(y' = f(x,y(x))\)

\(y(x_0) = y_0\)

eine auf einem offenen Intervall um \(x_0\) definierte Lösung. 

BEACHTE: KEINE AUSSAGE ÜBER DIE EINDEUTIGKEIT DER LÖSUNGEN!!

Existenz- und Eindeutigkeitssatz von Picard & Lindelöf.

Sei \(U \subseteq \mathbb{R}^2\)offen. Sei  \(f: U \rightarrow\mathbb{R}, ~~f(x,y)\) eine stetig auf  \(U\), in der 2. Variablen diffenrenzierbare Funktion.

Dann gibt es für \((x_0,y_0) \in U\)ein offenes Intervall \(I\) um \(x_0\), sodass das Anfangswertproblem

\(y'=f(x,y(x))\)

\(y(x_0)=y_0\)

genau eine auf dem Intervall \(I\)definierte Lösung besitzt.

 

Definiere: Polygonzugverfahren von Euler zum Beweis der Existenz von Lösungen.

Sei  \(x_k = x_0 + kh,~~~~y_h(x_0)=y_0.\)

1) Für \(k = 1, 2, 3, \dots\) gilt:

\(y_h(x_k) = y_h(x_{k-1})+hf(x_{k-1},y_h(x_{k-1})).\)

 

2) Für \(k= -1, -2, -3,\dots\) gilt:

\(y_h(x_k) = y_h(x_{k+1})-hf(x_{k+1},y_h(x_{k+1})).\)

Zwischen den Werten \(x_k\) interpoliert \(y_h \) linear. Unter den Vorausetzungen von den Satz von Peano konvergiert \(y_h \rightarrow y_L\)

wenn \(h \rightarrow 0\) gegen eine Lösung \(y_L\) des Anfangswertproblems.

Definiere: Iterationsverfahren von Picard.

TIPP:

Integralgleichung: Angenommen,  \(\Phi(x) \) sei eine Funktion, die auf dem Intervall \(I \subseteq \mathbb{R}\) definiert ist. Dann ist  \(\Phi(x)\) genau eine Lösung des Anfangswertproblems, wenn diese Funktion für alle \(x\in I\) folgende Gleichung erfüllt

\(\Phi(x) = y_0 + \int^x_{x_0} f(t,\Phi(t))dt.\)

Der Iterationsverfahren von Picard lautet: 

1) Man startet mit \(\Phi_0(x) = y_0\).

2) Man definiere \(\Phi_n(x) \) für \(n = 1,2,3,...\)rekursiv durch \(\Phi_{n+1}(x) = y_0 + \int^x_{x_0} f(t,\Phi_n(t)).\)

Wann und wie verändern die Integrierenden Faktoren \(M(x,y(x))\) die Lösungsmenge?

  1. Gar nicht, ...
  2. Lösungen fallen weg, ...
  3. Lösungen kommen hinzu, ...

Die Lösungsmenge variieren folgenderweise:

  1.  ..., wenn die Definitionsbereiche von \(M(x,y(x))\)und \(f,g\) gleich groß sind und beide DGL dieselben Nullstellen besitzen.  \(\Rightarrow \) DGL und DGL\(\cdot M(x,y(x))\) sind äquivalent.
  2. ..., falls der Definitionsbereich von \(M(x,y(x))\) kleiner als der von \(f,g\) ist.
  3. ..., bei Nullstellen von \(M(x,y(x)) \), die aber nicht von der ursprüngliche DGL waren.

Definiere: Integralgleichung.

 

 

 Angenommen,  \(\Phi(x) \) sei eine Funktion, die auf dem Intervall \(I \subseteq \mathbb{R}\) definiert ist.

Dann ist  \(\Phi(x)\) genau eine Lösung des Anfangswertproblems, wenn diese Funktion für alle \(x\in I\) folgende Gleichung erfüllt

\(\Phi(x) = y_0 + \int^x_{x_0} f(t,\Phi(t))dt.\)

 

I

Definiere: Punktweise Konvergenz.

Sei \(I\subseteq\mathbb{R}\) und \(\Phi_n: I \rightarrow \mathbb{R}~~;~~n\in\mathbb{N}\) eine Folge von Funktionen

Dann konvergiert \((\Phi_n)_{n\in\mathbb{N}}\) punktweise gegen eine Funktion \(\Phi: I\rightarrow \mathbb{R}\), wenn für alle \(x\in I\) gilt:

\(\displaystyle\lim_{n\to \infty} \Phi_n =\Phi.\)

D.h. wenn gilt:

Für jedes \(x\in I\) und jedes \(\epsilon > 0\) gibt es eine Zahl \(N_{x,\epsilon}\in U: |\Phi_n(x)-\Phi(x)|<\epsilon ~;~\forall n\ge N_{x,\epsilon}.\)

Definiere: Gleichmäßige Konvergenz.

