M13 Benigne Prostatahyperplasie (BPH) nach DEPRUST & 3B

M13 Benigne Prostatahyperplasie (BPH) nach DEPRUST & 3B

M13 Benigne Prostatahyperplasie (BPH) nach DEPRUST & 3B


N. M.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die benigne Prostatahyperplasie (BPH), ihre Ursachen, Symptome und Therapieoptionen. Sie behandeln die Überwachung und Pflege von Patienten, einschließlich der transurethralen Resektion der Prostata (TURP), sowie die Rolle von Testosteron und Androgenen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Pflegekräfte, die sich auf die Diagnose und Behandlung von BPH spezialisieren möchten.
Karten
27
Lernende
9
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
26.10.2014 / 16.06.2024

Lernkarten

Definition

Gutartige Vergrösserung der Vorsteherdrüse (Prostata) durch Wucherung des Drüsengewebes (Adenom).

Diagnose/ Diagnostik

  • digital rektale Untersuchung der Prostata
  • bildgebende Verfahren: Sonografie der Prostata; Sonografie der Blase und Restharnbestimmung, Sonografie der oberen Harnwege
  • invasive diagnostische Verfahren: sonografisch gesteuerte Prostatastanzbiopsie, Urethrozystoskopie
  • Uroflowmetrie (Harnflussstrahlmessung)
  • PSA- Wert (Prostata- Spezifisches- Antigen); meist erhöht (normal = <4ng/ml)

Epidemiologie/ 

Die häufigste Form der männlichen Blasenentleerungsstörung

 

Im Alter nimmt die Häufigkeit zu:

  • 60% der Männer >50j.
  • 90% der Männer >90j.

Prognose/ Verlauf

Die Prognose der gutartigen Vergrösserung der Prostata ist in der Regel gut. Voraussetzung aber ist, dass diese Krankheit rechtzeitig erkannt und therapiert wird, bevor irreversible Schäden an Blase und Nieren entstanden sind.

Ursachen

Die Vorsteherdrüse unterliegt den Einflüssen der Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen. Man vermutet als Ursache einen (altersbedingten) Abfall der Testosteronproduktion bei anhaltender Östrogenproduktion.

Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Adipositas

 

Komplikationen:

  • akuter Harnverhalt
  • Harnwegsinfekt
  • Harnrückstauung bis in die Nieren mit der Gefahr der Nierenschädigung

Symptome 

Es resultiert eine Einengung/ Kompression der Harnröhre mit erhöhtem Auslasswiderstand der Harnblase.

  • Typische Miktionsschwierigkeiten (Startschwierigkeiten, Abschwächung des Harnstrahls mit verlängerter Miktionszeit, häufige Miktion (auch Nachts), bei fehlender kompletter Harnblasenentleerung sowie Nachträufeln.
  • LUTS (Lower Urinary Tract Symptoms) = irritative Symptomatik wie häufiger Harndrang

Bei Dekompensation kann es zu einem Miktionsunvermögen (Harnverhaltung) kommen

Mögliche Begleitsymptome:

  • Ejakulationsstörungen
  • Hämaturie
  • Hämatospermie

Therapie 

Medikamentös:

  • pflanzliche Präparate (Phytotherapeutika)
  • selektive α- Blocker zur Senkung des Blasenauslasswiderstandes
  • 5-α- Reduktase- Hemmer zur Verkleinerung des Prostatavolumens

Operativ:

  • Prostatavolumen ca. <80ml: endoskopische transurethrale Prostataadenomresektion (TUR-P)
  • Prostatavolumen >80ml: offene transvesikale Prostataadenomektomie (Sectio alta)

Funktion 

-Die Hauptaufgabe der Prostata ist die Sekretbildung.

-Das sind Eiweiße mit wichtigen Aufgaben wie die saure Prostata-Phosphatase und das PSA (prostata-spezifisches Antigen), das das Sperma, den Samen, verflüssigt.

