Vorbereitung für die EBC*L Stufe B


Marieta Rozova
Diese Lernkarten bieten einen Einblick in die Grundlagen des Marketings, mit Fokus auf den Kunden, Marktforschung und Produktstrategien. Sie decken Begriffe wie Kundenbindung, Marktforschung, Stichproben und Zielgruppen ab, sowie die Bedeutung von Validität, Reliabilität und Objektivität in der Marktforschung. Ideal für Berufslehrlinge, die verstehen möchten, wie Unternehmen Kundenbedürfnisse analysieren und gezielt ansprechen, um erfolgreiche Marketingstrategien zu entwickeln.
Karten
39
Lernende
7
Sprache
Deutsch
Kategorie
Marketing
Stufe
Berufslehre
Erstellt / Aktualisiert
18.05.2014 / 10.11.2025

Lernkarten

Was versteht man unter  "Marketing"?

Unter Marketing versteht man eine streng auf die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtete Unternehmenspolitik. Das Marketing kann dabei ausgerichtet sein auf :

  • die direkte Gewwinung neuer Kunden (z.B. durch Versenden eines Mailingbriefs mit Bestellmöglichkeit);
  • die allgemeine Bekanntheit des Unternehmens oder des Produkts zu erhöhen oder
  • das Image des Unternehmens oder des Produkts zu verbessern

Instrumente des Marketing:

  • Marktforschung
  • Produktpolitik
  • Preis- und Konditionenpolitik
  • Vertriebspolitik
  • Kommunikationspolitik (Werbung, PR)
  • Verkauf  

In den amerikanischen Literatur werden diese Marketinginstrumente unter den "4P's" gennant. (Product/ Price/ Place/ Promotion)

 

Was wird unter Marketing-Mix verstanden?

Die optimale Abstimmung der verschiedenen Marketinginstrumente.

Externes Marketing ist:

auf den Endkunden eines UNs ausgerichtet.

Internes Marketing :

richtet sich an Zielgruppen innerhalb des UNs (Mitarbeiter, Vorgesetzte, Abteilungen). Beispiel dafür:

  • für einen Betriebsausflug sollen möglichst viele Teilnehmer gewonnen werden

Selbstmarketing

vermarktet wird die eigene Person.

Selbstmarketing ist nicht nur Schauspielern, Politikern oder Supermodels vorbehalten, sondern ist für jeden Menschen bedeutsam, der seine Vorzüge und Leistungen "ins rechte Licht" rücken möchte.
 

Wie ist einen Marketingplan aufgebaut?

Ein durchdachter und schriftlich fixierter Marketingplan beinhaltet folgende Eckpunkte:

  1. IST-Analyse - Ausgangssituation analysieren und den Anlass, warum Marketing betrieben werden soll
  2. Festlegung von Zielen: quantitative Ziele (z.B. Absatzsteigerung eines Produktes), qualitative Ziele (z.B. Steigerung des Bekanntheitsgrad eines UNs)
  3. Aktivitäten- und Zeitplan: Maßnahmen und Meilensteine formulieren, die mit einem Zeitplan unterlegt werden
  4. Kostenplan: Festlegung eines Marketingbudgets
  5. Kontrolle während und am Ende des Marketingprojektes: Überprüfung, ob die Meilensteine erreicht wurden, z.B. durch Analyse von Verkaufszahlen, Marktforschung usw.

Kaufmotive von Kunden:

  • Rationalverhalten: der Käufer handelt rational und bewertet die Alternativen nach einer umfassenden Informationsphase nach dem Wirtschaftlichkeitskriterium - das maximale Ergebnis zum bestmöglichen Preis erzielen
  • Impulsverhalten: der Käufer lässt sich von seinen Gefühlen und Eingebungen leiten. Er verzichtet auf Informationen und handelt spontan.
  • Gewohnheitsverhalten: der Käufer verzichtet darauf, bei jedem Kauf eine neue Entscheidung zu treffen und verlässt sich auf bisherige Erfahrungen.
  • Sozial abhängiges Verhalten: der Käufer entscheidet nicht aufgrund eigener Informationen und Erfahrungen, sondern lässt sich von den Wertvorstellungen seiner Umwelt (Freunde, Mitarbeiter, berühmte Personen) leiten.

Wie ist die Maslow'sche Bedürfnispyramide aufgebaut?

