M18

Sem 5

Sem 5


P. A.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Infektionskrankheiten und deren Management auf Universitätsniveau. Sie behandeln Themen wie HIV, Hepatitis, Therapieansätze, Diagnostik und Prävention, wobei der Fokus auf Erregern, Krankheitsverläufen und Patientennmanagement liegt. Medizinische Fachkräfte und Studierende profitieren von den detaillierten Informationen, um Infektionen effektiv zu erkennen, zu behandeln und zu verhindern.
Karten
169
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
29.11.2016 / 04.01.2017

Lernkarten

Die Grundbegriffe der allgemeinen Infektionslehre (Infektion, Infektionsweg, Infektiosität, klinischer Manifestationsindex, Pathogenität, Virulenz, Disposition, Kolonisation, Kontamination) definieren und beschreiben

Infektion: Eindringen / Hineingelangen von Krankheitserregern in den Makroorganismus (Wirt) nach Durchbrechen schützender Barrieren, Vermehrung des Erregers im Wirt

(+ Reaktion darauf?)

Infektionsweg: Bewegungsprofil eines pathogenen Erregers, das es ihm erlaubt, sich in einer Wirtspopulation auszubreiten und in einzelnen Individuen eine Infektionskrankheit auszulösen
Horizontale Infektionen (Kontaktiv, Inokulativ, Aerogen, Fäkal / Oral)
Vertikale Infektion (Mutter -> Kind: Pränatal / Diaplazentar, Perinatal, Postnatal (Muttermilch), Endogen)

Infektiosität: Fähigkeit eines Krankheitserregers, nach erfolgter Übertragung einen Wirt auch tatsächlich zu infizieren
~ individuelle Eigenschaften des Erregers (Adhäsion, Invasion, Pathogenitätsfaktoren)

Manifestationsindex: Wahrscheinlichkeit einer apparenten Erkrankung nach Infektion mit einem bestimmten Krankheitserreger, in der Regel in Prozent als x/100 angegeben
=> Vielzahl Infektionen asymptomatisch

Pathogenität: Genetisch determinierte Fähigkeit / Eigenschaft eines Erregers, Krankheiten in einem empfänglichen Wirt hervorzurufen (Qualität) ~ Virulenzfaktoren

Virulenz: Ausmaß der Pathogenität (Quantität)
=> Virulenzmerkmale: Eigenschaften eines Erregers, mit denen sie die Körperabwehr des Wirtes überwinden / Beitrag zur Pathogenese leisten: Unterlaufen angeborene Immunität, Kollagenese (Gewebeausbreitung), Toxine

Disposition:  Veranlagung / Anfälligkeit an einer bestimmten Krankheit zu erkrankungen

Kolonisation: Wachstum / Koloniebildung von Mikroorganismen auf anderen Organismen / Objekten / Geweben / Nährmedien
=> Mikrobiom vs Infektion

Kontamination: Verunreinigung eines Objektes zB durch Mikroorganismen / schädliche Substanzen (radioaktiv)
Kontagiosität: Zustand infizierten Makroorgansmismus, Effizienz, mit der ein infizierter Mensch den Krankheitserreger auf andere Menschen überträgt

Kontamination, Kolonisation + Infektion einer Wunde: Mikroorganismen an Gewebe angelagert, keine Vermehrung -> Vermehrung, keine klinisch bedeutsame Wirtsreaktion -> Typische Infektionszeichen (RTCDF, Wundheilungsstörung) -> Zusätzliche Anzeichen einer systemischen Reaktion (Leukozytose < 10k/µl, Anstieg CRP, Fieber <38°C)
(Siehe Folien nochmal für Beispiel etc bitte!)

Die Bedeutung der Henle-Koch-Postulate für den Nachweis des Erregers einer Infektion darlegen

Henle Koch Postulate:

1, 2: Optischer Erregernachweis, Reinkultur
3: Pathogenitätsnachweis
4: Reisolierung und erneuter Nachweis des Erregers

Aber: Gesunde Dauerausscheider, Fakultativ pathogene Flora, Nicht alle Bakterien und Viren anzüchtbar, Nicht alle Erreger auf Versuchstier übertragbar

Am Beispiel der akuten Meningitis erläutern, wie auf der Basis der Diagnose Maßnahmen zur (Therapie und Prävention) (inklusive Impfung und Isolierung) begründet werden

Meningitis: Klassische Trias: Bewusstseinsstörung, Fieber, Nackensteifheit

Bakterielle Meningitis: 3/100000 Inzidenz
va Streptokokkus Pneumoniae: Lanzettförmige grampositive Diplokokken, Polysaccharidkapsel, >90 Serotypen
eisseria Meningitidis: Semmelförmige gramnegative Diplokokken, verschiedene Kapseltypen, in D va Typ B (>60%), C 30%, sonst A, W135, Y
Viral: 10-20/100000/a => Enteroviren, Masernviren, Arboviren (Frühsommer Meningoenzephalitits Virus), Herpesviren (HSV1, 2, VZV), JC Polyomavirus…

Klassische Trias (Fieber, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörung) nur bei 50% der Patienten mit nachgewiesener bakterieller Meningitis
Klinische Untersuchung: Brudzinskis Neck Sign (Kopf im Liegen anheben, Kompensatorische Kniebeuge), Kernig Sign (Ein Bein hochnehmen, kompensatorische Kniebeuge)
Verdickte Hirnhäute im MRT
Waterhouse-Friderichsen Syndrom: Fulminante Meningokokkensepsis
Serologische Befunde / Surrogatmarker
Bakteriell: Leukozytose, Neutrophilie, CRP, Procalcitonin steigt (va bei Sepsis)
Viral: Leukopenie, Lymphozytose, CRP, Procalcitonin gleichbleibend / nur leicht erhöht (DD Viral / Bakteriell)
Liquorbefunde
Bakteriell: Pleozytose, Neutrophile Granulozyten
Viral: Pleozytose, Lymphozytose
=> Immer Notfalldiagnostik, Liquorkultur / Grampräparat, Blutkultur, Agglutinationsschnelltest, PCR

Übertragung N Meningitidis: Nur Mensch Reservoir, Infektionsquelle immer infizierte Person, Erreger kolonisiert den Rachenraum, sehr umweltempfindlich => idR Übertragung durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Küssen)

Therapie Meningitis

 

Therapie Meningitis / Meningoenzephalitits
Dexamethason: Entzündungshemmung, Hirnschwellung sinkt
Antibiotika: Initiale empirische AB Gabe bei ambulant erworbener bakterieller Meningitis im Erwachsenenalter: Ampicillin + Cephalosporin der 3. Generation (zB Ceftriaxon)
bei dringendem Verdacht auf Meningokokkenerkrankung (Alter, Exposition, Hauterscheinungen): Penicillin G
Virostatika: Acyclovir (HSV, VZV)

Prävention: Isolierung, Immunprophylaxe, Chemoprophylaxe, Meldepflicht
Isolierung: Strikte Isolierung des Erkrankten bis zu 24h nach Therapiebeginn, Beachtung Barrieremaßnahmen durch betreuendes Personal: Mund Nasen Schutz, Strikte Händehygiene, Tragen Schutzkittel der im Patientenzimmer verbleibt
Immunprophylaxe:
Meningokokken: Polysaccharidimpfstoffe gegen 4/5 Serotypen: A, C (Konjugatimpfstoff, STIKO : Alle Kinder), W135 (Konjugatimpfstoff), Y
Seit 2013 in D auch gegen B (seit 2015 STIKO Empfehlung)
Pneumokokken: Polysaccharidimpfstoff gegen 23 Serotypen (gegen 13 als Konjugatimpfstoff)
Chemoprophylaxe: Rifampicin po für 2t, verhindert Besiedlung mit invasiven Meningokokken + Sekundärfälle der Erkrankung, bis 10t nach Kontakt zum Pat in der Inkubationszeit / infektiösen Phase der Erkrankung, bei exponierten Familienmitgliedern / andere enge Kontaktpersonen, Koordiniert durch das zuständige Gesundheitsamt
Meldepflicht bakt. Meningitits: §6 IfSG: Verdacht / Erkrankung / Tod an Meningokokken Meningitis / Sepsis; §7: Direkter Nachweis von Neisseria Meningitidis in Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten / andere normalerweise sterile Substrate

Virale Meningitis:
Impfung: VZV, Masern, Mumps, Röteln, FSME, Enteroviren nur Poliomyelitis, Tollwust
Meldepflicht nach §§6+7 IfSG

Die Grundprinzipien der antiinfektiven Therapie erläutern und Unterschiede zu anderen Bereichen der Arzneimitteltherapie erklären (1)

Antiinfektivatherapie deutlich komplexer als jede andere Art der Pharmakotherapie

Trias: Patient -> Pharmakokinetik, Toxikodynamik mit Antiinfektivum
Patient -> Immunabwehr / Pathogenese -> Erreger
Antiinfektivum -> Pharmakodynamik / Resistenz -> Erreger
Doppelte Nutzen Risiko Bewertung => Patientenbezogen, Epidemiologische Aspekte (Resistenz)
Prävalenz multiresistenter Erreger bei ICT Patienten steigt
ESBL: Extended Spectrum beta Lactamase: Enterobakterien (Klebsiella, Proteus, E Coli, E Cloacae) mit Resistenz gegen beta Lactam AB (Penicilline, Cephalosporine, Monobactame)
=> Präventive Maßnahmen (Hygiene), zurückhaltender AB Einsatz (va prophylaktisch), permanente Anpassung der Therapieempfehlungen

Minimale Hemmkonzentration (MHK)
MHK: Niedrigste Konzentration des Wirkstoffes in einer Verdünnungsreihe, die das sichtbare Bakterienwachstum verhindert
MHK 90: Hemmung von mindestens 90% der untersuchten Stämme des Erregers
MBK: Minimale bakterizide Konzentration (Reduktion Lebendzellzahl um 99,9%)

Resistenz: Wenn für ein entsprechendes AB ermittelte MHK so hoch ist, dass antibakteriell wirksame Konzentrationen am Ort der Infektion nicht erreicht werden / kein therapeutischer Erfolg zu erwarten ist (hohe Wahrscheinlichkeit für Therapieversagen)

Entwicklung neuer AB: Schwierig, wenige
Hocheffektiver evolutionärer Mechanismus des Selektionsdruck => Angriffsziele gehen aus
Zeit Zulassung und Resistenz sinkt ständig

Konzentration in vivo / MHK Wert in vitro:
Therapeutische Wirksamkeit theoretisch zu erwarten, wenn Konzentration in vivo höher als MHK Wert (jedoch ~ Gewebekonzentration, Proteinbindung, Inaktivierung)
Vergleich gestattet nur primäre, grobe Abschätzung der möglichen therapeutischen Wirksamkeit => Nicht immer richtige Schlussfolgerung
=> Klinischer Versuch!