-Die Prostata unterstützt auf Grund ihrer Lage den Blasenhals und damit den Verschluss der Harnblase,

-Zugleich sorgt die Muskulatur von Prostata und Blasenhals dafür, dass das Sperma, das aus den jetzt miteinander vermischten Flüssigkeiten besteht, nicht in die Harnblase gelangt.

-Auch am Hormonstoffwechsel ist die Prostata beteiligt: Sie wandelt das männliche Geschlechtshormon Testosteron in seine biologisch aktivste Form um, das Dihydrotestosteron (DHT).

Geschlechtshormone - Androgene

-Androgene sind männliche Geschlechtshormone, ihr Hauptvertreter ist Testosteron.

-Sie werden über verschiedene Zwischenschritte aus Cholesterin gebildet

-beim Mann hauptsächlich in den Leydig- Zwischenzellen der Hoden, geringe Mengen auch in den Nebennieren

-Zielzellen der Androgene befinden sich an zahlreichen Stellen des Körpers, zum Beispiel in der Prostata und den Samenblasen, in der Haut (z.B. Bartwuchs) und der Muskulatur (Aufbau)

-Im Gehirn sorgen sie unter anderem für die Libido (den Geschlechtstrieb) und die Regulation ihres eigenen Blutspiegels

- Eine weitere wichtige Aufgabe, die Förderung der Spermienbildung

Krankheitszeichen bei
Erkrankung der Prostata

-Miktionstörungen (Harnverhalten) Kein Harnstrahl  nur noch Tröpfchen

-Hanrinkontinenz (Überlaufblase)

-Erektile Dysfunktion

-Hämaturie/ Hämospermie( Blut im Sperma)

-Erektive Dysfunktion(Erkentions Probleme nicht möglich )

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

B

Ursachen der Vermehrung von Prostatazellen

-Erhöhte DHT-Spiegel in der Prostata und vermehrte Bindungsstellen für Androgene auf den Prostatazellen

-Vermehrte Ausschüttung von Wachstumsfaktoren in der Prostata

-Zu starke Vermehrung von Prostata-Stammzellen

-Verlängerte Lebensdauer der Prostatazellen wegen vermindertem Zelltod

Zeichen und Symptome

Folgen sind vor allem Störungen bei der Blasenentleerung

 

-LUTS (Lower Tract Symptoms)

  Stadium I: Reizstadium (Restharn, abgeschwächter Harnstrahl, verzögerter Beginn der Entleerung, Pollakisurie und Nykturie)

  Stadium II: Restharnstadium (Blase kann Abflusshinderung nicht mehr kompensieren ca.100ml Restharn evtl. Infektion / Steinbildung und Dranginkontinenz

  Stadium III: Dekompensation  (Überlaufblase)

-Es kann zu Harnweg- und Prostataentzündungen kommen

Diagnostik

-die Basis sind das Erheben der Vorgeschichte (Anamnese)

-Fokusassessment IPSS: International - Prostata – Symptom - Score

-die körperliche Untersuchung, Urin- und Blut-Tests

-sowie die Ultraschalluntersuchung

-Weitere Untersuchungen können hinzukommen, z. B. PSA

Therapie

-Medikamentöse Behandlung

-Operativer Eingriff

Medikamentöse Therapie

-Phytopharmaka (Kürbiskernen Medis)

-Alpha-Blocker (Spasmo Urgenie)

-5-alpha-Reduktase-Hemmer (Testosteron-Unwandlung))

Operative Therapie

-Goldstandard: transurethrale Elektroresektion der Prostata (TURP)-(Überschuss Entfernung)

► Einführung einer elektrischen Schlinge oder Laser unter endoskopischer Sicht und Abtragung des überschüssigen Drüsengewebes. Die Prostatakapsel bleibt erhalten.

