M8 Pharmakologie Arzneimitteltherapie geriatrischer Patienten
M8 Pharmakologie Arzneimitteltherapie geriatrischer Patienten
M8 Pharmakologie Arzneimitteltherapie geriatrischer Patienten
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Lernkarten
Arzneimittel im Alter
Nicht selten werden in dieser Altersgruppe (über 65) gleichzeitig mit drei und mehr Arzneimittel dauertherapiert. Dadurch treten vermehrt Arzneimittelwechselwirkungen und unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf. Zudem vermischen sich Symptome der unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit Symptomen von Altersbeschwerden. Die Zunahme der Beschwerden im Alter erhöht ausserdem die Selbstmedikation und die Konstitution von eventuell mehreren Ärzten gleichzeitig.
Ausserdem hat die Einnhame zu vieler Medikamente oft einen ungünstigen Einfluss auf Appetit Verdauung und Allgemeinzustand des Patienten.
Nebenwirkungen von Arzneimittel im Alter
(z.B Exsikose nach Diuretikaeinnahme oder Sturz infolge von Schwindel bei Hypertonie)
Veränderung der Pharmakokinetik
Veränderung in der Pharmakokinetik (Resorption, Verteilung, Umwandlung, Ausscheidung) haben dabei eine erhebliche Bedeutung
- Die Verteilung läuft langsamer ab (bedingt durch nachlassende Herzleistung)
- Die Grösse der Verteilungsräume ändert sich (Zunahme/Abnahme des Körperfettanteils abnahme des Plasmavolumens des Gesamtkörperwassers und der Extrazellulrflüssigkeit)
- Wirkstoffe werden deshalb im Fettgewebe gespeichert und verzögert freigesetzt
- Die Ausscheidung der Arzneimittel über die Niere ist generell vermindert
- Der Abbau durch die Leber kann stark verlangsamt sein.
Bedingt durch diese Veränderungen treten im Alter relative Überdosierungen und somit unerwünschte Arzneimittelwirkungen besonders häufig auf.
Veränderung in der Pharmakodynamik
Veränderung in der Pharmakodynamik (Wirkungsmechanismus) können sich sowohl in einer erhöhten als auch in einer erniedrigten Empfindlichkeit ausdrücken. Durch die erhöhte Empfindlichkeit können unerwünschte Arzneimittelwirkungen auch ohne klar erkennbare Überdosierung auftreteten. So werden oft verstärkte oder verlängerte Sedierungen bei Benzodiazepine oder Verwirrtheitszustände bei Psychopharmaka beobachtet. Die verminderte blutdrucksenkende Wirkung der Betablocker bei Alterspatienten ist auf eine geringere Ansprechbarkeit der Beta Rezeptoren zurückzuführen. Gelegentlich können auch paradoxe Reaktionen vorkommen. So können beispielsweise Coffein beruhigende oder gewisse Schlaffmittel erregned wirken.
Veränderung der persönlichen Situation
Diese Veränderungen sind vielschichtig und individuell. Vergesslichkeit Verwirrtheitszustände und Sehstörungen können zu Einnahmefehlern, Verwechslungen und Überdosierung führen. Auch können Blister oder kindersichere Verpackungen für alte Menschen zum unüberwindbaren Problem werden.
Häufigste Probleme im Zusammenhang mit Medikation
1. Multimorbidität
Multimorbidität heisst an mehreren verschiedenen chronischen Krankheiten zu leiden. Das ist auch der Grund weshalb viele Alte Menschen mehrere verschiedene Medikamente einnehmen (Polypharmazie) Es ist sehr wichtig in der Anamnese alle Arzneimittel eines Patienten auch die rezeptfreien zu erfassen.
Häufigste Probleme im Zusammenhang mit Mediaktion
2. Adhärenz
Patienten aller Altersgruppen neigen dazu, verordente Medikamente versehentlich oder absichtlich nicht einzunehmen. Doch besonders bei älteren Patienten ist die Compliance oft ein grosses Problem Gründe hierfür können sein: nachlassende Gedächtnisleistung. Dies ist vor allem ein Problem wenn mehrere Präparate eingenommen werden müssen wenn sehr grosse Tabletten eingenommen werden müssen oder wenn die Betroffenen unter körperlichen Unwohlsein leiden.