Die Bedürfnisse eines Menschen werden in 5 verschiedene Kategorien eingeteilt:

  • Stufe 1: Körperliche Grundbedürfnisse (Essen und Trinken)
  • Stufe 2: Sicherheit (Arbeitsplatz, Gesundheit)
  • Stufe 3: Soziale Beziehung (Partnerschaft, Freundeskreis)
  • Stufe 4: Soziale Anerkennung (Wohlstand, Karriere, Macht)
  • Stufe 5: Selbstverwirklichung (Individualität, Talententfaltung, Kunst)

Die hierarchische Struktur ergibt sich daraus, dass Bedürfnisse aufeinander aufbauen. Erst wenn körperliche Grundbedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse  erfüllt sind, wird das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung aktiviert.

Was ist der Unterschied zwischen Bedürfnis und Bedarf?

Bedürfnisse hat jeder hunderte, aber nur ein Bruchteil davon kann tatsächlich erfüllt werden (zu wenig Geld, zu wenig Zeit). wird ein Bedürfnis zu einem konkreten Bedarf, liegt ein konkretes Kaufmotiv vor (Bereitschaft ist da, Geld/Zeit zu investieren).

Erläutern Sie die Phasen der Kaufentscheidung:

  1. Problemerkennung
  2. Informationssuche
  3. Bewertung der Alternativen (rationale/emotionale Kriterien)
  4. Kaufentscheidung
  5. Nachkauf-Bewertung

Was bedeutet den Begriff  "Kognitive Dissonanz"?

Menschen streben stets danach, ein inneres Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Hinderlich wäre, wenn man nach einer nicht mehr rückgängig zu machenden Entscheidung Zweifel daran hätte (=kognitive Dissonanz) und dadurch aus dem Gleichgewicht kommt. Daher wird man alle positiven Seiten einer Entscheidung hervorheben und die negativen Aspekte unter den Teppich kehren, um einekognitive Dissonanz zu vermeiden.

Erklären sie den Begriff  "Kundensegmentierung"

Einteilung der Kunden in verschiedene Gruppen, die dann gezielt angesprochen werden können, z.B. nach folgenden Kriterien:

  • demographisch (Alter, Geschlecht, Bildung)
  • geographisch (Stadt, Land, Sprache, Klima)
  • psychographisch (impulsiv, rational, konservativ, modern)
  • Privatkunden, Firmenkunden

Möglichkeiten zur Kundenqualifikation (Kundentypen):

guter Kunde / schlechter Kunde

interner Kunde / externer Kunde

Privatkunde / Firmenkunde

Frühentschlossene (Early Adopters) / Mehrheit (Majority) / Nachzügler (Laggards)

Was versteht man unter den Begriff  "Customer Relationship Management"(CRM)

Kundenbeziehungs-Management hat das Ziel die Beziehung zu den Kunden so zu gestalten, dass diese einem UN möglichst lange die Treue halten. Phasen des CRM:

  • Kundenidentifikation: Erfassen der Kundendaten, laufende Notizen über die Kundenbeziehung
  • Kundengewinnung: durch optimalen Einsatz der Marketing-Instrumente (Produkt, Preis, Werbung usw.)
  • Kundenbindung: durch Instrumente wie Stammkundenrabatte, Prämien, bevorzugte Behandlung usw.
  • Beschwerdemanagement: professionelle und freundliche Behandlung des reklamierenden Kunden und Finden einer Lösung für das aufgetretene Problem
  • Kundenrückgewinnung: Erforschen der Ursache, warum ein Kunde zu einem Mitbewerber wechselt und Versuch , durch attraktives Angebot oder bessere Betreuung den Kunden zurück zu gewinnen

Erklären Sie den Begriff "Gläserner Konsument"

Durch die Sammlung und Auswertung öffentlich zugänglicher Daten werden Konsumenten durchschaubar und berechenbar. Durch die Nutzung von Kreditkarten, Suchmaschinen, Versteigerungsbörsen oder Einkaufsforen im Internet usw. werden Spuren hinterlassen, die Rückschlüsse auf die jeweiligen Interessen von Konsumenten zulassen.

Erläutern Sie den Begriff "Datamining"

Mittels Dataminining werden große Datenmengen mit Hilfe statistischer oder rechnerischer Verfahren automatisch ausgewertet. Auf diese Weise werden Regeln und Muster im Kundenverhalten erkennbar, und Marketing- u. Verkaufsstrategien darauf ausgerichtet.