Bakterizide Wirkung:
Zeitabhängig (beta Laktam AB), Konzentrationsabhängig (Aminoglykoside)

Absorption von AB im GI Trakt: Nur wenig beta Laktam AB Magensäurestabil => Resorbierbar, orale Therapie
=> Besserung GI Absorption durch Esterbildung (Pro Drug, Cefuroxim Axetil)
=> Resorption => Esterspaltung durch unspezifische Esterasen, Freisetzung aktiver Wirkstoff im Blut
=> Chinolone + Tetracycline schlecht resorbierbare Komplexe mit Anionen

Die Grundprinzipien der antiinfektiven Therapie erläutern und Unterschiede zu anderen Bereichen der Arzneimitteltherapie erklären (2)

Verteilungsvolumen: Je höher, desto höher muss die Sättigungsdosis gewählt werden

=> AB mit niedrigem Verteilungsvolumen nicht geeignet für intrazellulär lokalisierte Erreger
Azithromycin: Hohes Verteilungsvolumen, Starke Gewebsanreicherung, lange HWZ, 3 Tage Therapie

Chinolone, Eliminationsweg und HWI:
Q0 ~ AB

Unerwünschte Wirkungen: Direkte Organsismuswirkung, Überempfindlichkeit (Allergie), Interaktionen
Biologische Wirkungen: Änderung Körperflora, Mikrobielle Lysis
=> Veränderungen körpereigener Flora meist symptomlos, rasch reversibel
Möglich Folgen: Candidasis, Diarrhoe, C Difficile Infektion (AB Assoziierte Kolitis)

Therpaie von Infektionen im ambulanten Bereich
Häufigste Indikationen: HWI, AWI, va oral anwendbare AB
=> Wenige, lang bekannte Arzneimittel Mittel der Wahl => Zunehmende Resistenzprobleme
Beta Laktame: Penicillin V, Amoxicillin, Cefuroim
Makrolide: Clarithromycin, Azithromycin
Andere: Doxcyclin, Cotrimoxazl, Ciprofloxacin, Fosfomycin

Rationale Therapie von Infektionen in Klinik / Maßnahmen zur Eindämmung der Resistenzentwicklung
Behandlung nur bei eindeutiger Indikation, Unterschiedliche AB (reduzierter Selektionsdruck), initial parenterale Gabe => oral (Ausreichend hohe Dosierung, hinreichend lange Therapiedauer)
Mikrobiologische Diagnostik: Diagnose einer Infektion nach klinischen Kritierien, Materialgewinnung zur mikrobiologischen Diagnostik, Beginn AB Therapie (KALKULIERT) aufgrund Daten aus klinischen Studien / klinischer Erfahrung, Überprüfen Therapieentscheidung ~ Resultat der mikrobiologischen Diagnostik
=> Häufig gelingt es trotz aller Bemühung nicht, den ursächlichen Erreger nachzuweisen!

Bakterostatisch vs Bakterozid

Die wichtigsten Arzneimittelgruppen inklusive relevanter Gruppenvertreter zur systemischen Behandlung von Infektionen durch Bakterien, (Pilze und Viren) benennen

 

Angriffspunkte der antibakteriell wirksamen AB
Zellwandsynthese: Beta Lactam AB (Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme), Glykopeptide (Vancomycin), Fosfomycin
Folsäuremetabolismus: Trimethoprim, Sulfonamide
Proteinbiosynthese: Hemmung der Bildung des Initionskomplexes: Oxazolidnone (Linezolid), Fehlsteuerung der Synthese: Aminoglykoside (Gentamicin), Blockade der 30S UE: Tetrazykline (Doxycyclin), Glycylcycline (Trigecyclin), Blockade der 50S UE, Hemmung der Translokation: Makrolide / Azalide (Azithromycin), Lincosamide (Clindamycin), Blockade der 50S UE, Hemmung der Transpeptidierung: Chloramphenicol, Streptogramine
DNA abhängige RNA Polymerase: Transkription: Rifampicin
DNA: Chinolone (Ciprofloxacin), Nitrofurane (Nitrofurantoin), Nitroimidazole (Metronidazol)
Äußere Zellmembran: Colistin (Gramnegativ)
Innere Zellmembran: Daptomycin (Grampositiv)

Hemmung der Zellwandsynthese:
Beta Laktam AB (Penicilline, Cephalosporine, Carbapeneme, beta Laktamase Inhibitoren), Glykopeptide (Vancomycin), Fosfomycin
=> Sehr große Arzneimittelgruppe
Hemmung Proteinbiosynthese:
Makrolide (Clari-, Azithromycin), Lincosamide (nur Clindamycin, Anaerobier), Tetrazykline (fast nur Doxycyclin), Aminoglykoside (nur iv, Klinik!)
Hemmung der Tropoisomerasen II und IV: Fluor Chinolone
Sonstige (diverse Mechanismen):
Cotrimoxazol (Sulfonamid / Trimethoprim), Nitrofurantoin (nur HWI), Metronidazol (Anaerobier), Colistin (Gramnegativ, Nephrotoxisch), Rifampicin (Tuberkulose)

Einteilung Antimycotika und Virustatikum

 

Antimykotika:
Azole: zB Fluconazol, Hemmung der 14 aloha Lanosterol Demethylase (CYP151A1)
Polyene: Amphotericin B, Komplexbildung mit Ergosterl, Porenbildung
Echinocandine: Caspofungin, Hemmung der Synthese von beta 1,2 D Glucan

Antiviral wirksame Arzneimittel:
Herpes / VZV / Hemmstoffe der viralen Polymerase (Nukleoside: Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir, Brivudin
=> Frühzeitiger Behandlungsbeginn erforderlich, begrenzter Therapieerfolg
Hepatitis C Therapeutika (Früher Interferon, Ribavirin): Protease Inhibitoren (Boceprevir), Polymerase NS5B Inhibitoren (Sofosbuvir), NS5A Inhibitoren (Daclatasvir)
=> Chronische Hep C heute heilbar
Hepatitis B: Nucleoside: Lamivudin, Entecavir, Telbivudin; Nukleotid: Tenofovir
Chronische Hep B erfordert kontinuierliche Therapie (Risiko Resistenzentwicklung, Tenofovir am günstigsten)
Antiretrovirale Therapeutika (HIV)
Hemmstoffe der reversen Transkriptase: Nukleoside (Zidovudin, Lamivudin, Abacavir), Nukleotide (Tenofovir), Nicht Nukleoside (Efavirenz, Etavirin, Rilpivirin), Protease Inhibitoren (Lopinavir, Darunavir), Integrase Inhibitoren (Ralteravir, Dolutegravir), Eintrittsinhibitoren (Korezeptorbindung wie Maraviroc, Fusionsinhibitoren wie Enfuvertid)
Influenza: Neuraminidase Inhibitoren (Zanamivir, Oseltamivir)
=> Frühzeitiger Behandlungsbeginn erfoderlich, begrenzter Therapieerfolg, Grippeimpfung sinnvoller

Die pharmakologischen Eigenschaften (Wirkmechanismus, unerwünschte Wirkungen, Kontraindikationen, Interaktionspotential, pharmakokinetsiche Charakteristika) häufig eingesetzter Antibiotika, Entimykotika und Virostatika darlegen
=> beta Lactam AB
=> Penecilline (G), Ampicillin, Amoxicillin, Cefuroxim

Penicilline: Zellteilung, Stoffwechsel, Blockiert Synthse bakterieller Zellwand

Beta Laktam Ring öffnet sich im Zytosol des exponierten Bakteriums => Bindet in geöffneter Form bakterielles Enzym D Alanin Transpeptidase => Keine Verknüpfung von Alaninresten => sekundär Bakterozid
Pharmakokinetik: Leichte Diffusion, erreichen die meisten Organe, schnelle renale Elimination, HWZ im Schnitt 30 min
Anwendung: Grampositive Erreger
NW: Akute allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock, Pseudoallergien, Schwindel, Gehör / Gleichgewichts / Sinnesstörungen, Verwirrtheitszustände, Parästhesien, Krämpfe, Übelkeit, Erbrechen
Darmflora => Diarrhoe
KI: Schwangerschaft

Penicillin G: Benzylpenicillin: Grampositive + gramnegative Kokken (außer Penicillinase bildende, anaerobe gramnegative Stäbchenbakterien)
PK: Verliert bei Magenpassage Wirksamkeit (nicht säurestabil) => iv / im, rascher Anstieg Plasmakonzentration, Abfall innerhalb von 5h stark,
im Resorption nach einer halben Stunde abgeschlossen, Plasmakonzentration geringer als iv
Elimination va renal, keine Metabolisierung
Gewebekonzentration unterschiedlich stark (Gehirn und Knochen gering)
Indikation: Hochdosiert bei Infektionen mit empfindlichen Erregern (Pneumokokken, Streptokokken induzierte Endokarditis, Symphillis, Gonorrhoe, Lyme Borreliose

Ampicillin:
Oral 30-40% resorbiert, HWZ 1h,  geringe Plasmaeiweißbindung, Metabolisierung, renale Ausscheidung zu 20-30%
=> va iv

Amoxicillin: Aminopenicillin
H Influenzae, E Coli zT, Listerien, Enterokokken, Proteus Arten: Otitis Media, HWI, AWI
Pharmakokinetik: Oral 80% resorbiert, größtenteils renal ausgeschieden, 20% Plasmaeiweißbindung
NW: Pseudoallergien, Arzneimittelexanthem 7-10t nach Beginn der Aufnahme

Cefuroxim: Cephalosporin (beta Lactam AB)
Gramnegative Stäbchen: Enterobakterien, Haemophilus, …; Grampositiv: Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken
Indikation: Infektion obere / untere AW
=> 1. Generation: Cefazolin (perioperale Prophylaxe, KI: Allergie, Kreuzallergie, NW: Allergie, Neutropenie, Blutungsneigung)
2. Gen: Cefotiam: Besser wirksam im gramnegativen Bereich, nur iv Applikation, zu geringe Konzentration im Liquor (nicht bei Meningitis, sonst Organinfektionen)
3. Gen: Ceftriaxon, Cefotaxim: Besser im gramnegativen Bereich, auch bei Meningitis einsetzbar, va bei Organinfektionen auf IST

