Makroökonomie VWL 1
Wirtschaftspolitik
Wirtschaftspolitik
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Lernkarten
Fiskalpolitik
- Politik des Staates
- Mechanismus
- Nachfrage des Staates (Beeinflussung von (G)
- Senken von Steuern (Beeinflussung von T)
- Ziele:
- Glättung von Konjunkturschwankungen
- Gleichmäßige geringe Inflation
- Hohe Beschäftigtenquote
Expansive Fiskalpolitik
- Erhöhung von G
- Reduktion von T
Restriktive Fiskalpolitik
- Reduktion von G
- Erhöhung von T
Fiskalpolitik im IS-LM-Modell
- Erhöhung der Staatsausgaben führt zu einer Rechtsverschiebung der IS-Kurve
- Ebenso auch eine Verringerung von Steuern
- Da die Staatsausgaben und die Steuern an keiner Stelle in die Herleitung der LM-Kurve eingehen, hat Fiskalpolitik keinen Einfluss auf die LM-Kurve.
Fiskalpolitik
Positive Effekte
- Multiplikatoreneffekt
Höhere Staatsausgaben führen zu höherem Volkseinkommen. Staatsausgaben fließen direkt zurück zu den Haushalten oder Unternehmen. Dies führt zu einer höheren Nachfrage.
- Akzeleratoreffekt
Aufgrund einer höheren Nachfrage müssen Unternehmen investieren um ihre Produktionskapazitäten auszuweiten.
Fiskalpolitik
Negative Effekte
- Crowding Out (Verdrängungseffekt)
- Kreditfinanzierte Fiskalpolitik
Kreditnachfrage erhöht die Zinsen. Dies senkt die Investitionen und erhöht die Sparquote. Private Investitionstätigkeit sinkt, während staatlichen Investitionstätigkeit steigt.
=> Der Staat vertreibt private Investitionen
- Steuerfinanzierte Fiskalpolitik
Eine Erhöhung der Steuern senkt das verfügbare Einkommen und somit den Konsum und das Sparen. Dies führt zu einem Rückgang unternehmerischer Investitionen.
=> Der Staat vertreibt private Investitionen
Geldpolitik
- Politik der Notenbank / Zentralbank
- Mechanismus: Steuerung der Geldmenge M
- Erhöhung der Geldmenge = expansive Geldpolitik
- Verknappung der Geldmenge = Kontraktive Geldpolitik
- Ziele
- Preisniveaustabilität
- Wechselkursziele
- Zinssteuerung
- Unterstütung der Wirtschaftspolitik
- Wachstums- und Beschäftigungsziele
Wirkungen expansiver Geldpolitik
- kurzfristig
- Senkung des Nominal- und des Realzinses
- mittelfristig
- Durch Realzinssenkung steigen die Investitionen und somit steigt das Nationaleinkommen
- Nominalzinssenkung führt zu Abwertung und dies zu erhöhten Nettoexporten, die das Nationaleinkommen erhöhen
- langfristig
- Anstieg des Preisniveaus bzw. der Inflationsrate
Geldpolitik im IS-LM-Modell
- Erhöhung der Geldmenge führt zu einer Rechtsverschiebung der LM-Kurve
- Da die Geldmenge an keiner Stelle in die Herleitung der IS-Kurve eingeht, hat Geldpolitik keinen Einfluss auf die IS-Kurve
Politikmultiplikatoren
Berechnung von Multiplikatoren
- Bestimme das totale Differential aller relevanten Gleichungen
- Schreibe das entsprechende Gleichungssystem in Matrixform
- Links stehen die endogenen Variablen (z.B. dY , di , de)
- Rechts stehen die exogenen Variablen ( z.B. dM , dP , dY* , dG)
- Klammere die Differentiale (d???) aus
- Bestimme die System-Determinante = Determinante der Matrix links (endogene Variable)
- Wenn ein Multiplikator bestimmt werden soll, setze alle unwichtigen exogenen Diffenrentiale = 0