Nennen Sie Kundenbindungsinstrumente:

  • Stammkundenrabatte
  • Prämien, die gutgeschrieben werden, wenn eine gewisse Umsatzhöhe erreicht wird
  • bevorzugte Behandlung (z.B. keine Wartezeiten)
  • Geschenke (Geburtstag, Weihnachten)
  • Einladungen zu Firmenfeiern
  • Gratisflüge

Meistens sind solche Kundenbindungsmaßnahmen an die Ausstellung einer Kundenkarte gekoppelt.

Erklären Sie den Begriff  "Beschwerdemanagement"

Um Kunden binden zu können, wird es manchmal auch notwendig sein, enttäuschte Kunden wieder mit dem Unternehmen "zu versöhnen".

  • Es bietet die chance, einen treuen und zufriedenen Kunden zu gewinnen, wenn dessen Beschwerde ernst genommen und eine befriedigende Lösung herbeigeführt wird.
  • Man bekommt wichtiges Feedback, was man in Zukunft besser machen sollte.
  • Die professionelle und freundliche Behandlung einer Beschwerde kann verärgerte Kunden mit dem Unternehmen "versöhnen" und dadurch das Entstehen eines größeren Schadens vermieden werden (z.B schlechte Mundpropaganda, Folgekunden haben das gleiche Problem.)

Erläutern Sie den Begriff  "Cross Selling"
 

Marketingstrategie, die darauf  abzielt, einem Kunden zusätzlich zum aktuell getätigten Kauf auch andere Produkte und Leistungen zu verkaufen, indem man versucht herauszufinden, welchen weiteren Bedarf ein Kunde hat.

z.B: Wenn man Skiunterwäsche kaufen will, und dann das Geschäft mit einem neuen Anorak, dazu passender Haube und neuen Skiern verlassen hat.

Was bedeutet den Begriff  "Vollkundenprinzip"?

Marketingstrategie, die darauf abzielt, einen Kunden nicht nur in einer Produktsparte zu betreuen, sondern ihn auch im Rahmen anderer Produktsparten als Kunden zu gewinnen.

z.B: Kunde hat eine Pkw-Haftpflichtversicherung und auch Bedarf nach einer Haushaltsversicherung, nach einer Finanz-Anlage, nach einer Unfallversicherung etc.

Mögliche Gründe zur Kundenrückgewinnung:

  • rationale Gründe: die Konkurrenz bietet ein besseres Produkt (höhere Qualität, günstigerer Preis, schnellere zustellung..)
  • emotionale Gründe: Der Kunde ist vom UN oder Verkäufer enttäuscht.

Gründe zum Scheitern eines Produkts:
 

  • keine Interesse, keinen Bedarf, kleine oder keine Nachfrage
  • entweder zu teuer oder zu bilig
  • das Design zu grell oder zu unauffällig ist
  • die Werbung zu provokant oder zu langweilig ist

Nennen Sie die Phasen der Marktforschung:

Je besser ein Markt erforscht ist, umso zielgerichteter können weitere Marketingaktivitäten (Produktpolitik, Werbung..) geplant und umgesetzt werden. Bereiche der MaFo sind:

  • die Kunden ("König Kunde")
  • der Wettbewerb (=Konkurrenz, Mitbewerber)
  • Beschaffungsmärkte (Arbeitsmarkt, Lieferanten)

Nennen Sie die Kriterien der Marktforschung:

  1. Validität
  2. Reliabilität
  3. Objektivität

Erläutern Sie den Begriff  "Validität"

Es muss tatsächlich das gemessen werden, was auch wirklich gemessen werden soll (was das Erhebungsziel ist)

Erläutern Sie den Begriff  "Reliabilität"

Man soll sich in einem hohem Ausmaß darauf verlassen können, dass ein erforschtes Ergebnis auch tatsächlich der Wahrheit (=der Realität) entspricht. Faktoren, die die Realiabilität (=Zuverlässigkeit) beeinflussen:

  • Große der Stichprobe (in Englisch:sample)
  • Qualität der Stichprobe

Erläutern Sie den Begriff  "Objektivität"

Das gleiche Ergebnis sollte auch dann zustande kommen, wenn andere Personen eine Erhebung durchgeführt hätten.

Was versteht man unter Größe der Stichprobe?

Darunter versteht man, jene Anzahl an Probanden,die an einer Erhebung teilnehmen. Das berühmte "Ein-Personen-Sample" - man befragt sich selbst - wird kaum reliable Aussagen bringen können.