Carbapeneme, Glycopeptide, Makrolide, Tetrazykline

Carbapeneme: Beta Lactam AB, großes Spektrum (gram positiv und negativ) außer C Difficile, bei schweren Infektionen
Carbapeneme (Meropenem): Trans alpha 1 Hydroxyethyl Substituent Pos 6 => Hohe Stabilität gegen fast alle beta Laktamasen, rasch durch Dehydroxypeptidase 1 im Bürstensaum des proximalen Tubulus gestpalten

Glycopeptid AB (Vancomycin): Grampositiv, schwere Staph Infektion + Penicillinallergie, C Difficile, MRSA
=> Hemmung UDP N Acetylmuramylpentapeptid -> Glukopeptidpolymer (Zellwandsynthese)

Clarithromycin: Makrolid AB bei Infektionen der AW und Hals Nasen Ohr Bereich, Haut und Wunden
NW: QT Zeit Verlängerung
WW: Statine
Azithromycin: Obere und Untere AW
KI: Überemfindlichkeit, Multiresistente Bakterienstämme, Leber/ Nierenfunktionsstärung
NW: Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen
=> Hemmung 50S UE bakt Ribosomens
=> Makrolide: Hemmung bakt Proteinbiosynthese, Erithromycin, va grampositive Bakterien, Pertussis, Legionellen und intrazelluläre (Chlamydien)
KI LI, Applikation oral + iv mgl
NW: Magendarm, Leibschmerzen

Doxycyclin: Hemmung ribosomale Proteinbiosynthese
Infektion der AW, Urogenitaltrakt, Magen Darm Infektionen, Dermatologie
NW: Reizungen / Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Pankreatitis, Erbrechen, GI Beschwerden
Überempfindlichkeitsreaktionen: Gesichtsödem, Zungen- und Rachenschwellung, Atembeschwerden, Schock
Überempfindlichkeit gegenüber UV Strahlung, Kreuzallergien
KI: Leber / Nierenfunktionsstörung, Überempfindlichkeitsreaktionen, SS / Stillen, Kinder
WW: Mehrwertige Metallionen: Milchprodukte
=> Tetrazykline: Hemmen Anlagerung von tRNA an Ribosomen, Bakteriostatisch
Wirkt auch auf intrazelluläre Erreger (Mycoplasmen, Chlamydien)
KI: Schwangere, Kinder unter 8 Jahren (Gelbfärbung Zähne), Myasthenia Gravis
Orale Applikation
NW: Magen / Darm Störungen, Photosensibilisierung, Enterokolitis
WW: Orale Kontrazeptive

Sulfonamide, Flourchinoline, Nitrofurantion, Fosfomycin

Cotrimoxazol: Sulfonamid AB + Diaminopyrimidin: Interferieren der Synthese von Tetrahydrofolsäure in Bakterien
Grampositiv + negativ, Protozoen und einige Pilzarten
PK: Oral gute Resorption, hohe Bioverfügbareit, Eliminations HWZ von 10-12h
Leber => Verstoffwechselt => Renal (Metabolisiert / unverändert)
Indikation: PJP, Rezidivprophylaxe, HWI, AWI, Typhus, Parathypus, Enteritis
NW: Arzneimittelexantheme, Lyell Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Panzytopenie, Hyperkaliämie
WW: Nicht mit Cotrimoxazol und Methotrexat verwenden
KI: SS

Ciprofloxacin: Flourchinoline: DNA Topoisomerase II + IV => Senkt DNA Synthseleistung
=> Gramnegative Erreger, Grampositiv, Intrazelluläre Erreger
Indikation: AWI, HWI, GI, Infektion durch Pseudomonas Aeruginosa, Prophylaxe Meningokokken Meningitis, Gonorrhoe
NW: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Exantheme, ZNS NW, Tendopathien
KI: SS, Stillzeit, Kinder + Jugendliche, KrampfanfälleWW: Antikonzeptiva, Antazida, Mineralstoffe, Milchprodukte => Chelatbildung, Verschlechterte Resorption

Ntrofurantion: Unkomplizierte Zystitis bei ansonsten gesunden Frauen
Keine eigene antimikrobielle Aktivität => Metabolisierung zur aktiven Verbindung durch bakterielle Nitroreduktase => Deletäre Strangbrüche der DNA / Hemmung zahlreicher Stoffwechselaktivitäten durch Elektronenentzug
UAW: Übelkeit, Erbrechen, akute Lungenreaktion, chronische Lungenreaktion

Fosfomycin: idR Kombinationstherapie va bei multiresistenten Keimen, unkomplizierte HWI
=> Oral 2h vor / nach Mahlzeit
=> Hemmung Phosphoenolypyruvat Transferase (Zellwandsynthese)
UAW: Diarrhoe, Durchfall, Erbrechen, Hautreaktion

Aminoglykoside, INH, Rifampicin

Aminoglykoside: Binden 30S UE Ribosomen, Synergismus mit beta Lactam AB
Gentamycin, Tobramycin
Schwere Infektionen mit gram negativen Stäbchen im Kombination mit Cephalosporinen / Amoxycillin => Endokarditits, Skleritis
KI: NI, Schwerhörigkeit, SS, Diuretika
Meist iv
NW: Nephro- + Othotoxizität, neuromuskuläre Blockade, Atemstillstand

INH: Tuberculose, hemmt Nukleinsäuresynthese, KI: Akute Hepatitis, C2 Ab + Hep, Epilepsie im Alter
Viele NW: ZNS (Opticus Neuritis), PNS (Polyneuropathie), immer in Kombination mit Vit B6, Ikterus, Leberschaden, Blutungsneigung, Blutbildungsstörung

Rifampicin: Hemmung bakterieller RNA Polymerase, gegen Tuberculose, Lepta, MRSA, Penicillin resistente Pneumokokken, NW ca wie oben

Antimycotika: Azole, Polyene, Echocandine

Antimycotika:
Azole:
Imidazol AM: Hemmung Umwandlung von Lanosterin zu Ergosterin durch Bindung an Häm Heisen des Cytochrom P450
=> Clothrimazol: Bei Dermatomykose, Candidose, Tinea Pedis, Unguium, Corporis, Vaginalmycose
UAW: Überempfindlichkeit, lokale allergische Reaktionen (Hautrötung, Juckreiz, Brennen, trockene Haut, Strechen)
KI: Überempfindlichkeit, Anwendung Brustbereich beim Stillen, Säuglinge und Kleinkinder
Triazol: Itraconazol / Fluconazol: Oral / Iv, Großteilige Resorption säureabhängig
NW: Nausea, Erbrechen, Leberfunktionsstörung, Hautjucken, Urinverfärbung, HI
Fluoconazol va Candida, Voriconazol Aspergillus
CAVE: Interaktionen, Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörung (F), Oralisierung bei Patienten mit fortgeschrittener Nierenfunktionsstörung (V), Sehstörung (V)

Polyene: Amphotericin B: Porenbildner in Plasmamembran, Einlagerung zusammen mit Ergosterin => Ionendurchgängige Pore, Zytoplasmapermeabilität steigt
=> Fungistatisch, in höheren Dosen Fungizid
Bei Aspergillosen, Candidiasis, Histplasmosen, Blastomycosen
IV Gabe, da peroral keine Bioverfügbarkeit, lokal intrathekale Infektionen
Viele NW: Nephrotoxisch, Leberschädigung, Hypokaliämie, Fieber / Schüttelfrost, Übelkeit / Erbrechen, Kopfschmerzen, Anämie, Myalgien, Arthralgien, Gehörverlust, Blutbildveränderungen, Thrombophlebitits

Echinocandine: Caspofungin: Halbsynthetische Lipopeptidverbindung, hemmt Synthese von beta 1,3 D Glykan (Zellwand von Pilzen und Hefen)
Bei Candicämie, invasive Candidiasis bei nicht neutropenen Erwachsenen
UAW: Koagulopathien, Hypokaliämie, Krämpfe, Kopfschmerzen, lokale Hautreaktion, Störung GI Trakt, Anstieg Leberwerte, Hyperglykämie, Hypertonie
KI: Überempfindlichkeitsreaktionen
Bei Candida und Aspergillus geeignet, wenig Interaktionsrisiken, keine orale Therapie möglich

Virustatika: Nucleoside, Protease Inhibitoren, Polymerase NS5B Inhibitoren, Nukleotide

Virustatika:
Nukleoside: Aciclovir: Nucleosidanaloga, erste Phosphorylierung selektiv durch Virus Thymidinkinase nur in befallenen Zellen, zweite + dritte Phosphorylierung durch humane Enzyme => Kettenabbruch (Einbau statt Guanin) => Selektive Toxizität virusinfizierter Zellen
Systemisch + Oral, Bioverfügbarkeit nur 25% (va iv), HWZ 2,5h, va unverändert renal
Oral va Valaciclovir, lokal Salben, Cremes,
Indikation: HSV va bei schweren Verlauf, Herpes Zoster, Lippenherpes
NW: Nierenfunktionsstörung, ZNS Symptome (Dysphorie, Abgeschlagenheit, Verwirrung), Allergische Reaktionen
Valaciclovir (Prodrug), Famciclovir (Prodrug), Brivudin (Hemmt DPD => Abbau 5 Floururacil, nur alle 4 Wochen!)