Sei \(I\subseteq\mathbb{R}\) und \(\Phi_n: I \rightarrow \mathbb{R}~~;~~n\in\mathbb{N}\) eine Folge von Funktionen 

Dann konvergiert \((\Phi_n)_{n\in\mathbb{N}}\) gleichmäßig gegen eine Funktion \(\Phi: I\rightarrow \mathbb{R}\), wenn zu jedem \(\epsilon > 0\) eine Zahl 

 \(N_{x,\epsilon}\in \mathbb{N}\), sodass \( |\Phi_n(x)-\Phi(x)|<\epsilon ~;~\forall n\ge N_{x,\epsilon}~~ \text{und} ~~\forall x\in I.\)

 

 

Welche Eigenschaft besitzt die Grenzfunktion, wenn eine Folge stetiger Funktionen gleichmäßig konvergiert?

Wenn eine Folge stetiger Funktionen gleichmäßig konvergiert, dann ist auch die Grenzfunktion stetig.

Definiere: Systeme von Differentialgleichungen.

Jede DGL n-ter Ordnung ist in ein System von DGL erster Ordnung umwendbar. Dies kann man wie folgt schreiben:

\(\dot{\vec x} \)\(= \vec{f}(t,\vec{x}).\)                        

Definiere: Autonome Differentialgleichung.

Eine DGL heißt autonom, wenn die unabhängige Variable -oft die Zeit \(t\)- nicht explizit vorkommt.

Welche geometrische Deutung hat ein autonomes System von Differentialgleichungen erster Ordnung

\(\dot{\vec x} \)\(= \vec{f}(t,\vec{x})\),

wobei \(\vec{f}: \mathbb{R}^n \rightarrow \mathbb{R}^n\)?

Die Funktion \(\vec{f} \) dieses Systems beschreibt einen stationären Vektorfeld.

Definiere: Superpositionsprinzip, auch Überlagerungsprinzip.

Sei \(A\in\mathbb{R}^{nxn}\).  

1) Wenn \(x(t)\) eine Lösung der Differentialgleichung \(\dot{\vec x} = A\vec{x}\) ist, dann ist auch \(c \cdot\vec{x}(t)\) eine Lösung für alle \(c\in\mathbb{C}\). 

2) Wenn \(\vec{x_1}, \vec{x_2}\) Lösungen sind, dann ist auch \(\vec{x_1}+\vec{x_2}\) eine Lösung.

Definiere: Homogene lineare Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten.

Homogene lineare Differentialgleichungen mit konstanten Koeffizienten sind Differentialgleichungen der Gestalt:

\(x^{(n)} = f(x,\dot{x},\ddot{x},\dots,x^{(n-1)})\)

\(x^{(n)} = a_0x+a_1\dot{x}+a_2\ddot{x}+\dots+a_{n-1}x^{(n-1)}\),

wobei \(a_0,a_1,a_2,\dots, a_{n-1}\in\mathbb{R},\mathbb{C}\) sind.

Welcher Gestalt hat das System von Differentialgleichungen erster Ordnung, wenn die Differentialgleichung n-ter Ordnung homogen und linear ist und konstante Koeffizienten besitzt?

Das System erster Ordnung lautet dann:

\(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)

wobei  \(A_{m,n} = \begin{pmatrix} a_{1,1} & a_{1,2} & \cdots & a_{1,n} \\ a_{2,1} & a_{2,2} & \cdots & a_{2,n} \\ \vdots & \vdots & \ddots & \vdots \\ a_{m,1} & a_{m,2} & \cdots & a_{m,n} \end{pmatrix}\) ist.

Wie lauten die Lösungen von Differentialgleichungen der Form \(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)?

Sei die Matrix \(A\) ist eine Basis aus Eigenvektoren \(v_1,\dots v_n\) zu den Eigenwerten \(\lambda_1,\dots,\lambda_n\).

Die allgemeine Form der Lösungen für die Systeme erster Ordnung lautet:

\(\vec{x}_n = e^{\lambda_nt}\cdot\vec{v_n}\).

Jede Lösung um \(\dot{\vec x} = A\vec{x}\) ist eine Linearkombination dieser n-Lösungen.

ERINNERUNG: Komplexe zahlen.

Wie lauten der Realteil und der Imaginärteil der komplexen Zahl \(z = x + iy\)?

  • Der Realteil: \(Re(z) = x = \frac{1}{2}(z+\bar{z})\),
  • Der Imaginärteil: \(Im(z) = x = \frac{1}{2i}(\bar{z}-z)\).

Definiere: Anfangswertproblem.

Eine Differentialgleichung erster Ordnung \(y' = f(x,y)\)  mit der Anfangsbedingung \(y(x_0) =y_0\) ist ein Anfangswertproblem.

Sei \(A\in\mathbb{C}^{nxn}\). Welche Dimension hat den Lösungsraum der folgenden Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten

\(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)

\(x(t_0) = x_0\)?

 

Der Lösungsraum ist n-dimensional.

Beweisidee -in Stichwörter-: Matrix \(A\)ist eine Basis aus Eigenvektoren \(v_i; i\in\{1,2,3\dots\}\) zu den Eigenwerten \(\lambda_i\). Lösung der DGL: Linearkombination von \(\vec{x}_n = e^{\lambda_nt}v_n\).