Häufigste Probleme im Zusammenhang mit Medikation
3. Geriatrika
Diese sind Mittel die das Altern verzögern und seine Beschwerden erlecihtern sollen. Es ist eine Vilezahl verschiedener Präparate erhältlich. Die Bandbreite reicht von Knoblauch Hormonen über Vitaminen bis zu Spurenelementen. In vielen Praxen werden zuhnehmend unter dem Oberbegriff "Anti Agin" verschiedene teils sehr teure Therapien zu Verlangsamung der Alterungsprozesse angeboten. Die Wirksamkeite alle dieser Stoffe und Therapien ist nicht erwiesen und es können problematische Nebenwirkungen auftreten. Nichtmedikamentöse Massnahmen wie Ernährung (ballaststoffreiche ausgewogen) und regelmässige körperliches geistiges Training (Gehirnjogging) dagegen haben nachgewiesenermasse eine verzögernde Wirkung auf die sogenannten Alterungsprozess
Arzneimittelabhängigkeit
Die Abhängigkeit von Medikamenten im alter ist ein häufiges aber wenig beachtetes Problem
Ca 75% der Fälle betreffen Benzodiazepine bei den übrigen Fällen handelt es sich um Schmerzmittelabhängigkeit 15% aller über 70 Jährigen nehmen über einen längeren Zustand (mehr als 6 Monat) Benzodiazepine ein in der Mehrheit Frauen
Symptome bei Arzneimittelabhängigkeit
Die Symptome entsprechen denen der Alkoholabhängigkeit
- Zwangahftes Verhalten
- Vermidnerte Kontrollfähigkeit des Konsums
- körperliche Entzugszeichen
- prophylaktischer Konsum um körperliche Entzugszeichen zu verhindern
- es werden immer grössere Mengen vertargen (Toleranzentwicklung)
Andere Interessen werden vernachlässigt anhaltender Konsum des Medikamentes trotz Wissen um negative Folgen. Der körperliche Verfall und der soziale Abstieg fehlt aber beid er Mediakmentensucht.
Komplikationen bei Arzneimittelabhängigkeit
Nach regelmässigem Konsum von Bezodiazepinen (Valium) treten schon nach wenigen Wochen Komlikationen wie:
- Verwirrtheit
- Aufmerksamkeits- Konzentartionsstörung und Gedächtnisstörungen
- Tagesmüdigkeit
- epileptische Anfälle
- Gangstörung
- Stürze
Die meisten Benzodiazepine haben lange Halbwertszeiten welche sich alterbedingt auf das dreifache verlängern können.
Entzugsbehandlungen
Leider werden Entzugsbehandlungen im Alter nur selten durchgeführt da der vermeintliche Nutzen der Medikamente für wichtiger als die unerwünschte Wirkungen angesehen wird. Im Vergleich zum Alkoholentzug ist der Benzodiazepinentzug langwiriger und kann über Wochen und Monate andeuern. Zur Vermeidung von Krampfanfällen werden Antiepileptika gegeben und die Tagesdosis in kleinsten Schritten reduziert. Trotzdem kann es zu massiven Psychischen Enzugserscheinungen kommen Diese reichen von quälender innerer Unruhe psychischer Erregung Herzrasen und Schweissausbrüchen bis hin zu Wahnvorstellungen oder Haluzinationenen.
Wichtigste Massnahme das es nicht zu Abhängigkeit kommt
Die wichtigste Massnahme zur Vermeidung der Benzodiazepinabhängigkeit ist die Änderung des unkritischen Umgangs von Ärzten und Pflegeenden mit Benzodiazepine z.B. durchh zeitlich begrenzte Gabe von kurz wirksamen Benzodiazepinen oder den Einsatz anderer Stoffgruppen oder Therapieformen
Interventionen
Klinische STudien mit Mediakmenten werden nahezu immer mit vorwiegend männlichen Teilnehmer im jüngeren Alter durchgeführt. So liegen kaum systematisch gewonnene Erkenntnisse zu Nebenwirkung speziell bei betagten und hochbetagten Menschen vor. Sie können unter Umständen erheblich von den Angaben abweichen. Eine genaue Patientenbeobachtung hinsichtlich der Medikamentenverträglichkeit ist im ALter doppelt wichtig
Beratung der Patienten
Die Beratung der Patienten über Art Notwendigkeit und Einnahme der Medikamente ist wichtig. Es soll gemeinsam ein Medikamentenplan erstellt und besprochen werden. Gegebenenfalls kann in Rücksprache mit dem Arzt Arzneimittelform geändert werden (z.B. Tropfen statt Tabletten) Ist der Patient nicht in der Lage seine Medikamenteneinnahme eigenständig zu kontrollieren sollte sie vorgerichtet und die Einnahme überwacht werden
Kritische und zurückhaltende Indikationsstellung für jede medikamnetöse Behandlung
Vorsichtige Dosierung und langsamer Beginn anfänglich niedriger Dosis von ca 60% mit anschliessender Steigerung anhand der klinischen Zeichen (AUsnahme Antibiotika volle Initialdosis)
Vereinfachung der Therapie
- Nicht mehr als drei verschiedene Arzneimittel/Tag
- einfache Dosierung z.b. mit Retard Form und oder Kombinationspräperaten
- ALtersgerechte Verpackung
Periodische Überprüfung
z.B. alle 3 Monate der Notwendigkeit der eingesetzten Arzneimittel (auch bei Langzeittherapie)
Erhöhte Aufmerksamkeit für unerwünschte Arzneimittelwirkung (Psychopharmaka und kardiovaskuläre Arzneimittel sind Haupverursacher von unerwünschten Wirkungen)