Protease Inhibitoren: Boceprevir: Hep C
Orale Applikation, HWZ 3h, zum Essen, Inhibitor CYP3A4 (CAVE WW)
=> Hemmt NS3 Serinprotease kovalent und reversibel
UAW: Zahlreich (GI, Geschmack, Überempfindlichkeit, Atemwege, Grippe, Anämie, HWI, Sepsis…)
KI: Autoimmunhepatitis, Überempfindlichkeit, Herzrhythmusstörungen (Hypokaliämie), Schwangerschaft, Stillzeit, CYP3A4 Susbtrate

Polymerase NS5B Inhibitoren: Sofusbuvir: Hemmt NS5B Polymerase => Virusreplikation
Prodrug, Metabolisierung => UAT => Kettenabbruch
NW: Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel, Pruritus, Anämien

Nukleotide: Tenoflovir: HIV, Hep B, Reverse Transkriptase Inhibitoren
Prodrug -> Resorption -> Umsetzung -> Virusbefallene Zelle -> Phosphorylierung -> Konkurrenz mit Adenosintriphosphat => Hemmt reverse Transkriptase bei HIV, DNA Polymerase bei Hep B, Einbau in DNA Kette, Verhindert Vermehrung
NW: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Nierenschäden
KI: Niereninsuff
Orale Applikation

Neuramidase Inhibitoren, Antiretrovirale Therapie, Antivirale Therapie bei Hep C

Neuramidase Inhibitoren: Zanamivir: Influenza, Spaltung N ACetylneuraminsäure => Freisetzung Virus aus Zelle
Verkürzt Grippezeit, mildere Verläufe
Pulver, Inhalator
Kleine Mengen systemisch, renale Ausscheidung, po sinnlos (Bioverfügbarkeit 2%)
NW günstig, selten, Bronchospasmus bei Asthma / COPD, Allergische Reaktion, Dyspnoe,
KI: Schwangerschaft

Antiretrovirale Therapie: >25 Susbtanzten, Immer Kombinationstherapie, effektive Unterdrückung virale Vermehrung, keine Eradikation möglich
HIV: Eintrittsinhibitoren (Korezeptorinhibitoren (Maraviroc), Fusionsinhibitoren (Enfuvirtid)
Reverse Transkriptase Inhibitoren: Nukleoside (Emtricitabin), Nukleotide (Tenofovir), andere (Efavirenz)
Integrasehemmstoffe: Raltegravir, Elvitegravir, Dolutegravir
Proteasehemmstoffe (Lopinavir / + Ritonavir, verbesserte Bioverfügbarkeit)

Eintrittsinhibitoren: Anlagerung virales Protein gp120 an Rezeptorstruktur der Zielzelle => Freilegen virales gp41 Molekül (Trimer)
Zielstruktur von Enfuvirtid: Helikal konfigurierte HR1 Region auf gp41 => Sequenzanalogie mit HR2 Region => Anlagerung an HR1, Blockieren Fusion, notwendige Interaktion zwischen HR1+2
Maraviroc blockiert CCR5 Rezeptoren

HIV Integrase: Bindet im Zytoplasma virale DNA (Präintegrationskomplex), schneidet Dinukleotid an beiden Enden der viralen DNA erhaus => neue 3‘ Hydroxylgruppen => Transport in Zellkern, Bindung an menschlicher DNA, Integration virale DNA (Strangtransfer)
=> Raltegravir als Strangtransfer Inhibitor

Antivirale Therapie bei Hep C:
Interferon -> + Ribavirin => Peginterferon + Ribavirin => + PI => Interferon freie Kombination
CYP3A4 + Pgp Inhibitoren: Telaprevir, Boceprevir (Hep C)
CYP3A4 Inhibitoren: INdinavir, Nelfinavir, Ritonavir (HIV)
CYP2C19 Induktoren; Efavirenz, Ritonavir (HIV)
CYP3A4 Induktor: Efavirenz (HIV)

Die Bedeutung charakteristischer Merkmale (zB Zellwand-/ Zellhüllenbestandteile, Organellen, Sporen/ Dauerformen) zellulärer Infektionserreger für Pathogenese, Therapie, Prävention und Diagnostik erläutern

Zellwand / Zellhüllenbestandteile:

Pathogenese: PLS: Endotoxin
Therapie: Beta Lactam AB
Prävention: Desinfektion -> Zelllyse
Diagnostik: Gram Färbung

Organellen: 60S Ribosomen
Therapie: Diverse AB, Diagnostik?

Sporen / Dauerformen:
Pathogenese: Resistenzen, schwerer zu beseitigen, hartnäckig
Therapie: Sporen / Dauerformen bekämpfende AB
Prävention: Sporen / Dauerformen bekämpfende Desinfektionsmittel
Diagnostik: Mikroskopie

Du kannst dir den Foliensatz gerne mal durchblättern

Am Beispiel der Enterobacteriaceaen die Bedeutung der genetischen Ausstattung eines Pathogens für Übertragung, Pathogenese und ärztliche Intervention (Therapie, Prävention) erläutern

Enterobakterien: Bakterienfamilie, die sich im Verdauungstrakt aufhält, teils apathogen, teils pathogen

idR gramnegative fakultativ anaerobe Baktieren, zT Beweglich
=> Enterobakter, Escherichia, Citrobakter, Salmonella, Proteus, Shigella, Yersinia, Klebsiella, Serratia…

Pathogenität durch
Endotoxine: Bei Bakteriolyse Freisetzung von LPS => Fieber, Abfall Blutdruck, Gerinnungsprobleme, Schock
Exotoxine: zT, Mucosainfiltration, Diarrhoe (E Coli, Salmonellen, Shigellen)

=> Diarrhoe (Salmonellen, Shigellen, Enterotoxische E Coli, Enteroinvasive E Coli)
Enteritis / Colitits (Yersenien, Enterohämorrhagische E Coli)
HWI (Uropathogene E Coli)
Pneumonie / chronische Bronchitis (E Coli, Klebsiellen, Proteus, Morganella, Citrobakter)
ggf Wundinfektionen, Gallengangsentzündungen, Peritonitis, Meningitis, Sepsis

Opportunisten: Bei Immunsuppression / AB Therapie / Falscher Ernährung, C2 Abusus, Bestrahlung, Chemo) => Endogene Infektionen

Übertragung: Fäkal Oral? Schmierinfektion

Prävention: Hygienemaßnahmen, Händedesinfektion/ Hände Waschen

Therapie: Beta Lactam AB

Die Bedeutung der Fähigkeit zur fakultativ intrazellulären Vermehrung für ärztliche Interventionen an charakteristischen Beispielen (va Myobacterium tuberculosis, Legionellen + Listerien) erläutern

Tuberculose: Aerogene Übertragung, Stäbchenförmig, keine aktive Bewegung,

Ruhende Überlebung in Makrophagen, Aktivierung nach Jahren (Dormanz)
Intrazelluläre Pathogenese: Überleben im Phagosom: Wachsartige fettreiche Zellwand, LAM stört Phosphatase des Phagosoms
Enzyme (Katalase, SOD) => ROS ausschalten
Dormanz
Erhöhte Mutationsrate
Hohe AB Resistenz (Wachsartige Zellwand, Transporter, Efflux, hohe Mutationsrate)

=> Interaktion Makrophagen und T Zellen
Makrophagen: Mehrkernige Riesenfresszellen
T Zellen => Epitheloidzellen
=> Granulombildung

Therapie: 6-9 Monate, kompliziert bis zu 2 Jahre, mehrere Antituberkulotika, Abgestuft
=> Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid, Ethambutol, Streptomycin

Legionellen: Stäbchenförmige gramnegative Bakterien
=> Legionellose / Legionärskrankheit (Pneumonie bei alten, immunschwachen Pat)
=> Wässrig, warm (25-50°C)
=> Vorkommen va in Rohren => Überdauern in Mikroben (Amöben) => Biofilm
=> Tanks, Rohre, Leitungen, Bäder, Krankenhäuser, Klimaanlagen
=> Aerosolbildung => Inhalation => Pneumonie
=> Wartung Rohre und Überprüfen der Keimbelastung,
Ultrafiltration, Thermische Desinfektion, Aachener Konzept, chemische Desinfektion, Elektrolytische Chlorherstellung, Mikrobozide Reaktionswirkung

Listerien: Stäbchenförmige Grampositive fakultativ anaerobe Bakterien
Anspruchslos, kälteresistenz (va Kühlschrank, auch Vakuumverpackte Artikel), Ubiquitär
Pathogenität: Listeriose (Listeria Monocytogenes), Aufnahme kontaminierte Nahrung (Fleisch, Fisch, Milch) => unerhitzte tierische Lebensmittel
=> Monozytose, Fetopathie
Aufnahme in Phagozyten, Überdauern => Transport zum Effektororgan
Behandlung mit beta Lactam AB

Intrazelluläre Vermehrung:
Evasion => Besondere Immunmaßnahmen, va zelluläre Immunität (T Zellen + Makrophagen)
Immunsuppression, va Zellulär (AIDS) => Ausbruch von Erkrankungen

Vertreter humanpathogener RNA- und DNA-Viren () benennen und als Auslöser definierte Infektionskrankheiten zuordnen

Coxsackie-, Hanta-, Hepatitis Ab, B und C, Herpes-, HI-, Influenza-, Masern-, Papilloma-, Poliomyelitis-Viren

Poliovirus: Picomaviren: + ssRNA => Enterale Infektion, Polio (Kinderlähmung)
Coxsackievirus: Picomaviren: + ssRNA: Enterale, respiratorische, kardiale ua Infekte
Hepatitis A Virus: Picomaviren: +ssRNA: Akute Hepatitis
Hepatitis B Virus: Hepadna Virus: dsDNA: Akute Hepatitis, chronisches Leberzellcarcinom
Hepatitis C Virus: Flavisvirus: + ssRNA: Akute und chronische Hepatitis, Leberzellcarzinom
HIV: Retrovirus: + ss RNA => AIDS
Masernvirus: Paramyxoviren: - ssRNA => Masern
Influenzavirus: Myxoviren: - ssRNA (segmentiert) => Influenza
Hantavirus: Bunyaviren: - ssRNA (segmentiert) => Hämorrhagisches Fieber, Nephritis
Papillomvirus HPV: Papovaviren: ds DNA: Haut-/ Schleimhautwarzen, Cervix / Anal / Mundhöhlen Karzinome

Die Bedeutung der Virus-Rezeptor-Interaktion und intrazellulärer Determinante für Zell- und Organspezifität der Virusinfektion erklären
(offenbar anscheinand am Influenza Virus)

Virusinfektion des Respirationstrakts:

Infektion -> Primärreplikation in Schleimhautzellen des Nasopharynx -> Ausbreitung über gesamten Respirationstrakt -> Vermehrung in epithelialen zilientragenden Zellen -> Virusausscheidung

Influenza: Plötzlicher Beginn, rasche Verschlechterung, ganzer Körper, hohes Fieber, Schüttelfrost, Schweißausbrüche
Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, starkes Krankheitsgefühl
Häufig schwere Komplikationen (Pneumonie, bakterielle Superinfektion, Otitis media, kardiale Begleitsymptome)

Influenza A: Orthomyxovirus, segmentiertes – ssRNA, Replikation durch virale RNA abh RNA Polymerase

Hämagglutinin: Nativus HA Protein (HA0) wird durch eine Protease aus Clarazellen des resp Epithels proteolytisch gespalten zur infektiösem HAI
Reifes, infektiöses HAI würd über S-S Brücken zusammengehalten
=> Bindung Neuraminsäure => Eintritt in Zelle
Neuraminidase Inhibitoren: Austritt aus Zelle => Virus würde kleben bleiben
Neuraminidase: Zerstört Neuraminsäuren (Sialic Acid) von Zelloberfläche => Erleichtert Austritt
=> Hemmung Neuraminidase => Hemmt Infektion

Zellrezeptoren: Organ- und Speziesspezifisch!
Mensch: alpha 2,6 verknüpfte Sialinsäuren im oberen Resp Trakt
Vögel: alpha 2,3 im oberen Resp Trakt
Schwein: Beides im resp Epithel => Doppelinfektion in Schwein (Vogel): Reassoertierung von RNA Segmenten
=> Antigenic Drift: Mutationen in einzelnen Segmenten
Antigenic Shift: Austausch von RNA Segmenten bei Doppelinfektion mit unterschiedlichen Subtypen
=> So kann sonst Vogelspezifischer Influenzavirus Mensch betreffen!