Sei \(A\in\mathbb{C}^{nxn}\). Wie lautet die Lösung des Anfangswertproblems

\(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)

\(x(0) = x_0\)?

Sie lautet \(\vec{x}(t) = e^{tA}\vec{x_0}\)  .

Wie berechnet man \(e^{~A} ; ~A\in\mathbb{C}^{nxn}\) ? \(A\) ist diagonalisierbar.

Wenn \(A\) diagonalisierbar ist, dann gibt es eine Basis \(v_1,\dots,v_n\) aus Eigenvektoren von \(A\);  \(\lambda_1,\dots,\lambda_n\)  sind die dazugehörigen Eigenwerte. Somit lautet die Rechnung:

\(e^{~A} = \sum^\infty_{k=0} \frac{1}{k!}A^k = \begin{pmatrix} e^{\lambda_1} & 0 & \cdots & 0\\ 0 & e^{\lambda_2} & 0 & \vdots \\ \vdots & 0 & \ddots & 0 \\ 0 & \cdots & 0 & e^{\lambda_n} \end{pmatrix}\).

Wie berechnet man \(e^{~A} ; ~A\in\mathbb{C}^{nxn}\) ? \(A\) ist  nicht diagonalisierbar.

Dann lässt sich \(A\) immerhin in Jordanischer Normalform darstellen, dh.:

\(A = \begin{pmatrix} J_1 & 0 & \cdots & 0\\ 0 & J_2 & 0 & \vdots \\ \vdots & 0 & \ddots & 0 \\ 0 & \cdots & 0 & J_n \end{pmatrix}\),

wobei \(J_k = \begin{pmatrix} \lambda_1 & 1 & \cdots & 0\\ 0 & \lambda_2 & 1 & \vdots \\ \vdots & 0 & \ddots & 1 \\ 0 & \cdots & 0 & \lambda_n \end{pmatrix}\) der Jordan-Block ist. Somit lautet dann \(e^{~A} = \begin{pmatrix} e^{J_1} & 0 & \cdots & 0\\ 0 & e^{J_2} & 0 & \vdots \\ \vdots & 0 & \ddots & 0 \\ 0 & \cdots & 0 & e^{J_n} \end{pmatrix}\).

 

Wie lautet der Exponential-Ansatz für den Anfangswertproblem eines homogenen linearen Systems von DGLen erster Ordnung mit konstanten Koeffizienten?

Ansatz: \(x(t) = e^{\lambda t}\)

  1. Charakteristischer Polynom erstellen.
  2. Bestimmung der Nullstellen.
    1. Wenn es n verschiede Lösungen gibt, dann lautet die allgemeine Lösung \(X(t) = c_1e^{\lambda_1 t}+ \dots+c_ne^{\lambda_n t} ; c_k\in\mathbb{C}\)
    2. Wenn 1 Nullstelle der Vielfachheit k ist, dann ist \(e^{\lambda t}\)Lösung von \(X(t)\) , sondern es sind auch \(te^{\lambda t}, t²e^{\lambda t},\dots,t^{k-1}e^{\lambda t}\) Lösungen.

 

 

Sei \(A\in\mathbb{C}^{nxn}\). Wie lautet die Lösung des Anfangswertproblems

\(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)

\(x(t_0) = x_0\)?

Sie lautet \(\vec{x} = e^{~ A(t-t_0)}\vec{x_0}\).

Welcher Gestalt haben die allgemeinen linearen gewöhnlichen Differentialgleichungen, die außerdem inhomogen und zeitabhängig sind?

Der lautet \(\dot{\vec x} = A\vec{x}+\vec{b}(t)\).

Satz: Lösungsraum der homogenen Gleichung.

Die Menge aller Lösungen der homogenen Gleichung

\(\dot{\vec x} = A\vec{x}\)

ist ein Vektorraum der Dimension n. Das heißt:

  • Superpositionsprinzip gilt.
  • Linear unabhängige Lösungen sind als Linearkombination mit eindeutig bestimmten Koeffizienten wieder Lösungen.
  • Die Lösungen \(\vec{x_1},\dots, \vec{x_n}\) werden dann Lösungsbasis oder Fundamentalsystem von Lösungen genannt.

 Seien  \(\vec{x_1}(t), \dots, \vec{x_k}(t)\) Lösungen der homogen Differentialgleichung \(\dot{\vec{x}} = A(t)\vec{x}\).  Seien nun die Vektoren  \(\vec{x_1}(t), \dots, \vec{x_k}(t)\) für einen \(t\) linear unabhängig. Welche Folgerungen hat diese Aussage?

 

Aus dem Satz folgt:

  1. Die Vektoren \(\vec{x_1}(t), \dots, \vec{x_k}(t)\)  sind dann für alle \(t\) linear unabhängig.
  2. Die Funktionen  \(\vec{x_1}(t), \dots, \vec{x_k}(t)\) sind linear unbahängig, dh. aus 

\(\forall t: c_1\vec{x_1}(t)+c_2\vec{x_2}(t)+\dots+c_k\vec{x_k}(t) =0\)

dann folgt: \(c_1 = c_2=\dots=c_k=0\).

 

 

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