Leukämie

ALM, ALL, CLM, CLL

ALM, ALL, CLM, CLL


K. W.
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Überblick über Leukämie, einschließlich ihrer Symptome, Phasen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Sie behandeln verschiedene Arten wie AML, CML, CLL und ALL, wobei Schlüsselbegriffe wie Chromosomenanomalien, Tyrosinkinaseinhibitoren und supportive Maßnahmen hervorgehoben werden. Patienten, Pflegekräfte und medizinisches Personal profitieren von diesen Karteikarten, um ein besseres Verständnis der Krankheit und ihrer Therapieoptionen zu erlangen.
Karten
25
Lernende
13
Sprache
Deutsch
Kategorie
Biologie
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
04.08.2014 / 15.05.2025

Lernkarten

Wann tritt die AML auf?

Diese Form tritt vorallem bei Erwachsenen zwischen 35 und 45 J. auf.

Ursache AML

Mehrheitlich ist die Ursache unbekannt.

  • Genetische Faktoren à Trisomie 21 und andere genetische Defekte
  • Umwelteinflüsse à Ionisierende Strahlen (=Radioaktive Strahlen z.B. von Atomkraftwerke), chemische Substanzen (z.B. Antibiotika), Zytostatika und Viren (vorallem im asiatischen Raum)

Pathogenese AML

  1. Die erworbene Chromosomenanomalie (z.B. durch Umwelteinflüsse) führt zu Veränderungen in den Schlüsselgenen.
  2. Die myeloischen Vorläuferzellen Transformieren (umwandeln) sich
  3. Durch dies werden Fehlinfos weitergeleitet, was zum ungehemmten Wachstum der Zelllinie führt.
  4. Die Weiterentwicklung der Blasten (unreife Granulozyten) ist somit gestört. Sie reifen nicht aus.
  5. Somit hat es keine reifen Granulozyten und Monozyten. Die Übrigen Zellen werden verdrängt, weil die Blasten ungehemmt wachsen.

Symptome AML
 

  • Anämie à Auch Ec werden verdrängt (Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Blass, Kurzatmigkeit, Unkonzentriertheit, usw.)
  • Granulozytopenie (Granulozytenmangel) à Dadurch Infektionsrisiko erhöhte
  • Thrombozytopenie à zeigt sich durch Blutungsneigung erhöht, Zahnfleischbluten, Petechien, usw.)
  • Allgemeinsymptome:

- Abgeschlagenheit                                              - Appetitlosigkeit

- Knochenschmerzen                                            - Nachtschweiss

- Gewichtsverlust                                       - Kopfschmerzen

- Nausea/Emesis                                                     - Fieber

- Sehstörung

- Gingivahyperplasie à (Gingiva = Zahnfleisch), Es gibt eine leukämische Infiltration in das Zahnfleisch = Wucherung in der Mundschleimhaut.

Diagnostik AML

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchungen (auf Petechien, Schleimhaut anschauen, usw.)
  • Blutbild (Kleines: Hämatokrit, Hämoglobingehalt, Ec-zahl, Gesamte Leukozytenzahl. Grosse zusätzliche Bestimmung. Thrombozytenzahl und ver. Leukozytengruppen)
  • Knochenmarksuntersuchung- wird immer durchgeführt, da es relevant für die Einteilung/Klassifikation ist

Therapie AML

  • Induktionstherapie
  • Konsolodierungstherapie mit evtl. Stammzelltransplantation
  • Erhaltungstherapie
  • Strahlentherapie
  • Supportive Massnahmen:

Umgang mit der Anämie

  • Ec Abgabe
  • Balance zwischen Aktivität und Ruhepausen
  • Dekubitusprophylaxe, da die verminderte Sauerstoffversorgung der Haut die Dekubitus Gefahr erhöht. Bei verminderter Mobilität besteht ausserdem erhöhte Thormbosen- und Pneumoniegefahr
  • Bei Verwirrtheitszustand oder bei Konzentrationsschwierigkeiten gesagtes durch Nachfragen absichern
  • Flüssigkeitszufuhr durch Infusionenà wenn Patient keine Kraft hat zu trinken

Zufuhr von Wärme durch Bettflaschen, Tee, Wärmekissen u.s.w da Patienten oft kälte verspüren

Infektionsverhinderung Massnahmen

Tägliche Körperpflege, am besten Dusche (eher kaltes Wasser)

-Tägliche Hautinspektion durchführen (Läsionen, Wunden ect.)