- Löse das lineare Gleichungssystem (z.B. mit der Cramerschen Regel)
Neoklassische Produktionsfunktion
substitutive Güter
q = f(v1 , v2)
- Monoton steigend
1. Ableitung >0
- Monoton fallende Grenzerträge
1. Ableitung <0
Leontieff-Produktionsfunktion
Komplementärgüter
- q = f(v1 , v2), q ist ganzzahlig
- nur einzelne Kombinationen Möglich (A , B)
- C nur theoretisch möglich
Cobb-Douglas-Produktionsfunktion
- q = f(v1 , v2) = ηv1αv2ß
- Hier: Y = AKßLα mit α, ß > 0
Meistens α = 1-ß und somit:
Y = AKßL1-ß
- Hierbei ist:
- Y der Output
- K der kapitaleinsatz
- L der Arbeitseinsatz
- A der technische Fortschritt
Produktionsfunktion Technischer Fortschritt
Arbeitsvermehrend
(Beispiel)
Y = Kß(AL)1-ß Harrord-neutral)
(Bessere Produktionsverfahren)
Produktionsfunktion Technischer Fortschritt
Kapitalvermehrend
(Beispiel)
Y = (AK)ßL1-ß (Solow-neutral)
(Bessere Maschinen)
Produktionsfunktion Technischer Fortschritt
Allgemein
(Beispiel)
Y = AKßL1-ß (Hicks-neutral)
(Besserer Finanzsektor)
Konjunktur
Phasen
- Aufschwung
- Boom
- Rezession
- Depression
Konjunktur
Aufschwung
- steigender Auftragseingang, Erhöhung der Produktion
- Arbeitslosenquote sinkt
- steigende Löhne
- geringe, aber steigende Inflation
- niedrige, aber steigende Zinsen
Konjunktur
Boom
- Vollbeschäftigung
- Vollauslastung
- Steigendes Lohn- und Preisniveau
- Steigende Zinsen
- Überhitzung des Marktes
- Sinkende Wachstumsraten
Konjunktur
Rezession
- Kursverluste an der Börse
- Rückgang der Nachfrage
- Überfüllte Lager
- Überstundenabbau, Kurzarbeit
- Fehlende Investitionen
- Stagnierende oder sinkende Zinsen, Preise und Löhne
Konjunktur
Depression
- Börsenkurse fallen
- Arbeitslosigkeit steigt an (Höchste Arbeitslosenquote)
- Deflation => Preisverfall der Güter
- Löhne und Zinsen sinken und erreichen Tiefstwert
Konjunkturindikatoren
- Auftragseingänge
- Lagerbestände
- Lohnentwicklung
- Aktienmarktentwicklung
- Unternehmensveröffentlichungen / Investitionsankündigungen
- Konsumklimaindex (GfK)
- Geschäftsklimaindex (ifo)
- Einkaufsmanagerindex
Konjunktur
Mathematischer Ansatz
- Wirtschaftswachstum gY hängt ab von:
- Y (aktuelles BIP)
- Y'' (Beschleunigung des Wachstums / da kein lineares Wachstum)
- g(h1,....,hn) (Funktion anderer Einflussfaktoren h1,.....,hn)
- Alle Größen hängen von der Zeit t ab
Antizyklische Fiskalpolitik / Stabilitätspolitik
Wirtschaftspolitisches Ziel
Glättung konjunktureller Schwankungen
Antizyklische Fiskalpolitik / Stabilitätspolitik
Wirtschaftspolitisches Problem
Zeitkongruenz
Politik, die heute geplant wird...
wird morgen verabschiedet...
und übermorgen realisiert.
Antizyklische Fiskalpolitik / Stabilitätspolitik
Konsequenz
- Fiskalpolitik in der Depression zur Bekämpfung der Depression wirkt erst in der Boomphase
- Konjunkturelle Schwankungen werden verstärkt
Antizyklische Fiskalpolitik / Stabilitätspolitik
Lösung
- In der Boomphase expansive Maßnahmen beschließen
- In der Depression restriktive Maßnahmen beschließnen (Deficit Spending)
Phillipskurve
Beispiel
- Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation gemäß der Form:
π = 0,025/u-1
- Wenn die Arbeitslosenquote bei 2% liegt, welche Auswirkungen hätte eine Änderung der Inflationsrate auf 2%?