Was versteht man unter Qualität der Stichprobe?

Darunter sind jene Kriterien zu verstehen, nach denen die zu befragenden Personen ausgewählt werden. Die gewählte Stichprobe soll einen representativen Ausschnitt jener Personen darstellen, die Zielgruppe des Produkts sind.

Was versteht man unter dem Begriff  "Stichprobe"?

Unter Stichprobe versteht man eine ausgewählte Teilmenge bzw. jene Anzahl an Probanden, die an einer Erhebung teilnimmt. Im Bereich der MaFo besteht das Ziel darin, durch die Stichprobe aussagekräftige Ergebnisse zu gewinnen, die auf die gesamte Zielgruppe eines Marktes schließen lassen. Einflussfaktoren einer Stichprobe sind:

  • der Umfang der genommenen Stichprobe (je größer, desto aussagekräftiger die Ergebnisse)
  • die Qualität der Stichprobe: bei der Auswahl ist darauf zu achten, eine repräsentative Stichprobe zu erhalten, also jene Personen, die tatsächlich zur Zielgruppe gehören

Phasen der Marktforschung:

Phase 1: Definition der Aufgabenstellung - Was will man tatsächlich wissen?

Phase 2: Auswahl und Durchführung der Erhebungsmethode - Als Instrumente stehen z.B. zur Verfügung: Beobachtung, Befragung, Test

Phase 3: Auswertung der Daten

Phase 4: Interpretation der Ergebnisse

Was ist der Unterschied zwischen primäre und sekundäre MaFo?

Primäre MaFo = Erhebungen werden selbst durchgeführt, indem Marktteilnehmen erstmalig und direkt "erforscht" werden (Auswahl einer Stichprobe und Untersuchungsvefahren).

Bei der sekundären MaFo werden die Erkentnisse aus bereits vorliegenden Daten gewonnen, z.B: durch das Studium von Literatur, bestehender Studien, Internet-Recherchen etc.

Welche sind die Methoden der primäre MaFo?

  • Befragung - schriftlich oder mündlich - Basis ist ein standartisierter schriftlicher Fragebogen
  • Beobachtung: es wird - entweder offen oder verdeckt - beobachtet, wie sich Probanden in einer bestimmten Situation verhalten (zeigen sie sich begeistert, bestellen sie öfters, gibt es Beschwerden etc.)
  • Test: hier wird den Probanden die Möglichkeit gegeben, ein Produkt zu probieren. Im Anschluss daran werden Sie mittels Befragung um ein Urteil gebeten.

Nennen Sie mögliche Fehlerquelen der MaFo?

  • unzureichend genaue Problemdefinition
  • falsche Methodenauswahl
  • Fehler bei der Durchführung (z.B. nicht objektive Interviewer)
  • Fehler bei der Dateneingabe und Auswertung
  • Fehler bei der Interpretation der Ergebnisse

Unterschied zwischen Privatkunden und Firmenkunden:

Firmenkunden unterscheiden sich von Privatkunden in folgenden wesentlichen Punkten:

  • größere Menge und Umsätze
  • mehrere Personen sind in den Entscheidungsprozess mit eingebunden
  • Entscheidungsprozesse dauern länger
  • Firmen entscheiden tendenziell rationaler, als Privatkunden
  • Firmen sind fordernder (höhe Ansprüche an Qualität und Zuverlässigkeit)

Unterschied zwischen interne und externe Kunden:

 

Nicht nur die Endkunde eines Unternehmens sind privilegiert einer Kundenbetreung zu genießen, sondern auch die Kollegen anderer Abteilungen wie Kunden behandelt werden sollen.

Guter Kunde - Schlechter Kunde:

Die schlechten Kunden :

  • mehr kosten, als sie bringen
  • einem das Leben bewusst oder unbewusst unnötig schwer machen
  • unsympatisch sind/ eine lange andauernde Kundenbeziehung unweigerlich mit einem Magengeschwür enden würde

Kundentypen:

  • Early Adopters - Personen, die stets am Puls der Zeit leben und jedes neue Produkt als erste besitzen
  • Majority - erst dann zugreift, wenn sich ein Produkts bereits bewährt hat
  • Laggards- diese überlegen sich vermutlich noch immer , ob sie ihr erstes Handy erstehen sollen und wägen immer wieder die Vor- und Nachteile ab.

Lernen