-Tägliche Bettwäsche wechseln und Kleiderwechsel àKeimverminderung

-Tägliche Blutentnahme mit Entzündungsparameter

-Frisches Essen, nicht vom Wasserhahn trinken, Flaschen täglich neu öffnen

-Nur Früchte essen die man schälen kann

-Lüften nur ohne Durchzug

-Nicht barfuss gehen

-Tägliche Mundinspektion

-Cave Vaginalpilz

-Prophylaktische Antibiotikagabe

Interventionen Appetitlosigkeit

 

  • Schön anrichten
  • Zwischenmahlzeiten
  • Ernährungsberatung
  • Proteinshakes
  • Mundhygiene / Soor- und Stomatitisprophylaxe
  • Kleine Portionen
  • Antiemetika
  • Obstipations- / Diarröehprophylaxe (Angst vor Stuhlinkontinenz)
  • Genug Flüssigkeit
  • Leichte Kost
  • Zahnfleischwucherung behandeln um Kaustörung zu vermeiden
  • Nicht drängen
  • Kaugummi, Tröpsli
  • Gutes hervorheben à „gut, haben sie gegessen“, nicht zwingen zum essen
  • Gute Analgesie

Therapeutische und Pflegerische Massnahmen von Fatigue

Therapeutische Massnahmen

  • Begleitsymptome wie Nausea (medikamentös) beseitigen
  • Angepasstes körperliches Training (Physiotherapie/Ergotherapie)
  • Energiesteigernde-/erhaltende Präparate z.B. Supradyn oder Fresubin
  • Bestehende Schlafstörung behandeln, um Schlafqualität zu verbessern

 

Pflegerische Massnahmen

  • Ruhepausen einplanen
  • Pflegehandlungen kurz halten
  • Energiesparende Massnahmen z.B. sitzen statt stehen, mit Rollstuhl fahren anstelle von laufen, usw.
  • Ablenkende Aktivitäten z.B. Hörbücher, Fernseher, Skypen, usw.
  • Gespräche anbieten à Psychologischer Aspekt beachten z.B. Seelsorge, Psychoonkologisches Konsilium
  • Entspannung ermöglichen z.B. Zimmer abdunkeln, Ruhige Musik, usw.

Thrombozytopenie Interventionen

Medikamentös:

  • Gabe von TK (Thrombozyten Konzentrat)

Pflege:

  • Sturzprophylaxe (Darauf achten, dass der Patient sich nicht verletzt)
  • Mundpflege, alles eliminieren was zu Verletzungen führen kann (weiche Zahnbürste, keine Zahnseide/Zahnstocher verwenden)
  • Hinweis auf Blutungsneigung auf sich tragen (z.B. Ausweis)
  • Keine i.m. Injektionen
  • Gute Beobachtung des Patienten (Ausscheidung, Hämatome etc.)
  • Obstipationsprophylaxe (Aufgrund von Hämorrhoiden
  • Massnahme bei jeweiliger Blutung
  • Tägliche Kontrolle des Blutbildes
  • Menstruation führt zu vermehrtem Blut Verlust -> Mit Hilde der Antibabypille wird Menstruation unterdrückt

In welchem Alter tritt die ALL auf?

 

Diese Form tritt vorallem bei Kindern auf. Hier sind die lymphatischen Vorläuferzellen betroffen.

Ursache ALL

Auch hier meist unbekannt.

  • Genetische Faktoren à Chromosomenanomalie (Philadelphia-Chromosom (wird anders Therapiert))
  • Umwelteinflüsse à Ionisierende Strahlen, chemische Substanzen (z.B. Antibiotika), Zytostatika und Viren

Pathogenese ALL

  1. Eine lymphatische Vorläuferzelle wandelt sich um (Transformation) aufgrund einer Fehlinformation
  2. Es gibt keine weitere Differenzierung (= keine Abwehr)
  3. Keine Apoptose (programmierter Zelltod), weil sich die Zellen nicht reaktivieren können und so von den Monozyten nicht erkannt werden
  4. Andere Knochenmarkzellen werden verhindert

Symptome ALL

  • Am Anfang wie AML
  • Spezifische Symptome
    • Periphere Lymphknotenbeteiligung, diese sind angeschwollen, tastbar sichtbar (v.a. Hals, Leiste und Axilla)
    • ZNS Beteiligung (durch Lymphozyten, die ins ZNS einwandern können) à Kopfschmerzen, Hirnnervausfälle, Paresen
    • Organinfiltration à Lunge, Pleura, Haut, Hoden)
    • Mediastinaltumor à Kopfsz, Atembeschwerden, gestaute Halsvenen, weil Tumor auf diese Organe drückt.