Organspezifität:
Infektion mit humanen Influenzaviren (H1N1) => alpha 2,6 verknüpfte Sialinsäure => Hochansteckend, geringe Krankheitssymptome, geringe Letalität (alpha 2,6 va im oberen Respirationstrakt => Ansteckung über Husten / Niesen, aber kein tiefes Eindringen in den Körper)
Infektion mit Vogelinfluenzaviren (H5N1) => Selten Übertragung von Mensch zu Mensch, schwere Krankheitssymptome, hohe Letalität => alpha 2,3 verknüpfte Sialinsäure => va in den Bronchiolen und Alveolen
Schweinegrippe: alpha 2,6 + alpha 2,3 => Sowohl hochansteckend als auch schwere Krankheitssymptome

Die Variabilität von Replikationsmechanismen bei verschiedenen humanpathogenen RNA- und DNA Viren (Picornaviren, HIV, Herpesviren, Influenzaviren) erläutern

Adsorption -> Injektion -> Uncoating -> Genetische Replikation -> ggf Integration -> Virale Genexpression -> Self Assembly -> Sezernierung, ggf Budding

HIV: Retrovirus, ss+ RNA, 2 identische Sträjnge + Reverse Transkriptase, behüllt
Replikationszyklus: RNA -> DNA (reverse Transkriptase)
-> Doppelstrang DNA -> Zellkern -> Genomische Virale RNA + mRNA -> Precurser Proteine -> Protease -> Proteine -> Viruszusammensetzung
=> Retrovirus

Art des Genoms bestimmt Replikationsweg!

Picornavirus: + ssRNA
Eintritt in Zelle -> direkte Translation -> Proteincleavage
+ Transkription => Vermehrung DNA
=> Assembly

Herpesviren: ds DNA
-> mRNA -> Proteinsynthese
Replikation dsDNA
=> Assembly

Influenza: - ssRNA
-> Eintritt in Zelle -> mRNA Transcription -> Translation -> Proteine
Replikation
=> Assembly

Die prinzipiellen Übertragungswege () von Krankheitserregern in Verbindung mit direkten oder indirekten Übertragungswegen () an Beispielen erklären und die Konzepte von Präventionsmaßnahmen herleiten
=> Ohne Prävention

(alimentär, kontaktiv, inokulativ, diaplazentar, aerogen)

(Kontakt, Tröpfchen, Vehikel / Vektoren)

Infektionsquelle -> Übertragungsweg -> Empfängliches Individuum
=> Kontakt mit Erreger mit (Schleim)haut, Luft, Wasser, Lebensmittel, Parentale Aufnahme, Vertikal

Direkter Kontakt:
Küssen (Epstein Barr), Händeschütteln (Rhinoviren), Offene Wunden (Wundinfektion, S Aureus)
Device Anwendung als Eintrittspforte (Katheter aller Art)
Indirekter Kontakt: Über Gegenstand, Medizinprodukte (Endoskop)
=> Schmierinfektion
Luft: Tröpfchen (>5µm, schnelle Sedimentation, Reichweite <1m, nicht alveolargängig
=> Meningokokken, Pneumokokken, Diphterie, Pertussis, Mumps, Masern, Röteln, RSV) vs Aerogen (<5µm, kaum Sedimentation, Reichweite >1m, Alveolargängig
=> Tuberkulose, Masern, Varizellen, Aspergillussporen)
Sedimentationszeit ~ Partikelgröße
Baustellen als Infektionsrisiko für immunsupprimierte Patienten => Aspergillus
Wasser: Salmonellen, Shigellen, E Coli, Polioviren, Coxsackie, Hep A + E, Adenoviren, Rotaviren, Norovirus, Paraisten
=> Trinkwasserverordnung: Kein E Coli, keine Enterokokken, sonst 100KBE/ml
=> Biofilmbildung ~ Stagnation, Korrosion
=> Legionellen: Mikroaspiration, Aerosole => Legionellose
Lebensmittel: Hep A, Noroviren, Rotaviren, Listerien, Shigellen, Salmonellen, E Coli
=> va Norovirus
Parental: Iatrogen: Hep B, C, HIV, Bakterien
Über Vektoren: Malaria, Gelbfieber, Dengue
Vertikal: Plazenta: HIV, Rubellavirus, Hep B, Parvoviren
Passage Geburtskanal: Streptokokken B
Muttemilch: HIV

Prävention ~ Übertragungswege

 

Prävention
Standard vs Abhängigkeit vom Übertragungsweg
Standard: Typische Händedesinfektion (5 Punkte), Handschuhe, Kittel (bei Tätigkeiten bei denen infektiöses Material in Kontakt zur Kleidung kommen kann), Mund-Nasenschutz, evtl Augenschutz (bei Tätigkeiten, bei denen infektiöse Aerosole freigesetzt werden können)
=> Nicht bei mehreren Patienten verwenden, Vor Verlassen des Patzimmers ausziehen, entsorgen + Händedesinfektion, Beim Ablegen Kontamination von Haut und Kleidung vermeiden
Hustenetikette
Kontaminierte Gegenstände nicht in Kontakt mit Haut, Schleimhaut und Kleidung kommen lassen
Keine Manipulation scharfer Instrumente, Abwurf in stichfeste Behälter
Impfung
Wasseruntersuchung: Hausinstallationen, Dialyse, zahnärztliche Behandlungseinheiten, RLT Anlagen, Therapie- und Bewegungsbecken
Endständige Filter, Steriles Wasser (Waschen, Zähneputzen, Trinken)
Lebensmittelhygiene
Abhängigkeit von Übertragungsweg:
Isolierungsmaßnahmen: Möglichst Einzelzimmer, Handschuhe + Kittel, Pflegebedarf … patientenbezogen, Händedesinfektion
Kontaktübertragung (C Difficile): Händedesinfektion, dann waschen
Desinfektion: Wirkspektrum beachten (Viruzid, Sporenwirksamkeit)
Tröpfcheninfektion: Einzelzimmer, räumlicher Abstand zw Patienten >1m, Mund Nasen Schutz <1m Pat, keine besondere Raumlufttechnik, Tür kann offen stehen, Pat verlässt Zimmer in Ausnahmen mit MNS
Aerogen: Einzelzimmer, Luftunterdruck, Verschlossene Tür, Personal mit geeigneter Atemschutzmaske, Pat verlässt Zimmer nur in Ausnahmen mit MNS
Umkehrisolation: Unterbringung in Einzelzimmer mit HEPA Filterung, Luftüberdruck und Schleuse, geschlossene Tür, Personal MNS nur bei AWI, Pat verlässt Zimmer nur in Ausnahmen, Pat verlässt Zimmer nur mit MNS

Die prinzipiellen Übertragungswege und Übertragungshäufigkeiten von Krankheitserregern im Krankenhaus benennen und Möglichkeiten zur Vermeidung nosokomialer Infektionen erklären

Vermeidung nosokomiale Infektionen lässt sich meist durch Standard Hygienemaßnahmen vermeiden

Bei hoch kontagiösen, epidemiologisch relevante Erreger zusätzlich übertragungsspezifische Maßnahmen

Übertragungswege: (alimentär, kontaktiv, inokulativ, diaplazentar, aerogen)
(Kontakt, Tröpfchen, Vehikel / Vektoren)

Häufigste Nosokomiale Infektionen: HWI (80% Blasenkatheter)
2. AWI, va Pneumonie: Intensivstation, künstliche Beatmung, AB / Immunsuppression, größere Operationen im Bauch- und Brustraum, fortgeschrittenes Alter
3. Wundinfketionen: 160000 postoperative Wundinfektionen /a

Sonst: Bakteriämie, Funämie (längere iv Therapie, vorallem Nahrung)

Problematisch: Hepatitis B, C, HIV durch Blut, Blutprodukte, Iatrogen

Die Bedeutung der Übertragung von Krankheitserregern durch Vektoren (belebt, zB Moskitos) und Vehikel (unbelebt, zB Lebensmittel) an Beispielen erklären und für die globale Krankheitslast einordnen

 

Vektoren: Moskitos: Malaria, Gelbfieber, Dengue Fieber
=> Epidemische Krankheiten, schwere Verläufe, viele Betroffene
=> Tropenkrankheiten, Malaria: jährlich 300 mio Menschen, 1mio letal, va Subsahara + Norden Südafrika, Inden, Thailand, Südamerika

Vehikel: Lebensmittel:
Salmonellen Epidemie
Lebensmittelinfektion / intoxikatin
Bacillus Cereus, Campylobacter Jejuni / coli, Clostridium Botulinum / perfringes, E Coli (EHEC; STEC, EPEC), enteritische Salmonellen, Listerien, Shigellen, S Aureus, Yersinia Enterocolitica
Hepatitis A, Noroviren, Rotaviren
Cryptosporidium Parvum, Giardia Lamblia

Gemeldete Infektionen: Noro (710k), Rota (400k), Salmonellen (400k), Campylobacter (400k)
Hospitalisierung in %: 26, 41, 23, 13

