Makroökonomik I - VGR
Modul für Bachelor VWL FU Berlin WiSe 14/15
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Flashcards
Modell geschlossene VW lange Frist
- 3 Akteure: private Haushalte, Unternehmen, Staat
- 3 Märkte: Faktor-, Güter und Finanzmärkte
- Wie werden die Pläne der 3 Akteuere auf den 3 Märkten in Übereinstimmung gebracht? - Allgemeines Gleichgewicht
- exogen: Produktionsfaktoren sind gegeben
- endogen: Preise passen sich an
Produktionfaktoren - geschlossene VW (lange Frist)
Bestand an Produktionsfaktoren Arbeit (L) und Kapital (K) wird hier als gegeben (konstant) angenommen:
\(L= \bar{L}, \ K=\bar{K}\)
Annahmen:
- keine Unterauslastung der Produktionsfaktoren (keine Arbeitslosigkeit)
- demografische Veränderung und Änderung des Kapitalstocks durch (positive) Nettoinvestitionen (Kapazitätseffekte) werden hier vernachlässigt -> Wachstumstheorie
- Produktionstechnologie ist gegeben -> Wachstumstheorie
Produktionsfunktion - geschlossene VW (lange Frist)
Beschreibt die verfügbare Produktionstechnologie einer VW - wie viel Output, Y, kann mit der verfügbaren Menge an Arbeit und Kapital maximal erzeugt werden?
\(Y=F(L,K)\)
Annahmen:
- gilt für ein gegebenes Niveau des technologische Fortschritts
- Annahme konstanter Skalenerträge -> wichtige Implikation bez. der Verteilung des BIP
- als gegeben angenommener Bestand an Produktionsfaktoren und gegebene Produktionsfunktion bestimmen den Output der VW als feste Größe:
\(Y=F(\bar{L},\bar{K})=\bar{Y}\)
Faktorpreise
- Bei gegebenen Bestand an Produktionsfaktoren wird die Einkommensverteilung durch die Faktorpreise (Lohnsatz, Zinssatz) bestimmt
- Der gleichgewichtige Faktorpreis wird durch den Schnittpunkt von fallend verlaufender Faktornachfragekurve und vertikaler Faktorangebotskurve bestimmt
- Unter Wettbewerbsbedingungen bestimmt sich die Arbeitsnachfrage eines gewinnmax. Unternehmens implizit durch:
\(GPL=W/P\) - und die Kapitalnachfrage durch:
\(GPK=R/P\)
Verteilung des BIP
Entspricht die Faktorentlohnung dem Grenzprodukt des jeweiligen Produktionsfaktors und weist die Produktionsfunktion konstante Skalenerträge auf, gilt:
\(Y\quad = GPL \times GPK \times K=\underbrace{(W/P)\times L}_{Lohneinkommen}+\underbrace{(R/P)\times K}_{Kapitaleinkommen}\)
- es verbleibt kein ökonomischer Gewinn (Unternehmensgewinn) nachdem die Produktuinsfaktoren entsprechend ihrem Beitrag zur Produktion entlohn wurden! \((UG:=Y-GPL\times L-GPK \times K)\)
- mathematisch folgt dies aus dem Eulerschen Theorem für lineare homogene Funktionen (hier: konstante Skalenerträge)
- Kapitalerträge und Unternehmensgewinn werden als buchhalterischer Gewinn bezeichnet; dieser entspricht hier den Kapitalerträgen
Gesamtwirtschaftliche Güternachfrage
In der geschlossenen VW gibt es für die Produktion 3 Verwendungsmöglichkeiten (Inlandsproduktsidentität):
\(Y=C+I+G\)
C - privater Konsum
I - private Investition
G - Staatsausgaben
Privater Konsum
Nach der "Keynesianischen" Konsumhypothese hängt der private Konsum vom verfügbaren Einkommen \((Y^v=Y-T)\) der privaten Haushalte ab, mit T:= direkte Steuern - Transfers
Die Haushalte teilen das verfügbare Einkommen auf Konsum und Ersparnis auf: \(C=C(Y^v);\ S=Y^v-C(Y^v)\)
Bsp. lineare Konsumfunktion
\(C= \alpha + \beta Y^v\)
\({\delta C \over \delta Y^v}=\beta\):= marginale Konsumquote, \(0 \leq \beta \leq 1\)
\({C \over Y^v}={\alpha \over Y^v}+\beta\):= durchschn. Konsumquote, \({\delta (C/Y^v)\over \delta Y^v}=-{\alpha \over (Y^v)^2}<0\)
"Keynesianische" Konsumfunktion
- zentraler Baustein der "Keynesianischen" Makroökonomie Aggregierte Nachfrage bestimmt Beschäftigung
- widerspricht aber "neoklassischer" Konsumhypothese, die Erwartungen über das zukünftige Einkommen und die Konsumglättung im Lebenszyklus sowie Abhängigkeit des Konsums vom Zinssatz betonen ("Lebenszyklushypothese des Konsums/Sparens", "permanente Einkommenshypothese")
- trotz intensiver empirischer Forschung ist nach wie vor unklar, unter welchen Bedingungen (kreditbeschränkte Haushalte, Art makroökonomischer Schocks, etc.) die eine oder andere Hypothese den gesamtwirtschaftlichen Konsum besser erklärt
Investitionen - geschlossene VW (lange Frist)
- Unternehmen investieren in Sachanalagen und Gebäude
- private Haushalte Investieren in Immobilien
- staatliche Investitionen zählen hier nicht zur Investition (sind in G enthalten)
- private Investitionen der Unternehmen und private Haushalte hängen vom Realzins als wichtiger Determinante des Preies für die Kapitalnutzung (Kapitalnutzungspreis) ab
"Neoklassiche" Investitionsfunktion
\(I=I(r)\), mit r = realer Zinssatz und \({\delta I \over \delta r}<0\)
- weitere (hier vernachlässigte) Determinanten der Investitionsausgaben sind die Abschreibungen, Steuern auf Kapitalerträge und die erwarteten Preissteigerungen der Kapitalgüter relativ zum allgemeinen Preisindex
- der Einfluss des realen Zinssatzes auf die gesamtwirtschaftliche Investitionsausgaben ist in der Makroökonomie umstritten; Umsatzerwartungen und Finanzierungsrestriktionen sind möglicherweise quantitativ wichtigere Determinanten der Investitionsausgaben
Staatsausgaben
- Käufe von Gütern und Dienstleistungen durch den Staat (Bundesstaat, Länder, Gemeinden)
- Transferzahlungen an private Haushalte und Unternehmen sind nciht in G enthalten, da keine direkte Verwendung der produzierten Güter und Dienstleistungen
- T = (direkte Steuern - Transfers) beeinflusst Verwendung des BIP über das verfügbare Einkommen der Haushalte (Y-T)
- Ausgeglichenes staatliches Budget, falls G=T
G>T: Budgetdefizit, G<T: Budgetüberschuss - Hier wird angenommen, dass G und T durch den politischen Prozess exogen (außerhalb des Modells) vorgegeben sind: \(G=\bar{G}, \ T=\bar{T}\)