Diagnostik ALL

Wie bei AML. Zusätzlich:

  • Liquorpunktion à schauen ob ZNS beteiligt ist
  • Röntgen und CT

Therapie ALL

  • Induktionstherapie
  • Konsolidierungstherapie
  • Stratifikation (Risikoabschätzung und Festlegen weiterer Therapieplan)
  • Stammzellentransplantation
  • ZNS-Prophylaxe
  • Supportive Massnahmen

Wann tritt die CML auf?

Altersleukämie, hat man ca. ab 70 Jahren. Die Fehlinformation kommt hier von der Blutstammzelle. Es ist eine kolonale Erkrankung, d.h. Gentechnische Fehlinformationen werden identisch weitergegeben.

Pathologie CML

Translokation von Chromosom 9 und 22, d.h. es werden die zwei Endstücke von den Chromosomen ausgetauscht. Dieses neue Chromosom nennt man Philadelphia-Chromosom. Dies führt zu Störungen in:

  • Regulation der Proliferation (Wachstum)
  • Differenzierung
  • Hemmung der Apoptose

Die Entwicklung von der transformierter Stammzelle hinterlässt in jeder Zelllinie spuren, d.h. auch Ec und Tc sind verändert.

Verlauf CML

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Sie läuft in 3 Phasen ab.    

  1. Chronische Phase à Die chronische Phase ist schleichend und fast Symptomarm. Unspezifische Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Nachtschweiss, usw. können auftreten. Man könnte auch denken dies seien Alterssymptome.
  2. Akzelerationsphase – Übergang in chron. Phase in Blastenschub à Symptome wie Gewichtsverlust, Nachtschweiss, Fieber, abdominelle Beschwerden. (unreife Granulozyten gehen ins Blut, dadurch erscheint das Bild wie akute Leukämie. Dies ist schwer zu therapieren darum will man dies verhindern.)
  3. Blastenschub/Blastenkriseà verlauf ähnlich wie akute Leukämie.

 

Die Erkrankung ist im Knochenmark, darum hat man fast keine Symptome. Symptome treten erst auf wenn Blasten ins Blut gehen. So ist es auch in einem Blutbild ersichtlich und vorher nicht.

 

 

Diagnostik CML

Knochenmarksuntersuchung ist nicht relevant für die Diagnose aber für die Stadieneinteilung. Um Diagnose stellen zu können braucht es einen Gentest.

 

Therapie CML

  1. Chronische Phase à Interferon, Tyrosinkinaseinhibitor, Stammzellentransplantation
  2. Akzelerierte Phase à Dosis von Tyrosinkinaseinhibitor erhöhen, Stammzellentransplantation diskutieren
  3. Blastenschub à Tyrosinkinaseinhibitor wechseln (verzögert zwar Schub, verhindert ihn aber nicht)

Pathogenese CLL

Langsam fortschreitende Wucherung lymphatischer Zellen in allen lymphatischen Geweben (Lymphknoten, Milz, Thymus, Knochenmark). In späteren Stadium auch andere Organe betroffen.

Störung liegt wahrscheinlich in der Hemmung von der Apoptose.

Symptome CLL

- schleichend mit Leistungsverminderung, evtl. Nachtschweiss

- Lymphknotenschwellung                                            

  - Anämie

- Thrombozytopenie                                                         

- Verminderte Infektabwehr

Therapie CLL

Ist nicht behandlungsbedürftig, wenn keine Symptome vorliegen. Anfangsstadium dauert ca. 10 Jahre.

Im fortgeschrittenen Stadium bzw. rasch fortschreitenden Fällen ist das Ziel die Symptome zu verringern, Lebensqualität verbessern, Polychemotherapie und evtl. Antikörper.

Wenn die Krankheit fortgeschritten ist, ist die Prognose schlecht.

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