Noroviren: Häufigste GE Ursache weltweit, Transmission va fäkal oral + Erbrechen, Hohe Transmissionsrate (IKZ 10-50h), geringe Infektionsdosis

 (<100 Viruspartikel), Überlebensfähigkeit an Oberflächen

Den Ablauf einer auf akute Infektionskrankheiten fokussieret Anamnese und körperliche Untersuchung beschreiben und richtungsweisende Symptome und Befunde grundlegend pathophysiologisch und differentialdiagnostisch einordnen
+ Die bei ambulant erworbener Pneumonie relevanten Angaben in Anamnese und Befunde bei der körperlichen Untersuchung benennen und zuordnen

5-10 Fälle / 1000 Einwohner / a, 80 Fälle / 1000 Pflegeheimbewohner / a, 240000 stationäre Aufnahmen / a

Mortalität: Lethalität ohne AB 30%, mit 10% (70% IS, 20% AB, 10% Failure of Both)

Pneumonie: Weltweit einer der häufigsten Todesursachen

Erkrankung: va Kinder + ältere Menschen

Schweregradabschätzung: Pneumonie Severity Index: Letalität ~ Klasse I-V
CURB Score: Confusion, Urea Nitrogen (<7mmol/L / 42mg/dl), Respiratory Rate (>30/min), Blutdruck (<90 sys, <60 dia)
CRB 65 Score: Statt Urea Nitrogen => Age >65
CRB 65 von 0: 0,7% 30 Tage Mortalität => Ambulant
1,2: 5,6 / 12,6% => Stationär
3, 4: 22,7/27,8% => Intensivstation

CAP => JA => Akutes Lungenversagen, schwere Sepsis, instabile Komorbidität, CRB65 3-4
Ja: IST
Nein: CRB = 0 => Ambulant / Stationät

Leukos und CRP nutzlos, Procalcitonin: Geringer prädiktiver Wert bei Hochrisikopatienten

Klinik: Entzündliches Exsudat in den Alveolen, Einschränkung LuFu => Dyspnoe, AF steigt, Fieber, Husten (idR produktiv bei alveolären, bei interstitiellen trocken)
Auskultation: Feuchte Rasselgeräusche
Lobärpneumonie: Bronchialatmen
Perkussion: Über betroffenen Lappen hyposonorer Klopfschall
Stimmfremitus und Bronchophonie verstärkt
Pleurabeteiligung (Pleuritis): ~ Inspirationslage wechselnd starke Schmerzen, Schonhaltung mit zur betroffenen Seite geneigtem Oberkörper, flache Atmung
Evtl atypische Pneumonie

Den Begriff „Pneumonie“ definieren und Pneumonieformen ätiologisch, pathologisch anatomisch und klinisch einteilen

Pneumonie: Entzündung des Lungengewebes

Ursachen: Bakterien, Viren, Pilze, Aspiration von Magensaft, Parasiten, Gifte + andere Faktoren

Einteilung: Pathologisch / klinisch
Alveoläre Pneumonie: In den Alveolen
=> Bronchopneumonie: Multifokale Herdpneumonie, verschiedene Infektionsherde Bronchien -> Lungengewebe, ein / mehrere Lungenläppchen, meist mehrere Lappen gleichzeitig
Lobärpneumonie: Ganzer Lungenlappen von Entzündung betroffen, Ablauf in typischen Stadien, territorial gebunden

Interstitielle Pneumonie
Interstitium (BG zwischen Alveolen und Blutgefäßen), heterogene Ursachen, ua Infekte / inhalative Noxen (Zigarettenrauch)
Infekt: Erreger -> Alveolarmakrophage => Verschleppt ins Stützgewebe
=> Akute interstitielle Pneumonie vs chronisch interstitielle Pneumonie
=> Idiopathisch interstitielle Pneumonien

Ätiologisch:
Ambulant erworben: CAP
Nosokomial erworben: mindestens 5 Tage im Krankenhaus: HAP, VAP (Beatmungspneumonie)

Begleitumstände:
Primäre Pneumonie: Bei vorher gesunden (Ausnahme: Neugeborenenpneumonie)
Sekundäre: Bei Grundleiden, va bei Immundefizienz
Retentionspneumonie: Bei Verlegung der Atemwege

Klinischer Verlauf
Typisch: zB Alveolär
Atypisch: zB Interstitiell

Am Beispiel der ambulant erworbenen, bakteriellen Pneumonie die Pathogenese einer akuten bakteriellen Infektion beschreiben (begünstigende Faktoren, Interaktion verschiedener Erreger und Erregerspektum)

 

Pathogene:
48 bis 5t nach Aufnahme: CAP: Selten Anaerobier
Alveolär va Streptococcus Pneumoniae, Hämophilus Influenzae, Streptococcus Pyogenes, Legionella Pneumophila, Moraxella Catarrhalis, Staph Aureus, Pseudomonas Aeruginosa
Interstitiell: Mycoplasma Pneumoniae, RSV, Influenza / Parainfluezavirus, Chlamydia Pneumoniae / psittaci, Adenovirus, Coxiella Burnetii, Legionella Pneumophila, Pneumocystis jirovecii
Bei >5 Tage nach Aufnahme zusätzlich: P Aeruginosa, Serratia spp, Proteus spp, Acinebacter spp, MRSA, ESBL Klebsielle / E Coli
Bei Immunsuppression: Bakterien: Nocardia spp, Rhodococcus equi, atypische Mycobakterien, Pilze: Cryptococcus Neoformans, Pneumocystis Jiroveci, Viren CMV, HSV, VZV

Prädisposition: Zigarrettenrauchen, Aspiration, Splenektomie, Alter > 60J, Alter < 1J, vorliegende virale Infektion der Luftwege (Bronchitis), Behandlung mit Immunsuppressiva

Gründe, an einer Pneumonie zu versterben: Progress trotz adäquater AB
Pneumonie -> Akutes Lungenversagen => 23% IS Patienten mit CAP starben trotz Immunkompetenz und adäquate antibiotische Therapie
=> Inadäquate Wirtsantwort

Pathogen Wirt IA: PAMPs -> PRR -> NFkB => Zytokine (IL8, TNF alpha, Mediatoren)
=> Aktivierung IS, Effektor Zellen => Protektive Effekte vs schädliche Effekte (zB Sinken Vaskulärer Integrität)
Permeabilität steigt => Eintritt von Bakterien und Toxine in den Blutkreislauf => Sepsis

Kardiovaskuläre Komplikationen: ca 25%
=> Va über lange Zeit deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko

Den Verlauf einer ambulant erworbenen, bakteriellen Pneumonie einschließlich seiner pathophysiologischen Auswirkungen und Komplikationen beschreiben
 

 

Plötzlicher Beginn: Husten, Atemnot, Dyspnoe, erhöhte AF, eitriger Auswurf, hohes Fieber, Schüttelfrost, erhöhter Puls, Brustsfchmerzen, Pleuraerguss

Atypisch: Schleichender Beginn, Husten, geringe Atemnot, wenig / meist klarer Auswurf, Kopf- + Gliederschmerzen, geringes Fieber
Kinder: va Dyspnoe, erhöhte AF, Nasenflügelatmen, quälender Husten, Blässe, evtl Zyanose und Kreislaufschwäche

Komplikationen: Lungenabszess: Bei S Aureus, Anaerobier, Klebsiella, Legionella…
=> CT Thorax, Bronchoskopie, Drainage + ggf OP, Mikrobiologische Diagnostik (Gram Präparat, Anaerobe / Aerobe Kultur, Myobakterielle Diagnostik), AB

Pleuraempyem: Sono, CT, Punktion
=> AB, Bülau Drainage, ggf OP

Akutes respiratorisches distress Syndrom
=> Akuter Beginn innerhalb einer Woche, beidseitige Infiltrate, Ausschluss linkskardiale Genese (Echo), PaO2 / FiO2 < 300mmHg (bei PEEP = 5mmHg) => 200-300 mild, 100-200 moderat, <100 schwer
Mortalität ca 40%

=> ARDS, Lungenabszess, Pleuraempyem (Eiteransammlung im Bereich der Pleura), Pleuraerguss, Sepsis, SIRS, Pneumatozele

Prognose: ~ Grad der Einteilung
Primär, ambulant erworben: Gute Prognose, Letalität ca 0,5% ohne Risikofaktoren
Sekundär + Nosokomial: Schlechte Prognose

Alveoläre Pneumonie: Akut, vorher gesund, Fieber + Schüttelfrost, Leukozytose + Linksverschiebung, CRP und ESR erhöht, produktiver Husten, lobuläre / lobäre Infiltrate im Röntgen Thorax va basal, häufig Pleuritis, Rassengeräusche + bei lobärem Befall hyposonorer Klopfschall, schweres Krankheitsgefühl, Tachypnoe, Tachykardie
Interstitielle Pneumonie: Subakuter Beginn, grippaler Infekt als Vorerkrankung, geringeres Fieber + langsam steigend, Lymphozytose, CRP und ERS im Referenzbereich, trockener Husten, interstitielle +/ lobuläre Infiltrate, flächige milchglasartige Verschattung, selten Pleuritis, Rasselgeräusche sehr diskret / auskultatorisch unauffällig, weniger starkes Krankheitsgefühl

Kriterien benennen und bewerten, mit denen der Schweregrad einer Pneumonie eingeschätzt werden kann

Pneumonia Severity Index (PSI): Fünf Stadien => Letalität

=> Komplizierte Tabelle, langwierig, nicht für Akutsituationen geeignet

CURB: Confusion, Urea Nitrogen > 7mmol/L / 42 mg/dl, Respiratory Rate > 30/min, Blutdruck <90 sys oder <60 dia
=> Problem: Harnstoffbestimmung dauert etwas

=> CRB 65
=> Statt Harnstoff => Alter > 65J

CRB 65 + 30 Tages Mortalität
0: 0,7% => Ambulant behandeln
1 + 2: 5,6-12,6% => Stationär
3 + 4: 22,7-27,8 => Intensivstation

CAP => JA => Akutes Lungenversagen, schwere Sepsis, instabile Comorbidität, CRB65 3-4
JA: ITS
Nein: ~ CRB Stationär / Ambulant

Schweregrad:
Leukos + CRP Nutzlos, PCT geringer prädiktiver Wert (Ganz niedrig ist gut, ganz hoch ist schlecht)