- Aktuelle Inflationsrate: π = 0,025/0,02-1 = 25%
- Änderung auf 2%:
0,02 = 0,025/u-1 => 1,02 = 0,025r/u => 1,02u = 0,25
u = 0,0245 = 2,45&
- Die Arbeitslosenquote würde um 0,45 Prozentpunkte steigen.
Phillipskurve
Erklärungsansatz (Makroökonomisch)
- Nachfragesteigerung bewirkt ein höheres Preisniveau und einen höheren Output
- ein höherer Output führt zu höherer Beschäftigung
- Eine Verschiebung der Nachfragekurve nach rechts führt zu einer Erhöhung der Inflation und einem Absinken der Arbeitslosigkeit.
Phillipskurve
Kritik der Monetaristen
- nicht langfristig stabil
- kritisieren die Ansicht, dass Nominallöhne bei niedriger Arbeitslosigkeit schnell und bei hoher Arbeitslosigkeit langsam steigen
- Idee der natürlichen Arbeitslosigkeit
Phillipskurve
Kritik der Monetaristen (Argumentation)
- Betrachtung der Nominallöhne bedeutet Geldillusion
- Arbeiter und Unternehmen betrachten bei Verhandlungen Reallöhne
- Beide Seiten haben Erwartungen über zukünftige Inflation, die sie berücksichtigen
- Letztendlich kein Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit
Phillipskurve
Erwartungen
- Erwartungen beeinflussen menschliches Handeln
- Erwartungen sind unsicher / fehlerbehaftet
- Unterscheidung:
- Adaptive Erwartungen:
Berücksichtigung von Prognosefehlern früherer Erwartungen
- Rationale Erwartungen:
Keine systematischen Prognosefehler, Entscheidung auf Grundlage von Theorie oder Wissen. Nur zufällige Fehler.
Phillipskurve mit adaptiven Erwartungen
- Es besteht keine Geldillusion
- Erwartungen werden bei Lohnverhandlungen berücksichtigt
- Kurzfristig gilt die Phillipskurve
- Erwartungsbildung legt die Lage der Kurven fest
- Langfristig wird der Prognosefehler immer geringer
- Erwartete Inflation wird der tatsächlichen entsprechen
- Arbeitslosenquote wird bei dem natürlichen Niveau verharren.
=> Vertikaler Verlauf der Phillipskurve
Phillipskurve mit rationalen Erwartungen
- Keine systematischen Fehler, da das System verstanden wird.
- Inflation wird von vornherein berücksichtig
- Die Phillipskurve verläuft stets vertikal
Phillipskurve
Fazit
- Bedeutung und Relevanz noch ungeklärt
- Bei einer vertikalen Phillipskurve:
- Wirtschaftspolitische Maßnahmen sind zwecklos
- Es wird stets eine natürliche Arbeitslosenquote bestehen
- Fiskal- oder Geldpolitik werden allein die Inflation erhöhen
Joseph A. Schumpeter
Behandelte Themen
- Prozess der schöpferischen Zerstörung
- Neuprägung der Begriffe Innovation und Innovater
- Motivation von Unternehmern
- Unterscheidung in Kapitalisten und Entrepreneurs
- Auseinandersetzung mit Kapitalismus und Sozialismus
Innovationen
Definition
Neuerungen, Erneuerungen, Verbesserung.
Allerdings nicht nur die theoretische Konzeption (Invention), sondern auch die praktische Umsetzung.
Produktinnovation
- Herstellung "neuer" Produkte
- Verbesserung bereits vorhandener Produkte
Prozessinnovation
- Entwicklung neuer Produktionsverfahren
- Verbesserung bestehender Produktionsverfahren
EU-Mitglieder
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