Mögliche Komplikationen der OP

-Inkontinenz  

-Erektionsstörung

-Retrograde ("trockene") Ejakulation

-Behinderung des Harnabflusses

-Infektionen und Beschwerden

-Erneute Operation wegen Rezidiv oder Narben

-Blutungen

-„Einschwemmsyndrom bei TURP“

-Narkosezwischenfälle

Pflegerische Aufgaben nach TURP

-Überwachung der Vitalwerte

-Überwachung der Infektzeichen

-Überwachung der Blasenspülung

-Überwachung der Urinausscheidung

-Kontrolle des Blasenkatheters und Pflege (mind 1x tgl)

-Kontrolle der Blutung

-Schmerzmanagement

-Achten auf ausreichende Trinkmenge

-Für weichen Stuhlgang sorgen

-Unterstützung in der Mobilisation – Patient instruieren

-Unterstützung in der Körperpflege – evt. Instruktion des Patienten in der Intimpflege

-Eventuell Einsatz eines Hodenbänkchens 

Spezielle Komplikation – Einschwemmsyndrom oder TUR - Syndrom

-Tritt während oder kurz nach einer TURP auf

Gründe:

-Bei Verletzung des Venenkomplexes, die die Prostata einhüllen

-Hoher Druck den die Spülflüssigkeit ausübt

-Verwenden von elektrolytfreien Lösungen während der OP

Zeigt sich durch:

-Hypervolämie: Anstieg des ZVD, Hypertonie mit Bradykardie (bei

  gesundem Herzen), Hypertonie mit Tachykardie (bei Herzinsuffizienz)

-Hyponatriämie: Hirnödem, Unruhe, Verwirrung, Lungenödem, Nierenödem

Spezielle Pflegerische Aufgaben

Blasenspülung nach TURP

-kontinuierliche Überwachung Ein- und Ausfuhr der Spülflüssigkeit (der Blutung anpassen)

-Überwachung der Urinausscheidung (Nierenfunktion) durch stdl. Bilanzierung

-Blasenverweilkatheter fixieren und auf Lage und Dichtigkeit kontrollieren

-Auf Zeichen einer Harnblasentamponade achten

-Eventuell Bettbügel entfernen, bei Blutungszunahme

-Auf Infektzeichen achten – Körpertemperatur messen

-Gutes Schmerzmanagement 

Ungewissheit nach TURP bezüglich…

Bin ich und bleibe ich inkontinent? Nein muss nicht sein

Bin ich jetzt impotent? Nein muss nicht sein 

Kann ich noch Prostatakrebs bekommen? Die kann man nicht sagen 

Spezielle Pflegediagnosen 

1.Auf welche Pflegediagnosen würden Sie den Fokus legen, der sich aus dieser Erkrankung und der daraus resultierenden Therapie ergibt?

2.Welche Interventionen können Sie dem Patienten anbieten, um das best mögliche pflegerische „Outcome“ mit dem Patienten zu erreichen?

Einschwemmsyndrom

- Der Bergiff beschriebt einen neurologische- kardiovaskluäre Symptomenkamplex, der durch eine hypotone Hyperhydratation (überwässserung) entsteht.

-Ist Folge eines übermässigen Übertriits hyposmolarer Spülflüssigkeit in den Kreislauf des Patienten, entwerder bedingt durch dirkete Flüssigkeitseinschwemmung über operativ eröffnete VEnen des Plexus prostatikus oder durch protrahierte Flüssigkeitsorption über die Balsenschleimhaut. 
Unbehandelt können sich eine Hirnödem-und Lungenödem entwicklen. 
Vorkommen 2-10%

Einschwemmsyndrom Symptome

-Verwirrtheit, Unruhe, Bewusstseinseintrübung evtl. Krampfanfälle.
-Hypertension-Hypertension, Tackykradie- Bradykardie
-Gestaute Halsvenen.

Einschwemm Therapie

Rasche Beendigung des Eingriffs
Erweitertes hämodynamisches Monitoring (ZVK  zur ZVD -Messung) 
Diuresesteigerung mit Schleifendiuretika(Kontrolle Serumelektrolyte)
Langsames ausgleichen der Hyponatriämie durch hypertpone NaCl- Lösungen der Bouillon-Suppe(KSW-Urologie)

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