Serum Cortisol, Serum Glucose, Pro Adrenomedullin

Medizinische Diagnostik (Labor, Bildgebung, Erregernachweis), Therapie und Betreuung bei ambulant erworbener, bakterieller Pneumonie herleiten
=> Therapie uCAP mit / ohne Risikofaktoren

Diagnostik: Anamnese, körperliche Untersuchung

Erregerisolation und Identifizierung: Sputum, Blutkulturen, Pleurapunktate, Bronchialsekret, serologische Untersuchung aus Blut und Urin, kompliziert Biopsie
Röntgen Thorax: Verschattungen, Rundherde und Atelektasen
Labormedizin: Diagnosesicherung
Schweregrad ~ CRB 65

Diagnostische Hinweise:
DM => Pneumokokken, Staph Aureus
Alkoholismus: Klebsielle Pneumoniae
COPD: Hämophilus Influenzae / Moraxella Catarrhalis
Splenektomie: Bekapselte Mikroorganismen (Pneumokokken, Hämophilus Influenzae)
Immunsuppression: Atpyische / opportunistische Erreger: Tuberkulose, Pneumozytose, Cryptococcus Neoformans, atypische Mykobakterien

Therapie:
uCAP ohne Risikofaktoren: Nachweis eines radiologischen Infiltrates unilateral, CRB 65 = 0 (oder 1 bei Alter >65)
Ohne Risikofaktoren: Ohne schwere Begleiterkrankungen, ohne AB Vortherapie in den letzten 3M, klinisch stabil
Weitere Diagnostik ~ Grunderkrankung + Begleitmedikation gf Labor (BB, Krea, Hst)
=> Keine mikrobiologische Diagnostik empfohlen
Therapie: Amoxicillin 0,75-1g 3x tgl oral 5-7 Rage
Alternativ: Makrolid (Azi, Clari, Roxithromycin), Tetracyclin (Doxycyclin) => Nur bei Allergien
=> Reevualtion nach 48-72h

=> Klinik, Leukos, CRP, Harnstoff
=> CRP Abfall => Adäquate Therapie
Abfall <60% an d3: OR 7 für inadäquate Therapie
Abfall <50% an d4: OR 24 für Letalität => CAVE

uCAP mit Risikofaktoren (AB Vortherapie in den letzten 3 M, Bewohner Pflegeheim / Pflegebedürfdigkeit, chronische internistische / neurologische Begleiterkrankung)
=> Streptococcus Pneumoniae, Mycoplasma Pneumoniae, legionella Pneumophila, Respiratorische Viren, H Influenzae, S Aureus, Enterobakterien
=> Diagnostik: Untersuchung / CRB 65, Röntgen Thorax, Umfangreiche Labordiagnostik ~ Grunderkrankungen, Mikrobiologische Diagnostik erwägen (Sputum, ggf BAL)
=> KEINE Blutkulturen
Therapie: Berücksichtigung AB Vortherapie
Amoxicillin / Clavulansäure 2x 875/125mg oral 5-7t oder Sultamicillin 2x0,75goral 5-7t
Alternativ Flourchinolon (Levo/ Moxifloxacin) bei Therapieversagen + Unverträglichkeit
=> Reevualition nach 48-72h

Schwere CAP / Immundefizienz Diagnostik und Therapie

Schwere CAP: Akutes respiratorisches Versagen, schwere Sepsis, unstabile Komorbidität, CRB65 3-4

ATS Score
1 Majorkriterium bestimmt bei Aufnahme / im weiteren Verlauf: Intubation + maschinielle Beatmung, Gabe von Vasopressoren >4h (septischer Schock)
2 Minor Kriterien bestimmt bei Aufnahme: schwere akute respiratorische Insuff (PaO2/FIO2 <250), Multilobuläre Infiltrate im Röntgen Thorax, Systolischer RR < 90mmHg
=> Entnahme 2 Blutkulturen, Labor, BGA, Legionellen Antigentest, ggf PCT
=> Sputumdiagnostik (Gram, Bakterienkultur, Resistenztestung)
=> Pleuraerguss + Pleurapunktion (pH, Eiweiß, Gram, Bakterienkultur)
=> Bronchoskopie (Immunsuppression, Ausschluss Bronchusstenose, va selte Erreger)
=> Risikofaktoren für P Aeruginosa Infektion
Behadlung ohne Pseudomonas Risiko:
Betalaktam (Piperacillin / Tazobactam, Ceftriaxon, Cefotaxim, Ertapenem + Makrolid iv 8-10t)
Alternativ Flourchinolon (Levo / Moxifloxavin iv 8-10t)

Mit Pseudomonasrisiko: Immunsuppression (HIV, Transplantation, Neutropenie), nach AB Therapie, Lungenvorerkrankungen (Mukoviszidose, Bronchiektasie, COPD), nach Hospitalisierung (va IST, Intubation, Magensonde)
=> Pseudomonasaktives Betalaktam: Piperacillin + Tazobactam, Cefepim, Imipenem, Meropenem iv 8-15t
PLUS Flourchinolon (Levo / Ciprofloxacin iv)
oder Aminoglykosid + Makrolid (Amikacin, Gentamicin, Tobramcin iv 3t)

CAP bei Immunsuppression: zusätzlich ua: Pneumocystis jiroveci => Cotrimoxazol + Cortison
Cytomegalievirus: Ganciclovir + Foscarnet
Candida Albicans: Amphotericin B, Fluconazol
Aspergillus spp: Voriconazol, AMphotericin B
CAVE: Nicht alle HIV Patienten haben Pneumocystis Jiroveci Infektion! Pneumokokken immernoch am häufigsten !

Hopitalisierte CAP Diagnostik und Therapie

 

Hospitalisierte CAP:
Diagnostik: Labor, ggf Blutkultur, Legionellen Antigentest, Blutgasanalyse, O2 Sättigung
=> Pleuraerguss (evtl Pleurapunktion, pH, Eiweiß, Gramfärbung, Kultur)
AB Vorbehandlung? Purulentes Sputum, Sputumuntersuchung, Mikrobiologische Sputumuntersuchung (Gramfärbung, Bakterienkultur, Resistenztestung)
=> AB Therapie
Betalaktam (Amoxi-Clav, Ampicillin/Sulbactam, Cefuroxim, Ceftriaxon, Cefotaxim mit / ohne Makrolid iv 5-7t)
Bei Therapieversagen / Unverträglichkeit: Flourchinolon (Levo / Moxifloxacin iv)
Ausgewählte Pat: Carbapenem, Ertapenem mit / ohne Makrolid iv

Makrolid als Kombinationspartner: Wirksamkeit gegen Legionella Pneumophila, Reduktion der Mortalität unabhängig von Wirkungsspektrum (Pleiotropie?)

Frühe orale Sequenztherapie:
Nach 2-4t, wenn Vitalzeichen stabil (HF < 100, AF < 24, RR sys >90, T < 37,8), keine Hypoxämie, orale Nahrungs-/ Medikamentenaufnahme gesichert, Bewusstseinszustand normal
=> Reduktion von Medikamenten NW, Aufenthaltsdauer im KH um ca 3,4t

Die Invasionswege (Rezeptorvermittelte Endozytose) von Viren (Herpesviren, enteritische Viren) und ihre Ausbreitungswege im Organismus (am Beispiel der lokalen und systemischen Infektion) erläutern

=> Invasionswege va

Invasionswege: Schleimhäute des Respirationstrakts (Corona, Paramyxo, Orthomyxo und Adenoviren)
Stich/ Biss infizierter Arthropoden (Bunyaviren, Flaviviren)
Biss infizierter Wirbeltiere: Tollwutviren
Parental: Drogen, IV
GI Trakt: Säurestabile Picornaviren, Rotaviren, Caliciviren, Adenoviren
Genitalschleimhaut: HSV 2, HIV 1+2
=> Schleimhäute: Resp (Adeno, Varizellen, Rhino, Orthimyxo, Paramyxo, Hanta), GI (Adeno, Enterviren => Nackte Viren), Konjunktiva (Adeno, HSV), Genitalien (HSV, Warzen, HBV, HIV)
Haut: Abrasio (Warzen / Papillomaviren, HSV), Arthropodenstich (Gelbfieber, FSME), Tierbiss (Tollwut), Nadelstich (HBV, HCV, HIV), Iatrogen (HBV, HCV, HIV, CMV)
Plazenta: Röteln, CMV, ParvoB19

Lokale Infektion: Eintrittspforte = Erfolgsorgan, kurze Inkubationszeit, zeitlich begrenzte Immunität
=> Rhinitis, Gastroenteritis
=> Befall Epithel => Apikale Virusfreisetzung => Kein Eindringen in tieferlegendes Gewebe (zB RSV)
Basolaterale Freisetzung => Eindringen in tieferliegende Gewebe / Lymphbahnen / Transport in Makrophagen zum Lymphknoten => Ductus Thoracicus => Blutbahn

Dissemination: Bei den meisten Virusinfektionen ist Eintrittspforte + Ort der klinischen Manifestation nicht identisch
Neurogene Ausbreitung (HSV, VZV, Tollwut)
Lympho-hämatogene Streuung (Masern)
Diaplazentare Transmission (Röteln, HCMV)

Lokale vs systemische Infektionen



Generalisierte (systemische) Infektion:
Eintrittspforte und Erfolgsorgan sind verschieden, längere IKZ, langandauernde Immunität
=> Poliomyelitis, Tollwut, Röteln

Herpesviren: Eintritt Schleimhaut (Mund, Stomatitis Aphtosa) => Lokale Infektion => Synapse => Axon => Neuron => Ruhen + Wiederausbruch

Organmanifestation:
Zerstörung von regenerativem Gewebe: zB Rotaviren zerstören permessive apikale Enterozyten der Darmzotten => Nicht Permissive Basalzellen => Epithelregeneration
Zerstörung von nichtregenerativen Gewebe: zB Polioviren zerstören motorische Neuronen im Vorderhorn (paralytische Poliomyelitits)

Zeitpunkt der Infektion entscheidend:
Vor Abschluss Organogenese: Fehlbildungen (Embryopathie): Fehlende Augenanlage, Mikrozephalus, fehlender Neuralrohrschluss
Nach Abschluss Organogenese: Organmanifestation (Fetopathie): zB Hepatitis Gastritis, Kolitis, Pneumonie, Enzephalitits

Lokal: Infektion und Pathogenese am Ort des Viruseintritts, Ausbreitung durch Infektion benachbarter Zellen, Epithel (+ manchmal regionale Lymphknoten) betriffen
Resp (Influenza, Rhino, Coronaviren), GI (Rotaviren), Haut (Papillomaviren)

Systemisch: Ausbreitung im Organismus vom Ort des Viruseintritts auf verschiedenen Wegen
Frei im Plasma (HBV, Gelbfiebervirus), Lymphozytenassoziiert (EBV, HIV, HTLV), Monozyten / Makrophagenassoziiert (Masern, Dengue, HIV), neuronal (Herpes, Tollwut, Poliovirus)

Die Virus-Wirt-Interaktionsmechanismen auf der Ebene der Zelle, des Organs, des Organismus und der menschlichen Population am Beispiel der Enteroviren erklären (Grundlage für Wirtsspezifität)

Ausbreitungswege Enteroviren

Enterovirus: Eindringen in oropharyngeale / intestinale Mucosa, evtl Prävention durch IgA => Virämie => Zielgewebe => Serum AK verhindert Verbreitung => Hohe asymptomatische Infektionsrate
=> 90% inapparant

Virus -> Aufnahme -> Replikation in Oropharynx + Intestinum -> Lymphknoten -> Blut
Haut: Hand Fuß Mund Krankheit => Ausschlag, Herpangina
Muskel: Echovirus, Coxsackie A+B => Herz (Myokarditits, Perikarditis), Thorax (Pleurodynie)
Gehirn: Polio, Coxsackie A+B => Paralytische KH, Enzephalitits
Meningitis: Echo, Polio, Coxsackie A+B => Meningitis
Leber: Hepatitis A Virus => Hepatitis

Adsorption -> Penetration -> Uncoating -> Nukleinsäuresynthese -> Proteinsynthese -> Reifung -> Virusfreisetzung

Virusvermittelte Zellschädigung: Störung der Zellfunktion
=> Deregulation des Zellzyklus / Zellstoffwechsels, Ausschalten der Wirts-Proteinsynthese, Modulation der Ausschüttung von Zytokinen, Transmittern + Hormonen
Zerstörung der Wirtszelle: Zytotoxische Virusproteine, Lyse, Apoptose, Bildung von Riesenzellen / Synzytien
Immunvermittelte Schädigung: Erkennung + Zerstörung infizierter Zellen durch IS, Immunpathologische Reaktion
Transformation: Insertionsmutagenese, Virale Onkogene

Virus Zell WW:
Natürliche Resistenz (keine Adsorption möglich)
Zelle wird infiziert: Abortiv, Lytisch, produktiv-zytozid, persistierend, transformierend

Zytopathische Effekte: Zytoplasmatische Inklusionen, Nukleäre Inklusionen, Beides, Lyse, Multinukleäres Synzytium, Transformation

Einschlusskörper (Zellkern / Zytoplasma): Eulenaugen, zB bei Zytomegalie, Intranukleäre Einschlusskörperchen, lichtmikroskopische Bestimmung

Virusstruktur + Wirtstropismus: Spezies spezifische Virus Wirts Interaktion mit Zelle, Organ, Organismus und Population:
Organismen und Organe haben spezifische Rezeptoren => Spezifische Infektionen durch Viren mit passendem Rezeptor
=> Schlüssel Schloss Prinzip

Die pathogenetische Bedeutung von Viruspersistenz und Viruslatenz für Infektionserkrankungen am Beispiel des Varizella Zoster Virus beschreiben und voneinander abgrenzen

Akute Infektion: Lokal (Rhino, Rota) vs Generalisiert (Masern, Polio)

Persistierende Infektionen: Latent (Herpes), chronisch (Adeno, Hep B), Slowviren (SSPE, HIV), Tumorviren (Papillomviren, Herpesviren, Retroviren)

Akute Infektion: Virus -> IgM -> IgG
Symptome zwischen Virus und IgM Gipfel

Influenza: 1. Phase => Keine zweite Phase
FSME: 1. Phase => 2. Phase
Varizellen: Windpocken -> Latenz -> Zoster
Masern: Masern -> evtl PIE -> SSPE
Hep B: Akut => Chronizität vs Ausheilung
Hiv: Akut => Schubweise => AIDS

Persistierende Virusinfektion durch Latenz:
Primärinfektion -> Latenz (Ruhezustand), virale DNA, lebenslang im Organismus = Persistierende Infektion
Infektion: Produktiv vs Persistierend
Virus: Replikation vs Latenz

alpha Herpesviren:
Primärinfektion: Epithel, Replikation -> Synapse, Axon, Nucleus -> Latenz
Reaktivierung: Replikation im Nucleus -> Axon -> Synpase -> Epithel -> Produktive Infektion

Viruspersistenz: Chronische vs latente Infektion
Statt Viruselimination: Balance zwischen IS und Virus
Chronische Infektion: Virusreplikation lange Zeit auf niedrigem Niveau (HBV, HCV)
Latente Infektion: Überdauern in nicht replikativen Zustand -> Reaktivierung (Herpes Labialis, Herpes Zoster)

Die bestimmenden Faktoren für die Länge der Inkubationszeit von Viruserkrankungen unter Berücksichtigung der primären und sekundären Virämie erklären

Influenza (Aerogen, 2-3t), Schnupfen (Aerogen, 1-3t), Gelbfieber (Perkutan, 3-6t), Herpes Simplex (kontaktiv / sexuell, 5-8t), Poliomyelitits (fäkal oral, 5-20t), Masern / Mumps / Röteln (Aerogen, 9-20t), Pocken (aerogen, 12-14t), Hep A (Fäkal Oral, 15-40t), Hep B (Parental, Sexuell, Vertikal, 50-150t), Tollwut (Perkutan, 20-100t), Warzen (kontaktiv, 50-150t), AIDS (parental, sexuell, vertikal, Jahre), Slowviruserkrankungen (ua aerogen, Jahre)

Primäre und sekundäre Virämie
Virämie: Vorhandensein infektiöser Viren im Blut
Primär: von lokalen Lymphknoten -> Blutbahn, Vermehrung zB in Endothelzellen + Knochenmark
Sekundär: Organmanifestation (Gehirn, Meningen, Haut, Schleimhäute, Speicheldrüsen, Lymphoides Gewebe)

~ Art des Virus, Übertragungsart, Zielorgan, Virulenz, Vermehrungsgeschwindigkeit, Temperenz

 

Den Begriff „klinischer Manifestationsindex“ definieren (Beispiel: Poliovirus vs Varizella Zoster Virus)

=> Zahl, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine mit einem Erreger infizierte Person manifest (erkennbar) erkrankt (in %)

=> Je kleiner, desto mehr inapparente klinische Verläufe

Poliovirus: Eisberg: Gipfel (Tod, schwere Symptome, leichte Symptome)
Unter Wasser: Inapparante Infektionen
=> 10% Manifestationsindex, 4-8% milder Verlauf (Symptome grippaler Infekt), 1% aseptische Meningitis, 0,1-1% Paralytische Erkrankung (davon 1/3 lebenslang)

=>> <10%, Lähmung < 1%, Hämatogen, freies Virus, Zytozid, Zielorgan bei Lähmung Motoneuron / ZNS, Übertritt Blut Liquor Schranke / Blut Hirn Schranke ~ Viruskonzentration?

VZV: Eintritt oberer Respirationstrakt -> Systemische Ausbreitung über Haut -> Axonaler Transport zu Persistenzorten in sensorischen Ganglien

Aerosole
>90% Manifestationsindex der Windpocken
Inkubationszeit 10-28t
Ansteckungsgefahr: 2t vor und 6t nach Auftreten der ersten Bläschen

=>> >90%, hämatogen, zellgebunden, infizierte T Zellen, nicht zytozid, Zielorgan bei Windpocken ist Haut, später Transneuronal ins ZNS (effizient, asymptomatisch)

Die Funktion bakterieller Virulenzfaktoren für den Ablauf einer bakteriellen Infektion erläutern

Immunabwehr moduliert Aufnahme, Kolonisation, Invasion, Krankheit + Vermehrung

Kommensale vs Pathogene
Kommensale: meiste Bakterien, friedliche Koexistenz
Pathogene: Opportunisten, die unter bestimmten Voraussetzungen (Schwächung IS) Krankheit auslösen
Mikrobielle Flora: Nutzen: Kommensale Haut / Schleimhaut: Konkurrenz mit pathogenen Keimen (Spezifsiche Epithelzellrezeptoren)
Darmbakterien: Verdauungsfördernde Enzyme + Vit K; Entwicklung / Training Darmepithel und darmassoziiertes IS

Pathogenität / Virulenz
Pathogenität: Fähigkeit eines Erregers, in einem empfänglichen Wirt Krankheiten hervorzurufen ~ Genotyp des Erregers (PCR Analyse)
Virulenz: Ausma0 der krankheitserzeugenden Eigenschaften eines Erregers (Grad der Pathogenität eines Erregers) ~ Empfänglichkeit des Wirtes => Phänotyp des Erregers (PT PCR, Expression Virulenzfaktoren, Nachweis von Toxinprodukten)

Virulenzfaktoren: Vom Pathogen gebildete Faktoren, die durch Beeinflussung des Wirtes das KH Bild und den Grad der Erkrankung bestimmen
Adhäsine: Anheftung Erreger an Wirtsgewebe (va Mucosa), Aktivierung Signalwege in Wirtszelle, die Infektionsprozess fördern
Invasine: Eindringen des Erregers in Wirtszelle
Evasine: Überleben Erreger im Wirt durch partielle Ausschaltung der Immunantwort
Toxine: Zell / Gewebeschädigung im Wirt
Resistenz

Pneumkokken: Adhäsine: PSA, Invasine: PspC (Endozytose), Evasion: Kapsel (=> Konjugatimpfstoff), Exotoxin: Pneumolysin

Klassisch: Adhäsion durch Pili (Hämagglutinin), Invasion durch Streptolysin, Hyaluronidase, Evasion durch Mykolsäure Hülle, Lyse von Immunzellen, Endotoxin: LPS, Exotoxin: Cholera / Pertussis / Tetanustoxin => LPS Bestimmung, Toxin AKs

LPS: Bestandteil der Zellwand gramnegativer Bakterien, Aktiviert TLR 4 => NFkB => Immunreaktion

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